Gesundheit
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Fast 155'000 Menschen sind in der Schweiz an Demenz erkrankt



ARCHIV - ZUM THEMA BAHNINFRASTRUKTUR AN DER FRUEHJAHRSSESSION STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG -  ARCHIV - ZUM THEMA IV-RENTE AN DER FRUEHJAHRSSESSION STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG -  The Domicile Bethlehemacker in Berne, Switzerland, offers rooms for 48 people, which find a home and comprehensive care there. Part of the domicile is a specialized center for dementia patients, where people suffering from dementia find a living environment made to measure. Pictured on October18, 2012. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Das Domicil Bethlehemacker in Bern, Schweiz, bietet für 48 Menschen ein Zuhause mit umfassender Pflege. Es verfügt über ein spezielles Demenzzentrum, wo Menschen mit einer Demenz einen auf sie zugeschnittenen Lebensraum finden. Fotografiert am 18. Oktober 2012. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Demenz: Ein grösser werdendes Problem. Bild: KEYSTONE

In der Schweiz leben fast 155'000 Menschen mit Demenz. Die Tendenz ist zunehmend. Im Bundesamt für Gesundheit (BAG) sind die Arbeiten für eine Demenz-Plattform angelaufen. Wann genau sie aktiv ist, steht allerdings noch nicht fest.

Genau sind es 154'700 Menschen mit Demenz, die in der Schweiz leben, wie aus am Montag veröffentlichten neuen Zahlen des BAG und von Alzheimer Schweiz hervorgeht. Bis 2040 werden voraussichtlich 300'000 Menschen an Demenz erkranken, denn der grösste Risikofaktor ist das Alter. Fast zwei Drittel der Erkrankten sind Frauen.

Bund, Kantone und Praxisakteure haben im Rahmen der Nationalen Demenzstrategie 2014 bis 2019 eine breite Palette an Grundwissen erarbeitet. So betragen etwa die Gesamtkosten der Demenz gemäss aktuellen Schätzungen jährlich rund 11,8 Milliarden Franken.

46,5 Prozent davon entfallen auf die Heimkosten, 47 Prozent auf die unbezahlte, informelle Pflege und Betreuung durch Angehörige. Die restlichen 6,5 Prozent der Kosten machen Spitex- und Spitalbetreuung, Ärztepersonal sowie Medikamente und Diagnostik aus.

Gemäss Todesursachenstatistik starben 2017 in der Schweiz über 11'000 Menschen mit einer registrierten Demenzerkrankung, was einem Anteil von 16,5 Prozent aller Sterbefälle ausmachte. Im Jahr 2015 wurden in Schweizer Spitälern 26'476 Patientinnen und Patienten mit einer Demenzerkrankung behandelt, wie es weiter heisst.

Über 100 Krankheitsformen

Demenz ist laut BAG der Überbegriff für mehr als 100 verschiedenen Krankheitsformen mit unterschiedlichen Ursachen, die sich in zwei Hauptkategorien teilen lassen: degenerative Hirnveränderung und vaskuläre Demenz.

Die Entstehung der ersten Kategorie lasse sich bis heute nicht vollständig erklären. Alzheimer sei in dieser Kategorie die häufigste Form von Demenz. Die vaskuläre Demenz werde durch Durchblutungsstörungen im Hirn beziehungsweise durch häufig aufeinanderfolgende Hirninfarkte ausgelöst.

alzheimer demenz

Bild: shutterstock

Demenz-Krankheiten verlaufen bei jedem Menschen unterschiedlich, wie es weiter heisst. Mögliche Anzeichen von Demenz seien ein zunehmender Verlust an Erinnerungs- und Kommunikationsvermögen, der zeitlichen und örtlichen Orientierung sowie selbstständiger Lebensführung.

Da Demenz zu den häufigsten Krankheiten und Todesursachen älterer Menschen gehört und als der häufigste Grund für deren Pflegebedürftigkeit gilt, ist die Nationale Demenzstrategie umgesetzt worden. Die mit der Erkrankung einhergehenden Belastungen sollen damit verringert und die Lebensqualität verbessert werden.

Ein Anschlussprojekt für die Demenzstrategie bildet eine neue Plattform zum Thema Demenz, die den Austausch zwischen Akteuren von Bund, Kantonen und Gemeinden sowie das gemeinsame Erarbeiten von Massnahmen ermöglichen soll.

Mehr Informationen: www.nationaledemenzstrategie.ch

(aeg/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Bart Simpson 11.02.2020 06:33
    Highlight Highlight Ich glaube die meisten dementen sterben ohne dass die Krankheit ihre volle Tragweite erreicht. War bei meiner Oma auch so. Sie starb an Krebs.
    Die Frau war am Ende etwas vergesslich. Zerstreut...

    Die Hausärzte machen den Check ab einem gewissem Alter automatisch.
    Sobald auch nur ein schwacher Hinweis besteht werden die Leute gemeldet.

    ...
    Die KESB war schnell da. Sie wurde in ein Altersheim verfrachtet.
    Und erst im Altersheim schritt der geistige Verfall dann rapide voran. Weil die Leute dort nix mehr zu tun haben.

    Ich glaube, mit Demenz ist viel Geld zu verdienen.




  • loup 10.02.2020 19:22
    Highlight Highlight Unter der Webseite http://alzheimer.ch finden sich weiterführende spannende Artikel zum Thema Demenz.
  • Wendy Testaburger 10.02.2020 17:36
    Highlight Highlight Erschreckende Zahlen, erschreckende Schicksale die dahinter stecken.
    Erschreckend auch, dass ganze Wirtschaftszweige von kranken Menschen profitieren.
    • hutti 11.02.2020 12:02
      Highlight Highlight Stimme dir zu den ersten beiden Erschreckungen zu. Aber bei der letzte:Sollen alle ehrenamtlich arbeiten??
    • Wendy Testaburger 11.02.2020 15:51
      Highlight Highlight @hutti

      Natürlich nicht. Ich stelle mir eher die Frage, wie gross die Bestrebungen sind, kranke Menschen gesünder oder gar gesund zu machen, primär bei psychischen Erkrankungen. Diverse Gutachter, Coaches, Werkstätten etc. hätten da wohl kaum Freude daran. Und auch die Pharmaindustrie nicht.

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