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NLA-Klubs wie Ambrì werden ab 2017 rund 1,5 Millionen Franken aus den TV-Geldern erhalten. 
NLA-Klubs wie Ambrì werden ab 2017 rund 1,5 Millionen Franken aus den TV-Geldern erhalten. 
Bild: KEYSTONE/TI-PRESS
Eismeister Zaugg

Wohin mit den 30 Millionen? Das bedeuten die TV-Millionen für die Hockey-Klubs

Die TV-Rechte gehen ab 2017 für rund 30 Millionen pro Jahr an einen Verbund der Kabelnetzbetreiber (UPC/Cablecom). Die Hockey-Klubkassiere dürfen sich freuen.
23.06.2016, 16:3323.06.2016, 17:32

Der exakte Betrag ist noch nicht exakt fixiert. Das juristische Bodenpersonal arbeitet nach dem Grundsatzentscheid beim TV-Rechteverkauf jetzt an den Details. Es geht beispielsweise darum, wer die TV-Produktion bezahlen wird (das kann die Summe von 30 Millionen unerheblich reduzieren).

Offen ist auch noch, in welchem Umfang Live-Rechte an das Schweizer Fernsehen SRF abgegeben werden – allerdings wird das Geld, welches das öffentlich-rechtliche Fernsehen bezahlt, an die neuen Rechtebesitzer und nicht an den Verband gehen. Hier wird es wohl zu gegenseitigen Verrechnungen kommen: Die SRF-Tochter TPC produziert die Bilder kostenlos (oder für wenig Geld) und bekommt im Gegenzug, wie bisher, Live-Rechte für die Play-offs und ein paar Derbys während der Qualifikation.

Wer produziert die TV-Bilder? Die Frage ist noch zu klären.<br data-editable="remove">
Wer produziert die TV-Bilder? Die Frage ist noch zu klären.
Bild: freshfocus

Nach wie vor ist der Verkauf der zentralen Vermarktungsrechte offen und kann dem Verband über fünf Millionen einbringen. Wir können also davon ausgehen, dass ab 2017 vier Jahre lang mehr als 30 Millionen Franken per anno ins Hockey fliessen.

Rund 1,5 Millionen pro NLA-Klub

Diese Millionen bezahlen die neuen TV-Rechteinhaber primär für die NLA. Die darin eingeschlossenen Rechte für NLB, fürs Amateurhockey, für die Länderspiele (ohne WM!) sind praktisch ebenso wertlos wie die Cupspiele.

Die neue Summe entspricht gut und gerne einer Verdoppelung der bisherigen Einnahmen. Aus dem Ende Saison auslaufenden Kontrakt haben die NLA-Klubs bisher pro Jahr 750'000 und die NLB-Klubs knapp 80'000 Franken erhalten.

Kloten freut sich sicherlich sehr über die zusätzlichen Einnahmen. Aber jetzt nicht wieder alles «verchlöpfen»!<br data-editable="remove">
Kloten freut sich sicherlich sehr über die zusätzlichen Einnahmen. Aber jetzt nicht wieder alles «verchlöpfen»!
Bild: KEYSTONE

Nun, da es eine Verdoppelung der Gesamtsumme gibt, dürfen die NLA-Klubkassiere ab 2017 pro Saison mit einem Zustupf von mindestens 1,5 Millionen rechnen. In der NLB werden es etwas mehr als 100'000 Franken sein.

Interessante Verteilerkämpfe im Verband zu erwarten

Die gut ausgebaute (manche sagen: die überdotierte) Verbandsadministration wird durch die Mehreinnahmen nicht noch weiter ausgebaut. Also gehen die Mehreinnahmen direkt an die Klubs. «Will der Verband mehr Geld als bisher, dann muss er konkrete Projekte dafür vorlegen und wir werden die bewilligen oder nicht», sagt ein wichtiger NLA-Präsident.

Es dürfte im Verband, wo das gesamte Hockey (Klubs, Nationalmannschaften, Schiedsrichterwesen und Amateurhockey) zusammengeschlossen ist, bis zum Vertragsbeginn im Sommer 2017 noch interessante Verteilerkämpfe geben.

Eishockey tritt aus dem Fussball-Schatten

Doch es geht nicht nur um Geld. Hätte erneut der Titan Swisscom/Teleclub den Zuschlag erhalten, dann wäre das Eishockey dort hinter dem Fussball die Nummer zwei geworden. Denn Swisscom/Teleclub hat soeben die Fussballrechte teuer wieder eingekauft.

Beim Teleclub stand Eishockey im Schatten des Fussballs. Das wird nicht mehr so sein.<br data-editable="remove">
Beim Teleclub stand Eishockey im Schatten des Fussballs. Das wird nicht mehr so sein.
Bild: Daniela Frutiger/freshfocus

Nun kommt ein neuer «Player» in den Markt, der alles daransetzen wird, sich gut in Szene zu setzen – mit Eishockey. «Wir können davon ausgehen, dass Eishockey mit den neuen Rechteinhabern eine noch bessere TV-Präsentation bekommen wird», sagt ein anderer wichtiger NLA-Präsident. «Deshalb sind wir mit dem Resultat der Verhandlungen zufrieden.»

Zudem gehen die Hockeygeneräle davon aus, dass die neuen Rechteinhaber mit über zwei Millionen Anschlüssen eine grössere Verbreitung garantieren können als Swisscom/Teleclub. Die NLB-Manager hoffen zudem auf die Möglichkeit, mit den neuen Rechteinhabern durch Verbreitung der Spiele auf lokalen TV-Kabelnetzen eine bessere TV-Präsenz als bisher zu bekommen.

Hockey- und Fussballfans müssen sich neu organisieren

Interessant wird sein, wer das Eishockey ab 2017 für die neuen TV-Rechtebesitzer medial aufbereiten wird. Es muss sozusagen «auf der grünen Wiese» eine Hockey-Redaktion aufgebaut werden. Wir können davon ausgehen, dass einige der Spezialisten, die ab 2017 bei Teleclub keine Arbeit mehr haben, dann bei den neuen Rechteinhabern einen Job bekommen.

Die Hockey- und Fussballfans müssen sich ab übernächster Saison neu organisieren. Bis jetzt bekommt der Kunde mit dem Paket Swisscom/Teleclub Eishockey und Fussball ins Haus geliefert. Neu wird es ab 2017 von Swisscom/Teleclub nur noch Fussball geben. Eishockey muss bei den neuen Kabelnetz-Herren bezogen werden.

Spengler Cup bleibt wohl beim SRF

Offen ist nun noch der Verkauf der TV-Rechte des Spengler Cups. Die hält diese Saison noch das Schweizer Fernsehen SRF. Der HC Davos verkauft diese Rechte in Eigenregie – und für weit weniger als eine Million. Entscheidend ist die TV-Präsenz. Es zeichnet sich ab, dass das Schweizer Fernsehen diese Rechte erneut für eine Periode von vier Jahren erwerben wird.

Wenn der Spengler Cup vergeben wird, sehen die Fans dies weiterhin im SRF.
Wenn der Spengler Cup vergeben wird, sehen die Fans dies weiterhin im SRF.
Bild: SPENGLER CUP

Der Werbewert des Spengler Cups hängt an der Live-Präsenz im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Beim Verkauf der Spengler Cup-Rechte für die Schweiz spielen die privaten TV-Betreiber keine Rolle.

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