Coronavirus
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epa08340568 The physician Florence Joye takes a swab from a colleague, who was exposed to a family member who tested positive to coronavirus, during a media presentation of the safety checks, in her office at the Chene Medical Centre during the coronavirus disease (COVID-19) outbreak in Thierrens, Switzerland, 03 April 2020.  EPA/DENIS BALIBOUSE / POOL

Nur wer positiv getestet wird, erscheint als bestätigter Fall in der Statistik. Für die PCR-Tests, die das Erbgut des neuartigen Coronavirus direkt nachweisen können, ist kein Blut notwendig. Bild: EPA

Coronavirus: Wie hoch ist die Dunkelziffer bei den Infektionen?



Während die Fallzahlen der Covid-19-Erkrankungen weltweit steil ansteigen, herrscht nach wie vor beträchtliche Unsicherheit, wie hoch die Zahl der mit SARS-CoV-2 Infizierten wirklich ist. Die Fallzahlen, so akribisch sie jeweils aufgelistet werden, sind im Grunde nur Schätzungen – sie beruhen nämlich auf Tests und umfassen lediglich die bestätigten Fälle. Getestet wird freilich in verschiedenen Ländern in höchst unterschiedlichem Mass. Die sogenannte Dunkelziffer – also das Missverhältnis von statistisch erfassten Krankheitsfällen und der tatsächlichen Krankheitshäufigkeit (Prävalenz), die es bei jeder Infektionskrankheit gibt – lässt sich daher nicht leicht bestimmen.

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Sehr viele Infektionen verlaufen so mild oder gar völlig ohne Symptome, dass manche Infizierte gar nicht erst merken, dass sie sich das Virus eingefangen haben. Diese Fälle nennt man asymptomatisch. Wer nicht merkt, dass er infiziert ist, lässt sich in aller Regel auch nicht testen – und läuft eher Gefahr, das Virus weiterzuverbreiten. Licht ins Dunkel können repräsentative Stichprobentests bringen. Solche Tests führte Österreich diese Woche bei 2000 repräsentativ ausgewählten Bürgern durch, die vorab durch einen Brief und einen Anruf informiert werden. Die Tests – es handelt sich um die derzeit üblichen PCR-Tests, die nach dem Erbgut des Virus suchen – liefen noch bis Freitag, nun erfolgt die Auswertung.

Am 5. April startet eine weitere Stichprobenserie – diesmal in München. Vier Wochen lang sollen die Blutproben von etwa 4500 Personen aus 3000 zufällig ausgewählten Haushalten auf Antikörper getestet werden. Diese lassen sich im Blut nachweisen, auch wenn die infizierte Person keinerlei Symptome verspürt hat. Sie bleiben zudem im Körper, wenn die Krankheit bereits abgeklungen ist.

Das Münchner Projekt wird von der Abteilung Infektions- und Tropenmedizin am Klinikum der Universität München (LMU) durchgeführt. Deren Leiter Michael Hoelscher schätzt, die Dunkelziffer könnte zwischen einem und zehn Prozent der Bevölkerung liegen, wie er dem Bayrischen Rundfunk sagte.

Auch ein neuer, von Schweizer Forschern entwickelter Antikörpertest könnte zur Aufklärung der Dunkelziffer beitragen. Alle Patienten, die ins Universitätsspital Zürich aufgenommen werden, sollen mit diesem Bluttest auf Antikörper getestet werden. Damit soll festgestellt werden, wie viele Personen das Virus in sich tragen oder die Krankheit bereits durchgemacht haben.

A scientist presents an antibody test for coronavirus in a laboratory of the Leibniz Institute of Photonic Technology (Leibniz IPHT) at the InfectoGnostics research campus in Jena, Germany, Friday, April 3, 2020. An international team of researchers with the participation of the Jena Leibniz Institute of Photonic Technology (Leibniz IPHT) has developed a rapid antibody test for the new coronavirus. By means of a blood sample, the test shows within ten minutes whether a person is acutely infected with the SARS-CoV-2 virus (IgM antibody) or already immune to it (IgG antibody). The strip test is manufactured by the diagnostics company Senova in Weimar and is already on the market. For most people, the new coronavirus causes only mild or moderate symptoms, such as fever and cough. For some, especially older adults and people with existing health problems, it can cause more severe illness, including pneumonia. (AP Photo/Jens Meyer)

