Interview
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Interview

«Wir befinden uns in einem Krieg gegen uns selbst»

Die Schweiz hat in nur vier Monaten alle Ressourcen verbraucht, die ihr 2019 eigentlich zur Verfügung stünden. Klima-Pionier Mathis Wackernagel hat den ökologischen Fussabdruck erfunden. Der gebürtige Basler sagt im Interview, was er von der Klimastreik-Bewegung hält und was die Chinesen punkto Ressourcen besser machen als die Schweiz.



Herr Wackernagel, Sie sind der Erfinder des ökologischen Fussabdrucks. Sind Sie punkto Ressourcenverbrauch stolz, ein Schweizer zu sein?
Die Fakten sind klar: Die Schweiz verbraucht 4,5 mal mehr von der Natur, als ihre Ökosysteme regenerieren können. Die Kaufkraft in der Schweiz steigt zwar, aber relativ zu den anderen Ländern sinkt sie. Das bedeutet, unsere relativen Vorteile für den Zugang zu Ressourcen der Welt nehmen ab. Erstauntlicherweise aber ist Ressourcensicherheit kaum ein Thema. Die politische Elite in der Schweiz sieht dies als irrelevant an, nicht als Risiko. Das ist völlig unverständlich. Die Schweiz ist physikalisch desorientiert.

Bild

Der Basler Mathis Wackernagel lebt in Oakland, Kalifornien. bild: Zvg

Wie meinen Sie das?
Seit dem 2. Weltkrieg denken alle nur an Wachstum. Immer mehr zu haben ist natürlich wunderbar. Aber nicht, wenn wir uns ein immer grösseres Kartenhaus bauen, das bald zusammenstürzt. Eigentlich ist unser Konstrukt ein Schneeballsystem: wir zehren von der Zukunft, um den aktuellen Zustand zu bezahlen. Viele Politiker meinen, Nachhaltigkeit sei was nobles. Aber in Wirklichkeit ist es notwendig wie Zähneputzen – und im Interesse der Schweiz.

Sie leben in Kalifornien. Wie sieht es dort aus?
Es ist dasselbe in Oakland (bei San Francisco), wo ich wohne ist Nachhaltigkeit ein nettes Thema nebenbei. Oakland baut weiter, als seien Ressourcen unendlich vorhanden. Der Zeitpunkt kommt wegen der Dekarbonisierung schon sehr bald, dass wir ohne fossile Rohstoffe funktionieren müssen – weit vor der Lebenserwartung der Infrastruktur, die wir heute bauen. Dann werden diese Bereiche, in die wir noch immer viel Geld investieren, stark an Wert verlieren. Die Frage ist, ob wir smart oder blind sind.

Zur Person

Dr. Mathis Wackernagel (57) ist Gründer des Global Footprint Networks und ein Vordenker für Nachhaltigkeit. Vor 20 Jahren entwickelte er das Konzept des ökologischen Fussabdrucks. Wackernagel ist in Basel aufgewachsen und studierte an der ETH Zürich Ingenieurwesen. Er lebt mit Frau und Kind in Oakland, Kalifornien.

Die Schweiz hat bereits am 7. Mai alle ihre natürlichen Ressourcen eines Jahres aufgebraucht. Werden wir wirklich immer verschwenderischer?
Wir stellen in der Tendenz eine leichte Abnahme fest.
Aber es ist so: Wir fliegen auf einen Berg zu. Wenn der Pilot einen leichten Bogen macht und immer noch in den Hügel kracht, macht dies keinen Unterschied. Genau so ist unsere Klimapolitik: Es kommt ein schwerer Sturm auf uns zu. Aber wir wollen unser Boot kaum flicken, solange die anderen Länder ihre Boote nicht flicken. Das passiert gerade in der Welt und macht völlig keinen Sinn.

Die Klimastreik-Bewegung hat in den letzten Monaten aber viele Menschen wachgerüttelt.
Ich bin begeistert, wie sich die Kinder und Jugendlichen einsetzen. Sie lernen in der Schule, dass sie wegen des Klimawandels keine Zukunft haben. Mit ihrem Streik treffen sie darum genau den wunden Punkt. Die Teenager haben es geschafft, dass die Leute an der Urne bereits grüner abstimmen. Das ist grossartig und macht mir Mut. Dass nun Moralisten gegen die Schüler schiessen, gibt mir zu denken. Es zeigt, dass sie das Problem nicht verstanden haben. Vielleicht sollten wir denen mal vom Zähneputzen erzählen.

