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Schon lange nicht mehr gesehen: die E-Trottis der US-Firma Lime.
Schon lange nicht mehr gesehen: die E-Trottis der US-Firma Lime.bild: roland schmid/bz basel

Nach Unfallserie: Lime lässt E-Trotti-Kunden auf ihrem Guthaben sitzen

Die Software-Probleme des Verleihers von E-Scootern sind laut einem Sprecher behoben. Die Rückkehr der Trottis nach Basel und Zürich lässt trotzdem auf sich warten – und das verärgert Nutzer mit ausstehendem Guthaben.
16.07.2019, 10:0816.07.2019, 10:35
Rahel Koerfgen / ch media

Sie verschwanden so rassig, wie sie in Zürich und Basel im vergangenen Sommer aufgetaucht waren: die E-Trottis von Lime.

Anfang dieses Jahres zog Unternehmen nach watson-Recherchen sämtliche 500 Schweizer Trottinette, die in Zürich und Basel stationiert waren, aus dem Verkehr. Dies, nachdem mehrere Fahrer wegen blockierten Bremsen verunfallt waren. Man wolle die Software sämtlicher Fahrzeuge überprüfen, teilte Lime mit. Im Frühjahr 2019, so die Ankündigung, würde Lime mit den Leih-Trottis auf den Schweizer Markt zurückkehren.

Nun ist der Frühling längst vorbei, doch die Trottinette mit dem giftgrünen Akku sind nirgends zu sehen. Und es blieb auch lange unklar, wann und ob die Trottis wieder zurückkehren werden. Auf der Schweizer Website von Lime steht unter «News» lediglich geschrieben, man sei «guter Dinge», bald wieder auf den Strassen von Zürich und Basel unterwegs zu sein. Ein Statement vom 14. Januar 2019.

Was passiert mit dem Guthaben?

An sich sollten die Lime-Scooters in Basel und Zürich nicht vermisst werden. Längst ist die Konkurrenz aktiv geworden und hat sich einen Platz auf den Strassen erobert. Insgesamt verkehren derzeit 400 E-Scooter in Basel, gut 2000 in Zürich. Von den deutschen Anbietern «Tier» und «Circ» oder der US-Firma «Bird» . Zwei weitere Unternehmen mit Namen «Seven» (Schweiz) und «Voi» (Schweden) loten derzeit aus, wo in der Schweiz sie mit den Trottinetten auftreten wollen. «Voi» sucht bereits nach Personal für den Platz Basel.

Die Alternativen wären also da. Doch Lime-Kunden nützt das nicht viel. Diverse Betroffene berichten der bz basel, dass sie noch im Januar Guthaben über 20, 50 oder gar 100 Franken auf ihrem Lime-Konto mit der Kreditkarte geladen hätten – und keine Ahnung, ob dies ihnen jemals rückerstattet würde, falls Lime entgegen der Ankündigung den Schweizer Markt doch aufgeben sollte. Eine Nutzerin sagt: «Ich habe schon mehrere Male versucht, Lime Schweiz per E-Mail zu kontaktieren, um Infos darüber zu erhalten, wie ich an mein Geld komme.» Eine Antwort sei ausgeblieben.

Wann die Lime-Scooter wieder auf Schweizer Strassen rollen, ist unklar.
Wann die Lime-Scooter wieder auf Schweizer Strassen rollen, ist unklar. Bild: EPA/EPA

Auf Anfrage der bz erfolgt dann doch eine Reaktion. Ein Sprecher von Lime Schweiz sagt, die Rückerstattung der Guthaben könne via hilfe@limebike.com oder via Facebook oder Twitter angefordert werden. Warum gewisse Betroffene bis heute auf entsprechende Antworten warten, lässt er offen. Auch, warum die Überprüfung der Software der Leih-Trottis so lange dauert. Er schreibt: «Wir sind überzeugt, dass das Problem behoben wurde. Es wurden eine Reihe von Updates für die Firmware entwickelt, die inzwischen auf allen E-Trottis installiert sind.»

Lime lässt sich Zeit mit Relaunch

Die Probleme sind behoben, doch die E-Scooter von Lime sind in Basel und Zürich nirgends zu sehen. Eine Begründung dazu lässt der Sprecher ebenso unbeantwortet, und zitiert Lime-Geschäftsführer Estuardo Escobar: «Wir sind dabei, unseren Relaunch vorzubereiten. Dafür nehmen wir uns so viel Zeit wie notwendig.» Auf die Frage ob die Rückkehr noch in diesem Sommer, Herbst oder erst im kommenden Jahr stattfinde, bat der Sprecher um Verständnis, er könne derzeit nicht mehr dazu sagen.

(bzbasel.ch)

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17 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Magnum
16.07.2019 10:46registriert Februar 2015
Willkommen im privatwirtschaftlichen Wildwuchs der hochspekulativen und auf raschem Wachstum zwecks Eliminierung kleinerer Mitbewerber basierenden Freefloating-Sharing-Ökonomie. Schon O-Bike hat eindrücklich vorgemacht, dass die wichtigste Währung in diesem Wirtschaftszweig heisse Luft ist, angereichert mit ein paar Catchwords wie "smart", "connected" oder "IoT".

Man kann gerne über 11 Millionen Verlust bei Publibike seit der Lancierung 2017 klönen. Aber immerhin schafft Publibike in der Schweiz Arbeitsplätze - und ich meine nicht nur Charger. Und man kann Publibike in der Schweiz einklagen.
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spaccatutto
16.07.2019 10:27registriert Februar 2016
Diese Probleme scheint Lime in Norwegen nicht zu haben. Ich bin grad in Oslo und die wohl schwieigste Challenge ist es, nicht über so ein Teil zu stolpern. An jeder Strassenecke steht mindestens ein Teil, mal am Boden, mal im Graben, mal hängt es an einem Baum. Wenn man mich fragt...eine Plage
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Shikane
16.07.2019 12:20registriert Oktober 2018
Es muss immer alles schneller und schneller gehen zu welchem Preis für die Umwelt und die Gesundheit scheissegal. Leute bewegt mal euren Arsch und geht zu Fuss ;-). Sieht eh deppig aus Trottifahren...
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