Antikörpertest des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien. Bild: AP

Wenn keine Stichprobentests vorliegen, kann eine Schätzung der Dunkelziffer mit Hilfe von Simulationen erfolgen. So haben Wissenschaftler der Columbia University die Ausbreitung der Corona-Pandemie per Computerprogramm simuliert, wobei sie sich auf Daten stützten, die aus der Anfangsphase der Epidemie in China stammen – und zwar bevor die Behörden dort Kontaktverbote verhängten. Zu diesen Daten zählten gemeldete Infektionen in 375 chinesischen Städten, die Ausbreitung der Epidemie in China sowie Daten zur Mobilität vom 10. bis 23. Januar (dem Tag des Lockdowns in Wuhan).

In ihrer vielzitierten Studie, die sie im Fachmagazin «Science» veröffentlichten, berechneten die Wissenschaftler um Ruiyun Li, dass vor dem Lockdown 86 Prozent aller Infektionen nicht registriert wurden. Gemäss ihren Modellen waren diese unentdeckten Infektionsfälle im Mittel nur halb so ansteckend (52%) wie bestätigte Infektionen; dennoch waren sie die Quelle von zwei Dritteln der bestätigten Fälle.

«Die Explosion der Covid-19-Fälle in China wurde vorwiegend von Personen mit milden, begrenzten oder keinen Symptomen verursacht, die nicht entdeckt wurden», sagte Jeffrey Shaman, Co-Autor der Studie. Unentdeckte Fälle könnten «je nach Ansteckungsgefahr und Anzahl» einen weitaus grösseren Teil der Bevölkerung mit dem Virus in Kontakt bringen, als dies sonst der Fall wäre.

Shaman wies zudem darauf hin, dass zu Beginn einer Epidemie in einigen Gesellschaften möglicherweise zehn unentdeckte Fälle auf einen nachgewiesenen kommen, in anderen dagegen fünf. «Wir können uns über die genaue Zahl streiten», erklärte er, doch es laufe – auch nach den Befunden anderer Studien – auf diese Grössenordnung hinaus.

Ein interessanter Ansatz besteht darin, anhand von zwei Kennzahlen die Dunkelziffer grob einzuschätzen. Es geht um die Case Fatality Rate (CFR) und die Infection Fatality Rate (IFR), die beide – aber auf unterschiedliche Weise – die Sterblichkeit einer Infektionskrankheit wie Covid-19 beschreiben. Hier müssen wir allerdings etwas ausholen:

Infektionspyramide, CFR, IFR
https://www.ispionline.it/en/publication/covid-19-and-italys-case-fatality-rate-whats-catch-25586

«Pyramide» der Infizierten. An der Spitze stehen die bestätigten Todesfälle, darunter die bestätigten Fälle und an der Basis die Gesamtzahl der Infektionen. Die CFR erhält man, indem die bestätigten Todesfälle durch die bestätigten Fälle geteilt werden. Die IFR erhält man durch die Division der bestätigten Todesfälle durch die geschätzte Gesamtzahl der Infektionen. Sie kann deshalb nicht exakt berechnet werden, liegt aber näher an der tatsächlichen Letalität. Grafik: ISPI

Oft wird die CFR mit der IFR verwechselt und als Kennzahl für die Sterblichkeit aller Infizierten und damit für die Tödlichkeit des Virus verwendet. Die CFR ist jedoch weder in Zeit noch Raum konstant – sie ist keine biologische Konstante des Virus, sondern unterscheidet sich von Land zu Land, von Population zu Population. Sie kann sich während der Zeit selbst innerhalb eines Landes verändern.

Das liegt daran, dass sie mit einer Reihe von Verzerrungen behaftet ist; werden diese nicht bereinigt und einfach die Zahl der Todesfälle und der bestätigten Fälle zu einem bestimmten Zeitpunkt miteinander verrechnet, spricht man von der «naive CFR» (nCFR).

Zu den wichtigsten Faktoren, die die CFR verzerren, gehört die Zeitspanne zwischen der Erkrankung und dem Tod eines an Covid-19 Erkrankten (durchschnittlich rund 13 Tage). Von den zu einem bestimmten Zeitpunkt gemeldeten Fällen ist nicht bekannt, wie sie ausgehen – von diesen Erkrankten werden einige in der nächsten Zeit sterben. Dies führt dazu, dass die CFR das reale Sterberisiko während eines Ausbruchs unterschätzt.