#movethedate

Neue Plattform will Nachhaltigkeit in der Schweiz fördern

Die Schweiz hat bereits am 7. Mai alle Ressourcen aufgebraucht, die uns eigentlich für ein ganzes Jahr zur Verfügung stehen. Das soll sich ändern: Die Zürcher Unternehmer Simone Alabor und Valentin Fisler sowie Katharina Schenk haben darum die Plattform www.movethedate.ch gestartet. Die Idee ist, Menschen und ihre Projekte in der Schweiz vorzustellen, die sich für mehr Nachhaltigkeit engagieren. Ein Beispiel ist die App «Too good to go», die für weniger Foodwaste sorgt. Zudem sollen sich interessierte Bürger selber einbringen und erzählen, was sie im Kleinenfür den Planeten tun. Langfristiges Ziel ist, den Overshoot Day in der Schweiz auf den 31. Dezember zu verschieben.


Inwiefern?
Es geht nicht darum, ob wir Umwelt-Engel sind. Nachhaltigkeit ist keine Religion. Es geht darum, ob wir eine Zukunft haben. Auch Klimastreiker dürfen ein Handy haben.

Gehen bei Ihnen in San Francisco eigentlich die Schüler auch auf die Strasse?
Die Bewegung hat noch nicht dieselbe Schlagkraft wie in Europa. Schüler-Vereinigungen, die aus Amokläufen an Highschools hervorgegangen sind, solidarisieren sich nun mit Greta Thunberg. Greta hat unglaubliches geleistet. Es überrascht mich, welches Ausmass die Klimastreik-Bewegung weltweit angenommen hat. Die Frage ist , wie lange Greta und die Klimastreiker diese Energie aufrecht erhalten können. Da will ich gerne helfen.

Die besten Bilder des Klimastreiks

Was machen Sie persönlich für den Umweltschutz?
Das Wichtigste ist: Ich schlafe genug. Denn ohne guten Schlaf fälle ich schlechte Entscheidungen. Wir haben uns ein Haus an einem Ort gekauft, wo alles per Velo oder zu Fuss erreichbar ist. Wir haben zudem nur ein einziges biologisches Kind. Zudem haben wir eine Solaranlage auf dem Dach, die unsere Elektriztiät bis ans Lebensende absichert. Und zum Leidwesen meiner Frau trage ich meine Kleider, bis sie völlig zerfetzt sind.

Das ist ein Witz?
Nein, das ist in der Tat so. Und zeigt auf: Wir stehen in einem Krieg gegen uns selbst, gegen unsere eigenen Bedürfnisse. Der Mensch funktioniert so, dass er gerne das macht, was eigentlich eine Sünde ist.

Ist es überhaupt noch möglich, den Klimawandel zu stoppen?
Wir wissen, wie wir die Klimaerwärmung stoppen könnten. Aber wir wollen es nicht tun und viele glauben, es lohne sich nicht. Ein Beispiel: Ohne gross nachzudenken kaufte sich ein Nachbar ein sündhaft teures Sofa. Als es hingegen um die eigene Solaranlage auf dem Dach ging, macht er eine Investitionsrechnung über 30 Jahre und dreht jeden Cent dreimal um.

Bild

Noch gibt es kaum Windkraftwerke in der Schweiz wie hier im Entlebuch. bild: shutterstock

Und aus wissenschaftlicher Sicht?
Das Pariser Abkommen ist ein Quantensprung. Es zeigt auf: Würden wir die Treibhausgaskonzentration in der Luft auf 450 ppm Co2 äquivalent beschränken, dann stünden die Chancen bei 66 Prozent, dass wir die Erderwärmung auf unter 2 Grad begrenzen können. Das Problem: Das NOAA (amerikanisches Amt für Ozeane und Atmosphäre) hat berechnet, dass wir bereits bei 493 ppm sind - viel zuviel also. 2 Grad Erwärmung würde etwa wohl das Ende Korallenriffe bedeuten.

