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Köpfli brauste mit seinem Tesla Model 3 durch die Wüste Jordaniens. bild: zvg

Ein Schweizer will mit dem Tesla von Wil nach Kapstadt – doch er kommt nicht allzu weit

Der Ostschweizer Philipp Köpfli hat schon viele verrückte Reisen erlebt. Sein Trip mit dem Tesla 3 durch Afrika sollte ein weiteres Highlight werden. Nur nicht ganz so wie gedacht.



Ob Vanuatu, Samoa, Nordkorea oder Somaliland: Die Abenteuerlust hat den Ostschweizer Philipp «Phippu» Köpfli schon an die verrücktesten Orte rund um den Globus getrieben.

Für diesen Winter hat sich der 40-Jährige einen besonders ausgefallen Trip vorgenommen: mit dem Tesla 3 in drei Monaten von Wil bis nach Südafrika!

Die geplante Route

Wil-Kapstadt: Ungefährer Routenplan. Von Monfalcone (Italien) ging es mit dem Schiff bis Haifa (Israel).

Mit seinem E-Auto startet er am 23. November 2019 in Wil. Zuerst geht es via Salzburg in die italienische Hafenstadt Monfalcone an der Adria. Dort verschifft er «König Blauzahn», wie Köpfli seinen Tesla liebevoll nennt, nach Haifa in Israel.

Philipp Köpfli wollte mit dem Tesla nach Südafrika.

Das Team: Köpfli und sein Tesla. Bild: zvg

Fast einen Tag braucht Köpfli in Haifa, um die Zollformalitäten zu erledigen. «Mein Reisedokument wandert hinter dem Tresen durch viele Hände und es macht mir den Anschein, als dieses etwas ganz besonderes ist. Etwas, das die Beamten noch nie gesehen haben», schreibt der IT-Fachmann in sein Logbuch.

Kein Wunder: Sein Tesla ist das erste Modell 3, das in Israel eingeführt wird. Die Beamten posieren für Fotos und verewigen sich auf der Karosserie, wie so viele Leute während seiner Reise. «One life, live it», schreibt ein Tesla-Fan. Irgendwann darf Köpfli schliesslich einreisen.

Bejubelter Tesla

Dann geht es bald weiter nach Jordanien. Die Königsstadt Petra lässt er wegen Sicherheitsbedenken aus und steuert stattdessen das berühmte Wadi Rum an. Und schildert ein Erlebnis, das stellvertretend für viele Begegnungen als Tesla-Fahrer im Nahen Osten ist: Auf dem Weg überholt ihn ein Wagen mit jungen Männern. «Die Jungs winkten mir zu und gaben mir zu verstehen, dass ich anhalten solle. Sie wollten unbedingt meinen Tesla aus der Nähe sehen und gaben mir sogar Geschenke», sagt Köpfli am Telefon zum watson-Reporter.

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Passanten verewigen sich auf dem Schweizer Tesla. Bild: watson

«Wo man einen Haarföhn einstecken kann, lässt sich auch ein Tesla aufladen.»

Aber jetzt mal ehrlich: Ist es nicht mühsam, mit einem Elektro-Auto an entlegene Orte zu fahren? Ständig die Angst im Kopf, dass der Akku schlapp macht? Köpfli schüttelt den Kopf. «Wo man einen Haarföhn einstecken kann, lässt sich auch ein Tesla aufladen. Nur dauert es halt über zwei Tage, bis die Batterie voll ist. So hat man immer genug Zeit zum Chillen.»

Grundsätzlich sei es viel einfacher, mit einem Elektroauto durch weniger entwickelte Ländern zu fahren. «Auf früheren Reisen kämpfte ich immer wieder mit gepanschtem Benzin, das den Motor kaputt machte.»

Mit dem Tesla gebe man den Hotelbesitzern jeweils eine Tafel Schoggi oder lasse sie eine Runde fahren, um den hohen Stromverbrauch abzudecken: «Das ist nie ein Thema gewesen.»

Beat Knöpfli und sein Tesla

Unterwegs Richtung Jordanien. Bild: zvg

Endstation Saudi-Arabien

Seine Reise führt in weiter nach Saudi-Arabien, das erst vor wenigen Wochen die Grenzen für Touristen geöffnet hat. Köpfli fährt dem Roten Meer an frisch aus dem Boden gestampften Retortenstädten entlang, in denen in den kommenden Jahren die Touristenscharen einfallen sollen. In der Hafenstadt Jeddah will Köpfli die Fähre nach Port Sudan nehmen und von dort durch den Sudan, Äthiopien, Kenia, Tansania, Sambia und Botswana bis nach Südafrika fahren.

Bevor der Reiseprofi die Überfahrt in den Sudan wagt, überprüft er nochmals die Sicherheitslage: Er schreibt lokale Kontakte im Sudan an. Das Problem: In Port Sudan ist die Lage wegen Stammeskämpfen vor wenigen Tagen ziemlich eskaliert. «Es wäre einfach zu riskant, mit meinem Tesla drei Tage am gleichen Ort zu weilen, um den Akku aufzuladen. So wäre ich ein leichtes Ziel.»

«‹Schweizer mit Tesla als Geisel genommen›: Diese Schlagzeile will ich nie sehen.»

Kurzerhand beschliesst Köpfli, die Reise nach Südafrika abzublasen und stattdessen mit dem Auto zurück nach Israel zu fahren. Auf seinen Reisen gelte immer das Motto «Safety First». «‹Schweizer mit Tesla als Geisel genommen›: So eine Schlagzeile will ich nie sehen. Da kehre ich lieber um.»

Zurück in Israel, lässt er sich vom lokalen Tesla-Instagram-Influcencer durch Haifa leitet. «Die Leute kreischten überall und haben mich andauernd eingeladen», so Köpfli.

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Der Tesla im Hafen von Haifa.

Einige Tage später nimmt er die Fähre zurück nach Italien, wo ihn watson am Telefon erreicht. «Für mich ist die Reise kein Fehlschlag. Sondern eine wertvolle Erfahrung», bilanziert Köpfli.

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