Auto
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
FILE - In this Sept. 6, 2019, file photo, commuters make their way along an expressway during rush hour in Beijing. China's auto sales sank 5.4% in November from a year ago, putting the industry's biggest global market on track to shrink for a second year, an industry group reported Tues, Dec. 10, 2019. Drivers bought just over 2 million SUVs, sedans and minivans, according to the China Association of Automobile Manufacturers. (AP Photo/Mark Schiefelbein, File)

Bild: AP

Dreckschleudern: So viel zusätzliches CO2 produziert die Schweizer SUV-Flotte



Herr und Frau Schweizer mögen SUV. Fast jeder zweite Neuwagen gehört mittlerweile zu den grossen und schweren Pseudogeländewagen. Von den 4,6 Millionen registrierten Personenwagen waren 2018 850'000 SUV.

Es wird Zeit für eine Milchbüechlirechnung.

Herr und Frau Schweizer legten 2018 durchschnittlich rund 14'800 Kilometer in ihren Autos zurück.

Wenn 850'000 SUV je 14'800 Kilometer fahren, läppert sich was zusammen: 12'580'000'000 Kilometer – 12,6 Milliarden Kilometer. Die Schweizer SUV-Flotte legte 2018 12,6 Milliarden Kilometer zurück. Und bei jedem Kilometer entstand ein bisschen «unnötiges» CO2.

Stellt sich die Frage, wie viel unnötiges CO2.

Die beliebtesten 10 SUV-Modelle in der Schweiz produzieren zwischen 120 und 190 Gramm CO2 pro Kilometer. Der Einfachheit halber rechnen wir mit (gnädigen) 150 Gramm pro Kilometer. Gnädig deshalb, weil Modelle wie der Porsche Cayenne (je nach Antriebsart) und ähnliche Modelle diesen Wert klar sprengen. Gnädig aber auch deshalb, weil Praxistests ergeben haben, dass die hier verwendeten Herstellerangaben im täglichen Gebrauch weit überschritten werden.

Und wie gross ist die Differenz zu einem «normalen» PKW?

Ein durchschnittliches SUV verbraucht laut IEA (International Energy Agency) rund 25 Prozent mehr Benzin/Diesel als ein durchschnittlicher mittelschwerer anderer PKW. Das ergibt für unsere Berechnungen 30 Gramm CO2 (150 Gramm entsprechen 5/4 der Emissionen eines normalen Fahrzeugs. 150 Gramm/5 = 30 Gramm).

Und nun die Milchbüechlirechnung: 12,6 Milliarden Kilometer à 30 Gramm sind 378'000 Tonnen CO2. (12'600'000'000*30/1'000'000).

Als Vergleich: 378'000 Tonnen CO2 entstehen ...

... bei ca. 430 vollen Flügen (320 Passagiere à 2,6 Tonnen CO2) von Zürich nach New York und wieder zurück.

... wenn 82'000 Einfamilienhäuser mit Öl heizen (1 Haus = 4,680 Tonnen CO2 pro Jahr).

Wir haben SUVS auf der Hardbrücke für euch gezählt ... Eieiei.

Video: watson

Um den zusätzlichen CO2-Ausstoss der Schweizer SUV-Flotte pro Jahr zu kompensieren, müssten 81'000 Einfamilienhäuser in der Schweiz ihre Ölheizung durch ein komplett CO2-neutrales Wärmesystem ersetzen.

Wie viel sind 81'000 Einfamilienhäuser?

Das sind sämtliche Einfamilienhäuser der Kantone St.Gallen und Neuenburg zusammen. Im Kanton Zürich standen 2018 118'000 Einfamilienhäuser, im Kanton Bern 113'000 und im Aargau 101'000. Der Kanton mit den viertmeisten Einfamilienhäusern (Tessin) kommt auf 75'000.

Die Autoindustrie ist unter Druck

Video: srf

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Auch E-Autos werden oft als SUV gebaut:

Das Elektroauto als Bekenntnis für den Klimaschutz

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Ein Paar in Brasilien pflanzte 20 Jahre lang Bäume – und lebt jetzt in einem Wald

Es ist eines der grössten Aufforstungsprojekte der Welt: Das Ehepaar Salgado pflanzte in 20 Jahren einen 68 Millionen Quadratmeter grossen Wald. Sie haben bewiesen, dass der Klimawandel nicht nur gestoppt, sondern auch rückgängig gemacht werden kann.

Anfang der 90er-Jahre wurde der brasilianische Fotografjournalist Sebastiao Ribeiro Salgado nach Ruanda geschickt, um über den schrecklichen Völkermord zu berichten. Das vor Ort Erlebte traumatisierte ihn schwer. 1994 kehrte Salgado in seine Heimat zurück. Er hoffte zu Hause in Minas Gerais, wo er von einem üppigen Wald umgeben aufgewachsen war, Ruhe und Erholung zu finden.

Statt des Waldes aber fand er kilometerweit staubiges und karges Land vor. In wenigen Jahren fand in seiner Heimatstadt …

Artikel lesen
Link zum Artikel