Hinzu kommt eine mögliche Verzerrung, wenn nur wenige Tests zur Verfügung stehen und daher lediglich schwere Fälle getestet werden, bei denen ein tödlicher Verlauf wahrscheinlicher ist. Dies könnte mit ein Grund sein, warum die CFR in Italien und Spanien so viel höher ist als in anderen europäischen Ländern wie etwa Deutschland.

Coronavirus: Case Fatality Rate (CFR) in verschiedenen Ländern
https://ourworldindata.org/coronavirus#what-do-we-know-about-the-risk-of-dying-from-covid-19

CFR verschiedener Länder im Vergleich. Italien weist einen extrem hohen Wert auf. Der Grund dafür liegt zum Teil in der älteren Bevölkerung, die anfälliger für einen schweren Krankheitsverlauf ist. Diagramm: ourworldindata.org

Auch spielt eine Rolle, wie alt die Bevölkerung im Mittel ist – da es bei älteren Patienten eher zu einem schweren Verlauf kommt, liegt die CFR bei älteren Bevölkerungen tendenziell höher. Überdies kommt es auch darauf an, wie gut das Gesundheitssystem in einem Land, das von der Pandemie betroffen ist, vorbereitet und ausgestattet ist.

Wie sieht es nun mit der IFR von SARS-CoV2 aus? Dazu gibt es mittlerweile mehrere Forschungsarbeiten, die zu ähnlichen Resultaten kommen. Eine Studie von Wissenschaftlern um Robert Verity geht für China von einem nCFR von 3,67 Prozent aus; dieser Wert sinkt nach Bereinigung von demographischen Faktoren und der Untererfassung leichterer Fälle in Wuhan im Vergleich zu Rest-China auf 1,38 Prozent. Davon ausgehend kommen die Wissenschaftler auf eine IFR von 0,66 Prozent. Die bekannte Studie von Neil Ferguson schätzt die IFR für Grossbritannien aufgrund der anderen Altersstruktur der britischen Bevölkerung auf 0,9 Prozent.

Um nun die Dunkelziffer – also den Anteil der Infizierten, die nicht von Tests erfasst werden – abzuschätzen, wird die CFR durch die IFR geteilt und das Resultat danach mit der Zahl der bestätigten Fälle multipliziert. Davon wird noch die geschätzte Anzahl der genesenen Patienten abgezogen.

Eine kürzlich publizierte Studie von Wissenschaftlern um Timothy W. Russell hat mit einem ähnlichen Verfahren den Anteil der bestätigten Fälle an den gesamten Infektionsfällen in verschiedenen Ländern berechnet. Russell übernahm dazu die bereinigte CFR von 1,38 Prozent aus Veritys Arbeit zu China und verglich sie mit der entsprechenden Kennzahl anderer Länder. Wenn sie in einem Land höher liegt (zum Beispiel 20%), deutet dies gemäss der Studie darauf hin, dass nur ein Bruchteil der Fälle registriert wurde (im Beispiel also 1,38:20=0,069, also ungefähr 6,9%).

Schätzung des Anteils der bestätigten Covid-19-Fälle in verschiedenen Ländern. Studie von Timothy W. Russell e.a. 
https://cmmid.github.io/topics/covid19/severity/global_cfr_estimates.html

Geschätzter Prozentsatz der bestätigten Fälle in verschiedenen Ländern. In der Schweiz beläuft er sich auf 24 Prozent (Konfidenzintervall: 20% bis 30%). Diagramm: Russell e. a./watson.

Für die Schweiz kommt Russell so auf einen Anteil der bestätigten Fälle von 24 Prozent – das heisst, die Dunkelziffer der nicht registrierten Infektionen liegt bei 76 Prozent. Die Zahl der bestätigten Fälle belief sich in der Schweiz am 3. April auf 19'706. Davon ausgehend würde sich die Anzahl der nicht registrierten Infektionsfälle am selben Tag um etwa 62'000 bewegen.

