Luftfahrt
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epa05252544 Law and Justice (PiS) leader Jaroslaw Kaczynski unveils a plaque commemorating his twin brother, former Polish President Lech Kaczynski as part of ceremonies marking the 6th anniversary of the Polish Presidential plane crash, at the Mazovieckie Province Office in Warsaw, Poland, 10 April 2016. Poland's President Lech Kaczynski, his wife Maria Kaczynska and 94 others died on 10 April 2010 when Polish presidential plane crashed in Smolensk, Russia.  EPA/PAWEL SUPERNAK POLAND OUT

Polens starker Mann Jaroslaw Kaczynski vor einer Gedenktafel für seinen beim Absturz getöteten Zwillingsbruder. Bild: EPA/PAP

Polens Trauma: Absturzopfer von Smolensk werden exhumiert

Bei einem Flugzeugabsturz in Russland kamen 2010 zahlreiche Mitglieder der polnischen Elite ums Leben, darunter Präsident Lech Kaczynski. Sein Zwillingsbruder lässt den Fall nun neu aufrollen.



Die Polen sind ein stolzes Volk, aber auch ein leidgeprüftes. Im 19. Jahrhundert wurde ihr Staat faktisch von der Landkarte getilgt. Im 20. Jahrhundert erlitten sie den Terror der Nazi-Besatzung und danach vier Jahrzehnte unter kommunistischer Herrschaft. Den letzten Schicksalsschlag erlebte Polen vor sechs Jahren, am 10. April 2010: Beim Absturz einer Regierungsmaschine, die sich im Anflug auf die russische Stadt Smolensk befand, kamen alle 96 Insassen ums Leben.

Unter den Opfern befanden sich zahlreiche Angehörige der polnischen Elite, darunter Regierungsmitglieder und Parlamentarier, hohe Militärs, der Notenbankchef sowie der damalige Staatspräsident Lech Kaczynski und seine Frau Maria. Eine russische und eine polnische Kommission kamen unabhängig voneinander zum Schluss, dass ein Pilotenfehler zum Absturz geführt hatte. Zum fraglichen Zeitpunkt lag Nebel über dem Flughafen von Smolensk.

Absturz von Smolensk

Einer hat diese Version nie akzeptiert: Lech Kaczynskis Zwillingsbruder Jaroslaw. Er ist heute als Chef der regierenden Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) der starke Mann in Polen. Er vermutet eine Explosion an Bord des Flugzeugs. Nach dem Wahlsieg der PiS im letzten November ordnete Kaczynski an, den Fall wieder aufzurollen. Nun sollen die Leichen exhumiert werden, um zu ermitteln, ob sie einer Explosion zum Opfer fielen, teilte die Staatsanwaltschaft am Dienstag mit.

Vorwürfe gegen Russland

Die neuen Untersuchungen könnten die ohnehin gestörten Beziehungen zwischen Polen und Russland weiter belasten. Die PiS hat Russland zwar nie direkt vorgeworfen, für den Absturz und den Tod des damaligen polnischen Präsidenten verantwortlich zu sein. Russland habe aber davon profitiert, lautet die Position der nationalkonservativen Partei. Ausserdem warfen PiS-Funktionäre Russland vor, die Ermittlungen zu verzögern und den Polen Beweisstücke vorzuenthalten.

Für böses Blut sorgte etwa die Andeutung im russischen Bericht, der polnische Luftwaffenchef habe die Piloten der Unglücksmaschine dazu gedrängt, trotz der schlechten Sicht in Smolensk zu landen. Die Delegation flog damals nach Russland, um den 70. Jahrestag des Massakers von Katyn zu begehen. Rund 22'000 polnische Offiziere und Intellektuelle wurden im April und Mai 1940 auf Anordnung von Sowjetdiktator Josef Stalin getötet. Jahrzehntelang hatte die Sowjetunion Nazi-Deutschland für das Massaker an den Polen verantwortlich gemacht.

Im Visier der neuen Ermittlungen ist auch die rechtsliberale Vorgängerregierung. Jaroslaw Kaczynski hat den damaligen Ministerpräsidenten und heutigen EU-Ratspräsidenten Donald Tusk indirekt für den Absturz mitverantwortlich gemacht. Er fühlt sich durch ein Gerichtsurteil vom Dienstag bestätigt. Der damals für den Personenschutz zuständige General wurde verurteilt, weil er bei der Vorbereitung der Reise seine Pflichten nicht ausreichend erfüllt habe.