Fliegen ist einer der grössten Klima-Killer. Was halten Sie von der Flugticket-Steuer, die jetzt alle fordern?
Langfristig können wir diese Super-Mobilität nicht aufrechterhalten, die wir derzeit leben. Selbst Bahnreisen sind viel zu billig. Ganze Wirtschaftszweige wie der Tourismus sind in der Schweiz vom Luftverkehr abhängig. Das macht die Schweizer Wirtschaft langfristig anfällig, denn dieser Lebensstil hat keine Zukunft.

Nicht nur die Luftverkehrs-Abgabe, sondern auch das Co2-Gesetz sorgt hierzulande für hitzige Diskussionen. Bürgerliche Politiker wollen Co2 vor allem im Ausland kompensieren. Macht diese Überlegung Sinn?
Langfristig ist die einzige Möglichkeit, eine regenerative Wirtschaft zu haben, ob wir wollen oder nicht. Denn irgendwann werden wir aus der fossilen Energie aussteigen. Auch hierzulande ist technisch unglaublich viel möglich, um den Co2-Ausstoss zu senken. Nur tun wir so, als ob dies nicht realisierbar ist. Auch in der bewölkten Schweiz wäre es problemlos möglich, in jedes Dach eine Solaranlage zu integrieren und damit für einen Rappen eine kWh Strom zu produzieren.

Bild

Innert wenigen Jahren aus dem Boden gestampft: Die Skyline von Guangzhou in China. bild: shutterstock

Der Kampf um die Ressourcen der Welt verschärft sich. Mit der neuen Seidenstrasse preschen die Chinesen vor. Was kommt da auf uns zu?
China hat zwischen 2000 und 2012 seinen ökologischen Fussabdruck verdoppelt und entsprechend viele Ressourcen verbraucht. In den letzten Jahren hat sich deren Abdruck stabilisiert – nicht nur zufällig. Eines ist klar: Die chinesische Regierung denkt im Gegensatz zum Westen weiter voraus und sichert sich nun Rohstoffe auf der ganzen Welt. In ihrem 5-Jahresplan kommen die Worte Natur, Energie, Wasser und Land auf jeder der 200 Seiten mindestens fünf mal vor. Die Chinesen sehen, dass die Welt den Kampf um Ressourcen unterschätzt und handeln entsprechend. Zum Vergleich: Die Schweiz verbraucht wie gesagt 4,5 Mal so viel Ressourcen wie sie dürfte und denkt, sie könnte sich mit 4 Monaten Pflichtlagern durchmausern. Good luck!

Wie wird der Overshoot-Day berechnet?

So erklärt es Wackernagel

Diese Rechnung kann jeder Mittelschüler machen. Wie viel Weizen, Kartoffeln, Energie, etc. konsumieren wir? Wieviel Fläche baucht es dafür? Also für alles: Essen, Fasern, CO2 von der Fossilenergie aufnehmen, Platz für unsere Strassen und Häuser? Das ist unser Footprint. Den können wir mit der Biokapazität vergleichen: die produktive Fläche,die uns zur Verfügung steht. Wenn alle auf der Welt einen Footprint hätten wie die Schweizer im Durchschnitt, dann hätte die Menschheit das jährliche Naturbudget schon vor dem 7. Mai aufgebraucht.

Fair Fashion: Der Überschuss der Modeindustrie

Diese Karte zeigt dir, wo der Wald steht

Play Icon

Smartphones und Umweltschutz?

So viel Gold holt Apple aus alten iPhones – und du kannst auch vom Recycling profitieren

Link zum Artikel

Wann gibt es ein vollkommen fair produziertes iPhone, Tim Cook?

Link zum Artikel

Samsung will «schmutzige Vergangenheit» hinter sich lassen

Link zum Artikel

Apple setzt Zeichen im Kampf gegen den Klimawandel

Link zum Artikel

Kinderarbeit für Handys, Autos und PCs – diese Konzerne profitieren

Link zum Artikel

Wie unsere Gadgets Fabrikarbeiter in den Tod treiben (und was du tun kannst)

Link zum Artikel

Alle zwei Jahre ein neues iPhone kaufen – sinnvoll oder völlig übertrieben?

