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Eismeister Zaugg: Für die Olympia Siegerinnen gab es keine WM-Einladung

KEYPIX - Switzerland's Lena Marie Lutz takes a selfie with her teammates while celebrating at the House of Switzerland after winning the women's ice hockey bronze medal game, at the 2026 Oly ...
Beim Olympischen Eishockeyturnier 2026 in Mailand haben die Frauen Bronze geholt.Bild: keystone
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Ein wenig schäbig: Keine WM-Einladung für die olympischen «Bronze-Heldinnen»

Welche Wertschätzung geniessen die Frauen bei unserem Eishockeyverband (SIHF) tatsächlich? Die Frage ist nach der grandiosen WM in Zürich und Fribourg berechtigt. Die Olympia-Heldinnen (Bronze) sind zu keinem einzigen Spiel eingeladen worden.
05.06.2026, 07:2605.06.2026, 09:48

Eine WM im eigenen Land ist auch die Gelegenheit «Danke» zu sagen. Wertschätzung zu zeigen. Und viel besser als mit einer Einladung zu einem WM-Spiel der Schweizer konnte diese Wertschätzung eigentlich nicht ausgedrückt werden.

Beim Olympischen Eishockeyturnier 2026 in Mailand haben die Frauen Bronze geholt. Ein Hockey-Märchen. Ein historischer Erfolg. Olympische Medaillen haben im Eishockey den höchsten sportlichen Wert.

Eine Einladung zu einem der insgesamt zehn WM-Spiele der Schweizer in Zürich wäre ein Zeichen der Wertschätzung gewesen. Für die Spielerinnen, aber auch für den scheidenden Nationaltrainer Colin Muller und seinen Staff. Aber die Olympia-Heldinnen, ihr Trainer und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mussten, wenn sie denn ein Spiel sehen wollten, Tickets kaufen. Keine Einladung. Der Verbands-Kommunikationschef Finn Sulzer bestätigt auf Anfrage:

«Die Ticketing-Hoheit lag beim WM-OK, der Verband hatte weder unlimitierten noch kostenlosen Zugang zu Tickets. Aufgrund des sehr begrenzten Ticketkontingents konnten wir leider nicht alle Personen und Gruppen berücksichtigen, die sich um das Schweizer Eishockey verdient gemacht haben. Dies betraf verschiedene Anspruchsgruppen. Die Spielerinnen und der Staff des Olympia-Teams hatten die Möglichkeit, für verschiedene WM-Spiele Tickets zu erwerben.»

Ein wenig seltsam ist an dieser Begründung: Die WM wird von einer eigens für diesen Anlass gegründeten Aktiengesellschaft «Organising Committee 2026 IIHF Ice Hockey World Championship AG» durchgeführt. Die Hälfte der Aktien hält der WM-Vermarkter Infront, die andere der Verband. Der Gewinn wird unter den beiden Partnern aufgeteilt (oder der Verlust gemeinsam getragen). Die Gewinnerwartung der WM liegt bei 10 Millionen, die Hälfte davon wird in die Verbandskasse fliessen.

Der Verwaltungsratspräsident der «Organising Committee 2026 IIHF Ice Hockey World Championship AG» heisst Marc Anthony Anner. Er ist auch Verbands-Vizepräsident und beim Verband verantwortlich für die Abteilung Nachwuchs-, Amateur- und Frauensport. Die Behauptung, der Verband habe «weder unlimitierten noch kostenlosen Zugang zu Tickets» gehabt, ist nicht sehr überzeugend. Marc Anthony Anner war ja nicht einfach ein Operetten-OK-Präsident, sondern formell oberster Chef der WM-Organisation. Hätte er die Ticktes für «seine» Frauen (er verantwortet ja beim Verband den Frauensport) beschaffen können? Problemlos. Selbst ein während des Turniers mit Arbeit völlig überlasteter Chronist ohne Beziehungen im Hockey war dazu in der Lage, hin und wieder Tickets für die Partien der Schweizer zu organisieren.

Marc-Anthony Anner, Board President Ice Hockey World Championship 2026, spricht in einem Interview bei der Enthuellung der Tissot Countdown Uhr fuer die IIHF Eishockey WM 2026 in der Schweiz, am Diens ...
Marc Anthony Anner ist der Verwaltungsratspräsident der «Organising Committee 2026 IIHF Ice Hockey World Championship AG». Bild: keystone

Und wenn Marc Anthony Anner als OK-Chef tatsächlich nicht die Kompetenz oder die Beziehungen hatte, um Tickets für «seine» Olympia-Frauen zu ordern, dann hätte es sich der Verband mit rund 14 Millionen in den Geldspeichern, zu denen nun noch ein WM-Gewinn von rund 5 Millionen hinzukommen wird, leisten können, halt für die «Bronze-Heldinnen» Tickets zu kaufen und sie einzuladen. Als Zeichen der Wertschätzung.

Die Frage ist natürlich, wie viele Tickets der Verband zum Verteilen unter der Funktionärskaste zur Verfügung bzw. geordert hatte. Da wird Kommunikations-Chef Finn Sulzer schmallippig: «Zur Anzahl der durch die SIHF bezogenen bzw. zur Verfügung stehenden Tickets machen wir keine Angaben.»

Ganz schäbig will der Verband aber nicht sein. Es gibt im Sommer doch noch ein «Merci». Finn Sulzer lässt wissen:

«Der Verband wird die ausserordentlichen Leistungen des Olympia-Teams im Rahmen eines eigenen Sommer-Events mit Dinner inklusive Begleitpersonen würdigen und feiern. Die Erfolge des Olympia-Teams haben für das Schweizer Eishockey einen hohen Stellenwert und wir freuen uns darauf, diese Leistungen gemeinsam angemessen zu würdigen.»

Immerhin. Und dann erst noch mit Begleitpersonen! Aber eben: Ein Sommer-Event kann das WM-Erlebnis, das in Zürich ein unvergessliches war, nicht ersetzen.

P.S. 2028 wird die Frauen-WM in der Schweiz stattfinden. Für diesen Anlass benötigen die Spielerinnen und der Staff natürlich keine Tickets.

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37 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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MircoCH
05.06.2026 08:16registriert Mai 2020
Das ist wirklich etwas peinlich! Für Promis hatte es Tickets aber für die Damen nicht. Unverständlich. Ich vermute eher, wenn sie ehrlich wären wärs wohl: „Shi*, das haben wir schlicht vergessen.“
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Pummelfee
05.06.2026 08:24registriert Mai 2020
Alles nur lahme Ausreden, dass man für die Damen kein Geld ausgeben wollte. Für Hockey-Promis hatte man ja auch Gratis-Tickets. Aber wie immer: wer schon viel hat, demm wird immer noch mehr gegeben. Erbärmlich und äusserst peinlich.
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Trio_Duo
05.06.2026 08:24registriert Februar 2025
Eigentlich eine Frechheit!
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Die norwegische Nati setzt beim Teamfoto voll auf Klischees ⚔️
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