Dabei sollte jedoch keinesfalls vergessen werden, dass belastbare Zahlen erst nach dem Ende der Pandemie verfügbar sein werden. Sicher ist nur, das die Zahl der Infizierten wohl in den meisten Ländern um ein Mehrfaches über jener der bestätigten Fälle liegt.

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65Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Henri Lapin 05.04.2020 10:40
    Highlight Highlight Und wie hoch ist die Dunkelziffer bei den Experten?
    Wenn ich mir die Kommentare so ansehe, muss die wirklich sehr hoch sein.
  • Gummibär 05.04.2020 03:07
    Highlight Highlight Statt über Dunkelziffern zu diskutieren, würde es sich vielleicht besser lohnen genauer zu studieren warum Südkorea die Pandemie so viel besser im Griff zu haben scheint als die Schweiz.
    Bevölkerung 8,6 Mio / 51,2 Mio
    Covid19 Fälle 20k / 10k
    Tote 660 / 177
    Total Tests 150k / 450k
    • wilbur 05.04.2020 04:40
      Highlight Highlight offene grenzen direkt neben einem weltweiten hotspot vs. land auf einer - zumindest über landweg - völlig abgeschottenen halbinsel...
    • Solarflo 05.04.2020 06:43
      Highlight Highlight Diktaturen lassen sich halt einfacher und besser lenken.
      Zudemmist das eine Insel und nicht ein Binnenland mit Transitverkehr und Grenzgänger
    • Gummibär 05.04.2020 13:54
      Highlight Highlight Richtig. Wie immer teilt sich die Welt in zweierlei Leute: die einen erklären warum etwas nicht geht, die anderen suchen einen Weg wie man es bewerkstelligen könnte.
      Wenn diktatorisch befohlene Verhaltensweisen sich als gemeinnützig herausstellen, kann man sie auch freiwillig adaptieren.
      Zudem haben wir in der Schweiz genügend Gesetze, die das willentliche oder fahrlässige Gefährden von Leib und Leben von Mitmenschen unter Strafe stellen.
  • Matthiah Süppi 05.04.2020 01:21
    Highlight Highlight Zum nachdenken: Wenn sich in den rund 3 Wochen 20‘000 Menschen mit dem Virus offiziell infiziert haben und optimistisch gerechnet 90 Prozent ohne Symptome blieben, dann stünden wir bei 200‘000 Fällen. Um eine Herdenimunität (ca. 60%) zu erreichen, bei 8 Millionen Einwohnern, würde es also nochmals 24 mal gehen wie bis jetzt, also rund 72 Wochen, bzw. 18 Monate. Selbst wenn wir grosszügig rechnen, würde das noch mindestens 1 Jahr dauern. Irgendwie eine unschöne Vorstellung, dass es noch 1 Jahr dauern könnte (oder mehr), bis wir zurück zur „Normalität“ gehen können.
  • Test of the test 05.04.2020 00:23
    Highlight Highlight Was mich sehr interessieren würde:

    Eigentlich müssten die social distancing Massnahmen dazu führen, dass andere Infektionskrankheiten mit kleinerem Ansteckungsgrad nahezu ausgerottet werden.

    Influenza? Hepatitis?

    Weiss jemand was darüber?
    • wilbur 05.04.2020 20:40
      Highlight Highlight Laut dieser grafik gibt es einen riesen rückgang bei der influenza. wird aber wahrscheinlich auch kaum mehr getestet...
      Benutzer Bild
  • Ilovepies 04.04.2020 22:01
    Highlight Highlight Krebs/herz- kreislauftote 800 pro woche. Corona 50. das leben und die wirtschaft muss hochgefahren werden. Ein paar hundert tote pro woche muss man in kauf nehmen. Die fortführung des lockdown ist illusorisch und schädigt uns alle auf zig jahre hinaus. Vergesst die impfung, wird nicht kommen. Zudem, eine impfung ist kein schutzschild. Die schwächsten wird es vom virus kaum bewahren können. Über die kommenden jahre werden wir regelmässig corona tote haben. Wird wohl zur realität werden.
    • Aliminator 04.04.2020 22:35
      Highlight Highlight Durchschnittsalter aller Corona-Toten in der Schweiz: 83
      Ich war anfangs für strikte Massnahmen, sehe aber je länger weniger ein wofür.
    • ldk 04.04.2020 23:15
      Highlight Highlight Manche checkens einfach nicht.
    • Now 05.04.2020 00:53
      Highlight Highlight Zudem werden ja jetzt gewisse Personen, die in Kürze ihrem Herz-Kreislauf oder Krebsleiden erlegen wären, als Corona-Tote gezählt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • El_Sam 04.04.2020 21:33
    Highlight Highlight Der Bund wollte doch das Sentinella System anpassen.
    Wie weit ist er da schon und wie rechnet dieses System?
    • genauleser 04.04.2020 23:18
      Highlight Highlight Von wann stammt die Info, dass Sentinella angepasst werden sollte? Vor der Pandemie?

