Türkei
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epaselect epa07461235 A Fighter of the Syrian Democratic Forces (SDF) stands guard next to the yellow flag of US-backed Syrian Democratic Forces (SDF) atop a building in the village of Baghuz, Syria, 24 March 2019. The US-backed Kurdish-Arab 'Syria democratic forces' (SDF) have announced the military victory over Islamic State (IS) group on 23 March 2019, following a four-year battle against the group that took control over a third of Syria and Iraq.  EPA/Ahmed Mardnli

Ein Kämpfer der Syrischen Demokratischen Kräfte nach dem Sieg über die letzte IS-Bastion in Baghuz. Bild: EPA/EPA

Die Kurden, Trump, Erdogan und Assad: Was du über die Kriegswirren in Rojava wissen musst

Sie haben den IS besiegt, jetzt werden die Kurden in Nordsyrien sich selbst überlassen. Ein Überblick über die türkische Militäroffensive in Rojava und was Erdogan, Trump und Assad damit zu tun haben.



Im Stundentakt ändern sich die Schlagzeilen über den Krieg in Nordsyrien: «Türkische Truppen marschieren in Syrien ein», «IS-Terroristen nutzen Chaos nach türkischer Invasion», «Kurden bitten Präsident Assad um Hilfe». Verwirrung total. Klar ist: Die Situation für die Kurden spitzt sich stetig zu, Hunderttausende haben ihre Häuser verlassen und sind auf der Flucht. Die Zahl der Todesopfer, darunter Zivilisten, Kinder und Journalisten, steigt täglich.

Bei den verschiedenen involvierten Akteuren und den sich überschlagenden Ereignissen die Übersicht zu behalten, ist schwierig. Die Situation ist komplex, dem Krieg voraus geht ein bereits lang andauernder Konflikt zwischen den verschiedenen Parteien. Dass nun auch der syrische Präsident Bashar al-Assad und Russlands Machthaber Wladimir Putin ihre Finger im Spiel haben, macht die Angelegenheit nicht einfacher.

Um was geht es eigentlich?

Am 9. Oktober startete der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan seinen Angriffskrieg gegen Nordsyrien. Die Invasion nennt er «Operation Friedensquelle». Seit Monaten drohte Erdogan damit, türkische Truppen über die Grenze nach Syrien zu schicken. Sein Plan ist die Errichtung einer 30 Kilometer breiten Pufferzone, die sich vom Fluss Euphrat in Richtung Osten entlang der Grenzlinie erstreckt. So will er die Kurden, die sich auf diesem Gebiet in den letzten Jahren eine autonome Selbstverwaltung aufgebaut haben, vertreiben und syrische Flüchtlinge aus der Türkei in die Zone umsiedeln.

Schon im August 2016 und im Januar 2018 griff Erdogan mit einer Militäroffensive kurdische Gebiete in Nordsyrien an. Die zweite endete mit der Einnahme der Stadt Afrin. Bereits diese Angriffe wurden von der internationalen Gemeinschaft aufs Schärfste verurteilt. Doch Erdogan hielt an seinem Plan fest und betonte, dass er nach Afrin das komplette Grenzgebiet von den kurdischen Selbstverwaltern säubern wolle.

Im Juli dieses Jahres drohte Erdogan erneut mit dem Einmarsch in Nordsyrien. Doch die amerikanische Regierung warnte die Türkei damals eindringlich vor einer Offensive gegen die Kurden. Denn: Die kurdischen Volksverteidigungseinheiten in Nordsyrien YPG und YPJ waren im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat ein wichtiger Partner der USA. Noch im Sommer waren hunderte US-Soldaten just in dem Gebiet stationiert, das Erdogan zu einer Pufferzone machen will. Vorerst konnte der türkische Präsident sein Vorhaben also nicht in die Realität umsetzen.

Als der US-Präsident Donald Trump am 7. Oktober verkündete, dass er seine Truppen aus Nordsyrien abziehen wolle, setzte er damit gleichermassen den Startschuss für Erdogans Militäroffensive. Dafür wurde Trump heftig kritisiert. Sowohl von den Demokraten als auch aus der eigenen Partei hiess es, der Rückzug sei ein Verrat an den eigenen Verbündeten.

epa07909736 Kurdish people who live in Cyprus wave flags and shout slogans during a demonstration in solidarity with the Kurdish people outside of the USA embassy in Nicosia, Cyprus, 10 October 2019. Turkey has launched an offensive targeting Kurdish forces in north-eastern Syria, days after the US withdrew troops from the area.  EPA/KATIA CHRISTODOULOU

Kurden in Zypern demonstrieren gegen den Krieg in Nordsyrien. Bild: EPA

Welches Gebiet ist von der türkischen Offensive betroffen?

