Analyse
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa07556300 EU Commission President Jean-Claude Juncker (C-R) holds the EU flag while posing for a family photo at the 'Young Citizens' Dialogue' in Sibiu with the President of Romania, Klaus Iohannis (C-L), in Sibiu city, Romania, 08 May 2019, a day before the start of the Informal Summit of Heads of State or Government of the EU countries.  EPA/ROBERT GHEMENT

Ein Ansatz für die Zukunft? Am EU-Gipfel in Sibiu fand ein Bürgerdialog mit 300 jungen Menschen aus ganz Europa statt. Bild: EPA/EPA

Analyse

Wie Europa sich vor den Nationalisten und Bürokraten retten kann – ein kleines Land zeigts

Die Glaubwürdigkeit der EU ist angeschlagen. Sie hat schwere Fehler gemacht und ringt mit den Herausforderungen der Gegenwart. Umso wichtiger wäre es, die Bürgerinnen und Bürger verstärkt einzubeziehen. Das kleine Irland macht es vor.



Die Europäische Union befindet sich in einem labilen Zustand. Angesichts der immer komplexeren Probleme und einer stürmischen geopolitischen Grosswetterlage suchen die Menschen ihr Heil vermehrt in der vermeintlichen Geborgenheit des Nationalstaats. Bei der Europawahl in zwei Wochen dürften nationalistische und (rechts-)populistische Parteien zulegen.

Die EU hat das Problem mit gravierenden Fehlern verschärft. Die Staats- und Regierungschefs der 27 Mitgliedsländer (ohne Grossbritannien) haben an einem «informellen» Gipfel am Donnerstag im rumänischen Sibiu über die Zukunft der Union beraten, begleitet von skeptischen Stimmen. In der Vergangenheit hätten solche Treffen «vor allem viel Papier produziert», schrieb die NZZ.

Autor des Artikels ist Brüssel-Korrespondent Niklaus Nuspliger. Er hat ein Buch veröffentlicht mit dem Titel «Europa zwischen Populisten-Diktatur und Bürokraten-Herrschaft». Es richtet sich an ein Publikum ohne besondere EU-Kenntnisse und schildert nicht die Geschichte der europäischen Einigung – sie wird höchstens gestreift –, sondern konzentriert sich auf Gegenwart und Zukunft.

Das Bürokratie-Klischee

Nuspliger argumentiert differenzierter, als der reisserische Titel befürchten lässt. In erster Linie befasst er sich mit der «nationalistischen Welle», die Europa erfasst, sowie den Chancen und Risiken der digitalen Welt, mit denen die EU konfrontiert ist. Weniger überzeugend ist er, wenn er die Gefahr einer Herrschaft der Bürokraten und Technokraten über Europa schildert.

Das Klischee der EU-Kommission als «übermächtiges Bürokratiemonster» hält sich hartnäckig. Er habe vor seinem Umzug nach Brüssel 2013 ähnliche Vorstellungen gehabt, räumt Nuspliger ein. Dabei entspreche der Personalbestand mit rund 32'000 Angestellten jenem der Stadt München, und viele von ihnen seien keine verknöcherten Technokraten, sondern kompetente Spezialisten.

Eine von zwei Dystopien für das Jahr 2030 handelt dennoch von einem «Superstaat», zu dem sich Europa angesichts von Umweltkatastrophen und Flüchtlingswellen entwickelt. Ein Algorithmus berechnet dabei «die objektiv besten Lösungen». Das Wahlrecht wird auf Bürgerinnen und Bürger beschränkt, «die aufgrund ihres Surfverhaltens im Internet als gut und objektiv informiert» gelten.

EU-kritischer Ministerpräsident – Orban wiedergewählt

abspielen

Video: srf

Das Szenario wirkt überzeichnet. Sehr real ist hingegen der Vormarsch der rechten Nationalisten. Ein ganzes Kapitel widmet Niklaus Nuspliger dem Ungarn von Ministerpräsident Viktor Orban. Unter ihm sei keine Diktatur entstanden – Orban hat seine Gegner nicht ins Gefängnis geworfen. «Aber als vollwertige Demokratie kann man das Land nicht mehr bezeichnen.»

Europa der Vaterländer

Der EU fehlen griffige Instrumente, um solche Entwicklungen zu unterbinden. Und die vorhandenen Massnahmen werden von «geistesverwandten» Regierungen blockiert. So beschützen sich etwa Polen und Ungarn gegenseitig. In Westeuropa sind die Rechtsnationalen ebenfalls auf dem Vormarsch: In Italien und Österreich sind sie an der Regierung beteiligt.

