DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Ab dem 6. Juni dürfen Erotikbetriebe wieder öffnen. Doch die Schutzvorkehrungen sind streng.
Ab dem 6. Juni dürfen Erotikbetriebe wieder öffnen. Doch die Schutzvorkehrungen sind streng.
bild: shutterstock

Erotikbetriebe: «Das Sammeln der Kontaktdaten wird Gäste abschrecken»

Ab dem 6. Juni dürfen Cabarets, Bordelle und Nightclubs wieder öffnen – wenn sie die Kontaktdaten der Gäste vermerken. Das werde bei den Gästen nicht gut ankommen, so der Tenor. Doch es ist eine andere Regelung, die die Betriebe harsch kritisieren.
28.05.2020, 16:4129.05.2020, 09:20

Nach der ersten Lockerungswelle am 11. Mai folgt in rund einer Woche am 6. Juni die zweite. Und wie bei den ersten Lockerungen mit dem Chaos bei Fitnesszentren, bleiben auch bei der zweiten einige Fragen offen.

So sind sportliche Tätigkeiten wie Boxen, Schwingen oder Paartanz weiterhin verboten. Erotikbetriebe und Sexarbeiterinnen dürfen hingegen wieder Gäste empfangen – unter strengen Auflagen. So müssen Gäste vor dem engem Körperkontakt ihre Namen und Nummern notieren und es gilt weiterhin die mitternächtliche Polizeistunde.

Das irritiert nicht nur die Betreiber von Cabarets und Bordellen, sondern auch Matthias Egger, Leiter der Covid-19-Taskforce des Bundes. In einem Interview mit SRF räumte Egger ein, dass er die Entscheidung des Bundes nicht ganz nachvollziehen könne. «Da besteht eine Diskrepanz zwischen dem Tanzunterricht und dem Erotiksalon. Das müsste man nochmals anschauen.»

Das Calypso im Zürcher Niederdorf.
Das Calypso im Zürcher Niederdorf.
bild: http://www.calypso-nightclub.ch/nightclub/galerie.html

Die Erotikbetriebe nutzen jedoch die Gunst der Stunde und planen die Wiedereröffnung auf den 6. Juni – trotz «massiver Einschränkungen», wie sie sagen. «Die Massnahmen sind ungastlich, am schlimmsten ist die Polizeistunde um 24 Uhr», sagt Andy Wyss, Betreiber des Cabaret «Red Ox» in Thun.

Obwohl in seinem Cabaret ein Animations- und Prostitutionsverbot herrsche, könne es schon vorkommen, dass die Gäste den Tänzerinnen zu nahe kommen, sagt Wyss. «Wir werden unsere Besucher auf die Abstandsregeln hinweisen. Wenn sie sich nicht daran halten, müssen wir ihre Kontaktdaten aufnehmen.» Davon werde die Kundschaft kaum begeistert sein, prophezeit Wyss.

>> Coronavirus: Alle News im Liveticker

Im Nightclub «Calypso» im Zürcher Niederdorf wählt man deutlichere Worte: «Das Kontaktdaten sammeln wird Gäste abschrecken», so Geschäftsführer Pierluigi Lionzo. Auch für ihn sind die Präsenzlisten jedoch nicht das, was am schwersten wiegt. «Es ist die verordnete Schliessung um 24 Uhr, die allen Bars und Nightclubs krass an die Substanz geht.»

«Es ist für mich unverständlich, warum die Sperrstunde nicht wenigstens bis 2 Uhr verlängert wird. Nach 24 Uhr stehen die Leute einfach draussen in grossen Gruppen rum und das ist ja genau nicht die Idee.»
Andy Wyss, Cabaret-Betreiber

Lionzo kritisiert, dass 24-Stunden-Shops weiterhin geöffnet bleiben dürfen und Alkohol verkaufen. «Wir hingegen müssen die Leute um 24 Uhr auf die Strasse stellen und es kommt zu einem unkontrollierten Menschenauflauf in den Gassen.» Er sei überzeugt, dass die Einhaltung der Schutzmassnahmen in seinem Lokal wesentlich besser gewährleistet werden könne, anstatt «draussen in der freien Wildbahn».

Auch Cabaret-Betreiber Wyss aus Thun schlägt in die gleiche Kerbe. «Es ist für mich unverständlich, warum die Sperrstunde nicht wenigstens bis 2 Uhr verlängert wird. Nach 24 Uhr stehen die Leute einfach draussen in grossen Gruppen rum und das ist ja genau nicht die Idee.»

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

12 Sätze, die garantiert niemand während der Quarantäne gesagt hat

1 / 14
12 Sätze, die garantiert niemand während der Quarantäne gesagt hat
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Tschüss «Mister Coronavirus»

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Wie ein 33-jähriger Winterthurer die Impfskeptiker mit ihren eigenen Waffen schlug

Mit einer einfachen Wordpress-Seite und einem von A bis Z erfundenen Artikel über den «Sputim-Krankheitsverlauf» brachte es der 33-jährige Sasha zu über hunderttausend Views von Impfskeptikerinnen. Wie er die Szene hinters Licht führte.

«Ein Secondo, der in die Sek B ging, hat es mit fünf Stutz geschafft, Tausende von Leuten einen absoluten Quatsch-Artikel unterzujubeln», erzählt «Sputim» auf dem gleichnamigen Kanal in einem seiner YouTube-Videos. Was danach folgt, ist eine Abrechnung – und die akribische Erzählung seines Vorgehens.

Sputim heisst eigentlich Sasha, ist 33 Jahre alt, in Winterthur aufgewachsen und auf YouTube kein unbeschriebenes Blatt. In den 00er Jahren verzückte der Secondo die Video-Community mit …

Artikel lesen
Link zum Artikel