Romandie
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Des refugies sont assis sous une banderole

Flüchtlinge an einer Veranstaltung von «Collectif R». Bild: KEYSTONE

Waadtländer Polizei jagt die Flüchtlingshelfer von «Collectif R»



Aktivisten beherbergen in Lausanne Asylsuchende, denen die Abschiebung droht. Sie wollen sie ins nationale Asylverfahren bringen. Jetzt ist die Polizei eingeschritten. Sie hat Häuser von Flüchtlingshelfern durchsucht, bei denen sie Asylsuchende vermutet – darunter die Wohnungen der Lausanner Grünen-Präsidentin Léonore Porchet und des Sekretärs der Linkspartei SolidaritéS, Pierre Conscience. Bei keiner der beiden Personen wurde die Polizei fündig.

Gegenüber dem «Tages-Anzeiger» bezichtigen die Betroffenen die Polizei «gezielter Einschüchterungsversuche» und zeigen sich dennoch unbeeindruckt: Sie seien zu zivilem Ungehorsam bereit, «weil sie das Abkommen für eine Fehlkonstruktion halten und Flüchtlinge schützen wollen», sagt Porchet.

Leonore Porchet, candidate au Conseil National pour les Verts, Rebecca Ruiz, candidate au Conseil National pour le parti Socialiste, Isabelle Moret, candidate pour le Conseil National pour le PLR, et Oriane Engel, candidate au Conseil National et presidente des Jeunes PLR, de gauche a droite, posent pour inciter les jeunes a voter lors de l'operation easyvote pour inciter les jeunes a voter pour les elections et les votations ce jeudi 8 octobre 2015 a Lausanne. Easyvote, une organisation faisant partie de la Federation suisses des Parlements des jeunes, a pour but de developper la participation des jeunes de 18-24 ans aux prochaines elections federales. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)

Léonore Porchet. Bild: KEYSTONE

Die Jungpolitiker gehören zu «Collectif R», ein 200 Personen zählendes Netzwerk, das sich mit zivilem Ungehorsam gegen das Dublin-Abkommen und die Praxis der Rückschaffungen wehrt. Diesen Frühling hat das Kollektiv rund 25 prominente Politiker, Künstler und Intellektuelle zusammengetrommelt, die sich um die Fälle kümmern. Sie bringen Flüchtlinge während der Rückschaffungsfrist von sechs Monaten so unter, dass die Behörden sie nicht als untergetaucht registrieren. (dwi)

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9 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
atomschlaf
17.09.2016 12:26registriert July 2015
Leider erwähnt der obige Artikel nicht, was eigentlich der Zweck der Aktivitäten von Frau Porchet und Konsorten ist:
Wenn ein Asylbewerber bereits in Italien oder einem anderen Dublin-Land registriert wurde, kann er innert 6 Monaten wieder dorthin zurückgewiesen werden. Gilt der Asylbewerber aber als abgetaucht, verlängert sich diese Frist um 18 Monate. Um diese Fristverlängerung zu verhindern, melden Porchet & Co., dass sich die Asylbewerber bei ihnen aufhalten, was aber gemäss tagi.ch nicht immer der Fall sei.
Gut, dass die Polizei gegen solchen Rechtsmissbrauch vorgeht.
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atomschlaf
17.09.2016 12:17registriert July 2015
Wenn Leute wie Frau Porchet Flüchtlinge aufnehmen wollen, dann sollte dies auch möglich sein - allerdings nur wenn sie effektiv (und nicht nur pro forma) aufgenommen werden und verbunden mit der Verpflichtung, sämtliche anfallenden Kosten bis zu einer allfälligen Integration in den Arbeitsmarkt oder einer Ausweisung selbst zu tragen.
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Maria B.
17.09.2016 12:20registriert February 2015
"Sie seien zu zivilem Ungehorsam bereit, «weil sie das Abkommen für eine Fehlkonstruktion halten und Flüchtlinge schützen wollen."
Ein schier unglaubliches Rechtsverständnis haben solche Leute, denen sowohl die klaren und korrekten schweizerischen Asylgesetze, wie vor Allem aber auch die vertraglich eingegangenen bilateralen Abkommen über Schengen/Dublin offensichtlich irrelevant scheinen.
Unnachsichtige Bestrafung, genauso wie bei anderen Rechtsbrüchen auch, ist gefordert.
Wo kämen wir auch in einem Rechtsstaat hin, wenn Jede(r) seine eigenen Interpretationen dazu geltend machen würde :-(!
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