Link zum Artikel

Greenpeace: Fairphone und Apple bei «grüner» Elektronik führend

Link zum Artikel

Das musst du über Neodym und Indium wissen, das in deinen Geräten steckt

Link zum Artikel

Umweltproblem Smartphone – wie nachhaltig ist die Handy-Branche wirklich?

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

43
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
43Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • dmark 08.05.2019 13:22
    Highlight Highlight Wie ich schon mal schrieb, sparen wir doch u.a. seitens unserer Technik seit den Siebzigern doch immens an Energie ein und reinigen Abgase mit immer grösserem Aufwand. D.h. der Fussabdruck des Einzelnen ist um einiges geringer als früher geworden.
    Das grösste Problem ist aber die steigende Bevölkerungszahl, welche diese Errungenschaften wiederum zunichte machen. Selbst wenn wir irgend wann ganz ohne fossile Stoffe auskommen sollten, so wird der CO2 Ausstoss langfristig nicht geringer werden - weil der Bevölkerungsanstieg dies wieder zunichte machen wird.
  • Snowy 08.05.2019 08:17
    Highlight Highlight Guter Mann! Solche Menschen braucht die Politik!

    Mutig auch, dass er erwähnt, dass er nur ein biologisches Kind hat: Diese "Massnahme" schont hundertfach mehr Ressourcen als alle seine anderen Masnahmen zusammen (Solaranlage, ÖV benutzen, Kleider lange tragen etc).
    Hört natürlich niemand gerne - ist aber Fakt.

    Und Ja: Man soll und darf mit dem Smartphone in der Hand gegen den Ressourcenverbrauch protestieren!

  • Thadic 08.05.2019 05:50
    Highlight Highlight Es ist leider tragisch auf welch schlechten Wissensstand viele Menschen zum Thema Photovoltaik sind. Wenn ich von unserer Solaranlage auf dem Dach erzähle, dann kommen folgende Fragen: was macht ihr mit dem überschüssigen Strom? habt ihr genügend Batterien? Es geht doch Jahrzehnte bis die graue Energie gedeckt ist?
    Warum wird die Bevölkerung nicht aufgeklärt? Gehört das auch zum Liberalismus? Soll jeder das Recht haben sich selber eine Meinung zu bilden und auf altes überholtes Wissen sitzen bleiben dürfen?
  • Spooky 08.05.2019 02:48
    Highlight Highlight "Selbst Bahnreisen sind viel zu billig." 😂🙈😂
    • Knut Knallmann 08.05.2019 06:35
      Highlight Highlight Die normalen Tickets in der Schweiz hat er damit glaube ich nicht gemeint. Wir haben aber auch ein GA, eine Flatrate, im Angebot. Eine Flatrate fördert exzessive Nutzung. Je weiter ich für die knapp 10.- am Tag fahre oder pendle, desto mehr lohnt es sich. Leider führt auch der Schienenverkehr zu Umweltbelastung. Zwar viel weniger als andere Verkehrsmittel, aber sie sind immer noch da. Ich liebe den ÖV und das GA und benutze beides. Gedanken über die Auswirkungen sind jedoch nie fehl am Platz.
    • Driver7 08.05.2019 07:02
      Highlight Highlight Kann man halt relativ leicht sagen, mit ETH Abschluss und Haus mit Solardach in einem Zentrum und Nahe der Arbeitsstelle. Falls er schon zu lange weg ist, darf er gerne gucken kommen, was sowas in der CH kosten würde.. (tipp: selbst 1000 Sofas sind noch viel günstiger ...)
    • RichPurnell 08.05.2019 12:10
      Highlight Highlight @Driver7: Kriegt man nicht geschenkt so einen Ingenieurs-Abschluss, steht jedem frei selbst einen zu machen.
      (oder einen Handwerks-Meister). Aber ich weiss, ist halt streng.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Martin Mars 08.05.2019 02:43
    Highlight Highlight Einverstanden mit Herr Wackernagel. Aber wenn ich mir diese wunderschöne Landschaft im Entlebuch anschaue, verschandelt mit diesem Wind-Monster, denke ich das kanns nicht sein. Zumal die Schweiz im Gegensatz zu Ländern am Meer nur wenig Wind zu bieten hat. Ein paar Stauseen mehr und wir können uns diese Verschandelung der Landschaft sparen (Ich liebe Seen!). Wir sind das Wasserschloss Europas, benützen wirs doch.
    • Knut Knallmann 08.05.2019 06:37
      Highlight Highlight Wenn die Gletscher weggeschmolzen sind (Und das werden Sie...) ist das mit dem Wasserschloss zum grossen Teil gewesen...
    • mrcharliebrown 08.05.2019 07:13
      Highlight Highlight Zumal Staumauern echte Hingucker sind und sich oftmals völlig natürlich in die Landschaft einpassen. Nein im Ernst: Energiegewinnung durch das eine, - speicherung durch das andere. Und das mit dem Wasserschloss dünkt mich in Zukunft eher zweifelhaft, ohne Gletscher.
    • El Vals del Obrero 08.05.2019 08:15
      Highlight Highlight Ähm, was ist mehr Verschandelung? Ein Mast mit wenigen Metern Durchmessern oder ein geflutetes Tal? OK, ein See sieht vielleicht schöner aus, hat aber massiv grössere Auswirkungen.

