DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Die Taliban waren 2018 tödlicher als der sogenannte IS

20.11.2019, 07:5420.11.2019, 09:24
  • 2018 gab es 50 Prozent weniger Terroropfer gegenüber dem Vorjahr.
  • Am meisten Tote durch Terroranschläge gab es in Afghanistan.
  • In Europa wurden 62 Menschen Opfer von Terroristen.
  • Die Bedrohung durch rechtsextremistischen Terrorismus hat weltweit zugenommen.

Die Zahl der weltweiten Terroropfer ist im vergangenen Jahr das vierte Mal in Folge gesunken. Das geht aus dem Globalen Terrorismus-Index der Denkfabrik IEP (Institute for Economics and Peace) hervor, der am Mittwoch in London veröffentlicht wurde.

Demnach starben 2018 durch Terrorismus weltweit 15'952 Menschen. Verglichen mit 2014, dem bisher schlimmsten Jahr, ist das ein Rückgang um mehr als 50 Prozent. Im Jahr 2017 kamen noch 25'673 Menschen durch Terrorismus ums Leben.

Auch in Europa, inklusive der Türkei, waren 2018 erheblich weniger Terrortote zu beklagen als noch im Vorjahr. Starben 2017 noch mehr als 200 Menschen durch die Hand von Terroristen, waren es 2018 noch 62.

Je dunkelroter desto mehr Terroropfer.
Je dunkelroter desto mehr Terroropfer.

Erstmals seit 2003 war der Irak im vergangenen Jahr nicht mehr das am meisten betroffene Land. Dort sank die Zahl der Terroropfer um 75 Prozent auf 1054. Den traurigen Rekord hält nun Afghanistan. Dort starben im vergangenen Jahr 7379 Menschen durch Terrorismus, knapp 60 Prozent mehr als 2017. Entsprechend lösten die Taliban die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) als tödlichste Gruppe ab.

Diese Länder waren 2018 am stärksten von Terrorismus betroffen

Ozeanien im Fokus

Auch in Nigeria, Mali und Mosambik verschlechterte sich die Situation deutlich. Nigeria verzeichnete im vergangenen Jahr 2040 Terror-Opfer. In Sub-Sahara-Afrika wurden damit erstmals mehr Terroropfer registriert als in der Region Naher Osten und Nordafrika.

Dafür stieg die Bedrohung durch rechtsextremistischen Terrorismus. In den vergangenen fünf Jahren verdreifachte sich die Zahl der terroristischen Angriffe durch rechtsextreme Täter in Europa, Nordamerika und Ozeanien (Australien und Neuseeland). Im Jahr 2018 starben 26 Menschen weltweit durch rechtsextremen Terrorismus. Im laufenden Jahr bis Ende September waren es bereits 77 Tote. Trotzdem ist der Anteil rechtsextremer Terroropfer an der Zahl der weltweiten Terror-Toten noch immer gering. Für die meisten Opfer waren islamistische Gruppen verantwortlich.

Der wirtschaftliche Schaden, der 2018 durch Terrorismus entstanden ist, wird von dem Institut auf 33 Milliarden US-Dollar geschätzt. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

31 Szenen, die uns den Glauben an die Menschheit zurückgeben

1 / 33
31 Szenen, die uns den Glauben an die Menschheit zurückgeben
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Jürgen Todenhöfer DAS IST KEIN ISLAMISCHER STAAT

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Analyse

20 Jahre 9/11: Das brutale Ende einer sorglosen Zeit

Die 1990er Jahre waren eine unbeschwerte Zeit, in der alles möglich schien. Mit dem Terror in New York und Washington am 11. September 2001 endete sie schlagartig. Und sie kehrte nie mehr zurück.

Historisch. Epochal. Unvorstellbar. Grauenvoll.

Man könnte unzählige Adjektive verwenden für das Ereignis, das sich am 11. September 2001, einem prachtvollen Spätsommertag, in den USA abspielte. Und von dem so ziemlich alle, die es miterlebt hatten, genau wissen, wie sie davon erfuhren. Denn selbst Hollywood hätte es kaum gewagt, einen derart – vermeintlich – abstrusen Plot zu verfilmen.

19 mit Teppichmessern «bewaffnete» Terroristen kaperten vier Linienflugzeuge, von denen drei ihr Ziel trafen, …

Artikel lesen
Link zum Artikel