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Replik: Warum der HC Davos auf das Geld von Peter Buser nicht verzichten sollte

Der HCD-Stadionsponsor Peter Buser schockiert mit seinen Ansichten über Frauen. Gerade deshalb sollten wir ihn ignorieren, zur Tagesordnung übergehen. Und der HCD darf sein Geld ruhig annehmen.



Die Vorgeschichte: Der HC Davos hat einen neuen Stadionsponsor, das «Buser World Music Forum». Im Sportpanorama des SRF präsentiert der Gründer des Forums ein frauenverachtendes Weltbild. watson-Redaktor Adrian Bürgler forderte daraufhin den HCD auf, sich von Peter Buser zu distanzieren. watson-Kolumnist Klaus Zaugg hält dagegen:

Wir haben es im Falle von Peter Buser mit billiger Empörung zu tun. Wenn sich einer in einer TV-Sendung wie ein «schräger Vogel» präsentiert und ein in jeder Beziehung inakzeptables Frauenbild offenbart – ja, dann ist das seine Privatsache. Er tut dies als Privatmann. Nicht als Autorität in einem öffentlichen Amt und er ruft auch nicht dazu auf, so zu denken.

Jeder denkende, vernünftige Mensch kann sich zu diesem Auftritt seine Gedanken machen. Und kein Polemiker, wer zu diesem Auftritt sagt: völlig, aber wirklich völlig daneben.

Peter Buser offenbart ein inakzeptables Frauenbild.

Wenn wir konsequent sein wollen, dann müssen wir im Sport alles Geld ablehnen, das moralisch unredlich verdient wird.

Dann müssen wir sicherstellen, dass kein Sponsor seine Produkte in menschenunwürdigen Verhältnissen produzieren lässt oder mit Produkten aus solcher Produktion handelt oder seine Angestellten nicht fair bezahlt. Und darüber hinaus auch sicherstellen, dass es in diesen Firmen keine «schrägen Vögel» mit einer frauenverachtenden Gedankenwelt gibt.

Und was ist eigentlich mit Werbung für Autos und Fluggesellschaften in Zeiten der Klimakrise? Geht ja eigentlich auch nicht.

Und der HCD dürfte als Organisator des Spengler Cups das Sponsoring einer Schweizer Grossbank nur dann akzeptieren, wenn hundertprozentig sichergestellt wäre, dass in diesem Geldhaus nur blütenweisses Geld deponiert ist und keines von Sexisten.

Und was mit Werbung für Süssigkeiten oder für Lebensmittel, deren Genuss krank machen kann? Eben.

Wir dürften bei internationalen Sportanlässen nicht einmal TV-Gelder annehmen, die von staatlichen Fernsehsendern aus Diktaturen oder Ländern mit eingeschränkter Demokratie stammen. Also kein TV-Geld und keine TV-Übertragungen der Eishockey-WM nach Russland?

Würden wir diese moralischen Standards einhalten, dann gäbe es weder Olympische Spiele noch eine Fussball-WM noch nationale Fussball- und Hockeymeisterschaften so wie wir sie heute kennen.

Wir sehen: Sponsoring mit reinem Gewissen – das geht nicht. Aber es gibt gewisse Grenzen.

Ein Beispiel: Ende 1987 legte der deutsche Hockeyclub Iserlohn das Thema Menschenrechte auf Eis und warb auf dem Dress für das «Grüne Buch» des damaligen lybischen Staatschefs Muammar al Gaddafi, der darin seine Revolutionspläne erläuterte.

Das geht definitiv nicht. Nach einer Partie war Schluss mit dieser Werbung.

Peter Busers Stiftung wirbt für Musik. Weder das Logo noch die Werbebotschaft noch sonst irgendetwas ist sexistisch oder menschenverachtend oder moralisch verwerflich. Nur der Mann, der hinter dieser Stiftung steht, ist ein «schräger Vogel» mit einem unakzeptablen Frauenbild. Aber er hausiert nicht, er wirbt nicht mit diesem Frauenbild. Es ist lediglich durch eine TV-Sendung über sein Privatleben publik geworden.

Mit dem Wirbel um seinen TV-Auftritt oder gar mit einem Verzicht auf das Geld seiner Stiftung nehmen wir ihn aber ernst und geben ihm bloss eine Bedeutung, die er ganz und gar nicht hat.

Wir sollten ihn einfach als das betrachten, was er ist: Ein «schräger Vogel». «Idiot» dürfen wir nicht sagen. Und ihn einfach ignorieren.

P.S. Fast hätte ich es vergessen: «Geld stinkt nicht.» Das sagte einst der römische Kaiser seinen Kritikern, als er in Rom eine Benutzungsgebühr für öffentliche Toiletten eingeführt hatte.

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