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Timo Meier führt eine starke Gruppe von Schweizer Spielern in der NHL an.
Timo Meier führt eine starke Gruppe von Schweizer Spielern in der NHL an.Bild: keystone

Die NHL-Schweizer sind auf Kurs zur besten Saison der Geschichte – das sind die Gründe

Noch ist die Hälfte der Regular Season in der NHL nicht erreicht, doch bis jetzt lässt sich sagen: Die Schweizer Söldner in Übersee waren noch nie besser. Das sind die Gründe.
04.01.2022, 12:0304.01.2022, 12:47

Timo Meier skort über einen Punkt pro Spiel. Roman Josi spielt besser als in seiner Norris-Trophy-Saison. Nico Hischier findet zurück zu seiner alten Form. Schon ein erster schneller Blick deutet darauf hin: So gut wie jetzt sind die NHL-Schweizer noch nie zuvor gewesen.

Die obige Grafik ist natürlich etwas irreführend: Sie zeigt nur das Total der Punkte an. Deshalb sehen die aktuelle Saison sowie die zwei vorherigen, die aufgrund der Coronavirus-Pandemie verkürzt waren, natürlich schlechter aus. Es wurden schlicht weniger Spiele absolviert, womit weniger Chancen bestanden, zu skoren.

Wenn man die erzielten Tore und gesammelten Assists ins Verhältnis setzt zu den Spielen, die die NHL-Schweizer in der jeweiligen Saison absolviert haben, wird definitiv klar: So gut unterwegs wie in der laufenden Spielzeit waren Roman Josi und Co. noch nie.

Zum ersten Mal skoren die Schweizer durchschnittlich mehr als 0,6 Punkte pro Spiel. Die einzige andere Saison, in der die Spieler in ähnliche Sphären vordrangen, war 2014/15. Damals angeführt von Roman Josi und Mark Streit, die beide mehr als 50 Punkte sammelten.

Doch wo liegen in der aktuellen Saison die Gründe für den Höhenflug der Schweizer?

Timo Meiers Höhenflug

Der Schweizer Stürmer mit dem grössten Punktepotenzial in der NHL war immer Timo Meier. Der Powerstürmer hatte dies 2018/19 angedeutet, als er in 78 Spielen 66 Skorerpunkte sammelte und den Punkterekord von Mark Streit brach.

Doch statt einer weiterführenden Entwicklung folgte beim Appenzeller im Jahr darauf eine Stagnation und dann gar ein heftiger Einbruch. In einem schwachen Sharks-Team, in dem er hätte Leistung bringen sollen, wurde Meier plötzlich scharf kritisiert. Die Zeichen standen zwischenzeitlich gar auf Abschied.

Timo Meier im Gespräch mit MySports.Video: YouTube/MySports

Doch diese Saison zeigt der Flügel, was eigentlich in ihm steckt. Nach 28 Spielen hat er 13 Tore und 21 Assists auf dem Konto – eine Pace von 1,2 Punkten pro Spiel. Damit zieht er den Schweizer Schnitt natürlich in die Höhe.

Einer der wichtigsten Gründe für den Höhenflug ist das Vertrauen. Meier hat sich im Sommer mit dem Trainerteam ausgesprochen und sowohl seine Situation als auch sein Spiel analysiert, womit wieder gegenseitiges Vertrauen aufgebaut werden konnte. Er weiss, was die Coaches von ihm erwarten, und er kann dies auch genau so umsetzen. Und die guten Nachrichten für Schweizer NHL-Fans: Meiers Leistungen kommen nicht von ungefähr. Er spielt tatsächlich so gut, wie es die Skorerpunkte sagen. In der Sharks-Offensive läuft fast alles über den Ostschweizer. Ein massiver Einbruch ist nicht zu befürchten.

Wichtige Rollen

Weiter ist es so, dass die Schweizer in der NHL noch nie durchgehend derart wichtige Rollen eingenommen haben. Timo Meier ist – wie wir bereits ausgeführt haben – der wichtigste Stürmer der Sharks.

Roman Josi und Nico Hischier sind Captain ihrer Teams und gerade Hischier hat unlängst seine Form wieder gefunden. Kevin Fiala ist – zumindest im Moment noch – ein wichtiger Baustein bei den Minnesota Wild. Pius Suter ist eine feste Grösse in Detroits zweiter Linie. Jonas Siegenthaler spielt bei New Jersey mehr als 20 Minuten pro Nacht. Und auch Nino Niederreiter hat sich bei den Hurricanes im Lineup nach vorne und zurück in die Herzen der Fans gespielt.

Das ist natürlich eine andere Ausgangslage als etwa in der Saison 2016/17, wo Spieler wie Sven Andrighetto, Luca Sbisa, Denis Malgin oder aber auch Timo Meier und Kevin Fiala nur oder noch Nebenrollen spielten. Eine wichtigere Position innerhalb der Mannschaft ist mit mehr Eiszeit und so schlicht und einfach auch mit mehr Chancen zu skoren verbunden.

Mehr Stürmer

Was bei der Produktivität der Schweizer NHL-Söldner natürlich auch eine grosse Rolle spielt, ist die Position der Spieler. Heute sind acht von bislang zwölf eingesetzten NHL-Schweizern Stürmer. 2015/16 waren noch mehr als die Hälfte der in Nordamerika tätigen Schweizer Eishockeyspieler Verteidiger oder Torhüter.

2014: Als die NHL-Schweizer hauptsächlich Torhüter und Verteidiger waren.
2014: Als die NHL-Schweizer hauptsächlich Torhüter und Verteidiger waren.Bild: PHOTOPRESS

Geht es so weiter?

Noch ist nicht einmal die Hälfte der NHL-Saison gespielt, doch es spricht eigentlich nichts dagegen, dass das Hoch der Schweizer Söldner weitergeht. Wie wir bereits aufgezeigt haben, ist das Niveau und die Wichtigkeit der Schweizer Stürmer in den letzten Jahren stark gestiegen.

Auch wenn bei Timo Meier oder Roman Josi einmal ein zwischenzeitlicher Leistungseinbruch folgen sollte, könnte die Gesamtbilanz das verkraften. Denn andere Spieler spielten bislang eher unter den Erwartungen: Nico Hischier hat erst in den letzten fünf Spielen (3 Tore, 3 Assists) so richtig Schwung aufgenommen. Kevin Fiala hat in den letzten zwei Spielen zwar drei Tore erzielt, ist aber immer noch rund vier Tore vom Total entfernt, das bei ihm aufgrund seiner Chancen zu erwarten gewesen wäre.

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15 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Pana
04.01.2022 13:19registriert Juni 2015
Ja das hätte ein einmaliges Olympia Turnier werden können. Schade eigentlich, aus sportlicher Sicht.
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Daniel81
04.01.2022 12:58registriert Juni 2021
Ich habe das Gefühl das allgemein mehr Punkte gemacht werden.
Ist das nur ein Gefühl oder kann man statistisch belegen?
Ein Ove z.b. hat sein bester Saisonstart (Punktemässig)seit Karrierebeginn.
Mich würde das echt interessieren ob nicht allgemein mehr Tore/Punkte fallen als in der Norm.
Hat da jemand Statistiken?
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