Nuspligers zweite Dystopie für 2030 handelt denn auch von einem «Europa der Vaterländer», in dem die EU zurückgebaut wird und sich «Populismus und Autoritarismus» ausbreiten. Konflikte bleiben nicht aus. Nuspliger schildert ein Szenario, in dem der österreichische FPÖ-Bundeskanzler Heinz-Christian Strache in Südtirol ein Referendum über die «Rückkehr nach Österreich» durchführen will, worauf Italiens Ministerpräsident Matteo Salvini die Armee an die Grenze schickt.

Direkte Demokratie ist verpönt

Dystopien sind Überzeichnungen ins Negative, dennoch stellt sich die Frage, wie das Vertrauen in die EU gestärkt werden kann. Die direkte Demokratie ist seit dem Brexit verpönt, wofür der NZZ-Korrespondent ein gewisses Verständnis durchscheinen lässt. Volksabstimmungen in Europa sind in der Regel von oben verordnete Plebiszite, während sie in der Schweiz basisdemokratisch organisiert sind.

Italy Interior minister Matteo Salvini and Austrian Vice Chancellor Heinz-Christian Strache from left, pose before their meeting in Vienna, Austria, Friday, Sept. 14, 2018. (AP Photo/Ronald Zak)

Matteo Salvini und Heinz-Christian Strache sind Teil der «Internationale der Nationalisten». Bild: AP/AP

Die mit dem Vertrag von Lissabon eingeführte Bürgerinitiative war bislang ein ziemlicher Flop. Eine interessante Alternative ist die «deliberative Demokratie», ein verstärkter Einbezug der Bürgerinnen und Bürger in die Entscheidungsprozesse. Ein Beispiel ist die nationale Debatte, die Frankreichs Präsident Emmanuel Macron als Folge der «Gilets Jaunes»-Proteste durchgeführt hat.

Vorbild Irland

Der umtriebige Schweizer Thinktank Foraus hat vor der Europawahl ein Papier veröffentlicht mit vier Vorschlägen «für ein inklusiveres Europa». Der Interessanteste betrifft die Einführung von dreistufigen Bürgerversammlungen auf regionaler, überregionaler und europäischer Ebene. Sie sollen Vorschläge erarbeiten und damit auf die Gesetzgebung der EU-Kommission einwirken.

Als konkretes Beispiel dient das EU-Mitglied Irland. Dort hatte die Finanzkrise von 2008 den Banken- und Immobiliensektor in Schieflage gebracht, weshalb die Republik unter den Euro-Rettungsschirm flüchten musste. Dies führte zu einer grossen Vertrauenskrise in die Politik. Die Regierung beschloss darauf regelmässige Bürgerversammlungen zu wichtigen politischen Fragen.

Für Homo-Ehe und Abtreibung

Den Auftakt machte eine Verfassungsreform, die zu einem Drittel von Parlamentsabgeordneten und zu zwei Dritteln von per Zufallsprinzip ausgewählten Bürgerinnen und Bürgern erarbeitet wurde. Sie beschlossen unter anderem die Einführung der Homo-Ehe. Das Stimmvolk, das in Verfassungsfragen das letzte Wort hat, segnete den Entscheid 2015 mit 62 Prozent Ja ab.

epa06764672 Women celebrate with Yes vote signs after a referndum on abortion, in Dublin, Ireland, 26 May 2018. Ireland has voted overwhelmingly to legalize abortion in a historic referendum on 25 May 2018.  EPA/AIDAN CRAWLEY

Frauen feiern die Aufhebung des Abtreibungsverbots in Irland, die eine Bürgerversammlung empfohlen hatte. Bild: EPA/EPA

Ermutigt durch diesen Erfolg, berief die Regierung 2016 eine Bürgerversammlung zur Lockerung des rigiden Abtreibungsverbots ein. Vor einem Jahr stimmten die Iren mit einer Zweidrittelmehrheit für die ersatzlose Streichung des entsprechenden Verfassungsartikels. Als konkrete Umsetzung beschlossen Regierung und Parlament im letzten Dezember die Einführung der Fristenlösung.