Seit Ausbruch des Bürgerkriegs in Syrien im Jahr 2011 wird das Land von verschiedenen sich feindlich gesinnten Gruppen beherrscht. Ein grosser Teil steht nach wie vor unter der Führung des syrischen Machthabers Baschar al-Assad. Die Assad-feindlichen Oppositionsgruppen sind sehr heterogen zusammengesetzt und bekämpfen sich zum Teil auch gegenseitig. Ihr grösstes Einzugsgebiet beschränkt sich inzwischen auf die Region um Idlib.

Im Nordosten des Landes, auf gut einem Drittel des syrischen Territoriums, haben sich kurdische Gruppierungen ab 2015 ein autonomes und selbstverwaltetes Gebiet aufgebaut. Sie nennen es Demokratische Föderation Nordsyrien – besser bekannt als Rojava (auf der Karte als SDF-Gebiet bezeichnet).

Militärische Situation in Syrien

Aktueller Stand der Lage in Nordsyrien am 16. Oktober 2019. Bild: karte: watson/lea, quelle: syriancivilwarmap.com

Dem türkischen Präsidenten Erdogan ist Rojava ein besonderer Dorn im Auge. Auch im eigenen Land geht er mit eiserner Hand gegen kurdische Politiker vor und stellt diese oftmals unter Generalverdacht, gemeinsame Sache mit der PKK, der Arbeiterpartei Kurdistans, zu machen. Diese gilt in der Türkei als Terrororganisation. In den Augen von Erdogan ist Rojava ebenfalls eine terroristische Bedrohung, weil die dortigen kurdischen Milizen der PKK nahestünden.

Die neuste türkische Militäroffensive konzentriert sich bisher vor allem auf die Region um die Grenzstädte Tel Abyad, Serekaniye und Qamishlo. Am vergangenen Sonntag bombardierte die türkische Luftwaffe in der Nähe der Stadt Serekaniye einen Autokonvoi mit Zivilisten und Journalisten. Elf Menschen, darunter zwei Lokaljournalisten, wurden getötet.

In this Monday, Oct. 14, 2019 photo, Turkish troops deploy in Syria's northern region of Manbij. Syrian state media said Tuesday that government forces have entered the center of the once Kurdish-held northern town of Manbij and raised the national flag. (AP Photo)

Türkische Soldaten in der Region um Manbij. Bild: AP

Was genau ist Rojava?

Die Entstehung von Rojava geht einher mit dem Erstarken der Terrormiliz Islamischer Staat ab 2014 im Irak und Syrien. Völlig hilflos schaute damals die Weltgemeinschaft auf das Treiben der Schreckensherrschaft, bis die Dschihadisten bei der Schlacht um Kobane auf den erbitterten Widerstand der kurdischen Volksverteidigungseinheiten YPG und der Frauenverteidigungseinheiten YPJ stiessen. Die Kurden waren die ersten, denen es gelang es, die Terrormiliz zu schlagen.

Von Kobane aus kämpften die kurdischen Einheiten weiter. Unterstützt von der Obama-Regierung, befreiten sie Stadt um Stadt von dem IS, bis sie im März dieses Jahres die endgültige Niederlage der Dschihadisten in Syrien erklärten. Auf dem befreiten Gebiet errichteten die Kurden eine autonome Selbstverwaltung, die Demokratische Föderation Nordsyrien – besser bekannt unter dem Namen Rojava. Zunächst bestand das Gebiet aus den drei Kantonen Kobane, Afrin und Cizire. Heute zieht es sich über weite Strecken von Nordsyrien und beheimatet geschätzt fünf Millionen Menschen – Kurden, Araber, Christen, Armenier, Turkmenen und Assyrer.

