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Mattia will anonym bleiben. (Symbolbild) bild: shuttertsock

Italiens «Patient 1» ist genesen – jetzt hat er eine Nachricht an alle Landsleute



Für ganz Italien, das um sein Leben gezittert hat, ist er der «Patient 1». Für die Sanitäter des Krankenhauses von Pavia, die ihn über einen Monat lang behandelt haben, ist er einfach Mattia. Der erste mit dem Coronavirus infizierte Italiener ist genesen und hat das Spital verlassen, in dem er über 30 Tage lag. «Das Schönste ist, wieder frei atmen zu können», berichtete der Lombarde.

Die Nachricht, dass der 38-jährige Manager des Konzerns Unilever als erster Italiener an Covid-19 erkrankt war, erschütterte das Land am 20. Februar wie ein Erdbeben. Seitdem ist die Epidemie in Italien ausgebrochen und hat schon mehr als 6000 Menschenleben gekostet.

Mattia, dessen Zustand von den Ärzten als kritisch bezeichnet worden war, hatte sich wahrscheinlich im Krankenhaus der lombardischen Stadt Codogno angesteckt. Er war mit seiner im achten Monat schwangeren Frau ins Spital eingeliefert worden, die inzwischen genesen ist. Mattia konnte nun am Montag wieder nach Hause zurückkehren. In wenigen Tagen wird er Vater eines Mädchens.

«Das Schönste? Der Moment, in dem ich wieder zu atmen begann.»

Mattia

Doch ein vollkommenes «Happy End» hat die Geschichte nicht. Sein 62-jähriger Vater Moreno zählt zu den zehn Coronavirus-Todesopfern in der lombardischen Gemeinde Castiglione d'Adda, die am 21. Februar zur Sperrzone erklärt worden ist. Und er zählt auch zu den inzwischen 6820 Todesopfern, die Italien wegen der Covid-19-Epidemie bisher beklagt.

Gemeinde unter Quarantäne

Ein Freund, mit dem Mattia Fussball spielte, mehrere Stammgäste eines Lokals, das der Familie des Freundes gehört, sowie Ärzte und Patienten des Krankenhauses von Codogno hatten sich bei dem «Patienten 1» angesteckt.

Wer das Virus eingeschleppt hat, ist weiterhin unklar. Die ganze Gemeinde Codogno musste, wie andere neun Kommunen der lombardischen Provinz Lodi, unter strenge Quarantäne gestellt werden. Inzwischen wurde ganz Italien zur Sperrzone erklärt.

18 Tage lang befand sich Mattia zwischen Leben und Tod auf der Intensivstation des Krankenhauses «San Matteo» in der lombardischen Stadt Pavia. Die Sanitäter kämpften verbissen um sein Leben. In einer Audiobotschaft an den Präsidenten der Lombardei, Attilio Fontana, dankte Mattia für die exzellente Behandlung.

Grippe und Covid-19 im Vergleich

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Grippe und Covid-19 im Vergleich
quelle: epa / alex plavevski
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Von Aussenwelt abgeschnitten

«Seit wenigen Tagen bin ich wieder mit der Aussenwelt in Kontakt und kann das Schönste und Einfachste tun, das es überhaupt gibt: atmen», sagte der Manager. Seine Nachricht an alle Italiener: Bleibt zuhause! «Vorbeugung ist unerlässlich, man kann nie wissen, wer ansteckend ist», sagte er. Quarantäne bedeute, sich eine Zeit lang von Angehörigen und Freunden zu trennen, doch dieses Opfer sei absolut notwendig.

«Es ist wichtig, dass wir alle zu Hause bleiben. Wenn ich jetzt schwer erkranken würde, könnte ich vielleicht nicht mehr gerettet werden.»

Mattia

«Ich habe Glück gehabt, weil ich behandelt werden konnte. Es könnte aber sein, dass bald keine Ärzte, Sanitäter und Mittel zur Lebensrettung mehr zur Verfügung stehen», sagte Mattia. Wegen der Epidemie sind inzwischen die Plätze auf den Intensivstationen äusserst knapp geworden. Der Mann dankte aus ganzem Herzen den Sanitätern, die «es mir erlaubt haben, zu neuem Leben zu erwachen».

Gegenüber der Zeitung «La Reppublica» schilderte Mattia den Moment, als er nach fast drei Wochen im künstlichen Koma aufwachte: «Überall waren Menschen, die wie Astronauten aussahen. Ich wusste nicht, wo ich mich befand und was mit mir geschehen war.»

Laut Raffaele Bruno, Direktor der Abteilung für Infektionskrankheiten des Krankenhauses San Matteo in Pavia, wird er wieder ein normales Leben führen können.

«Mattia wurde in äusserst kritischem Zustand auf unserer Intensivstation eingeliefert. Zum Glück ist er ein junger, sportlicher Mann, der von keinen anderen Krankheiten belastet war. Vom menschlichen Standpunkt her habe ich aus diesem Fall etwas Wichtiges gelernt: Ein normales Leben führen zu können, ist ein Privileg», sagte der Arzt. (cma/sda/apa)

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