Schweiz
Arbeitswelt

Arbeiten auf der Alp: Kaum mit Leben im Tal vereinbar

Personalmangel auf der Alp: Arbeit kaum mit Leben im Tal vereinbar

20.04.2026, 16:2620.04.2026, 16:26

Nicht nur die Arbeit auf der Alp stellt eine Herausforderung dar, auch die Vereinbarkeit mit dem Leben im Tal ist schwierig. Das geht aus einer Studie der Berner Fachhochschule hervor, die dem zunehmenden Personalmangel auf Schweizer Alpen auf den Grund ging.

«Wer mehrere Monate im Jahr auf der Alp arbeitet, muss für den Rest des Jahres tragfähige Lösungen finden – beruflich wie privat», wird Mitautorin Sandra Contzen in einer Mitteilung vom Montag zitiert. Mit zunehmender Lebensverantwortung werde diese hybride Lebensform immer schwieriger, kam die Studie der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften zum Schluss.

Entscheidend für die Rückkehr auf die Alp seien aber auch die dortigen Bedingungen. Dazu zählten die Anstellungsbedingungen, die Arbeitsorganisation und das Personalmanagement. Wichtig seien den Angestellten – neben angemessenen Löhnen – Wertschätzung, Planungssicherheit, transparente Kommunikation und eine professionelle Führung.

Mehr Anerkennung für Kompetenzen

Häufige Personalwechsel führten zu einem Wissensverlust – was wiederum die nachhaltige Bewirtschaftung erschwere. Die Studie schlägt deshalb Massnahmen vor. Dazu gehören eine bessere Anerkennung der auf der Alp erworbenen Kompetenzen sowie Weiterbildungen für Alpverantwortliche in der Personalführung.

Jedes Jahr bewirtschaften rund 17'000 Älplerinnen und Älpler etwa 6500 Sömmerungsbetriebe, wie die Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften der Berner Fachhochschule weiter schrieb. Zunehmend sei es aber schwierig, Personal zu finden, insbesondere für qualifizierte Tätigkeiten in der Tierhaltung und Käseproduktion.

Die Studie wurde gemeinsam mit dem Schweizerischen Alpwirtschaftlichen Verband durchgeführt. Grundlage bildete unter anderem eine Umfrage unter dem Alppersonal mit 360 Teilnehmenden. (sda)

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50 Kommentare
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Neruda
20.04.2026 17:33registriert September 2016
Wenn man so auf der Stellenbörse von zalp rumsurft, sieht man schnell, dass nicht mal ein Fünfte der Arbeitgebern den Älplern den Richtlohn zahlen wollen. Und schon der ist nicht wirklich gut für die Schweiz.

Für mich hat das auch mit Wertschätzung zu tun. Wer nicht mal bereit ist einen Minimallohn, der auch von Bauernvertreter mitausgehandelt wurde, zu zahlen, für den will ich nicht wirklich arbeiten.

Klar ist es auch für die Bauern nicht einfach. Aber wenn sie offenbar für die Gesellschaft auch keinen Wert mehr hat, dann gehen solche Tätigkeiten halt verloren.
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susika
20.04.2026 20:37registriert März 2022
die Antwort wäre mehr Lohn zu bezahlen, aber woher soll den das Geld kommen? Ist ja nicht so, dass Alpwirtschaft viel Geld abwerfen würde.
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