Chance für liberale Demokratie

Wie gross der Einfluss der Bürgerversammlungen auf diese wegweisenden Entscheide war, ist unklar. Der erheblich geschwundene Einfluss der einst allmächtigen katholischen Kirche in Irland spielte sicher auch eine Rolle. Die massiven Proteste im vermeintlich säkularen Frankreich gegen die von Präsident François Hollande durchgepeitschte Homo-Ehe lassen jedoch vermuten, dass der Einbezug der Bürgerinnen und Bürger die Legitimation der Massnahme festigen kann.

Eine verstärkte Integration der Bevölkerung in den politischen Prozess, die durch die Möglichkeiten der «digitalen Demokratie» zusätzlich erleichtert wird, ist kein Allheilmittel für das oft beklagte Demokratiedefizit in der EU. Sie ist aber eine Chance für die Europäische Union, sich vor den Nationalisten und Technokraten zu retten und zu verhindern, dass die liberale Demokratie «auf dem Müllhaufen der Geschichte landet», wie Nuspliger schreibt.

Das Gemeinsame betonen

Ob sie die Chance nutzen wird, bleibt vorerst offen. Spontan überwiegt die Skepsis. Hoffnung mach eine andere Entwicklung, auf die Nuspliger hinweist: Eine linksliberale Berlinerin habe mit einem oppositionellen Regierungskritiker in Warschau mehr gemeinsam als mit einem AfD-Anhänger in Sachsen, «mit dem sie eigentlich die gemeinsame Sprache und Nationalität teilt».

Man könnte diesen Vergleich ausweiten: Die Berlinerin und der Warschauer haben auch mehr gemeinsam als der AfD-Mann in Sachsen mit einer Le-Pen-Anhängerin in der Provence oder einem Lega-Wähler in der Lombardei, obwohl sie vordergründig alle den Nationalstaat stärken wollen. In Sachfragen aber trennen sie oft tiefe Gräben. Auch das ist eine Chance für die EU.

Fachchinesisch am EU-Sondergipfel: Die wichtigsten Begriffe in der Diskussion zur Flüchtlingskrise

Europa und die Schweiz

Daten-Flatrate fürs Handy? Roaming-Abo? Lohnt sich das für mich? Hier findest du es heraus

Link zum Artikel

Gute Bedingungen, nix draus gemacht: Wir sind Europas Pfeifen bei Wind- und Solarenergie

Link zum Artikel

Schweizer wären die Fleissigsten in Europa – wären da nicht die Isländer

Link zum Artikel

11 Festivals in ganz Europa, die du dieses Jahr besuchen kannst 

Link zum Artikel

Auf Schienen durch Europa: 6 Routen für einen stressfreien Backpack-Trip

Link zum Artikel

7 Europa-Karten, die du in der Schule ziemlich sicher nicht gelernt hast

Link zum Artikel

Das Aufatmen war von kurzer Dauer: Europa ist zurück im Krisenmodus

Link zum Artikel

«Es gibt im Herzen Europas ganz konkrete Bedrohungen für Journalisten»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

33
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
33Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Schneider Alex 14.05.2019 05:39
    Highlight Highlight Nationale Lösungen sind nicht immer schlecht!

    „Manchmal gibt es diese komische Sichtweise, dass nationale Entscheide immer von ignoranten, bösartigen Menschen getroffen würden, die nur ihre kurzfristigen Interessen im Auge hätten. Hingegen würden globale Entscheide von weisen und umsichtigen Experten getroffen, die sich nur um das Allgemeinwohl sorgen. Das ist ein fundamentaler Fehler.“ (Harvard-Ökonom Dani Rodrik in der Schweiz am Sonntag vom 11. September 2016, Seite 22)
  • DemonCore 13.05.2019 00:15
    Highlight Highlight Es ist immer gut andere Zeitungen auch noch zu lesen. Es passt nirgendwo sonst gut hin, darum platziere ich das mal hier: Vor 3 Wochen hat Nancy Pelosi das UK besucht und ist mit ERG-Mitglied Mark Francois aneinandergeraten. Grund: Sie hat während ihrem Besuch eine ernste Warnung ausgesprochen, dass nichts aus einem UK-US Handelsvertrag werde, sollte die UK mit Brexit das Karfreitagsabkommen verletzen oder ausser Kraft setzen.
  • DemonCore 12.05.2019 22:29
    Highlight Highlight Zeit dieses 'Kein Föderalismus'-Märchen zu killen. Der EU-Rat beschliesst, die Kommission formuliert unter Einbezug des Parlamentes die Direktive, die Länder setzen in ihrer nationalen Gesetzgebung um. Einfach. Das ist ganz ähnlich wie in der Schweiz. In der Schweiz heisst es nicht Komission, sondern Ständerat, nicht EP sondern Nationalrat. Nicht Direktive sondern BG, oder Verfassungsartikel.