In Rojava soll eine multiethnische, multireligiöse und basisdemokratische Gesellschaft aufgebaut werden. Als ideologische Grundlage des Projekts gelten die Lehren des in der Türkei inhaftierten PKK-Gründers Abdullah Öcalan. Als einziger Ort der Welt wird in Rojava nach dem System des demokratischen Konföderalismus regiert. Das bedeutet, dass es für jede Institution, angefangen bei der kommunalen Verwaltung bis hin zur Präsidentschaft, immer eine Doppelspitze gibt – jeweils ein Mann und eine Frau.

epa07389174 Syrian Kurdish female fighters of the Women's Protection Units (YPJ) attend a course at a training center in rural Deir ez-Zor in Syria, 22 February 2019. Hundreds of Kurdish women, including Yazidis from Syria and Iraq have taken part in the fighting against Islamic state group (IS), and control the borders areas in Syria and neighboring Iraq to protect their community from suspected attacks by IS members. The group is the female counterpart to the Kurdish People's Protection Units (YPG), the armed branch of the leading Kurdish Democratic Union Party (PYD) and key component of the US-backed Kurdish-Arab 'Syria democratic forces' (SDF).  EPA/MURTAJA LATEEF

YPJ-Kämpferinnen in Deir ez-Zor bei der Ausbildung. Bild: EPA/EPA

Versucht wird, eine freie Gesellschaft aufzubauen. Nebst der Gleichstellung der Geschlechter nimmt dabei auch die Ökologie eine zentrale Rolle ein. In den selbstverwalteten Kommunen soll die Landwirtschaft dezentral und ökologisch organisiert werden.

Wer sind die verschiedenen Akteure?

In die Militäroffensive in Rojava sind nebst der türkischen Armee auch das Assad-Regime, Russland und die USA involviert. Die wichtigsten Akteure im Krieg sind:

epa07389160 Syrian Kurdish female fighters of the Women's Protection Units (YPJ) take part in a military training session at a training center in rural Deir ez-Zor in Syria, 22 February 2019. Hundreds of Kurdish women, including Yazidis from Syria and Iraq have taken part in the fighting against Islamic state group (IS), and control the borders areas in Syria and neighboring Iraq to protect their community from suspected attacks by IS members. The group is the female counterpart to the Kurdish People's Protection Units (YPG), the armed branch of the leading Kurdish Democratic Union Party (PYD) and key component of the US-backed Kurdish-Arab 'Syria democratic forces' (SDF).  EPA/MURTAJA LATEEF

Kämpferinnen der Frauenverteidigungseinheit YPJ. Bild: EPA/EPA

Wie geht es jetzt weiter?

Noch wütet der Krieg, der letzte Woche begann, weiter. Je länger desto mehr dürfte es allerdings für Erdogan schwierig werden, seine Offensive fortzuführen. Mit Russland an der Seite von Assad, steht Erdogan jetzt ein Bündnis-Partner gegenüber.

Doch was passiert mit Rojava? Assad kommt der Deal mit den SDF zu Gute, um die Kontrolle über die autonomen Gebiete in Nordsyrien zurückzuerlangen. Inwiefern die Kurden ihre Selbstverwaltung weiterführen können, wird sich zeigen. Medienberichte sprechen derweil bereits von einem Countdown für ein chaotisches Ende des achtjährigen Kriegs in Syrien. Der einzige klare Sieger hiesse in diesem Fall Assad.

Türkei startet Offensive gegen Kurden in Syrien

Syrische Armee unterstützt Kurden in Nordsyrien

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    Alle Leser-Kommentare
  • Carlo Meyer 18.10.2019 14:07
    Highlight Highlight Was ist überhaupt der Grund für den jahrlangen Krieg in Syrien und dessen weltpolitischer Relevanz?
    Ich tippe mal auf Energiehunger Europas.
  • Hans der Dampfer 18.10.2019 10:09
    Highlight Highlight Die verschiedenen Organisationen und Ethnien in dem Gebiet hätten scheinbar ein gutes Konzept gehabt das Politisch sehr viel freier ist als es die umliegenden Länder kennen.