      Landschaftsschutz (rein auf die menschliche optische Wahrnehmung bezogen) ungleich Umweltschutz. Für den Landschaftsschutz wäre ein AKW-Super-GAU eigentlich am besten. So idyllische Landschaften wie um Tschernobyl findet man sonst nähmlich selten.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Livia Peperoncini 08.05.2019 00:56
    Highlight Highlight Als ich mein Solarprojekt auf dem Hausdach startete wurde ich erst mal von einem Nachbarn mit Einsprachen eingedeckt...Grund "Quartierbild". Heute produziere ich mehr Strom als ich selber brauche. Ein Freund der in Schweden wohnt hat neben seinem Haus sogar ein riesen Windrad aufgestellt...so etwas ist natürlich eher in einem dünnbesiedelten Land möglich. ( Schweiz 205 Einwohner pro km² , Schweden 23 ) Ich kann meine Solaranlage aber nicht tieferlegen und mit ihr am Sonntagnachmittag eine Runde am See drehen. Aber das finde ich sowieso peinlich und ich überlasse das den üblich Verdächtigen.
  • wolge 07.05.2019 23:58
    Highlight Highlight Nachhaltigkeit bedeutet nicht einfach nur Wachstum auf Teufel komm raus. Nachhaltigkeit bedeutet weniger Schnellschüsse und mehr überlegtes Handeln. Nachhaltigkeit bedeutet gute Entscheidungen statt Egos. Nachhaltigkeit bedeutet sinnvolle Produkte und Dienstleistungen die der Gesellschaft, der Natur und Umwelt dienen statt der Gier und Macht.

    Nachhaltigkeit erreichen wir nur wenn wir unser Wirtschaftssystem, unsere Schulen, Organisationen und unsere Politik komplett umbauen.