    EU Direktiven benötigen übrigens sehr oft -einstimmige- Zustimmung, was einiges strikter ist als für Bundesgesetze oder Verfassungsänderungen in der Schweiz.
    • Basti Spiesser 12.05.2019 23:10
      Highlight Highlight Nur das die EU-Komission nicht vom Volk gewählt wird.
    • DemonCore 13.05.2019 14:09
      Highlight Highlight Klar, es ist eine Analogie. Die Komission muss vom Parlament bestätigt werden und hat auch etwas andere Aufgaben als eine Parlamentskammer. Aber sie hat eine Gleichvertretung aller Länder, wie der EU-Rat und anders als z.B. der Bundesrat. Trotz der Unzulänglichkeiten zeigt der Vergleich, dass die EU demokratischer und föderalistischer ist, als der durchschnittliche EU-Gegner bereit ist zuzugeben.
  • Domino 12.05.2019 17:55
    Highlight Highlight Ich war in Deutschland unterwegs und hatte diverse Wahlplakate gesehen. Durchs Band verwechseln die Parteien die EU mit Europa.
  • Flo1914 12.05.2019 16:00
    Highlight Highlight In den grossen Fragen und Problemen entscheidet nicht die EU Kommission, sondern Merkel mit dem "Vize Kanzler" Macron.
    Und wenn andere Mitglieder die Welt anders sehen (ob zum Guten oder Schlechten) werden sie abgestraft wie PL, HU oder GR.
    • DemonCore 12.05.2019 21:55
      Highlight Highlight Die EU Kommission war schon immer mit der Umsetzung der Beschlüsse des EU-Rates, der aus allen Regierungschefs der EU besteht, nicht nur aus Merkel und Macron. Du erzählst nichts neues, und das erst noch falsch.
    • DemonCore 12.05.2019 22:00
      Highlight Highlight 2014 waren über 1300 Vertragsverletzungen festgehalten, die alle EU Länder betrafen. Warum es dir ausgerechnet bei Polen (Gewaltentrennung) und Ungarn (Unabhängigkeit der Presse) weh tut kann man als Demokrat nur vermuten.
  • Reudiger 12.05.2019 15:34
    Highlight Highlight Die EU war früher ein Wirtschaftsraum, gewissermassen politisch.

    Eine Homogenisierung, heterogener Staaten erweist sich logischerweise als Herausforderung.

    Für alle Situationen gibt es eine Gegenreaktion. Wird eine Seite zu stark unterdrückt, überschlägt sich das Pegel wieder in die entgegengesetzte Richtung und dies nicht linear.
  • Chrigi-B 12.05.2019 15:20
    Highlight Highlight Das Problem der EU? Man hat zentralisiert, wie zum Beispiel Frankreich.

    Wie soll ein Superstaatsapparat in Brüssel die Probleme eines Arbeiters in Paris mit den Problemen eines Bauerns in einer ländlichen Region Polens unter einen Hut bringen? Das ist schlicht nicht möglich!

    Die EU sollte sich auf Handelsabkommen, Militär und Sicherung der Aussengrenzen konzentrieren. Sicher nicht Regeln und Gesetze aufstellen, welche für 500 Mio. Menschen funktionieren sollen.
    • Fandall 12.05.2019 22:00
      Highlight Highlight Sehe das auch so. Zentralistisch führen wird sich ein Staatenbund nie lange lassen, das funktioniert nicht mal in Unternehmen oder dem Militär.
      Auf Staatenebene müssen mehr Kompetenzen und Verantwortlichkeiten vergeben werden und die Kommunikation muss in BEIDE Richtungen (rauf und runter in der Hierarchie) gut funktionieren. Wer nicht (mit)entscheiden kann, fühlt sich zu Recht bevormundet und wird früher oder später dagegen rebellieren.
      All das muss aber zuerst am Ego der Führungsriege in Brüssel vorbei, da sehe ich das grösste Problem...
    • DemonCore 12.05.2019 22:03
      Highlight Highlight "Probleme eines Arbeiters in Paris mit den Problemen eines Bauerns in einer ländlichen Region Polens unter einen Hut bringen?"