    Ich hätte an deren Stelle aber trotzdem versucht mit den Türken einen Deal auszumachen. Militärisch sind sie ja eh überlegen da Lufthoheit. Irgendwann, wenn Erdogan nicht mehr an der Macht ist, hätte man über die Rückzug verhandeln können. ODER: Abwarten was die nächsten US Wahlen bringen. Gut möglich das dann die Karten neu gemischt werden.
    • olmabrotwurschtmitbürli aka Pink Flauder 18.10.2019 19:28
      Highlight Highlight Die Türkei will ja gar keinen Deal und weigert sich mit den Kurden nur schon zu sprechen. Mit dem Vorwand, das seien Terroristen.
  • iHero 18.10.2019 09:14
    Highlight Highlight Lasst uns noch ein bisschen mehr Appeasement betreiben, das hat vor 80 Jahren auch schon so gut funktioniert.
  • leu84 17.10.2019 23:45
    Highlight Highlight "In Rojava soll eine multiethnische, multireligiöse und basisdemokratische Gesellschaft aufgebaut werden." Da sollten eigentlich alle dafür sein. Speziell die Willensnation Schweiz
  • satyros 17.10.2019 20:51
    Highlight Highlight Das einzige, was einem in diesem Artikel Mut macht, ist der Abschnitt "Was ist Rojava".
  • Dong 17.10.2019 16:01
    Highlight Highlight Ich hab mal kurz recherchiert: Die kurdische Bevölkerung in Syrien wird demgemäss auf ca. 10% geschätzt, was wiederum etwa 2 Mio. entspricht. Das würde heissen, dass die Kurden in Rojava (5 Mio.) selbst nur max. 40% Bevölkerungsanteil stellen. Ist das in etwa korrekt?
    • Amenokal 17.10.2019 18:56
      Highlight Highlight Die Selbstverwaltung im Nordosten von Syrien ist auch nicht ein "kurdisches Projekt".. ebensowenig ist staatliche Unabhängigkeit (Kurdistan) das Ziel dieser Anstrengungen. http://davon..
    • Basti Spiesser 18.10.2019 09:16
      Highlight Highlight Ein interessanter Artikel zur Situation in Syrien hat thierry meyssan

      https://www.voltairenet.org/article207964.html
  • TingelTangel 17.10.2019 15:12
    Highlight Highlight Erdowahn geht es nur um sein Nationalismus. Die Meisten Vertriebenen in der Türkei kommen nicht aus diesen Regionen die von denn Kurden Kontrolliert werden. Erdowahn gibt an die dort anzusiedeln zu wollen. Die wollen da gar nicht hin zumal nicht ihr Land, es hat weder Arbeit noch Wohnraum für über eine Million Menschen die dort vorher nicht Lebten, und sind auch nicht Willkommen nachdem die Türkische Armee Gewaltsam das Terrain ebnet für sie. So Ziemlich jeder Experte hat mehr als ein Fragezeichen wie das gehen soll. Es geht um denn Türkischen Nationalismus den Erdowahn impliziert.
    • leu84 17.10.2019 23:48
      Highlight Highlight Mussolini träumte vom "Imperium Romanum" und Erdogan wohl vom neuen Osmanischen Reich.
  • Clife 17.10.2019 14:59
    Highlight Highlight Als ideologische Grundlage des Projekts gelten die Lehren des in der Türkei inhaftierten PKK-Gründers Abdullah Öcalan.

    Der Punkt ist eigentlich zu wenig betont. Insbesondere das Wort PKK. Man erinnere sich daran, was die PKK ausmacht: Sie befürworten den bewaffneten Kampf (genau wie Erdogan, Assad usw.). Wenn also die YPG (differenziert endlich Kurden und YPG!) sich an Eigenständigkeit statt Öcalan lehnen würden, hätte Erdogan auch keinen Grund, um „YPG als Zweig der PKK“ zu sehen.
    • Kyle C. 17.10.2019 16:47
      Highlight Highlight "... hätte Erdogan auch keinen Grund, um „YPG als Zweig der PKK“ zu sehen."

