DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Keine Big Macs, sondern Steaks: Das war Tag 1 des China-Staatsbesuchs bei Trump



Noch keine zwei Jahre ist es her, da sagte Trump, er würde sicher keine Staatsbankette für chinesische Politiker, «welche uns links und rechts über den Tisch ziehen», organisieren. «Bring sie zu McDonald's und danach wieder an den Verhandlungstisch.»

Doch das war im Wahlkampf. Nun sieht die Welt freilich etwas anders aus.

Für das erste Treffen mit dem chinesischen Amtskollegen wählte Trump nicht das Weisse Haus aus, sondern sein Privatanwesen Mar-a-Lago in Florida. Definitiv einige Klassen gehobener als eine durchschnittliche Mc-Filiale in den USA, wie die Fotos des Staatsdinners beweisen. Serviert wurden denn auch keine Big Macs, sondern Steaks, wie diverse US-Medien berichten. 

«Grossartiges Verhältnis»

Die Stimmung am Abend war denn auch gut: «Wir haben eine Freundschaft entwickelt», sagte Trump nach den ersten Unterredungen. Allerdings sei es noch nicht zu Ergebnissen gekommen. «Auf lange Sicht werden wir ein sehr grossartiges Verhältnis pflegen», betonte der US-Präsident. Fachgespräche sollen erst am Freitag folgen.

Schon vor dem Treffen hatte US-Aussenminister Rex Tillerson erklärt, China könne «Teil einer neuen Strategie» sein, um das nordkoreanische Atomprogramm zu bremsen. China solle seinen Einfluss auf Nordkorea geltend machen. Die Regierung des kommunistischen Landes hatte zuletzt mehrfach mit neuen Raketentests provoziert. Erst am Mittwoch war erneut eine ballistische Test-Rakete in Richtung offenes Meer abgefeuert worden. Das wurde vom UNO-Sicherheitsrat scharf verurteilt.

Chinas guter Wille

Trump äusserte auf dem Flug nach Florida die Erwartung, dass China seine Rolle in dem Konflikt ausbaut. Allerdings sind dies Forderungen, die auch die Obama-Administration bereits erfolglos erhoben hatte. Peking hatte vor kurzem mit dem Verzicht auf den Import nordkoreanischer Kohle guten Willen gezeigt.

Trump hatte vor kurzem mit der Ankündigung für Aufsehen gesorgt, die Krise in Nordkorea notfalls im Alleingang lösen zu wollen. Zu den Gesprächen mit Xi ist neben Aussenminister Tillerson auch Verteidigungsminister James Mattis angereist.

«Alle Optionen auf dem Tisch»

Bezüglich Nordkorea bekräftigte Trump in einem Telefonat mit Japans Ministerpräsidenten Abe, dass «alle Optionen auf dem Tisch liegen», wie Abes Büro in Tokio berichtete. Die USA würden sich und ihre Verbündeten mit allen militärischen Mitteln verteidigen.

China rief zu einer Deeskalation der Lage auf. Alle Parteien sollten sich zurücknehmen und «nichts unternehmen, um die gegenwärtige intensive Situation zu verschärfen», sagte Hua Chunying, Sprecherin des Pekinger Aussenministeriums. Als wichtigster Handelspartner Nordkoreas trägt China zwar alle UNO-Sanktionen mit, es befürchtet aber eine militärische Eskalation oder einen Kollaps des Nachbarn. Als Ergebnis könnten Flüchtlinge nach China strömen.

Trumps Bewährungsprobe

Neben Nordkoreas Atomprogramm sind Handelsstreitigkeiten zwischen den beiden grössten Volkswirtschaften der Welt das grosse Thema bei den Gesprächen der Staatschefs in Mar-a-Lago, Trumps Anwesen in Florida. Das Verhältnis zwischen den USA und China ist derzeit vor allem durch Trumps Kritik an Pekings Aussenhandelspolitik belastet. Die USA haben ein riesiges Defizit vor allem im Handel mit China. Sie werfen China, aber auch Deutschland «unfaire» Handelspraktiken zu Lasten der Amerikaner vor. Tillerson verwies auf konstruktive Beziehungen zwischen den USA und China, die aber auf beiden Seiten «fair» sein müssten.

In US-Medien war vor dem Treffen mit dem chinesischen Staatschef von einer grosser diplomatischen Bewährungsprobe Trumps die Rede. Der US-Präsident ist seit Mitte Januar im Amt. Mit der sich zuspitzenden Situation in Syrien muss der wenig erfahrene Aussenpolitiker Trump derzeit eine zweite akute Krise von weltweiter Brisanz bewältigen. (cma/sda/dpa)

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Kapstadt: Feuer zerstört Flächen des Tafelbergs

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Wie Trump seinen Wählern über 100 Millionen Dollar abzockte

Donald Trumps Wahlkampagne verleitete Unterstützer mittels vormarkierten Checkboxen dazu, nicht nur einmalig einen Betrag zu spenden, sondern jede Woche. Über 100 Millionen Dollar wurden so gegen den Willen von Spendern generiert.

Stacy Blatt, ein 63-Jähriger aus Kansas City, lag im September letzten Jahres im Spital wegen seiner Krebserkrankung, als er sich entschied, Donald Trump 500 Dollar zu spenden. Weniger als 30 Tage später wurde sein Konto gesperrt. Als er sich nach dem Grund erkundigte, fand er heraus: Die Trump-Kampagne hatte ihm in knapp einem Monat 3000 Dollar verrechnet. Blatt, der von weniger als 1000 Dollar im Monat lebte, war pleite.

So wie Stacy Blatt erging es letztes Jahr hunderttausenden Unterstützern …

Artikel lesen
Link zum Artikel