Der Flughafen von Smolensk hätte überhaupt nicht als Landeort in Betracht gezogen werden dürfen, meinte das Gericht. Gleichzeitig wies es die Anschlagsthese zurück. Kaczyinski reagierte dennoch zufrieden: «Ich hoffe, es wird noch weitere Urteile geben.» (pbl/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Ridcully 22.06.2016 16:51
    Highlight Highlight Da Stalin ein Georgier war und kein Russe macht die Paranoia der Polen vor den Russen auch nicht glaubwürdiger.
    • Stachanowist 22.06.2016 17:19
      Highlight Highlight Naja, viele von Stalins engsten Komplizen waren Russen (Molotov, Voznesenskij, Kujbyšev etc.)

      Dazu kommt, dass sich Stalin kaum über seine georgische Herkunft definiert hatte, zumindest nach seinen jungen Jahren nicht mehr. Das lässt sich auch an der Änderung seines Tarnnamens von Koba (ein georgischer Held) zu Stalin (der Stählerne) erkennen.
    • Ridcully 22.06.2016 19:24
      Highlight Highlight ...und Beria war Georgier. Abgesehen davon, dass Stalin eigentlich gar keine Freunde hatte. Mich störteinfach, dass alle die Russen als Rechtsnachfolger der Sovietunion sehen. Obwohl sich das heutige Russland eher am Zarenreich orientiert. Dass Kaczyinsky mit seinem Hass ganz Polen vergiftet ist die eigentliche Tragödie. Einander historische Gräueltaten aufrechnen bringt niemanden weiter. Auch Frankreich und Deutschland mussten die fixe Idee eines "Erbfeindes" hinter sich lassen. Also sollten wir (und auch die Polen) nicht diesen Fehler wiederholen.
    • Stachanowist 22.06.2016 19:43
      Highlight Highlight ... Und Mikojan war Armenier, Jagoda Jude, Ordžonikidze ebenfalls Georgier, Dzeržinskij Pole... War und ist halt ein Vielvölkerreich, was viele im Westen leider nicht wahrnehmen!

      Was stimmt ist, dass die kaukasische Connection unter Stalin stark war. Aber weniger aus Nationalismus denn aus Loyalitätsgründen.

      Verstehe deinen Gedanken und stimme dem auch zu. Aber das gegenwärtige Russland orientiert sich nicht allein am Zarenreich, sondern betreibt einen ziemlich inkonsistenten Mix aus Zarenreich und UdSSR, wenn es um Erinnerungspolitik geht. Recht postmodern-beliebig das Ganze.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Ratert 22.06.2016 16:25
    Highlight Highlight "Die Delegation flog damals nach Russland, um den 70. Jahrestag des Massakers von Katyn zu begehen."

    Sie wollten einen Massaker verüben?
    Sieht mir mehr nach einem Schreibfehler aus. Lg
    • ChiefJustice 22.06.2016 17:01
      Highlight Highlight Lies nochmal genau. Der Jahrestag hätte begangen werden sollen, nicht ein Massaker. Alles korrekt mit dem nötigen Textverständnis.
  • Stachanowist 22.06.2016 16:15
    Highlight Highlight Die Polnischen Teilungen (=Auflösung Polens) fanden im 18. Jahrhundert statt, nicht im 19.

    Kaczynski macht mit der Tragödie Innen- und Aussenpolitik. Er perpetuiert mit dem Smolensker "zweiten Katyn" eine Verschwörungstheorie, für die es keinerlei Faktenbasis gibt.
    • Caligula 22.06.2016 22:29
      Highlight Highlight Das stimmt, allerdings wurde "Polen" im 19. Jahrhundert wieder hergestellt als Vasallenstaat (Herzogtum Warschau) unter Napoleon. Nach dem Wienerkongress wurde ein als Kongresspolen bekanntes Polen konstruiert, welches allerdings bald wieder verschwand. Erst nach dem 1. Weltkrieg wurde wieder ein polnischer Staat gegründet.
    • Stachanowist 22.06.2016 22:34
      Highlight Highlight Genau darum kritisiere ich ja die Angabe "Auflösung im 19. Jahrhundert" - weil Polen dann eher wieder auftauchte als zu verschwinden.

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