      Das halte ich für eine äusserst gewagte Aussage. Wir sprechen hier von Erdogan...
    • Mk07 17.10.2019 18:57
      Highlight Highlight https://www.google.ch/amp/s/amp.welt.de/debatte/kommentare/article202064010/Tuerkei-Offensive-Es-gibt-keinen-Rassismus-gegen-Kurden.html
  • DomKi 17.10.2019 14:58
    Highlight Highlight Warum schreibt ihr "Assad-Regime"? Er ist der rechtmässige Präsident und wurde gewählt. Es ist eine Sauerei, dass ihr ein Land auf diese Art in Verruf bringen. Ein Land funktioniert nicht mit ISIS oder sonstigen Rebellen oder Besatzern. Oder unterstützt Watson ein weiteres Lybien oder Irak?
    • Ramsay Snow 17.10.2019 15:46
      Highlight Highlight Assad ist etwa so demokratisch gewählt wie Erdogan. Da kann man nicht von einer freien Demokratie sprechen.
    • Kyle C. 17.10.2019 16:54
      Highlight Highlight DomKi, sprachlich gesehen stimmt der Ausdruck schon. Die negative Bedeutung von Regime ist eigentlich nur umgangssprachlicher Natur. Im Übrigen darf die tatsächliche Demokratie Assads in der Tat zumindest angezweifelt werden...
    • wololowarlord 17.10.2019 18:25
      Highlight Highlight regime kann synonym zu regierungsform verwendet werden (aber klar, eher negativ konnotiert), und weiter: syrien ist keine freie demokratie. das muss nicht implizieren, dass automatisch wie libyen gestürzt werden muss. objektiv gesehen ist also die bezeichnung regime völlig in ordnung.🤷🏼‍♂️
    Weitere Antworten anzeigen
  • Alnothur 17.10.2019 14:51
    Highlight Highlight "Als einziger Ort der Welt wird in Rojava nach dem System des demokratischen Föderalismus regiert."? Kann mal jemand Watson den Begriff "Föderalismus" erklären? Dankeee.
    • SaraSera 17.10.2019 15:03
      Highlight Highlight @Alnothur: Hier wird es ziemlich gut erklärt: https://de.wikipedia.org/wiki/Demokratischer_Konf%C3%B6deralismus
    • Alnothur 17.10.2019 15:13
      Highlight Highlight Und dann schaut ihr euch noch
      1. den Unterschied zwischen Föderation und Konföderation und
      2. die eigentliche Bedeutung des Wortes Konföderation an.
      Der von dir geteilte Link selbst besagt ja "Angestrebt wird dabei [...] keine Konföderation von Teilstaaten", und von "das bedeutet, dass es für jede Institution, angefangen bei der kommunalen Verwaltung bis hin zur Präsidentschaft, immer eine Doppelspitze gibt" ist dort auch keine Rede ;)
      Ist etwa so, wie zu sagen, dass China "nach dem System der Republik regiert wird", weil es sich selbst "Volksrepublik" nennt.
  • Sa Tiin 17.10.2019 14:19
    Highlight Highlight Darf ich dich @sarah Serafini kurz korrigieren.
    Rojava ist die Kurdishi bezeichnung für den Syrischen Teil der damals Kurdistan war, bevor man ihn Syrien zugeteilt hat.
    Kurdistan Iran ist Rojhalat, Kurdistan Irak ist Baschur, Kurdistan Syrien ist Rojava und Kurdistan Türkei ist Bakur. Das bedeutet eigentlich Norden, Osten, Westen und Süden. (Nicht in der Reihenfolge. Nur um das klar zu stellen.
  • Dong 17.10.2019 14:02
    Highlight Highlight Äxgüsi, ich sehe keine Verwirrung! Was aktuell ganz offensichtlich passiert ist, dass die USA 1/3 des syrischen Territoriums an Assad zurückgeben, und zwar sehr geordnet:
    - Die USA melden den Abzug
    - Die Türkei macht "Buh", und die Kurden müssen ein Bündnis mit Assad eingehen.
    - Die Kurden, jetzt mit der syrischen Armee im Rücken, machen "Buh" und "vertreiben" die türkischen Truppen wieder.
    Das kann man u.a. daran erkennen, dass die EU in der UNO eine Waffenruhe fordert und auf das GEMEINSAME Veto von USA und Russland stösst. Diese Aktion wurde BTW schon in Afrin exakt so durchgeführt.
    • Ferd Blu 17.10.2019 15:51
      Highlight Highlight Die 🇺🇸 waren illegal in 🇸🇾 und mit dem Sieg Assads mit 🇷🇺 Hilfe sind ihre Ziele gescheitert. Trump das muss man ihm lassen sieht zurecht keinen Grund mehr dort zu bleiben. Alles was passiert ist das die staatliche Souveränität 🇸🇾 wiederhergestellt wird. Die Europäischen Mittelmächte weinen weil sie den Krieg wieder aufnehmen wollen.
    • Liselote Meier 17.10.2019 16:49
      Highlight Highlight Äh Nein.

