DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

13 statt nur 12 AHV-Renten? Volksinitiative startet im Frühling



Paul Rechsteiner, Praesident des SGB
Daniel Lampart, Chefoekonom und Leiter Sekretariat SGB
Vania Alleva, Praesidentin Unia, von links,
an einer Medienkonferenz, des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes, anlaesslich  der

Bild: KEYSTONE

Die Delegierten des Schweizerischen Gewerkschaftsbunds (SGB) haben an ihrem Kongress am Freitag in Bern den Vorstand beauftragt, eine Volksinitiative für eine 13. AHV-Rente zu planen. Das Volksbegehren soll im Frühjahr lanciert werden.

«Die Altersvorsorge hat ein Problem», heisst es in einer Medienmitteilung: «Die Pensionskassenrenten sinken, während die Beiträge steigen.» Wer heute und morgen pensioniert werde, erhalte weniger von seiner Pensionskasse als die Jahrgänge davor.

13. AHV-Rente – ja oder nein?

Der beste und finanziell vernünftigste Weg, für ein anständiges Rentenniveau zu sorgen, sei eine Erhöhung der AHV-Renten. Besonders wichtig sei das für die Frauen, die bei der Rente schlechter gestellt seien.

Der Rentenanspruch in der zweiten Säule sinke von Jahr zu Jahr, obwohl die Schweiz immer reicher werde und obwohl die Berufstätigen immer höhere Beiträge in ihre Pensionskasse einzahlten. Grund seien die tiefen Zinsen und die Profite der Banken und Versicherungen aus der zweiten Säule.

Die AHV-Renten hingegen stiegen, weil sie an die Teuerung und teilweise an die Lohnentwicklung angepasst werden. Das sei positiv. Aber sie hinkten dennoch den Löhnen hinterher. Zudem frässen die Krankenkassenprämien einen immer grösseren Teil der Rente auf. Immer mehr AHV-Rentner- und -Rentnerinnen seien deshalb auf Ergänzungsleistungen angewiesen.

Angesichts sinkender Pensionskassenrenten bei steigenden Lebenshaltungskosten entferne sich die Schweiz immer mehr vom Verfassungsziel, wonach Pensionskassen und AHV zusammen «die Fortsetzung der gewohnten Lebenshaltung in angemessener Weise» ermöglichen sollen.

Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis

«Ein anständiges Rentenniveau können wir in der heutigen Situation nur über eine Stärkung der AHV sichern», schreibt der SGB. Es brauche eine 13. AHV-Rente, so wie es für die meisten Lohnbezüger einen 13. Monatslohn gebe.

Das koste zwar etwas, aber die AHV bleibe für tiefe und mittlere Einkommen dennoch die Altersvorsorge mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis. Auch weil sie sehr sozial sei. Bei ihr bekämen 92 Prozent der Arbeitnehmenden mehr Rente als sie einbezahlt haben.

Von einem Ausbau der AHV profitierten vor allem die Frauen, weil sie häufig nur eine kleine oder gar keine Pensionskassenrente hätten. Und auch weil Erziehungs- und Betreuungsarbeit – anders als bei der Pensionskasse – zu mehr Rente führen.

Die SGB-Delegierten beauftragten deshalb am ersten Kongresstag den Vorstand, eine Volksinitiative für eine 13. AHV-Rente im Detail vorzubereiten, damit sie im Frühjahr lanciert werden kann.

Am Samstag wählen die Delegierten die Nachfolge des abtretenden Präsidenten Paul Rechsteiner. (aeg/sda)

Lohngleichheit zwischen Mann und Frau – Fehlanzeige!

Video: srf

AHVplus-Sammlung

AHV – wenn die «Classe Politique» der SVP gegen ihre eigene Basis antritt

Link zum Artikel

Streit um die AHV: Der Frust der Jungen über die «unsolidarischen» Alten

Link zum Artikel

AHV-plus-Initiative verliert weiter an Boden – düstere Aussichten für «Grüne Wirtschaft» 

Link zum Artikel

In Bern gehen mehrere Tausend Menschen auf die Strasse – für eine starke AHV

Link zum Artikel
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Trotz Defizit: SRG-Chefs lassen sich hohe Boni auszahlen – Politiker sind empört

Die SRG steckt in Problemen, aber Direktor Marchand und SRF-Chefin Wappler erhalten gleich viel Geld wie im Vorjahr. Politiker sind empört und fragen: Warum gibt es keine Lohneinbusse wie bei den SBB?

Es gibt Politiker, welche die SRG so gut wie immer verteidigen. Wird der öffentliche Rundfunk kritisiert, streichen sie sofort den Wert elektronischer Medien heraus, die dem Service public verpflichtet sind. Diesmal hört man solche Argumente aber nicht. Jetzt reicht der Ärger in alle politischen Lager. Unterschiedlich ist nur die Intensität des Unmuts.

Den Grund für die Empörung findet man auf der Seite 130 des Geschäftsberichts, den die SRG gerade publiziert hat. Die Vergütung der …

Artikel lesen
Link zum Artikel