    Nachhaltigkeit erreichen wir nur wenn wir andere Charaktere an die Spitze unserer Systeme setzen...
    • Gipfeli 08.05.2019 08:46
      Highlight Highlight Dann packen wir im kommenden Herbst doch die Gelegenheit !
  • Coffeetime 07.05.2019 23:39
    Highlight Highlight Gutes Interview, regt zum Denken an - Danke! 👍🏻
  • Rainbow Pony 07.05.2019 22:53
    Highlight Highlight Die Chinesen sichern sich die Ressourcen bestimmt nicht aus Liebe zur Umwelt. Stabilisiert hat sich der Fussabdruck in China wohl kaum wegen starker Massnahmen, sondern wohl eher weil sich das Wachstum in diversen Bereich verringert hat (gebremst wurde, da weniger staatliche Investitionen geflossen sind). Würde man die rund 1mia durchaus immer noch sehr armen Menschen in China rausrechnen und die rund 200mio Personen aus dem Mittelstand hochrechnen, wäre Chinas Fussabruck noch *viel* substantieller, als er ohnehin schon ist.
    • Balois 08.05.2019 10:17
      Highlight Highlight Ja, und jetzt. Was heisst das nun? Wir in der Schweiz werden in Zukunft unsere Ressourcen im Ausland nur noch überteuert, wenn überhaupt erhalten. Die Chinesen sichern dich Ihre Ressourcen eben schon jetzt. Wir Schweizer können dies eben nicht, daher sollten wir in Nachhaltigkeit und Erneuerbarkeit investieren.
    • Rainbow Pony 08.05.2019 14:37
      Highlight Highlight @Balois: Mein Kommentar hat mit der Schweiz nichts zu tun - selbstverständlich müssen auch wir auf die Ressourcen achten. Im Interview empfand ich die Argumentation so, dass die Chinesen in der Klimasache die Good Guys sind, was mit Sicherheit nicht der Fall ist, deswegen mein Comment dazu.
  • Domino 07.05.2019 22:28
    Highlight Highlight Irgendwie logisch. Im zweiten Weltkrieg konnte die Schweiz ihre 4.2 mio Bürger kaum ernähren. Heute sind wir genau doppelt so viele.
    • Gubbe 08.05.2019 10:16
      Highlight Highlight Das ist leider so. Es gab aber auch kein RAV und Gemeinden hatten keine Sozialarbeiter. Das aber alle Ressourcen schon aufgebraucht sein sollen, gehört sicher zum fabulieren des Auswanderers.
    • Relativist 08.05.2019 14:14
      Highlight Highlight Schon früh Morgens zu tief ins Glaus geschaut? Was haben die physikalischen Ressourcen genau mit dem RAV und den Sozialarbeitern zu tun? Verbrauchen die mehr Ressourcen, weil es Sozen sind? Ich bin verwirrt...
    • Gubbe 08.05.2019 16:14
      Highlight Highlight Relativist
      Nicht bemerkt, dass ich auf das Mehr von Einwohnern von Domino schrieb?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Nick Name 07.05.2019 22:05
    Highlight Highlight Irgendwie sollten diese Einsichten allen mal ... irgendwie implantiert werden.
    Schwierig zu verstehen ist ja nicht.
    Oder?
  • Pointer 07.05.2019 21:59
    Highlight Highlight Wir brauchen mehr dünnbesiedelte Kolonien ;-)
  • marsel 07.05.2019 21:58
    Highlight Highlight „Eigentlich ist unser Konstrukt ein Schneeballsystem: wir zerren von der Zukunft, um den aktuellen Zustand zu bezahlen.„
    Lotto im Sääli!
    Vielen Dank für diesen treffenden Vergleich
  • Ökonometriker 07.05.2019 21:53
    Highlight Highlight Ein guter Anfang wäre, sich vom Einfamilienhaus zu verabschieden. Was China richtig macht: es baut eine hervorragende öffentliche Infrastruktur, beschränkt den Individualverkehr und erlaubt nur extrem eingeschränkt den Bau von Einfamilienhäusern. Ein EFH wird deswegen in China auch "Villa" genannt und nur von Multimillionären bewohnt.
    In einer bescheidenen Wohnung zu wohnen wäre billiger und weitaus umweltfreundlicher, als eine Solaranlage fürs Gewissen aufs Dach zu bauen. Aber selbst in der Politik hat das Ortsbild noch Vorrang vor der Umwelt - Hochhäuser werden kaum zentral gebaut.
    • Gubbe 08.05.2019 10:21
      Highlight Highlight Ein EFH wird auch in Schweden, Italien und Spanien etc. Villa genannt. Ich will nicht in den Kaninchenställen der chinesischen Millionenstädten wohnen, wo eine 5-Köpfige Familie in 2 Zimmern von gesamt 28m2 zusammengepfercht ist.