      Du weisst schon, dass Afrin nach wie vor vom Türkischen Militär kontrolliert wird und Besatzungsrecht herrscht?




    • Dong 17.10.2019 17:22
      Highlight Highlight Danke @Liselote, das hatte ich nicht mitgeschnitten. Trotzdem macht es auf mich den Eindruck, die Operation sei mit Russland abgesprochen, oder bin ich zu optimistisch?
    Weitere Antworten anzeigen
  • TheDan 17.10.2019 13:58
    Highlight Highlight Ich denke die Befürchtungen der hysterischen Berichterstattung vom Genozid der Kurdischen Bevölkerung in Syrien werden sich genauso wenig bewahrheiten wie die nachweislich falsche Berichterstattung über das prognoszierte Blutbad bei der Befreiung von Aleppo. Leider liest man davon seither nichts mehr.
    Ich denke der Krieg in Syrien hatte noch nie so gute Chancen kurzfristig zu Ende zu gehen wie jetzt. Und viele werden überrascht sein wie der böse Diktator es schafft die verschiedenen Ethnien wieder zu einem Staat zu vereinen mit neuer Verfassung und erweiterten Autonomierechte z.B. der Kurden.
  • Eliaz54 17.10.2019 13:50
    Highlight Highlight Warum geben alle den USA die Schuld? soll Trump doch auf sein eigenes Land schauen. Wenn sich diese Länder bekriegen sollen sie doch...
  • Heinz Maag 17.10.2019 13:20
    Highlight Highlight Egal gegen wen die Kurden gekriegt haben, Fact ist, Syrien zu teilen und ein Land davon zu ergattern ist kriminell. In einem Land wo 80% sunnitische und 10% schiitische Araber leben, ist es gaunerisch, aus diesem kriegschaos Profit schlagen zu wollen und 40% des Landes zu besetzen. Und genau das machen die Kurden. Hätten sie am Anfang an statt gegen Assad zu kriegen, verhandelt hätte Assad ihnen mehr Rechte gegeben. Zuerst mit Amis verbündet gegen Assad, nachher mit Assad verbündet gegen die Türkei und als nächstes kommt vielleicht eine Allianz mit den Russen gegen Alle..!!??
    • Sa Tiin 17.10.2019 14:16
      Highlight Highlight Du bist aber gut informiert. Bitte ruhig sein, die Kurden haben nicht das Land besetzt. Sondern die Kurden wollen IHR Land zurück, welches Ihnen damals weggenommen wurde. Keiner der umliegenden Staaten, weder Iran, Irak, Syrien noch die Türkei würden dass Land freiwillig wieder hergeben.
    • Heinz Maag 17.10.2019 14:27
      Highlight Highlight Es gab nie ein Kurdistan! Ausser die Türkei (Osmanischer Reich) und Iran (Perser) ist nur der Irak und Syrien einigermassen neue Länder (nach 1 Weltkrieg gegründet). Die Osmanen regierten über 600 Jahre lang diese Gebiete. Ein Kurdistan gab es nie, liess wenigstens Geschichte bevor du hier was behauptest.
    • TheDan 17.10.2019 14:34
      Highlight Highlight @Sa Tiin

      Was wohl Ureinwohner z.B. aus Amerika oder Palästinenser zu einem solchen Kommentar sagen? Stehst Du ebenso für deren Besitzansprüche ein?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Stef96 17.10.2019 13:17
    Highlight Highlight Man muss sich doch die Frage stellen, wie es zu dieser Situation gekommen ist? Der Hersprung dieses Krieges liegt doch ein paar Jahre zurück.. Wenn die westlichen Staaten (England, Deutschland, Frankreich USA etc.) den Finger auf Erdogan zeigen können, können sie doch gerade so gut den Finger an ihnen
    selbst richten. Wo war dazumals die grosse Empörung der Menschen in Europa, als die USA mit den Mitgliedsstaaten der Natoalianz auch einen Illrgalen & Vörkerechtswiedrigen Krieg/Einmarsch in Syrien begonnen haben?? Stopt den Krieg & es lebe die Menschheit, nicht die Waffenlobby.
    • Bivio 17.10.2019 13:46
      Highlight Highlight Welchen Einmarsch in Syrien? Habe ich was nicht mitgekriegt?
    • nichtalleswisser 17.10.2019 14:47
      Highlight Highlight @Bivio Frankreich und Grossbritannien sind Anfang des 20. Jahrhundert in den Nahen Osten einmarschiert. Da hat Grossbritannien Teile des Iraks und Frankreich Teile von Syrien eingenommen. Da wurden in beiden Staaten das Gebiet unterteilt je nachdem wer welchen Teil kontrolliert und es gab in Syrien noch eine internationale Zone. Der Vertrag heisst Sykes-Picot-Abkommen, sehr interessant zu lesen.
    • TingelTangel 17.10.2019 15:15
      Highlight Highlight Mann frage sich wer diese Langen Schnurrgeraden Grenzen Gezogen hat.
    Weitere Antworten anzeigen
  • ardan 17.10.2019 13:13
    Highlight Highlight Auf dauer werden die Kurden diesen Islamisten leider nicht standhalten. Aufgrund der Kampfjets ist es praktisch unmöglich Gebiete zu halten.

