«Er hätte das Gleiche für mich getan»: Josi spricht erstmals über den Fischer-Brief
Nach der langen NHL-Saison bereitet sich Roman Josi zusammen mit der Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft für die Weltmeisterschaft im eigenen Land vor. Zum ersten Mal seit über zehn Jahren wird Josi in der Nati nicht mehr von Patrick Fischer, sondern Jan Cadieux trainiert. Der langjährige Cheftrainer Fischer wurde vor drei Wochen entlassen. Dies, nachdem öffentlich wurde, dass der 50-Jährige mit einem gefälschten Impfausweis zu den Olympischen Spielen in Peking reiste und 2023 wegen Urkundenfälschung verurteilt wurde.
Josi selbst entschied sich daraufhin, einen Brief an den Schweizerischen Eishockeyverband zu schreiben, und forderte eine Rückkehr von Fischer. Gegenüber dem Blick hat sich der 35-Jährige erstmals dazu geäussert. Wie Josi erklärt, gab es im Team schon direkt nach der Fischer-Entlassung Gespräche und Diskussionen. Nicht alle im Team seien derselben Meinung gewesen.
Trotzdem entschied sich Josi, welcher zu dieser Zeit noch in den USA war, dem Verband einen Brief zu schreiben. «Meine Enttäuschung war in jenem Moment gross. Deshalb war für mich klar, dass ich mich solidarisch hinter Fischi stelle. Er hätte das Gleiche für mich und uns als Team getan», sagt der Verteidiger dazu und führt weiter aus: «Wir durften so viel Schönes mit ihm erleben und haben mit ihm etwas Cooles aufgebaut mit der Nati.»
Dazu sei für Josi klar, dass sich der Brief nicht gegen den neuen Nati-Trainer Jan Cadieux richtete. «Jan wusste und weiss, dass ich zu 100 Prozent hinter ihm stehe und ihn unterstütze. Er hat mein vollstes Vertrauen. Das war für mich keine Frage, das habe ich ihm immer so gesagt», stellt sich Josi hinter den neuen Nati-Coach.
Obwohl es Meinungsverschiedenheiten gab, hat sich im Team der Nati gemäss Josi kein Graben gebildet: «Wir haben viel diskutiert in der Mannschaft, auch wenn wir alle an verschiedenen Orten weilten. Es war wirklich gut, weil wir sehr offen kommunizierten und alle ihre Meinung eingebracht haben.» Der Captain der Nashville Predators findet, dass die Mannschaft noch mehr zusammengewachsen sei und dass es für die Mannschaft sehr gut gewesen sei, dass alles ehrlich zusammen besprochen wurde.
Noch geht es neun Tage, bis die WM im eigenen Land beginnen wird. Zuvor bestreitet die Hockey-Nati noch drei Vorbereitungsspiele im Rahmen der «Beijer Hockey Games». Dabei trifft die Mannschaft von Trainer Cadieux auf Finnland, Schweden und Tschechien. (riz)
