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Gewitter, Hagel und Sturmböen überziehen die Schweiz von Westen her

30.07.2021, 23:02

Schwere Gewitter mit Starkregen und örtlichem Hagel sind am Freitagnachmittag aus Frankreich herkommend zuerst über den Jura und später über die Zentralschweiz sowie Graubünden gezogen. Orkanböen und tausende Blitze begleiteten die neuen Unwetter, lokal fielen vielerorts grosse Regenmengen in kurzer Zeit.

Auf dem Chasseral im Jura wurden am frühen Nachmittag Orkanböen von bis zu 117 Kilometern pro Stunde gemessen. In Delsberg schüttete es heftig: dort gingen innerhalb von 20 Minuten 20 Liter Regen pro Quadratmeter nieder. Auch Hagel ging m Jura nieder, wie SRF Meteo mitteilte.

In Delsberg stürmte es zusätzlich zum Starkregen mit Böenspitzen von bis zu 106 Kilometern pro Stunde heftig. Auf eine grosse Regenmenge kam auch Breitenbach im Kanton Solothurn mit 20 Litern in ebenso vielen Minuten.

Gewitterzelle in der Innerschweiz

In der Mitte des Nachmittags entwickelte sich laut SRF Meteo eine weitere Gewitterzelle in der Thunerseeregion. Sie zog Richtung Brünig weiter, dann nach Engelberg im Kanton Obwalden, ins Reusstal bei Altdorf, ins Glarnerland und verlor dann über dem St. Galler Rheintal an Energie. Bei der Überquerung des Reusstals wurde in Altdorf im Kanton Uri eine Böe mit 85 Kilometern pro Stunde gemessen.

Wegen Steinschlages wurde die Axenstrasse am Vierwaldstättersee am Freitag bis auf Weiteres gesperrt. Verletzt wurde laut Polizei niemand.

In Bettingen im Kanton Basel-Stadt fielen nach Angaben des Wetterdienstes Meteocentrale bei einem Wolkenbruch am späten Nachmittag innerhalb von zehn Minuten 17,4 Millimeter Regen, worauf sich auf den Strassen reissende Bäche bildeten.

Bis 22.00 Uhr zählte der Wetterdienst Meteonews in der ganzen Schweiz fast 34'000 Blitze, wie es auf Twitter hiess.

Gewitterzellen und Unwetterwarnung

Weil in den Höhen ein kräftiger Südwestwind wehte, zogen die Gewitterzellen aber rasch weiter. Sie brachten starke Böen, intensiven Regen und Hagelschlag. Starkregen fällt unter solchen Umständen aber nicht während Stunden auf einen Ort, so dass sich nach Angaben von SRF Meteo die Hochwassergefahr entschärft.

Für den Abend und bis in die Nacht hinein rechneten die Meteorologen mit weiteren kräftigen Gewittern. Für Graubünden beispielsweise gab der Wetterdienst Meteocentrale ab 18.05 Uhr eine einstündige Unwetterwarnung der Stufe Rot aus, zu erwarten seien Hagel, Starkregen und schwere Sturmböen vom Gebiet Ladir aus in östlicher Richtung.

Die Wetterlage präsentierte sich ähnlich wie am vergangenen Wochenende und am Montag. Damals richteten die Gewitter beträchtliche Schäden an und überschwemmten Keller, Strassen und Bahntrassees.

Triefnasser «Ferdinand»

Der Bund hatte für den Freitagnachmittag vor Unwettern der zweithöchsten Gefahrenstufe 3 gewarnt. Davon betroffen seien alle Landesteile mit Ausnahme des Tessins und von Teilen Graubündens.

Das Tief «Ferdinand» zeichnet für die grossen Niederschlagsmengen verantwortlich, wie Meteoschweiz, das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie, schrieb.

Am Samstag soll sich das Wetter tagsüber beruhigen. Bereits für den Abend und für den Sonntag sind aber weitere grosse Regenmengen absehbar. SRF Meteo geht in dieser Zeit aufgrund aktueller Wettermodelle von Mengen zwischen 30 und 50 Litern pro Quadratmeter aus. Stellenweise sind innerhalb von 24 Stunden 80 Liter möglich, im Süden sogar 100. Und ein stabiles Sommerhoch ist nicht in Sicht. (bal/sda)

(mlu)

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