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Infantino auf Blatters Spuren? Enthüllungen werfen FIFA-Chef Einflussnahme vor

Infantino auf Blatters Spuren? Enthüllungen werfen FIFA-Chef Einflussnahme vor

02.11.2018, 20:5503.11.2018, 09:36
FILE - In this April 12, 2018 file photo, FIFA President Gianni Infantino participates in the annual conference of the South American Football Confederation, CONMEBOL, in Buenos Aires, Argentina. Infa ...
Neue Enthüllungen bringen FIFA-Präsidenten Gianni Infantino in Bedrängnis.Bild: AP/AP

FIFA-Präsident Gianni Infantino soll einem Medienbericht zufolge Einfluss auf den neuen Ethik-Code des Weltverbandes FIFA genommen haben.

Die Informationen stammen von der Enthüllungsplattform «Football Leaks», die auch Pläne für eine neue europäische «Super League» offen legte. 

Eingriff in Richtlinien

Der Schweizer FIFA-Präsident habe Korrekturvorschläge für die überarbeiteten Richtlinien der unabhängigen Ethikkommission gemacht, berichtete nebst anderen europäischen Print-Produkten auch die Schweizer «TA Media» mit Bezug auf interne Dokumente.

So habe Infantino als Antwort auf einen Entwurf von Vassilios Skouris, Vorsitzender der rechtssprechenden FIFA-Ethikkomission, diesem mit mehreren Hinweisen geantwortet. Dabei sollten Voruntersuchungen gegen Funktionäre nur auf Weisung der vorsitzenden Person der Ermittlungskammer durchgeführt werden können.

FIFA

Der entsprechende Passus wurde im neuen Ethikcode geändert, zuvor konnte das Sekretariat der Untersuchungskommission selbst Voruntersuchungen starten. Formal ist die Ethikkommission ein komplett unabhängiges Gremium; sie sperrte in der Vergangenheit unter anderen Infantinos Vorgänger Joseph Blatter.

Die FIFA teilte dem Magazin mit, dass es «völlig unplausibel» sei, dass sich Skouris zu einem Entscheid gegen seinen Willen hatte drängen lassen. Der neue Ethikcode war am 10. Juni vom Council des Weltverbands verabschiedet worden. Dabei taucht unter anderem Korruption nicht mehr explizit als Vergehen auf.

Kritik an Besetzung

Die Streichung des Begriffes verteidigte der Weltverband in der Vergangenheit damit, dass dies keinen massgeblichen Einfluss auf die tatsächlichen Verstösse, die verfolgt werden, habe.

Die Neubesetzung der beiden Ethikkammern mit der Kolumbianerin María Claudia Rojas als Chef-Ermittlerin und Skouris im Mai 2017 hatte international für Kritik gesorgt.

Die Dokumente, die dem «Spiegel» von der Enthüllungs-Plattform «Football Leaks» zur Verfügung gestellt wurden, teilte das Magazin mit dem internationalen Rechercheverbund European Investigative Collaborations (EIC) und drei weiteren Partnern. (wst/sda/afp/dpa)

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