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Ivan Fedotov gewann in Peking Olympia-Silber.
Ivan Fedotov gewann in Peking Olympia-Silber.Bild: keystone

Rekrutierung umgangen – künftiger NHL-Goalie in Russland festgenommen

02.07.2022, 14:2702.07.2022, 15:31

Ivan Fedotov hat dem Russischen Olympischen Komitee vergangenen Winter in Peking geholfen, die Silbermedaille zu gewinnen. Unlängst hat der 25-jährige Eishockey-Goalie bei den Philadelphia Flyers seinen ersten NHL-Vertrag unterschrieben. Ob Fedotov im Herbst tatsächlich in Nordamerika trainieren und spielen wird, ist aktuell mehr als unsicher.

Denn Berichten diverser Medien am späten Freitagabend zufolge – darunter auch einem der New York Times – wurde der junge Russe in St.Petersburg zwischenzeitlich festgenommen. Der Grund gemäss russischen Quellen: Fedotov soll sich dem russischen Militär entzogen haben. Nach seiner Festnahme sei der Goalie umgehend ins Rekrutierungsbüro des Militärs gebracht worden.

Die russische Sportjournalistin Anna Andronova, die gerade dabei war, einen Beitrag über Fedotov zu drehen, berichtet über die Ereignisse: «Als wir die Eishalle in St.Petersburg verliessen, warteten rund zehn Leute auf uns, zwei in Uniform, der Rest in zivilen Kleidern. Sie sprachen kurz mit Fedotov, der sogleich in einen Kastenwagen einstieg. Als ich diese Leute fragte, wer und von wo sie seien, hiess es, das gehe mich nichts an. Sie schlossen die Türen und fuhren weg.»

Am Samstagmorgen kamen die nächsten News: Fedotov soll im militärischen Rekrutierungsbüro krank geworden und mit einer Ambulanz abtransportiert worden sein. Gemäss der russischen Zeitung «Fontanka», habe der 25-Jährige die Nacht im Spital verbracht. Das russische Militär habe aber keine Absicht, Fedotov in die Ukraine zu schicken.

Fedotov spielte letzte Saison für den Klub ZSKA Moskau, dessen Spieler automatisch als militärisches Personal gelten. Das Nichteinhalten des Vertrags, um nach Philadelphia zu wechseln, könnte deshalb als Verstoss gegen russisches Gesetz gewertet werden, schreibt der «Philadelphia Inquirer».

Fedotovs Agent Igor Parashkin sagt gegenüber Match TV: «Ich kann mich aktuell nicht zur Situation äussern. Morgen sollte ich mehr wissen.» Und auch Chuck Fletcher, General Manager der Philadelphia Flyers, hat wenig Informationen: «Wir sind uns der Berichte bewusst und suchen nach Infos. Mehr kann ich im Moment nicht sagen.»

Damit bestätigt sich die Angst der NHL-Teams, dass die russische Invasion in der Ukraine auch Eishockeyspieler einholt. Einige der grössten Namen in der NHL – Alexander Ovechkin, Kirill Kaprizov oder Andrei Vasilevskiy – sind Russen. 57 Russen haben vergangene Saison in der NHL gespielt. Die meisten von ihnen sind in der Sommerpause wieder in ihr Mutterland zurückgekehrt, entgegen den Empfehlungen der Teams.

Bill Guerin, General Manager der Minnesota Wild, sagt gegenüber «The Athletic»: «Ich habe Kaprizov gefragt, ob er nicht in den USA bleiben möchte. Aber er wollte seine Familie sehen, nachhause gehen. Das kann ich verstehen und ich kann und will ihn nicht aufhalten.»

Noch ist man in NHL-Kreisen optimistisch, dass die russischen Spieler im Herbst auch wieder bei ihren jeweiligen NHL-Teams aufkreuzen werden. Aber der stellvertretende NHL-Commissioner Bill Daly sagt auch: «Wenn Russland ihnen die Ausreise verweigern sollte, dann können wir nicht viel machen.» (abu)

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23 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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josoko
02.07.2022 15:50registriert Januar 2021
Wird ins Rekrutierungsbüro gebracht und endet dann gleich im Krankenhaus? WTF!?
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Wegmeister Wyngarten
02.07.2022 15:41registriert September 2020
Hoffentlich fällt keiner von denen so hin, dass sie am Ende mit einer Schlinge um den Hals am Baum hängend landen
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So oder so
02.07.2022 16:25registriert Januar 2020
Putin Lover wie Ovi kann gleich in Russland bleiben.
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