      Beide wollen eine saubere Umwelt, faire Arbeitsgesetze, demokratische Vertretung, eine unabhängige Justiz, freie Presse. Beide profitieren von einem regulierten aber barriere-freien Markt. Deine Behauptung war sehr leicht zu widerlegen.
    • Chrigi-B 12.05.2019 22:09
      Highlight Highlight Man sehe sich nur die letzten Kommentare von Juncker zum Brexit an.
      Diese Leute ticken nicht richtig und ihre Arroganz ist beinahe nicht zuglauben.
    Weitere Antworten anzeigen
  • FrancoL 12.05.2019 14:57
    Highlight Highlight EBEN ein kleines Land macht es vor! Die grösseren Länder die können dies nicht einfach einmal abkuppeln, die brauchen einen anderen Weg und müssen intern zuerst ihre Hausaufgaben lösen.
    Die EU krankt dort war die Hauptakteure, also die grösseren Länder, schon intern kranken. Die EU kann nun mal nicht besser als ihre Kettenglieder sein. Und darum wird sie viel länger brauchen um zusammen zu wachsen oder etwas enger zusammen zu stehen.
  • Borki 12.05.2019 14:38
    Highlight Highlight Zwei Gedanken eines europafreundlichen EU-Skeptikers:

    Nicht alle, die etwas mehr Nationalstaat, etwas weniger EU wollen, sind Rechtsaussen-Nationalisten. Mehr Föderalismus würde auch auf europäischer Ebene funktionieren.

    Direkte Demokratie will geübt sein. Ev. würde es sich für "ungeübte" Staaten lohnen, direktdemokratische Entscheidungsfindung vorerst auf kommunaler und regionaler Ebene einzuführen, mit dem Fernziel direkte Demokratie in Europa.
    • FrancoL 12.05.2019 14:59
      Highlight Highlight Nur wenn es die einzelnen Länder ZUERST intern überhaupt einmal auf die Reihe kriegen, den Föderalismus zu leben. Oder glaubst Du wirklich, dass ein Italien (als ein Beispiel), das intern schon kaum einen gesunden Föderalismus kennt, nun plötzlich den Föderalismus in Europa entdecken mag?
    • poga 12.05.2019 16:10
      Highlight Highlight Ich würde da als Anfang eher ein Referendumsrecht einführen.... Statt auf kommunaler Ebene Dinge entscheiden zu lassen die im grossen Ganzen ehh keinen Einfluss haben....
    • Don Alejandro 12.05.2019 16:33
      Highlight Highlight Je mehr Zentralisierung desto mehr die Gegenreaktion der Nationalisten. Brüssel sollte vielmehr nationalen Föderalismus zulassen und sich auf die Kernelemente Wirtschaft, Digitalisierung (gesamteuropäische flankierende Massnahmen) und Sicherheit konzentrieren. Man sollte aber auch den Mut haben, z.B. Ungarn den Geldhahn zuzudrehen und Mitgliedern die total konträr zu den Werten sind, auszuschliesssen.
  • Clife 12.05.2019 14:31
    Highlight Highlight Man darf sich nichts vormachen. Sollte die EU auseinanderfallen, wären so gut wie alle Länder machtlos und sowohl Russland als auch die USA würden sie auseinandernehmen. Als die EU gegründet wurde, dachte man noch zukunftsorientiert und wollte eine Einheit bilden. Diese Denkweise wurde dann von den (heutigen) Politikern in Gegenwartsorientiert und absolutes Eigennutzen umgewandelt. Deswegen ist Merkel auch eine gute Politikerin, die den Zusammenhalt hervorheben wollte (aber wohl etwas zu weit getrieben hat). Rechtsaussen nutzt das natürlich aus, macht es gleichzeitig aber auch schlimmer.
    • Chrigi-B 12.05.2019 21:41
      Highlight Highlight Klar, wir schaffen das....

      Dank Merkels Alleingängen haben wir erst dieses Aufflammen der Nationalisten!
  • Yogi Bär 12.05.2019 14:17
    Highlight Highlight Nun die Frage stellt sich bei mir wie man ein Europa mit 512,7 Mio. Einwohnern und 28 Staaten direktdemokratisch führen soll?