      Sentinella beruht auf freiwilliger Meldetätigkeit von ein paar Hundert Arztpraxen: Sie melden die Anzahl Konsultationen mit Influenzaverdacht, daraus wird hochgerechnet.

      Aktuell ist die Grippeberichterstattung eingestellt, da Konsultationen wegen Covid-19 nicht von Influenza unterschieden werden können.
      Im Bulletin 13 sieht man die Grafik zum letzten Mal, mit dem Covid-19-Ausleger am Schluss.
      Hier gibt es die Bulletins:
      https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/das-bag/publikationen/periodika/bag-bulletin.html
    • El_Sam 05.04.2020 14:05
      Highlight Highlight Danke für den link. Die aussage wurde an einer der ersten PKs zum Thema gemacht. Kann gut sein, dass das übetholt ist.
    • wilbur 05.04.2020 20:43
      Highlight Highlight ich meinte, dass hr. koch gerade anfangs letzter woche gesagt hat, dies bis ende woche einzuführen. vlt habe ich mich auch verhört. evt wirds aber auch nicht gemacht, da dann alle durchdrehen.
  • LubiM 04.04.2020 20:45
    Highlight Highlight Also aus eigener Erfahrung, aus dem eigenen Umfeld - muss die Dunkelziffer sicher 10-15x so hoch sein wie die aktuellen Fallzahlen.
    Wir haben auf einen bestätigten Fall etwa 6 andere Paare mit Kindern sowie meine Frau und mich mit milden Symptomen. Dürfen alle nicht getestet werden in unserem Kanton... aus Gründen... in Bern hätten wir können zum Drive-Trough!
    • Lexxus0025 04.04.2020 21:59
      Highlight Highlight Wie genau äussern sich diese leichten symptome deiner erfahrung nach?
    • LubiM 05.04.2020 08:14
      Highlight Highlight Kopfweh, Durchfall, zum teil leichtes Fieber (38 Grad) während einem Tag, der trockene Husten welcher aber nicht zu Atemnot führt.
    • Lexxus0025 05.04.2020 14:19
      Highlight Highlight Danke, ich hatte vor einer woche halskratzen, husten und war extrem müde, ich bin zu hause geblieben. Würde mich schon interessieren, was das war...deine schilderung wirkt dann aber doch etwas anders
  • WID 04.04.2020 19:48
    Highlight Highlight Eigentlich geht es beim ganzen Corona Theater ja um die Alten. Warum bleiben diese nicht konsequent zu Hause?
    • WID 05.04.2020 16:12
      Highlight Highlight @ Magnum44: hmm, ein schlagendes Argument! Sarkasmus vom Feinsten...
  • ChrisG 04.04.2020 19:36
    Highlight Highlight Hab ich das jetzt richtig verstanden? Man kennt die IFR nicht, schätzt sie also, und "berechnet" damit die Dunkelziffer? Mit anderen Worten, man weiss überhaupt nichts, sondern schätzt nur.

