Schweiz
Digital

Das gescheiterte Informatikprojekt «Insieme» kommt vor das Bundesstrafgericht

Das gescheiterte Informatikprojekt «Insieme» kommt vor das Bundesstrafgericht

25.08.2015, 21:2325.08.2015, 21:23

Das gescheiterte Informatikprojekt «Insieme» der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV) wird ab kommender Woche ein juristisches Nachspiel am Bundesstrafgericht in Bellinzona haben. Ein ehemaliger Beschaffungschef ist wegen ungetreuer Amtsführung angeklagt.

Auch Urkundenfälschung wird dem Mann zur Last gelegt. 2012 kam ans Licht, dass es beim Informatikprojekt «Insieme» zu Unregelmässigkeiten gekommen war – im Herbst gleichen Jahres zog Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf die Notbremse und stoppte es.

Im Visier der Anklage am Bundesstrafgericht ist in erster Linie der ehemalige Beschaffungschef von IT-Dienstleistungen in der Eidgenössischen Steuerverwaltung. Er muss sich laut Anklageschrift wegen mehrfacher ungetreuer Amtsführung und Urkundenfälschung verantworten.

Er soll zwei Zulieferfirmen für das Informatikprojekt «Insieme» einen «unrechtmässigen finanziellen Vorteil» in Höhe von 105'000 Franken verschafft haben. Zugleich wird ihm vorgeworfen, durch gefälschte «Checklisten» ein offizielles Ausschreibungsverfahren nur vorgetäuscht zu haben.

Restaurantbesuche und Hotels bezahlt

Ebenfalls auf der Anklagebank sitzen die Chefs der mutmasslich begünstigten Zulieferfirmen. Sie hatten den Beschaffungschef zwischen 2008 und 2012 zu Restaurantbesuchen und Hotelübernachtungen für über 5000 Franken eingeladen.

Unter anderem steht ein Eintrittsbillett für das Fussballmatch Bayern gegen Basel inklusive Übernachtung, Essen und Taxifahrten auf der übernommenen Spesenrechnung. Der Beschaffungschef hat dabei laut Anklageschrift ohne das Wissen und die Zustimmung seines Vorgesetzten gehandelt.

Den Unternehmenschefs wird mehrfache Vorteilsgewährung und mehrfaches Bestechen vorgeworfen. Sie sollen im Gegenzug für ihre Firmen Aufträge und Mandate für über 5.5 Millionen Franken erhalten haben. Der Prozess am Bundesstrafgericht beginnt am kommenden Dienstag. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1000 km Reichweite und Laden in 9 Minuten: Das ist der E-Auto-Akku gegen Reichweitenangst
BYD hat eine neue Batterie für Elektroautos vorgestellt. Die Blade-2.0-Zelle soll sich in neun Minuten von zehn auf 97 Prozent laden lassen – und nach Europa kommen.
Der weltgrösste Elektroautohersteller BYD hat eine neue Akku-Generation für Elektroautos vorgestellt. Gegenüber der ersten Blade-Batterie steigt die Energiedichte nur um 5 Prozent. BYD hat dafür die Ladeleistung deutlich erhöht. Die Blade-2.0-Batterie soll sich mit maximal 1500 kW in neun Minuten von zehn auf 97 Prozent laden lassen – ein Verfahren, das BYD «Flash-Laden» nennt. Von zehn auf 70 Prozent lädt der Akku in fünf Minuten, sofern eine entsprechend leistungsfähige Ladestation verfügbar ist.

Laut BYD-Chef Wang Chuanfu beseitige die Technik damit die letzten Schwächen von Elektroautos gegenüber Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor.
Zur Story