Armee
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Kein Bock auf Militär – immer mehr junge Männer wollen Zivildienst leisten



ARCHIV - Ein Zivildienstleistender arbeitet am Neubau eines Bauernhofes, aufgenommen am 4. November 2009 in Wolfenschiessen im Kanton Nidwalden. - Die Sicherheitspolitische Kommission des Nationalrates (SIK) will nicht, dass Zivildienstleistende in Schulen eingesetzt werden. Der Bundesrat hielt dennoch daran fest. Er betonte, Zivildienstleistende duerften die Verantwortung fuer den Unterricht nicht uebernehmen und wuerden somit keine Lehrkraefte ersetzen. Der Bundesrat begruendet die Massnahme mit dem Mangel an Einsatzplaetzen. Der Bedarf koenne in den heutigen Taetigkeitsbereichen nicht gedeckt werden. Deshalb sollen Einsaetze neu auch in der Spitex, der Alpwirtschaft und an Schulen moeglich sein. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Die Einsätze im Zivildienst sind vielfältig: Hier hilft ein Zivi beim Neubau eines Bauernhofes. Bild: KEYSTONE

Der Armee fehle es an Rekruten – sagt zumindest der neue Armeechef Philippe Rebord. Grund dafür könnte der Zivildienst sein. Mehr als 6000 junge Männer haben sich dieses Jahr für den gesellschaftlichen Dienst entschieden und dem Militär den Rücken gekehrt. Das sind 1400 mehr Zulassungen als 2011, wie SRF berichtet. 

CAPTION CORRECTION: CORRECTS PLACE - Divisionaer Philippe Rebord, links, und Bundesrat Guy Parmelin, hoeren eine Ansprache, wahrend der Kommandouebergabe Chef der Armee, am Donnerstag, 8. Dezember 2016, in Murten. Nach acht Jahren an der Armeespitze uebergibt Korpskommandant Andre Blattmann sein Kommando offiziell seinem Nachfolger Philippe Rebord, der sein Amt am 1. Januar 2017 antritt. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Blickt sorgenvoll in die Zukunft des Schweizer Militärs: der künftige Armeechef Philippe Rebord.  Bild: KEYSTONE

Das bereitet dem Armeechef Sorgen: «Mehr als 6000 Männer beim Zivildienst führen zu einer ungenügenden Versorgung der Armee.» Die Armee brauche jedes Jahr 18'500 Personen, welche die Rekrutenschule abschliessen. Seien es weniger, könne sie nicht wunschgemäss funktionieren. 

Zivildienst zu attraktiv

Dieses Ziel wird die Armee knapp verfehlen, die Befürchtungen Rebords werden wahr. Für sie ist klar: Schuld daran ist der Zivildienst, welcher zu attraktiv sei. Und auch die Zahlen bestätigen die Annahme der Armee. Seit fünf Jahren erhöht sich jährlich die Zahl der Zivis. Waren es 2011 noch 4670 Zulassungen, sind es dieses Jahr über 6000 Männer, die den Zivildienst der Rekrutenschule vorziehen. 

«Warum – und auch ob – der Zivildienst so attraktiv ist, ist für uns schwierig zu beurteilen, sagt Thomas Brückner von der Vollzugsstelle für Zivildienst. Allerdings weist er die Schuld an den abnehmenden Anmeldungen für die Rekrutenschule zurück. Denn: Es sei keineswegs sicher, dass jemand, der in den Zivildienst wolle, ohne diese Möglichkeit zum Militärdienst wechseln würde. Schliesslich bestehe auch die Möglichkeit, gar keinen Dienst zu leisten. 

(gin)

Ist der Zivildienst zu attraktiv?

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