
Dieses Foto eines Berliner Balkons sorgte in den vergangenen Jahren zweimal für Aufsehen. Nun ist klar, was dahinter steckt.
09.10.2018, 06:5709.10.2018, 07:03
Ein Zelt. Auf einem Balkon. Für 260 Euro.
Und dann dieser Text: «Wir vermieten aufgrund von finanziellen Problemen einen Schlafplatz auf unserem Balkon! Falls es dich nicht stört, wenn wir uns ab und zu auf dem Balkon sonnen oder am Abend einen Drink dort zu uns nehmen, freuen wir uns, von dir zu hören :-). Marie, 22, und Biana, 22.»
Diese Berliner WG-Anzeige auf der Internetplattform wg-gesucht.de sorgte im Sommer für Aufsehen. Schliesslich verstanden viele die Vermietung eines Balkon-Zelts für ordentliche 260 Euro Monatsmiete als weiteres Zeichen für den überhitzten Wohnungsmarkt, der auch in der Schweiz bestens bekannt ist.
WGs können wirklich abenteuerlich sein:
Nach zahlreichen Berichten verschwand die Anzeige aus dem Netz, die Entrüstung blieb. Nun gibt es Neues in dem Fall des ominösen WG-Zeltes aus Berlin.
War ja absehbar: Es war alles nur ein Spass
Die «Süddeutsche Zeitung» hat sich auf die Suche nach der Geschichte hinter der Berliner Balkon-Vermietung gemacht, und herausgefunden, dass es sich tatsächlich nur um ein Kunstprojekt eines gelangweilten Studenten handelte.
- Gemäss der Recherche stellte bereits im Jahr 2016 ein Kunststudent die Anzeige zum Spass ins Netz – und freute sich dann über die vielen Reaktionen.
- Immerhin: Der Balkon stammt laut dem Bericht tatsächlich aus der deutschen Hauptstadt, er gehört nämlich zu einer Zweier-WG im Berliner Stadtbezirk Neukölln.
- Die grosse Empörung blieb jedoch aus. Nach ein paar erstaunten Nachrichten löschten die beiden gewitzten Mitbewohner die Anzeige auf wg-gesucht.de wieder. Sie dachten, die Sache sei damit erledigt.
Weit gefehlt! Wie die «Süddeutsche» berichtet, tauchte die Anzeige mit dem oben erwähnten Text im Sommer 2018 wieder auf wg-gesucht.de auf. An die alte Anzeige von vor zwei Jahren konnte sich da schon niemand mehr erinnern.
Und diesmal schlug der Balkon von Berlin ein wie eine Bombe. Zahlreiche Medien stürzten sich auf die Anzeige und berichteten freudig darüber. Seitdem kursiert das Posting immer wieder auf diversen Plattformen.
Für alle, die immer mal in einem WG-Zelt schlafen wollten, ist klar: Es ist alles nur ein Spass – oder wie einer der beiden Neuköllner Mitbewohner der «SZ» sagte: «Das war ein Experiment, aus der Not geborene Kunst.»
(pb)
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