    • Leider Geil 08.05.2019 13:26
      Highlight Highlight In China werden langsam auch alle alten häuser einfach dem erdboden gleich gemacht und ihre bewohner aus der stadt entfernt, wenn sie nicht reich sind.
      In der schweiz kostet ein kleines efh auch so viel wie anderswo eine villa.
      Nicht jeder will in einem hasenstall wohnen, weder hier noch in china.
      China mit der schweiz vergleichen? Echt jetzt?
  • Schwaflichopf 07.05.2019 21:36
    Highlight Highlight "wir zerren von der Zukunft" sollte wohl "wir zehren von der Zukunft" heissen ...
    • Mathis Wackernagel 08.05.2019 21:39
      Highlight Highlight Ja, "zehren" wäre korrekt.
  • Dominik Treier 07.05.2019 21:31
    Highlight Highlight Umweltschutz ist wichtig nur Verzicht zu predigen und den Leuten ein schlechtes Gewissen einreden wird nur Trotzreaktionen provozieren. Es gilt neue Technologien zu erforschen und zu fördern und Unweltverschmutzung teuer zu machen und mit dem eingenommenen Geld der ärmeren Bevölkerung beim Umstieg zu helfen... Zu denken irgendwie liesse sich alles nur durch Verzicht lösen ist eine Illusion, den wenn der Mensch erst einmal an ein Bedürfnis gewöhnt ist, wird es Generationen brauchen, bis man es los ist.
  • lucasm 07.05.2019 21:22
    Highlight Highlight Spannender Artikel! Aber das mit dem eine kwh für einen Rappen kann nicht stimmen. Ausser sie verschenken PV-Anlagen in Kalifornien. Selbst bei den optimalsten Bedingungen komme ich mit meiner PV-Anlage nicht unter 10 Rappen pro kwh.
    • Mathis Wackernagel 08.05.2019 21:45
      Highlight Highlight Das kam im Interview nicht so klar raus. Hier etwas mehr: Toni Gunzinger (Autor von "Kraftwerk Schweiz") rechnet vor das die marginalen Kosten von PV in der Schweiz 1 Rappen pro kWh sein kann. Wenn man statt Dachziegeln gerade eine Sonnenanlage mit Doppelfunktion einbaut (also gegen Regen, und für Sonnenenergie), dann sind die Mehrkosten so klein, dass die Elektrizitätsproduktion auf ganz kleine Beträge sinkt. Eben bis zu 1 Rp pro kWh.
  • TheRealDonald 07.05.2019 21:11
    Highlight Highlight Das Beispiel mit dem Sofa gefällt mir. Solches erlebe ich auch immer wieder. Bei der Frage nach einer PV-Anlage heisst es, "Habe ich schon durchgerechnet; lohnt sich nicht". Aber für eine neues Auto mit vielen Optionen reicht die Kohle locker. Wie "lohnt" sich denn das?
    Hey, Umweltschutz ist auch cool! Sogar cooler wie ein neuer Sportauspuff ;-)
    • Thinkdeeper 07.05.2019 22:45
      Highlight Highlight Genau so ist es..
      Auto und Sofa werden bald langweilig.
      Nur wer vergibt Leasings für eine PV? Für Sofa und Auto problemlos erhältlich.🤔
    • Roman Loosli 07.05.2019 23:41
      Highlight Highlight Die blitzer hier sind gestöhrt...
    • DemonCore 08.05.2019 08:28
      Highlight Highlight Es gibt Leute für die zählt eben nur der Konsum. Die Vorstellung dass es im Leben noch andere Prioritäten geben könnte, verursacht fast physische Schmerzen.
    Weitere Antworten anzeigen

Mit diesen 22 Massnahmen wollen die Jungen Grünen das Klima retten

Apple & Co. sollen deklarieren, wie lange ein Handy hält: Die Jungen Grünen bringen 22 Massnahmen aufs Tapet, um die Treibhausgas-Emissionen in der Schweiz bis 2030 auf netto Null zu senken. Applaus gibt es von unerwarteter Seite.

In der Klimadebatte geht es diese Woche Schlag auf Schlag: Die FDP wagt den Tabubruch und will falls nötig mit Verboten das Klima retten. Am Freitag gehen erneut Tausende Schülerinnen und Aktivisten auf die Strasse, um am weltweiten Klimastreiktag Politik und Bevölkerung wachzurütteln. Das Ziel der Klimastreik-Bewegung: Netto-Null-Treibhausgasemissionen bis 2030 in der Schweiz. Der Bundesrat winkt ab. Er will bloss das für 2050 angepeilte Reduktionsziel überprüfen lassen, wie er am …

Artikel lesen
Link zum Artikel