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Carolina Hurricanes equipment manager Jorge Alves warms up after signing a contract to dress as an emergency backup for the team's NHL hockey game against the Tampa Bay Lightning on Saturday, Dec. 31, 2016, in Tampa, Fla. (AP Photo/Mike Carlson)

Jorge Alves macht sich bereit für das Spiel gegen die Tampa Bay Lightning Bild: AP/FR155492 AP

7,6 Sekunden pures Glück – Hurricanes-Materialwart kommt unverhofft zum NHL-Debüt

Jorge Alves hat es als Eishockey-Torhüter nicht auf die grosse Bühne geschafft, also wurde er bei den Carolina Hurricanes halt Materialwart. Gestern ist sein Traum nun doch noch in Erfüllung gegangen: Er durfte für 7,6 Sekunden ein NHL-Tor hüten.

philipp reich



7,6 Sekunden vor Schluss ist es tatsächlich so weit: Hurricanes Headcoach Bill Peters nimmt seinen Nummer-1-Torhüter Cam Ward vom Eis und stellt für den Rest des Spiels Jorge Alves zwischen die Pfosten. 

Es ist keine gewöhnliche Torhüter-Rochade. Zwar liegen die Carolina Hurricanes gegen die Tampa Bay Lightning 1:3 zurück, doch Ward hat sich nichts zu Schulde kommen lassen. Der Wechsel ist vielmehr eine Hommage an Jorge Alves.

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Der 7,6-Sekunden-Einsatz von Jorge Alves.  Video: streamable

Der 37-Jährige ist nämlich gar kein NHL-Torhüter, sondern «nur» Materialwart bei den Hurricanes. Aufs Matchblatt schaffte er es, weil Ward-Ersatz Eddie Lack sich kurzfristig krank gemeldet hat und die Hurricanes nicht in der Lage sind, kurzfristig einen Torhüter aus den Farmteams Charlotte Checkers oder Florida Everblades einzufliegen. Also stattet Coach Peters kurzfristig die treue Seele Alves mit einem Tryout-Vertrag aus und nominiert ihn als zweiten Torhüter.

Seit der Saison 2012/13 ist der Amerikaner bei den Hurricanes für das Material zuständig. Regelmässig trainiert er mit dem Team, schliesslich spielte er von 2002 bis 2004 als Torhüter für die North Carolina State University und später sporadisch in den Minor Leagues ECHL und Southern Professional Hockey League. Von einem NHL-Klub wurde er allerdings nie gedraftet und so entschied er sich für den Job als Materialwart.

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Die Teamkollegen wünschen Alves viel Glück. bild: Carolina Hurricanes

Mit einem NHL-Einsatz hat er aber nie geliebäugelt. «Wir witzelten in der Kabine immer wieder darüber, dass ich eines Tages im Tor stehen werde, aber wirklich daran geglaubt habe ich nie», so Alves nach der Partie. 

Beim Warm-up darf er mit der Nummer 40 als Erster auf Eis. Dass er tatsächlich zum Einsatz kommt, glaubt Alves aber auch da noch nicht. 7,6 Sekunden vor Schluss der Partie ist es dann aber so weit: Alves, der während dem Spiel in voller Goalie-Montur Stöcke präparierte und Kufen schliff, kommt zu seinem NHL-Debüt. «Es ist unglaublich. Ich war schon auf dem Weg in die Katakomben, als der Coach meinen Namen rief. Ich konnte es nicht glauben.»

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Alves ist der Erste beim Warm-up. Video: streamable

Arbeiten in Vollmontur:

Einschreiten muss Alves in den letzten Sekunden der Partie nicht. Zum Glück! «Ich habe das Eis hinunter geschaut, den Puck oben in der Ecke gesehen und gesagt ‹Bleib dort, bleib dort›.» Und der Puck gehorcht, kein einziger Schuss kommt auf Alves' Kasten und so darf er sich von Kollege Cam Ward zu seinem «Shutout» beglückwünschen lassen. 

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Cam Ward gratuliert Alves zum «Shutout». Video: streamable

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Interview mit Alves nach dem Spiel (englisch). Video: streamable

Auch Coach Peters freut sich mit dem Debütanten. «Ich denke, das war eine sehr spezielle Nacht – eine, die er nie vergessen wird.» Dem konnte der 37-Jährige nur zustimmen: «Es ist speziell, einfach unglaublich.»

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