    Jeder Staat muss entscheiden wie er sich in ein geeintes Europa einbringen soll! Mit anderen wmWorten ist die EU sicher richtig aber vielleicht sollte mehr ein Proporz System mit mehr Stimmrecht für die Kleinstaaten zur Anwendung kommen!
    • FrancoL 12.05.2019 15:03
      Highlight Highlight Nicht viel anders als einen Einzelstaat, nur das Problem ist, dass die einzelnen Staaten den Föderalismus nicht "gelernt" haben und darum NOCH nicht damit umgehen können. Der Einsatz sollte von der Basis aus gehen, dh in den einzelnen Ländern muss der Föderalismus eingeführt werden, der Bürger lern damit umzugehen und dann kann die Eu auch eine föderalistische Struktur bauen. Umgekehrt geht es nun mal nicht.
  • Sapientia et Virtus 12.05.2019 14:12
    Highlight Highlight Bürgerversammlungen sind die grösste Gefahr für die Demokratie überhaupt. Unter 100 zufällig ausgewählten Bürgern werden mindestens 20 sein, die noch nie über das Thema nachgedacht haben und sich nach Belieben in die von der Regierung gewünschte Richtung lenken lassen. Bei heiklen Themen wie Homo-Ehe ist zudem eine unverfälschte Meinungsäusserung ausserhalb der Privatsphäre der Wahlkabine kaum zu erwarten.
    • Hierundjetzt 12.05.2019 16:31
      Highlight Highlight Ist ja bei uns mit dem Initiativrecht im Prinzip gleich.

      Eine Minderheit will eine Verfassungsänderung, NR / SR machen einen Gegenvorschlag, wir stimmen im Prinzip über ein Minderheitenaliegen ab😉
  • DemonCore 12.05.2019 14:10
    Highlight Highlight Die EU soll sich für die Europäer einsetzen. Für unsere historisch gewachsenen Werte, Rechte und Freiheiten. Meinungsfreiheit, Versammlungsfreiheit, Rechtstaatlichkeit, Pressefreiheit, Religionsfreiheit (und Freiheit vor Religion), äussere Sicherheit, innere Sicherheit (ohne Polizeistaat), Reisefreiheit. Die EU soll die Bürger vor übergriffigen Staatsangestellten, vor profit-gierigen Konzernen und vor aggressiven Religionen schützen. Umweltschutz wäre auch noch gut.
    Im Moment werden etwa 60% dieser Themenfelder adäquat bewirtschaftet.
  • Gigi,Gigi 12.05.2019 13:29
    Highlight Highlight Frankreich ist nicht vermeintlich säkular. Frankreich ist säkular und der laizistischte Staat Europas.
    • Chrigi-B 12.05.2019 21:43
      Highlight Highlight Ja, dort wo die Franzosen wohnen....
  • El Vals del Obrero 12.05.2019 13:16
    Highlight Highlight Bezüglich Zusammenwachsen fällt mir ein Vergleich ein:

    Schweiz und Belgien:

    Beide mit verschiedenen Sprachregionen und ähnlich gross. In der CH klappt das so einigermassen, der Röstigraben wird in letzter Zeit eher kleiner. In BE hat man mehr Probleme.

    Ein entscheidender Unterschied ist vielleicht, dass in BE fast alle Parteien sich auf eine Sprachregion beziehen (also z.B. getrennte flämische SP und wallonische SP), während es in der CH sprachübergreifende nationale Parteien gibt.

    Ähnlich ist es in der EU. Da könnten vielleicht neue länderübergreifende Parteien wie VOLT eine Chance sein.
    • Herr Ole 12.05.2019 14:11
      Highlight Highlight Ein Faktor könnte auch sein, dass in Belgien die beiden Teile etwa gleich gross sind und somit um die Vorherrschaft streiten können, während die Deutschschweiz immer dominierte (aber nie durch Unterdrückung, was auch wichtig ist).
    • michiOW 12.05.2019 17:00
      Highlight Highlight Zuerst dachte ich an Bern.😂🙈

Wie die Photovoltaik unsere Energieprobleme lösen wird

Im März 2016 trafen sich 57 Photovoltaik-Experten aus Deutschland, Japan und den USA, um im Rahmen der Global Alliance of Solar Energy Research Institutes (GA-SERI) das Potential und die Zukunft der weltweiten Photovoltaik zu eruieren. In einem abschliessenden Statement hielt die Autorin Nancy M. Haegel fest, dass unter gewissen Bedingungen bis 2030 Kapazitäten zwischen 3-10 Terawatt (3'000-10'000 Gigawatt) möglich wären. Als Vergleich: Damals waren gerade mal 300 Gigawatt installiert. Die …

Artikel lesen
Link zum Artikel