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Dubai-Influencer spricht über seine Angst vor der Regierung

Ben Moss spricht als einer der einzigen Influencer über die Inhaltsgesetzte in Dubai.
Ben Moss spricht als einer der wenigen Influencer über die Inhaltsgesetze in Dubai.Bild: Instagram/mr_moss_media

«Fühle mich sicher, aber …» Dubai-Influencer spricht über seine Angst vor der Regierung

Ben Moss ist als britischer Influencer in den VAE wohnhaft. Seit den iranischen Angriffen muss er aufpassen, was er postet.
10.03.2026, 10:2010.03.2026, 11:31

Dubai beherbergt Tausende von Expats aus Grossbritannien. Viele davon sind als Influencerinnen und Influencer tätig. In den letzten Tagen haben gerade diese Social-Media-Persönlichkeiten für Aufregung gesorgt. Dies, weil sie seit dem Raketenangriff des Irans auffällig viele Videos posteten, die die Regierung der VAE lobten. Nun hat ein britischer Influencer erstmals veröffentlicht, wovor er sich gerade fürchtet.

Dazu hat der Lifestyle-Influencer Ben Moss mit der «Daily Mail» gesprochen. Er lebt seit drei Jahren in den Vereinigten Arabischen Emiraten: «Ich fühle mich hier aufgrund der Luftverteidigung der VAE absolut sicher, aber die Inhaltsgesetze bereiten mir manchmal Sorgen.» Das sei der Grund, warum Moss auf seinen Plattformen «immer alles positiv» halte. Moss ergänzte sein Statement mit den Worten:

«Ich habe weitaus mehr Angst davor, wegen der Veröffentlichung ungeeigneter Inhalte ins Gefängnis zu kommen oder eine Geldstrafe zahlen zu müssen als vor den iranischen Raketen und Drohnen.»

Laut der britischen Boulevardzeitung drohen der Bevölkerung von Dubai bei Kritik an der Regierung oder bei Rufschädigung des Landes schwerwiegende Konsequenzen. Dazu gehören Geldstrafen von über 200'000 Franken, Haftstrafen von bis zu fünf Jahren oder auch die Abschiebung.

Veröffentlichung von Videos verboten

Zu den Verstössen gehört aber nicht nur die Kritik an der Regierung, sondern momentan auch die Veröffentlichung von Videos von Drohnen- oder Raketenangriffen. «Das Fotografieren oder Teilen von Bildern von sicherheitsrelevanten oder kritischen Einrichtungen sowie das Weiterverbreiten unzuverlässiger Informationen können rechtliche Schritte nach sich ziehen und die nationale Sicherheit gefährden», zitiert die «Daily Mail» eine SMS, die Ben Moss und alle Einwohnerinnen und Einwohner in Dubai von der Polizei erhielten.

Ben Moss und seine im Iran geborene Freundin Parisa lebten bis zum iranischen Bombenangriff in Ras Al Khaimah. Ras Al Khaimah, eine dem Iran nahegelegene Stadt in den Vereinigten Arabischen Emiraten, ist etwa 45 Autominuten von Dubai entfernt. «Anfangs waren wir wirklich besorgt, und ich hatte auch den Fehler gemacht, ein Bild meiner Wohnung online zu stellen», erklärte Moss. Er würde nun aber die Sicherheitsbedenken hinsichtlich der Veröffentlichung von Videos verstehen und die Regierung respektieren.

So hat sich das Paar nun dazu entschieden, ihre Luxuswohnung in Ras Al Khaimah zu verlassen: «Wir haben den Mietvertrag gekündigt und sind nach Dubai umgezogen, da unser Vertrauen in die Leistungsfähigkeit der hervorragenden Luftverteidigung dieses Landes gewachsen ist.»

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68 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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El_Chorche
10.03.2026 10:30registriert März 2021
"Ich habe Angst vor der Regierung, wenn ich etwas Kritisches poste, aber zum Glück bin ich hier Dank der besten Regierung total sicher"

🤡
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insert_brain_here
10.03.2026 10:30registriert Oktober 2019
Wenn dein ganzes Leben eine einzige Satire ist…
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Lester
10.03.2026 10:36registriert März 2014
Hä? Was in diesem zusammengewürfelten Artikel macht hier Sinn? Weil er so viel Vertrauen in die Luftabwehr der VAE hat, zieht er um? Aber vor iranischen Drohnen hat er trotzdem weniger Angst als vor der VAE-Zensur/Repression? Das sagt er aber offen, ohne Angst zu haben?
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