DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild: AP

Dreckschleudern: So viel zusätzliches CO2 produziert die Schweizer SUV-Flotte

08.01.2020, 18:4409.01.2020, 09:08

Herr und Frau Schweizer mögen SUV. Fast jeder zweite Neuwagen gehört mittlerweile zu den grossen und schweren Pseudogeländewagen. Von den 4,6 Millionen registrierten Personenwagen waren 2018 850'000 SUV.

Es wird Zeit für eine Milchbüechlirechnung.

Herr und Frau Schweizer legten 2018 durchschnittlich rund 14'800 Kilometer in ihren Autos zurück.

Wenn 850'000 SUV je 14'800 Kilometer fahren, läppert sich was zusammen: 12'580'000'000 Kilometer – 12,6 Milliarden Kilometer. Die Schweizer SUV-Flotte legte 2018 12,6 Milliarden Kilometer zurück. Und bei jedem Kilometer entstand ein bisschen «unnötiges» CO2.

Stellt sich die Frage, wie viel unnötiges CO2.

Die beliebtesten 10 SUV-Modelle in der Schweiz produzieren zwischen 120 und 190 Gramm CO2 pro Kilometer. Der Einfachheit halber rechnen wir mit (gnädigen) 150 Gramm pro Kilometer. Gnädig deshalb, weil Modelle wie der Porsche Cayenne (je nach Antriebsart) und ähnliche Modelle diesen Wert klar sprengen. Gnädig aber auch deshalb, weil Praxistests ergeben haben, dass die hier verwendeten Herstellerangaben im täglichen Gebrauch weit überschritten werden.

Und wie gross ist die Differenz zu einem «normalen» PKW?

Ein durchschnittliches SUV verbraucht laut IEA (International Energy Agency) rund 25 Prozent mehr Benzin/Diesel als ein durchschnittlicher mittelschwerer anderer PKW. Das ergibt für unsere Berechnungen 30 Gramm CO2 (150 Gramm entsprechen 5/4 der Emissionen eines normalen Fahrzeugs. 150 Gramm/5 = 30 Gramm).

Und nun die Milchbüechlirechnung: 12,6 Milliarden Kilometer à 30 Gramm sind 378'000 Tonnen CO2. (12'600'000'000*30/1'000'000).

Als Vergleich: 378'000 Tonnen CO2 entstehen ...

... bei ca. 430 vollen Flügen (320 Passagiere à 2,6 Tonnen CO2) von Zürich nach New York und wieder zurück.

... wenn 82'000 Einfamilienhäuser mit Öl heizen (1 Haus = 4,680 Tonnen CO2 pro Jahr).

Wir haben SUVS auf der Hardbrücke für euch gezählt ... Eieiei.

Video: watson

Um den zusätzlichen CO2-Ausstoss der Schweizer SUV-Flotte pro Jahr zu kompensieren, müssten 81'000 Einfamilienhäuser in der Schweiz ihre Ölheizung durch ein komplett CO2-neutrales Wärmesystem ersetzen.

Wie viel sind 81'000 Einfamilienhäuser?

Das sind sämtliche Einfamilienhäuser der Kantone St.Gallen und Neuenburg zusammen. Im Kanton Zürich standen 2018 118'000 Einfamilienhäuser, im Kanton Bern 113'000 und im Aargau 101'000. Der Kanton mit den viertmeisten Einfamilienhäusern (Tessin) kommt auf 75'000.

Die Autoindustrie ist unter Druck

Video: srf
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Auch E-Autos werden oft als SUV gebaut:

1 / 17
Byton – der gescheiterte Tesla-Herausforderer aus China
quelle: byton
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Das Elektroauto als Bekenntnis für den Klimaschutz

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

E-Auto-News: Opel bringt günstigen Mini-Stromer +++ Extrem lange Wartezeiten für E-Autos
Die wichtigsten News aus der spannenden Welt der Elektromobilität.

Opel bringt zum Jahreswechsel den Rocks-e an den Start, allerdings zunächst nur in Deutschland. Dort soll er ab 8000 Euro kosten und er kann schon von Jugendlichen ab 15 Jahren gesteuert werden. Mit 2,41 Metern Länge und 1,39 Metern Breite dürfte man fast überall eine Parklücke finden.

Auch wenn man es auf den ersten Blick vermuten könnte, ist der Mini-Opel nicht als Kleinstwagen, bzw. Smart-Rivale konzipiert. Der Rocks-e soll vielmehr Kundinnen und Kunden ansprechen, die in der Stadt für kurze Distanzen eine Alternative zum E-Roller oder E-Bike suchen.

Zur Story