    Wie genau wird denn nun die IFR geschätzt? Naiverweise wäre ich genau von der Umgekehrten Reigenfolge ausgegangen. Mann schätzt die Anzahl Infektionen und berechnet damit die IFR.
  • Füdlifingerfritz 04.04.2020 18:55
    Highlight Highlight Ich behaupte mal, dass, wenn man die Dunkelzimmer kennen würde, es keine Dunkelziffer mehr wäre...
  • Kronrod 04.04.2020 18:52
  • Pesche Buri 04.04.2020 17:59
    Highlight Highlight Bitte ALLE testen, es ist höchste Zeit!
    • P. Meier 05.04.2020 07:52
      Highlight Highlight Was bringt ein flächendeckender Test auf den Virus? Ein negatives Resultat hat eine Gültigkeitsdauer von einem Tag.
    • Pesche Buri 05.04.2020 11:23
      Highlight Highlight Für die Isolation
  • Kopold 04.04.2020 17:52
    Highlight Highlight Any news, wann diese Antikörper-Tests für die breite Masse verfügbar sind?
    Nähm mich schon noch wunder, ob meine Krankheit jetzt covid war.
    • koalabear 05.04.2020 10:28
      Highlight Highlight Würde mich auch Wunder nehmen. Bei uns waren Ende Februar, anfangs März Schulklassen um die Hälfte dezimiert. Viele mit hohem Fieber und trockenem Husten. Laut den Ärzten eine normale Grippe, ebenso gab es verhältnismässig viele Lungenentzündungen. Man hat einfach noch nicht getestet. Hat es unsere Region eventuell schon durchgeseucht?
  • medmi 04.04.2020 17:37
    Highlight Highlight Dank Daten aus Island können wir die Dunkelziffer in der Schweiz nun relativ gut abschätzen und sie dürfte bei etwa Faktor 3-4 liegen. Das heisst, dass in der Schweiz max. 1% infiziert sind oder waren.
    An alle Durchseuchungsbefürworter: Versteht ihr was das bedeutet? Es dauert noch 70mal so lange bis wir natürliche Herdenimmunität haben!
    Ein vernünftiger Weg ist also: Eindämmen und zurück zum Start (<100 Ansteckungen pro Tag), danach Kontrollieren (Tracing) und leben. In 12 Monaten Impfen. Die Epidemie ist auf einem sehr tiefen Niveau viel besser zu händeln, deshalb zurück zum Start.
    • Garp 04.04.2020 18:02
      Highlight Highlight Genau so seh ich das auch. Nur bis eine Impfung da sein wird, müssen wir noch sehen. Je früher desto besser, kann aber gut länger als 12 Montate gehen, sie soll auch sicher sein.
    • Habibti03 04.04.2020 18:09
      Highlight Highlight Gutes Video dazu:
      Play Icon
    • elco 04.04.2020 18:47
      Highlight Highlight Naja, es bedeutet einfach dass wir auf dem Holzweg sind. Virologen zurück ins Labor. Danke.
    Weitere Antworten anzeigen
  • poesie_vivante 04.04.2020 17:33
    Highlight Highlight Dieser Artikel war längst überfällig. Es sollte mehr Aufklärungsarbeit anstatt blinde Panik von den Medien praktiziert werden.

    Andorra plant sogar alle Einwohner seines Landes auf Covid19 zu testen. Ich bin gespannt, was herauskommen wird.

    Ein Artikel auf infosperber ging in den letzten Tagen von einer noch viel höheren Dunkelziffer aus.
    • medmi 04.04.2020 18:13
      Highlight Highlight Bitte schau der Realität ins Auge: Dunkelziffern von Faktor 3-4 sind keine guten Neuigkeiten für die Leute, die behaupten die Durchseuchung sei schon viel fortgeschrittener. Die bräuchten Faktor 30-40. Dies scheint aber sehr unrealistisch.
    • Loeffel 04.04.2020 19:10
      Highlight Highlight Für Andorra ist das praktisch. Die können alle Einwohner um 19:00 Uhr in die Turnhalle bestellen und sind um 19:45 mit dem nationalen Corona-Testing durch 🤪
  • Loeffel 04.04.2020 17:23
    Highlight Highlight Also ich has ned. Glaubs.
  • bokl 04.04.2020 17:20
    Highlight Highlight Wie hoch ist die Dunkelziffer?

