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Aufnahme von Reisenden in einem SBB-Zugwagen der 3. Klasse im Jahr 1940.
Aufnahme von Reisenden in einem SBB-Zugwagen der 3. Klasse im Jahr 1940.
Bild: SBB

Die «Holzklasse» stösst bei Bürgerlichen auf Anklang – die Linken sehen das ganz anders

12.03.2019, 04:0312.03.2019, 07:36

Eine Studie im Auftrag des Bundesamtes für Verkehr empfiehlt die Einführung einer 3. Klasse in Zügen. Dadurch sollen mehr Personen zu günstigeren Preisen transportiert werden können. Bei der SBB löst die Idee wenig Begeisterung aus – bei bürgerlichen Verkehrspolitikern hingegen schon.

Zustimmung bei Bürgerlichen

Einer davon ist Gregor Rutz, wie der «TagesAnzeiger» berichtet. Der Zürcher SVP-Nationalrat spricht von unzumutbaren Zuständen im ÖV. Er sagt, dass der Platz in Zügen wegen der Zuwanderung immer knapper werde.

Gregor Rutz,
Gregor Rutz,
Bild: KEYSTONE

Unterstützung erhält er vom Aargauer FDP-Nationalrat Thierry Burkart. Er findet, man solle den Vorschlag genauer prüfen. Allerdings befürchtet er, dass die Umsetzung sehr kostspielig sein könnte, da die Züge umgebaut werden müssten.

Mobility Pricing

Skeptisch gegenüber einer «Holzklasse» ist die Thurgauer SP-Nationalrätin Edith Graf-Litscher. Das heutige System habe sich bewährt und Sparbillette tragen heute schon zu einer flexiblen Preisgestaltung bei.

Edith Graf-Litscher
Edith Graf-Litscher
Bild: KEYSTONE

Auch Jürg Grossen, Präsident der Grünliberalen, lehnt eine 3. Klasse ab. Der Berner Nationalrat befürchtet, dass dadurch der Pendlerverkehr noch weiter zunehmen könnte. Allerdings befürwortet er Stehplätze im Nahverkehr.

Grossen fordert «intelligente Massnahmen zur Verkehrsvermeidung», wie der «TagesAnzeiger» berichtet. Dazu beitragen würde das Wohnen in der Nähe des Arbeitsplatzes. Zudem unterstützt er das sogenannte Mobility Pricing. Will heissen: Je nach Reisezeit sollen für die gleiche Strecke unterschiedliche Preise gelten.

Konkurrenz für SBB

Inwiefern das Bundesamt für Verkehr der von ihr aufgetragenen Studie Beachtung schenkt, ist nicht klar. Die Bundesbehörde liess lediglich verlauten, man habe die Ergebnisse der Untersuchung zur Kenntnis genommen.

Die Studie kommt jedenfalls zum Schluss, dass sich Schweizer Bahnbetriebe neu ausrichten müssen. Denn: Mit Carsharing, Uber und Fernbussen drängen neue Anbieter auf den Markt.

Auch wenn letztere sehr schwach ausgelastet sind und somit noch keine ernsthafte Konkurrenz darstellen, könnte sich schon bald ein neuer Anbieter in der Schweiz etablieren. Gemäss dem «TagesAnzeiger» möchte das österreichische Busunternehmen Dr. Richard hierzulande vier Strecken betreiben. Der Entscheid zur Konzession soll bald getroffen werden.

Neu ist die Idee der 3. Klasse allerdings nicht. Bei der Ostschweizer Eisenbahngesellschaft Thurbo AG können pro Reihe fünf Personen (2+3) Platz nehmen. Die SBB hat die dreiklassige Unterteilung in den 1960er Jahren abgeschafft. (vom)

Fliegen ist nicht immer am günstigsten:

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Selbstfahrende Shuttles auf öffentlichen Strassen in Zug:

Video: srf
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