DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Bundesrat bewilligt Cannabis-Pilotversuche ab Mai

31.03.2021, 11:47
Bild: keystone

Ab Mitte Mai können private oder öffentliche Organisationen ein Gesuch für einen Pilotversuch zur Abgabe von Cannabis einreichen. Das Ziel ist es, mehr über die Vor- und Nachteile eines kontrollierten Zugangs zu Cannabis zu erfahren.

Der Bundesrat bewilligte an seiner Sitzung vom Mittwoch die entsprechende Verordnung. Mit den Versuchen sollen unter anderem die Konsequenzen auf die Gesundheit der Nutzerinnen und Nutzer und deren Konsumgewohnheiten in einem wissenschaftlichen Rahmen geprüft werden, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) schrieb.

Auch die Auswirkungen auf den illegalen Drogenmarkt, auf den Jugendschutz und auf die öffentliche Sicherheit würden gemessen und dokumentiert. Die Lieferketten vom Saatgut bis zum Verkauf würden streng überwacht.

Der angebotene Cannabis müsse dabei hohe Qualitätsstandards erfüllen und aus biologischem Anbau stammen. Für den Anbau und die Herstellung der Cannabisprodukte ist eine Ausnahmebewilligung des BAG nötig.

Nur für Cannabis-Konsumentinnen

Um an den Pilotversuche mitzumachen, müssen die Kandidatinnen und Kandidaten volljährig sein und zum Beispiel mittels eines Haartests nachweisen, dass sie bereits Cannabis konsumieren. Sie müssen ausserdem in dem Kanton wohnhaft sein, in dem der Pilotversuch stattfindet. Mehr als 5000 Personen Teilnehmende pro Versuch sind nicht erlaubt.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer müssen das abgegebene Cannabis selber kaufen. Sie können nur eine beschränkte Menge von Cannabis-Produkten pro Monat erwerben, der Weiterverkauf ist verboten. Der Preis der Produkte soll vom Wirkstoffgehalt (THC) abhängig sein.

Die Pilotversuche können von privaten oder öffentlichen Organisationen wie Universitäten, Gemeinden, Kantonen, Verbänden oder Stiftungen durchgeführt werden. Dabei muss jedoch immer ein «anerkanntes Forschungsinstitut» beteiligt sein. Die Dauer des Pilotversuchs müsse wissenschaftlich begründet sein und dürfe höchstens fünf Jahre betragen.

In Apotheken oder Fachgeschäften

Auch die Verkaufsstellen müssen von den Gemeindebehörden genehmigt werden. Gemäss BAG können das zum Beispiel Apotheken, Fachgeschäfte oder «Cannabis Social Clubs» sein. Sie müssen dafür qualifizierte und für den Verkauf geschulte Mitarbeitende einstellen.

Cannabis ist in der Schweiz seit 1951 als verbotenes Betäubungsmittel eingestuft. Es darf grundsätzlich weder angebaut, hergestellt noch verkauft werden. 1975 wurde auch der Konsum unter Strafe gestellt. Doch trotz dieses Verbots sei der Konsum hoch, der Schwarzmarkt blühe, und die Sicherheit der Konsumierenden sei nicht gewährleistet, schreibt das BAG auf seiner Webseite.

«Angesichts dieser unbefriedigenden Situation» hatte das Parlament in der Herbstsession eine Änderung des Betäubungsmittelgesetzes verabschiedet. Damit sind für eine beschränkte Dauer von zehn Jahren Pilotversuche zugelassen.

Gemäss BAG geht es dabei nicht nur um die Frage, ob ein Verbot besser wäre als eine legale Regelung. Es gelte auch zu klären, welche legale Regelung eine Alternative zum Verbot wäre. Die Pilotversuche griffen künftigen politischen Entscheiden aber in keiner Weise vor. (aeg/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Zum Internationalen Marihuana-Tag: Das sind die schönsten Joints der Welt

1 / 14
Zum Internationalen Marihuana-Tag: Das sind die schönsten Joints der Welt
quelle: epa/efe / luis eduardo noriega
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Kiffen bildet – auch wenns nur die andern sind

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

67 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Nik G.
31.03.2021 12:33registriert Januar 2017
Und der Schwarzmarkt wird weiter mit Hochpotenten künstlich THC geflutet. In Kanada funktioniert es seit ein paar Jahren und wir führen ein Pilotprojekt für 10 Jahre aus?! In Toronto konnte ich in einen Laden gehen, mich professionell beraten lassen und kriegte was ich mir wünschte mit der dazugehörigen Anwendung. Es war THC Öl 15% sehr guter Qualität und ich wusste genau wie dosieren.
26812
Melden
Zum Kommentar
avatar
nichtMc
31.03.2021 13:02registriert Juli 2019
Das ist logisch, 10 Jahre Feldforschung sind dringend notwendig. Wir Schweizer sind halt so einzigartig, dass eine Vergleichsstudie mit Ländern, die heute bereits den Verkauf erlauben, keine relevanten Ergebnisse liefern würde... 🙄

Interessant finde ich auch die geforderten Qualifikationen des Verkaufspersonals. Reicht es ein kiffender Migros-Verkäufer zu sein oder muss man Apotheker sein?
2587
Melden
Zum Kommentar
avatar
Dave1974
31.03.2021 12:51registriert April 2020
Kiffe nicht, aber ich würde einfach gerne wieder ein, zwei Pflänzchen auf dem Balkon ziehen können, ohne dass ich gleich mit einer Verwarnung der Verwaltung oder gar mit unangenehmen Besuch rechnen müsste.
Und das bitte noch in diesem Leben.

Ist doch einfach eine wunderschöne und vorallem auch extrem nützliche Pflanze.
19317
Melden
Zum Kommentar
67
Kantone sind für allfällige neue Corona-Massnahmen zuständig

Falls die Corona-Zahlen im Herbst wieder rasch zunehmen sollten, ist nicht mehr der Bund, sondern sind die Kantone zuständig dafür, allfällige Massnahmen anzuordnen und untereinander zu koordinieren. Der Bundesrat hält trotz Kritik an diesem Grundsatzentscheid fest.

Zur Story