Bern
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Keine Vollzugslockerungen für Haupttäter im Mord von Unterseen BE



THEMENBILD ZUR EIDGENOESSISCHEN ABSTIMMUNG ZUR SELBSTBESTIMMUNGSINITIATIVE VOM 25. NOVEMBER --- Le batiment du Tribunal Federal, photographie ce mercredi 28 octobre 2015, a Lausanne.(KEYSTONE/Christian Brun)..

Bild: KEYSTONE

Auch nach bald 17 Jahren Freiheitsentzug gehen die Vollzugs-Behörden beim Haupttäter im Mordfall von Unterseen BE von einer hohen Rückfall- und Fluchtgefahr aus. Das Bundesgericht stützt diese Sicht und die Abweisung von Vollzugslockerungen für den heute 39-Jährigen.

Der Mann wurde im August 2005 vom Obergericht des Kantons Bern wegen Mordes, zweifach vollendeten Mordversuchs und wiederholter Vorbereitungshandlungen zu Mord zu einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe verurteilt. Die Strafe verbüsst der Mann bereits seit Februar 2002.

Zusammen mit weiteren jungen Männern hatte der Verurteilte Ende Januar 2001 einen damals 19-jährigen Kollegen bei der Ruine Weissenau in Unterseen mit einem Stahlrohr bestialisch erschlagen. Die Leiche versenkten sie im Thunersee. Der Kollege musste sterben, weil er ein Schweigegelübde des rechtsextremen «Orden der arischen Ritter» gebrochen hatte, dem er und die Täter angehörten.

Wie aus einem am Freitag publizierten Urteil des Bundesgerichts hervorgeht, wurden dem Verurteilten bis heute keine Vollzugslockerungen gewährt. Der Mann weigert sich, eine Therapie zu machen und bei einer Begutachtung mitzuwirken, heisst es im Lausanner Entscheid.

«Therapeutische Eskapaden»

In seiner Beschwerde hat der Mann gemäss Urteil geschrieben, er weigere sich nicht, die Vollzugsziele zu erreichen. Er wolle aber nicht die «therapeutischen Eskapaden» des Psychiatrisch-Psychologischen Dienstes über sich ergehen lassen.

Diese hätten nichts mit der Arbeit an relevanten Problembereichen zu tun, sondern mit der Suche einer psychischen Störung zwecks Anordnung einer nachträglichen Verwahrung.

Die Konkordatliche Fachkommission zur Beurteilung der Gemeingefährlichkeit von Straftätern kam zum Schluss, dass dem Mann eine Einsicht in seine problematische Grundhaltung fehle. Äusserlich verhalte er sich im Strafvollzug zwar angepasst. Er sei jedoch rechthaberisch, dominierend und handle manipulativ. Ausserdem sei er schnell kränkbar.

Die Distanzierung von rechtsextremen Ideologien hält die Kommission für Lippenbekenntnisse. Allein um dieses Gedankengut gehe es aber nicht, was der Verurteilte verkenne. Problematisch sei auch, dass er ein eigenes Wertesystem und Rechtsverständnis habe, dessen Durchsetzung er für legitim halte.

Das Obergericht folgerte unter anderem aus diesen Gründen, dass keine nachhaltige positive Veränderung in der Persönlichkeit des Beschwerdeführers stattgefunden habe. Deshalb geht das Obergericht weiterhin von einer hohen Rückfallgefahr aus – auch für schwere Gewaltdelikte. Das Bundesgericht bestätigt diese Sichtweise. (Urteil 6B_240/2018 vom 23.11.2018) (aeg/sda)

Im Namen des Rechts: Diese Justizfälle haben die Schweiz bewegt

«Er ist unschuldig?» – wie Luanas Traum von der Freiheit vor dem Aargauer Obergericht jäh platzte

Link zum Artikel

Kondome, Viagra, Medienstelle: Der «Rollstuhl-Bomber» erzählt vor Gericht krude Romane

Link zum Artikel

«Wir sind durch die Hölle gegangen» – Das sagt der Schlieremer Polizist zum Bundesgerichtsentscheid

Link zum Artikel

«Fall Walker»: Das Obergericht übt sich in Schadensbegrenzung

Link zum Artikel

Eine lesbische Liebe, Kokain-Sucht und Salmiakgeist, 12 Prozent: Der Mordprozess Hochweid

Link zum Artikel

Carlos vor Gericht: Ein schweigender Trötzler

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Das könnte dich auch interessieren:

Warum wir bald wieder über den Schweizer Pass reden werden

Link zum Artikel

«Ich hatte Sex mit dem Ex meiner besten Freundin…»

Link zum Artikel

Die amerikanische Agentin, die Frankreichs Résistance aufbaute

Link zum Artikel

Matheproblem um die Zahl 42 geknackt

Link zum Artikel

Wie gut kennst du dich in der Schweiz aus? Diese 11 Rätsel zeigen es dir

Link zum Artikel

«In der Schweiz gibt es zu viel Old Money und zu wenig Smart Money»

Link zum Artikel

So schneiden die Politiker im Franz-Test ab – wärst du besser?

Link zum Artikel

Röstigraben im Bundeshaus: «Sobald ich auf Deutsch wechsle, sinkt der Lärm um 10 Dezibel»

Link zum Artikel

So erklärt das OK der Hockey-WM in der Schweiz die Ähnlichkeit zum Tim-Hortons-Spot

Link zum Artikel

Die Geschichte von «Ausbrecherkönig» Walter Stürm und seinem traurigen Ende

Link zum Artikel

«Informiert euch!»: Greta liest den Amerikanern bei Trevor Noah die Leviten

Link zum Artikel

Keine Angst vor Freitag, dem 13.! Diese 13 Menschen haben bereits alles Pech aufgebraucht

Link zum Artikel

Der Kampf einer indonesischen Insel gegen den Plastik

Link zum Artikel

«Ich bin … wie soll ich es sagen … so ein bisschen ein Arschloch-Spieler»

Link zum Artikel

Alles, was du über die neuen iPhones und den «Netflix-Killer» von Apple wissen musst

Link zum Artikel

15 Bilder, die zeigen, wie wunderschön und gleichzeitig brutal die Natur ist

Link zum Artikel

Shaqiri? Xhaka? Von wegen! Zwei Torhüter sind die besten Schweizer bei «FIFA 20»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Warum dieses 🌈-Gerichtsurteil für die «Ehe für alle» so wichtig ist – in 3 Punkten

Zum ersten Mal hat ein Schweizer Gericht entschieden, dass eine Ex-Partnerin der leiblichen Mutter nach der Trennung Unterhalt bezahlen muss. Das könnte die Debatte um die «Ehe für alle» nochmals auf den Kopf stellen.

Jüngst Monats fällte ein Richter am Regionalgericht Bern-Mittelland ein wegweisendes Urteil für Regenbogenfamilien: Gleichgeschlechtliche Eltern mit eingetragener Partnerschaft müssen nach einer Trennung Unterhalt für die gemeinsamen Kinder bezahlen.

Im konkreten Fall ging es um ein lesbisches Paar mit eingetragener Partnerschaft und Kinder, wobei die eine Frau die leibliche Mutter und die andere Frau die sogenannte Co-Mutter ist. Nach der Trennung des Paars entbrannte ein Streit über die …

Artikel lesen
Link zum Artikel