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In Italien bereits Alltag: Seit dem 5. März sind wegen des Coronavirus alle Schulen geschlossen.
In Italien bereits Alltag: Seit dem 5. März sind wegen des Coronavirus alle Schulen geschlossen.
Bild: AP

Schweizweit schliessen die Schulen – was jetzt passiert

In der ganzen Schweiz schliessen die obligatorischen Schulen. Was jetzt auf uns zukommt.
13.03.2020, 05:1713.03.2020, 15:57

Seit dem 5. März sind in Italien alle Schulen geschlossen. Auch in der Schweiz müssen alle Schulen ab sofort geschlossen werden. Was das bedeutet:

Unterricht auf Sparflamme

Bei einer Schliessung müsse man über Möglichkeiten diskutieren, wie der Schulbetrieb auf Sparflamme weitergeführt werden könne. Der gesamte Unterricht könne sicherlich nicht nach Hause verlagert werden. «Je älter die Schüler aber sind, desto mehr Alternativen gibt es. Die Lehrerinnen und Lehrer könnten zum Beispiel einen Arbeitsplan für die Schüler vorbereiten, dem sie von zu Hause aus folgen können», so Rösler. Auch digital gäbe es einige Möglichkeiten. «Da kommt es aber auch auf die Schulen an. Nicht alle sind digital bereits so gut ausgerüstet.»

Lehrpersonen in der Risikogruppe

Ein anderes Thema beschäftigt die Zentralpräsidentin aber zusätzlich: «Wir haben einige Lehrer, die zur Risikogruppe gehören, das wurde meiner Meinung nach noch viel zu wenig beachtet», sagt Rösler. Auch hier müsse man über Lösungen nachdenken, um die betroffenen Lehrerinnen und Lehrer zu schützen.

Kulanz bei Kinderbetreuung

Von den Schulschliessungen betroffen sind aber nicht nur die Kindern, sondern auch deren Eltern. Viele müssen sich dann um eine kurzfristige Betreuungsmöglichkeit kümmern.

Laut der Arbeitsrechtsspezialistin Michèle Stutz hat dies auch Auswirkungen auf die Arbeitgeber der berufstätigen Eltern. Denn diese müssen ihren Mitarbeitenden die Möglichkeit zur Kinderbetreuung gewähren, wenn denn keine Betreuungsmöglichkeit organisiert werden könne. «Und dies, ohne dass sie sich Ferientage anrechnen lassen müssen», so Stutz.

«Normalerweise wird erwartet, dass nach dem dritten Tag eine anderweitige Betreuung organisiert worden ist.» Im aktuellen Fall sei es jedoch möglich, dass die Gerichte kulanter wären. «Häufig übernehmen die Grosseltern in so einem Fall den Hütedienst. Viele davon gehören aber zur vom Bund benannten Risikogruppe», so Stutz.

Unternehmen warten ab

Fragt man bei den Schweizer Unternehmen nach dem konkreten Vorgehen, geben sich die meisten zugeknöpft. Bei Swisscom heisst es auf Anfrage, dass «Mitarbeitende bis drei Tage, unter Umständen auch länger, von der Arbeit fern bleiben dürfen.» Eine von der Swisscom organisierte Kinderbetreuung in kleinen Gruppen sei derzeit nicht geplant.

Auch bei der Schweizerischen Post hält man sich mit einer konkreten Antwort zurück. «Es handelt sich um spekulative Frage, auf die wir leider zum jetzigen Zeitpunkt keine verbindliche Antwort geben können», so ein Sprecher.

Bei Novartis erhielten berufstätige Eltern bis zu drei Wochen lang den vollen Lohn, auch wenn sie sich um die Betreuung der Kinder kümmern müssten.
Bei Novartis erhielten berufstätige Eltern bis zu drei Wochen lang den vollen Lohn, auch wenn sie sich um die Betreuung der Kinder kümmern müssten.
Bild: KEYSTONE

Die Detailhändler Migros und Coop warten mit einer konkreten Antwort ebenfalls zu. Gegenüber der NZZ sagten sie gestern, dass man bei Bedarf mit den Beschäftigten das Gespräch suchen und sich um eine «individuelle Lösung» bemühen würde.

Novartis hat einen Plan

Der Pharmakonzern Novartis hat die möglichen Folgen einer Schulschliessung schon eingehender diskutiert. Bei einer unverschuldeten Arbeitsverhinderung, wie es hier der Fall wäre, erhielten die Mitarbeitenden von Novartis den Lohn bis zur Wiedereröffnung der Schule bzw. längstens für drei Wochen den Lohn zu 100 Prozent weiter, wie die NZZ schreibt.

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quelle: epa / massimo percossi
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