    Es muss wie im Nordirak eine Flugverbotszone eingerichtet werden. Wenn dieser schritt getan ist werden die Islamisten Erdogans einer kampferprobten Armee gegenüberstehen, gegen die Sie auf dem Land keine Chance haben.


    Auch wenn diese Flugverbotszone nicht eingerichtet wird und die Kurden ein weiteres mal von der Welt fallen gelassen werden... Dieser Kampf wird für Erdogan blutig enden. Sehr Blutig.

  • Basti Spiesser 17.10.2019 13:13
    Highlight Highlight „Nebst türkischen Streitkräften stellen sich Milizen mit zwielichtigem Hintergrund in den Dienst von Präsident Erdogan„

    Vor einigen Monaten waren das noch die guten moderaten Rebellen. Naja, so schnell gehts...
    • TingelTangel 17.10.2019 14:51
      Highlight Highlight Es gibt mehr als nur eine Rebellen Gruppe in Syrien - wenn es ihnen zu Kompliziert ist und ihnen die Zeit fehlt sich damit auseinanderzusetzen - müssen sie sich nichts zusammen interpretieren.
    • Basti Spiesser 17.10.2019 17:16
      Highlight Highlight @tingeltangel, ich denke nicht das es getan haben, sonst wüssten sie, dass sicher 6 Milizen die vorher moderate Rebellen waren, nun mit Erdogang kämpfen. Wie beispielsweise die FSA

      https://www.aargauerzeitung.ch/ausland/erdogans-blutige-soeldnertruppe-135796016
  • fools garden 17.10.2019 12:50
    Highlight Highlight Danke für den informativen Bericht.
  • Ricardo Tubbs 17.10.2019 12:48
    Highlight Highlight fakt ist erdowahn und seine armee und bezahlten schläger führen einen illegalen angriffskrieg in syrien. die welt schaut zu, obwohl wir den kurden sehr viel zu verdanken haben. den türken sollte sofort eingeheizt werden.

    und trump lässt den einzig loyalen verbündeten in der region fallen wie eine heisse kartoffel.
    • Stef96 17.10.2019 13:31
      Highlight Highlight Man darf auch nicht vergessen, dass sowohl die USA mit ihrer Natoallianz einen illegalen und Völkerrechtswiedrigen Angriffskrieg gegen Syrien führten
    • Bivio 17.10.2019 13:47
      Highlight Highlight @Stef96
      Welchen Angriffskrieg? Die NATO macht in Syrien gar nichts.
    • TheDan 17.10.2019 14:02
      Highlight Highlight @Bivio
      Nein, sicher nicht! Waffen, Munition und Material um 8 Jahre Krieg zu führen sind wohl einfach so vom Himmel gefallen?!

      Vielleicht solltest Du mal einen Blick darauf werfen:

      http://armswatch.com/?s=syria
    Weitere Antworten anzeigen

Warum dieser 23-Jährige Schweizer lieber in Nordsyrien stirbt, statt nach Hause zu kommen

Matteo war ein Schweizer Geschichtsstudent, bevor er sich der kurdischen Revolution in Rojava anschloss. Er fürchtet den Untergang der Kurden mehr als den Tod.

Matteo ist nicht Ihr echter Name. Wie heissen Sie richtig? Hier in Rojava sind unsere Geburtsnamen bedeutungslos. Wir bekommen neue Namen. Ich möchte aber weder den Namen, den ich hier trage noch meinen richtigen Namen preisgeben.

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