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Manuel Feller freut sich über seinen Podestplatz in Adelboden.
Manuel Feller freut sich über seinen Podestplatz in Adelboden.Bild: keystone

200'000 wollten, dass er «auf die Fresse» fliegt – und nun hat der Märchenprinz Corona

Der Österreicher Manuel Feller sorgte für die Geschichte des Jahres in seiner Heimat. Ausgerechnet beim Slalom-Klassiker in Kitzbühel fehlt er nun.
22.01.2022, 10:46
Martin Probst / ch media

Vor einem Jahr sorgte er für «die geilste Geschichte des Winters» wie er selbst sagt. Und natürlich ging es um Corona. Nun wurde Manuel Feller selbst positiv getestet und verpasst den Slalom am Samstag in Kitzbühel.

Und einer gewissen Ironie entbehrt das nicht. Obwohl sich Feller damals eigentlich missverstanden fühlte. Aber beginnen wir von vorne. Als im vergangenen Winter die Rennen in Wengen aufgrund der Coronasituation abgesagt wurden und wenig später klar wurde, dass auch in Kitz­bühel kein Slalom stattfinden wird, sprang Flachau kurzfristig ein und übernahm beide Rennen.

Der Versuch, sich zu erklären

Feller war enttäuscht, dass zwei Slalomklassiker ersetzt werden, und verglich die flache Piste in Flachau in einem Interview mit einer Märchenwiese.

Und als die Empörung über seine Aussage – schliesslich finden dort sonst nur Frauen-Rennen statt – immer grösser wurde, versuchte sich Feller auf Instagram zu erklären: «Wengen ist ein Hang, bei dem es schon eine Herausforderung ist, überhaupt ins Ziel zu finden, in Kitzbühel sind keine drei Schwünge hintereinander gleich, also damit verglichen ist Flachau definitiv eine Märchenwiese!»

An den Start ging Feller am 16. Januar 2021 trotzdem und sorgte für traumhafte Einschaltquoten. «Warum?», fragte er vor dieser Saison in der «Tiroler Zeitung»:

«Weil mich 200'000 Leute auf die Fresse fliegen sehen wollten.»

Diesen Gefallen tat Feller seinen Kritikern nicht. Im Gegenteil: Er gewann das erste der zwei Rennen und wurde vom Boulevard zum Märchenprinzen ernannt.

Der «wilde Hund» ist etwas ruhiger geworden

Feller versteht, dass dies in seiner Heimat Österreich die Story des Jahres wurde. Nur etwas stört ihn bis heute: Dass der Eindruck entstand, er werte die Rennen der Frauen ab. Daran habe er nie gedacht. Vielmehr gäbe es im Weltcup verglichen mit Wengen und Kitzbühel einfachere Pisten. Bei den Männern, wie er betont.

Ein Jahr später verpasst er nun den Klassiker in Kitzbühel, weil er sich nach seiner Corona­infektion in Isolation befindet. Der Gesprächstermin mit dem 29-jährigen Österreicher bestand bereits, als die Meldung seiner Erkrankung zehn Minuten vor Beginn eintraf. Feller wäre in Kitzbühel einer der Favoriten gewesen. Zuletzt belegte er in den Slaloms in Adelboden und Wengen die Ränge zwei und fünf.

Während Feller lange als «wilder Hund» galt, dem kein Risiko zu hoch ist, fällt er mittlerweile seltener aus. Und auch abseits der Pisten ist er ruhiger geworden. Während er früher auf Social Media regelmässig seine Meinungen teilte, hält er sich heute mehr zurück.

Zwar überraschte er seine Fans zum Jahresbeginn mit einem Rap – frühere Reime des Reggae-Fans haben schon Kultstatus erlangt –, doch zu allem etwas sagen und sich immer erklären müssen, will er nicht mehr.

Das mag daran liegen, dass er mittlerweile zweifacher Vater ist. Oder dass ihm der Rückzug in die Natur immer wichtiger wird. So liebt er es, zu fischen, weil es die einzige Tätigkeit sei, bei der er wirklich stillsitzen kann. Aber ein Getriebener ist er nur noch auf der Piste. (aargauerzeitung.ch)

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10 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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sansibar
22.01.2022 13:06registriert März 2014
Ich finde ihm sympathisch. Nur immer 0815-Aussagen und Fische die mit dem Strom schwimmen will der Sportfan doch auch nicht.
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Hirngespinst
22.01.2022 13:54registriert August 2019
Auf die empörten Feministen ist doch Verlass.. immer alles so drehen, dass es auch ja als Diskriminierung durchgeht.
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