Mit dem WM-Eröffnungsspiel hat Mexiko auch ein Zeichen an die USA gesandt
Drei Nationen sind Gastgeber der Fussball-Weltmeisterschaft 2026: Kanada, Mexiko und die USA. Die meisten Spiele finden in den elf Stadien in den USA statt, ab dem Viertelfinal wird nur noch in den Vereinigten Staaten gespielt. Dennoch ist spätestens nach dem Eröffnungsspiel klar: Das Herz dieser WM schlägt in Mexiko.
Das liegt nicht nur am legendären Aztekenstadion, das Franz Beckenbauer mal in einer Reihe mit dem Maracana und dem Wembley nannte und sagte: «Wer nie dort gespielt hat, hat nie Fussball gespielt.» Die USA mag grössere und modernere Stadien haben – aber das schönste Fussballstadion an dieser WM steht in Mexiko-Stadt.
Darüber hinaus wird Fussball in Mexiko geatmet, während die anderen beiden Gastgeber mit Football einen anderen Sport assoziieren und mit Fussball historisch gesehen nur wenig anfangen können. Das zeigte sich schon Stunden vor dem Spiel, als die Fans zu Tausenden in Richtung des Fussballtempels gepilgert sind. Viele Fans trugen dabei Sombreros, die sie im Stadion schon vor dem Spiel durch die Luft warfen. Ein wunderschönes Bild.
Así la afición en el #EstadioCiudadDeMéxico 🥳🏟️🇲🇽 pic.twitter.com/gmxyf3hzrl
— @elojopoblano (@elojopoblano23) June 11, 2026
Die riesige Euphorie sorgte dann schnell für einen weiteren Gänsehautmoment. Gemeinsam mit Sänger Alejandro Fernandez sangen fast alle der 80'824 Zuschauerinnen und Zuschauer im Aztekenstadion die mexikanische Hymne lautstark mit.
🇲🇽 Así se entonó el Himno Nacional de México en el Estadio Ciudad de México durante la inauguración de La Copa del Mundo. ⚽🏆
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#FIFAWorldcup pic.twitter.com/mBML3B8HYm
Damit zündeten sie auch ihr Team an, das stark loslegte und nach neun Minuten durch Julian Quiñones in Führung ging, woraufhin das altehrwürdige Stadion erneut zum Beben gebracht wurde.
In den vollen Fanzonen und bei den Public Viewings kochte die Stimmung nach dem frühen Führungstor ebenfalls über.
#FanáticosPlus | Así celebra la afición de México en el Fan Fest tras el gol de Julián Quiñones ⚽️🇲🇽🔥
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México 1 - Sudáfrica 0 pic.twitter.com/gKWpbAJ7jB
Dieses war gar über die Landesgrenzen hinaus zu hören. So versammelten sich auch in US-Städten Tausende Mexikanerinnen und Mexikaner, um das Spiel zu verfolgen.
Von der Tatsache, dass sie keine Tickets für das Spiel bekommen hatten – ob es daran lag, dass diese zu teuer oder andere Fans schlicht schneller waren –, liessen sich viele Fans ebenfalls nicht davon abhalten, zum Aztekenstadion zu kommen. Bei diesem historischen Moment wollten sie unbedingt so nahe wie möglich dabei sein. Erstmals seit 1986 findet eine WM in Mexiko statt, nach 1970 ist das wichtigste Fussballturnier zum dritten Mal dort zu Gast.
Aficionados festejan el triunfo de la Selección Mexicana en las inmediaciones del Estadio Ciudad de México, muchos de ellos no pudieron ingresar por el costo del boleto.
— Diario de México (@ddmexico) June 11, 2026
📹: @Sensemaya1 pic.twitter.com/T9jC2JGYnv
Und dass die 133 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner den verbindenden Geist der Weltmeisterschaft verstanden haben, zeigten sie ebenfalls schon beim Eröffnungsspiel. Mitten in Tausenden Mexiko-Fans schaute auch ein Südkoreaner mit, der wohl auf das Spiel seines Teams gegen Tschechien wartete. Dabei fand er eine Menge Freunde, die ihn hochleben liessen.
Es ist ein Bild, von dem sich auch einer von Mexikos Co-Gastgebern etwas abschauen kann. Eine WM sollte nämlich einen und nicht spalten.
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