    42!
    • Team Insomnia 04.04.2020 20:33
      Highlight Highlight Immer🤣
  • Mladjo86 04.04.2020 17:12
    Highlight Highlight Wenn man weiss wie gross die Dunkelziffer ist, dann ist es keine Dunkelziffer mehr.
    • Maya Eldorado 04.04.2020 17:21
      Highlight Highlight Was für eine Erkenntnis!
      Ist es dann eine Hellziffer, wenn es keine Dunkelziffer mehr ist?
    • medmi 04.04.2020 17:30
      Highlight Highlight Ist ihre Strategie Augen zu und durch?
      Wir wollen doch nur mit Modellen möglichst genau verstehen, was gerade abgeht. Das diese Modelle unsicherheiten haben liegt in der Natur der Sache. Je mehr Daten wir jedoch haben, desto genauer werden sie. Die Epidemie verhält sich überall auf der Welt sehr ähnlich. So können wir z.B. von Island lernen, die gerade täglich 1000 zufällige Leute Testen und dabei 0.9% zu diesem Zeitpunkt angesteckte finden. Interessant, oder?
    • Mladjo86 05.04.2020 00:01
      Highlight Highlight @Maya , nein sondern Fakt 😁
  • medmi 04.04.2020 17:06
    Highlight Highlight Danke für diesen Artikel. Und danke dass sie endlich daraufhin weisen, dass die Studie von Li et al. im Science sich auf die Zeit vom 10.-23. Januar bezieht und sich somit keinesfalls auf die gesamte Epidemie übertragen lässt.
    Spannend dürften aktuell die Zahlen aus Island sein. Täglich ca. 1000 zufällige Tests (PCR), wobei sie 0.9% positive Fälle haben und von denen sind die hälfte zum Zeitpunkt des Tests asymptomatisch. Ob diese snoch Symptome entwickeln wird sich zeigen. Die Daten sind aber relativ klare Hinweise, dass auch in der Schweiz die Dunkelziffer im Rahmen Faktor 3-4 liegen dürfte.
    • pali2 05.04.2020 09:05
      Highlight Highlight Nein, das sind nicht relativ klare Hinweise, dass auch in der Schweiz die Dunkelziffer zwischen Faktor 3 bis 4 liegt. Island ist eine Insel! Das ist ein bisschen ein Unterschied. Wenn man dann noch die Bevölkerungsdichte beachtet (3.5 in Island vs. 207 in der Schweiz pro km2) wird der Vergleich noch lächerlicher. Zudem sind wir ein Land von Pendlern. So wird das Virus innert Kürze im gesamten Land verteilt.
    • medmi 05.04.2020 15:05
      Highlight Highlight Warum die Daten aus Island doch hilfreich sind:
      Island hat zwei Teststrategien - die eine ähnlich wie in der Schweiz wo symptomatische Personen getestet werden. Dort haben sie eine ähnliche positive Rate wie die Schweiz (13%).
      Die zweite Teststrategie sind pro Tag 1000 zufällige, dort ist die positive Rate 0.9%.
      Es geht mir doch gar nicht darum die die beiden Länder zu vergleichen bzgl. ihrer Gegebenheiten. Die Zahlen aus Island sind für alle, auch grosse Länder interessant - es ist ein ähnliche wie die Analyse der Kreuzfahrtsschiffe, die auch sehr aufschlussreich waren.
    • medmi 05.04.2020 15:16
      Highlight Highlight Und btw leben viele Isländer im Raum Reykjavik. Dem Virus ist es völlig egal, wie viel unbewohntes Land rundherum sie haben. Oder denken sie, die Berge schaffen uns gegenüber anderen Länder ein Vorteil? Wennschon müssen sie argumentieren wie viel % der Bevölkerung städtisch und wie viel ländlich lebt, das hat ein Einfluss.
      Aber um das geht es gar nicht.
      Island hat einfach die besten Daten bezüglich dem Verhältniss wie viele infizierte man mit gezielten und wieviele mit ungezielten Tests identifiziert. Dies zu interpretieren übersteigt wahrscheinlich ihre Kompetenz.
    Weitere Antworten anzeigen
  • El Vals del Obrero 04.04.2020 16:56
    Highlight Highlight Grundsätzlich fände ich eine möglichst hohe Dunkelziffer eher gut:

    Das würde ja heissen, dass die Krankheit gesamthaft weniger tödlich wäre. Gleichzeitig wäre die "Durchseuchung" weiter fortgeschritten.

    Natürlich geht es momentan gar nicht so sehr um die Dunkelziffer. Kurzfristig entscheidend ist es, dass man die absolute Anzahl gleichzeitig Schwerbetroffener in einem sinnvollen Rahmen halten kann, egal wie hoch deren relativer Anteil ist. Deshalb braucht es leider die Massnahmen. Für die mittel- bis langfristige Entwicklung macht es aber sicher einen Unterschied.
    • medmi 04.04.2020 17:24
      Highlight Highlight Alle Zahlen deuten daraufhin, dass die Durchseuchung (unschönes Wort) in der Schweiz bei aktuell knapp 1% liegt. Dieser Fakt sollte unser Handeln leiten. Die Strategie der natürlichen Herden immunität mit gebremstem Wachstum ist illusorisch. Man muss sich Entscheiden:
      1) Eindämmen (2 Monate), kontrollieren (Tracing) (6-12 Monate), Impfen
      oder
      2) Verhältnisse wie bei der spanischen Grippe

      Der Mittelweg ist für die Gesellschaft der schädlichste. Die Epidemie lässt sich auf einem tiefen Niveau viel besser kontrollieren. Ziel ist es, auf dieses Niveau zurück zu kommen. Das gibt Freiheiten.
    • Pedro Salami 04.04.2020 17:57
      Highlight Highlight @medmi: Zu Variante 1: Niemand kann heute sagen, wann eine Impfung möglich sein wird. Selbst Experten sagen im besten Fall daure es 6-18 Monate. Es kann aber auch bedeutend länger dauern, was wir alle natürlich nicht hoffen.
    • Ilovepies 04.04.2020 17:59
      Highlight Highlight Ja klar. Je grösser die dunkelziffer desto besser. Ganz übel wäre es, wenn wir eine sehr tiefe (bestätigte) dunkelziffer hätten (und auch alle anderen länder), weil dann ginge dieses lockdown spiel noch lange weiter und wir fahren die wirtschaft vollends an die wand. Allein das hätte hundertausende von toten oder obdachlosen über die kommenden jahre zur folge.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Jörg K. 04.04.2020 16:54
    Highlight Highlight Das sind doch alles Zahlenspielereien. Wesentlich ist doch die Ansteckung pro Einwohner und eine repräsentative Stichprobennahme in der Bevölkerung. Denke das die Durchseuchung schon weit fortgeschritten ist. Wir müssen so rasch wie möglich in den wirtschaftlichen Normalzustand zurück. Wer kauft den in der jetzigen Situation noch etwas ausser das Nötigste. Die Alten schützen und den Rest rasch gestaffelt freigeben.
    • medmi 04.04.2020 17:17
      Highlight Highlight Die "Durchseuchung" dürfte in der Schweiz aktuell max. 1% sein. Sie können also jetzt noch Faktor 70 warten. Oder wir kommen von dieser unsäglichen natürlichen Herdenimmunitätsstrategie ab und nehmen uns Südkorea zum Vorbild und dämmen konsequent ein bis wir eine Impfung haben. Haben wir die Lage wieder unter Kontrolle (<100 Ansteckungen pro Tag) ist ein Leben mit mehr Freiheiten als jetzt möglich.
      Eigentlich gibts nur zwei gangbare Wege:
      - Die Natur der Sache akzeptieren = verhältnisse wie spanische Grippe
      - Moderne Technologien Nutzen und eindämmen

      Der Mittelweg ist der schädlichste.
    • Spellbinder 04.04.2020 17:20
      Highlight Highlight Normalzustand gibt es nicht. Zumindest in den nächsten Monaten.
      Auch wenn die Geschäfte öffnen dürften, wird trotzdem zuwenig konsumiert um sie über Wasser zu halten.

      Deshalb kann man das ganze "Normalzustand" und rettet die Wirtschaft mit beenden des lockdowns im Moment getrost vergessen.
      Wir Orientieren uns besser an dem Medizinischen Notwendigkeiten.

      Ich hab echt keinen Bock nach 3-4 Woche den Lockdown aufzuweichen, dann drei bis vier Wochen "normal" zu leben und dann das ganze Lockdown Prozedere von vorne zu beginnen!

Warum trifft die Corona-Pandemie Afrika so viel weniger hart?

Am 14. Februar erkrankte ein chinesischer Staatsangehöriger in Ägypten und wurde positiv auf SARS-CoV-2 getestet. Es war der erste offizielle Corona-Fall auf dem afrikanischen Kontinent. Während die Pandemie sich rasant rund um den Erdball verbreitete und Europa und danach die USA China als Epizentrum der Seuche ablösten, stiegen die Fallzahlen in Afrika nur vergleichsweise langsam an.

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Dieser zumindest bisher moderate Anstieg kontrastiert mit den …

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