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Nutella Polen Osteuropa

Polnische Nutella-Gläser: Osteuropäer klagen über schlechtere Qualität. Bild: shutterstock

Die Nutella-Krise: Warum Osteuropa nach rechts driftet

In Osteuropa befinden sich nationalistische und populistische Parteien auf dem Vormarsch. Jüngstes Beispiel sind die Wahlen in Tschechien. Dahinter verbirgt sich der Frust vieler Menschen, die sich als Europäer zweiter Klasse fühlen.



Ein Brotaufstrich ist zum Symbol für die Entfremdung zwischen West- und Osteuropa geworden. Am EU-Gipfel im März warfen mehrere Länder aus dem Osten westlichen Lebensmittelherstellern vor, ihnen qualitativ minderwertige Ware zu liefern. Es sei «erniedrigend», wie sein Land behandelt werde, klagte der slowakische Ministerpräsident Robert Fico. Das polnische Wirtschaftsblatt «Gazeta Prawna» sprach gar von «Lebensmittelrassismus».

Die Kontroverse erhielt die Bezeichnung «Nutella-Krise» oder «Nutella-Gate». Einwohner der Slowakei hatten beim Einkaufen im benachbarten Österreich festgestellt, dass die von kleinen und grossen Kindern heiss geliebte Nuss-Nougat-Creme anders schmeckt. Das in heimischen Supermärkten erhältliche Nutella sei von schlechterer Qualität.

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Video: srf

Der italienische Hersteller Ferrero wies die Vorwürfe zurück und erklärte, man passe die Produkte dem Geschmack des jeweiligen Landes an. Tatsächlich ist Nutella in Südeuropa süsser und cremiger als im Norden. Die Gemüter im Osten beruhigte dies nicht, denn auch andere Produkte wurden als «minderwertig» identifiziert. In Fischstäbchen hat es weniger Fisch als im Westen, in Würsten weniger Fleisch, Softdrinks werden mit Glukosesirup statt «echtem» Zucker gesüsst.

Osteuropa als Mülleimer?

Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban sprach am EU-Gipfel von Doppelmoral und meinte, es müsse verhindert werden, dass Europa «unsere Länder und Märkte als Mülleimer nutzt». Klagen über die angeblich schlechtere Qualität von Markenartikeln in Osteuropa sind nicht neu. Es ist dennoch kein Zufall, dass die Kontroverse gerade in den letzten Monaten eskaliert ist.

13 Jahre nach der EU-Osterweiterung scheinen sich West- und Osteuropa immer stärker auseinanderzuleben. Besonders deutlich zeigt sich dies in der Migrationspolitik: Die vier Staaten der Visegrad-Gruppe – Polen, Ungarn, Tschechien und Slowakei – wehren sich vehement gegen die Aufnahme von Flüchtlingen und den von Angela Merkel propagierten Verteilschlüssel.

In den vier Ländern haben nationalistische und populistische Strömungen starken Zulauf. In Polen und Ungarn regieren nationalkonservative, EU-kritische Parteien mit absoluter Mehrheit. Der slowakische Premier Robert Fico ist eher linksgerichtet und europafreundlich (sein Land hat den Euro eingeführt). Er «kompensiert» dies mit Härte gegenüber Flüchtlingen.

epa06280912 Andrej Babis (C), Slovak-born billionaire and leader of the ANO movement, arrives at the ANO movement election event in Prague, Czech Republic, 21 October 2017. Around 8 million people aged over 18 were eligible to vote to elect for a new parliament.  EPA/MARTIN DIVISEK

Tschechiens Wahlsieger Andrej Babis ist schwer fassbar. Bild: EPA/EPA

Als letztes Land hat es am Wochenende die tschechische Republik «erwischt». Die traditionellen Parteien verbuchten teils massive Verluste. Grosse Siegerin ist die Protestbewegung ANO des schillernden Milliardärs Andrej Babis. Politisch ist der Populist schwer fassbar. Nachdem er früher für die Einführung des Euro plädiert hatte, profilierte er sich im Wahlkampf als EU-Kritiker.

Boom mit Kehrseite

Im Westen reibt man sich die Augen, denn wirtschaftlich haben die mittelosteuropäischen Länder vieles richtig gemacht. Polen rühmt sich, die Finanzkrise als einziges EU-Land ohne Rezession überstanden zu haben. Tschechien erfreut sich eines flotten Wachstums und einer niedrigen Arbeitslosigkeit. Die Slowakei hat mit der Einführung der Flat Tax viele Investoren angezogen.

Die Erfolgsgeschichte hat jedoch eine Kehrseite. Das Wohlstandsniveau ist nach wie vor deutlich niedriger als im Westen, einige Boomregionen ausgenommen. Das ärgert junge Menschen, für die der Kommunismus und die damit verbundenen Entbehrungen ferne Vergangenheit sind. Sie orientieren sich am Lebensstandard in Berlin, Paris oder Zürich.

Gefangen in der Middle Income Trap

Wer kann, haut deshalb ab in den Westen. Der Braindrain bei den Fachkräften verschärft das Problem. Ökonomen sprechen von der Middle Income Trap. Sie besagt, dass wirtschaftlich aufstrebende Staaten auf einem mittleren Einkommensniveau stehen bleiben und den Anschluss an die reichen Länder nicht schaffen können. Sie sitzen buchstäblich in der Falle.

A seasonal worker from eastern Europe displays asparagus on an field at the start of the asparagus harvest in Buettelborn, Germany, Friday, March 31, 2017. The region south of Frankfurt is well known to produce some of the best asparagus in Germany. (AP Photo/Michael Probst)

Viele Osteuropäer arbeiten im Westen, als Fachkräfte oder als Erntehelfer. Bild: AP/AP

Das Konzept ist umstritten. Tatsache aber ist, dass in den letzten zehn Jahren rund zweieinhalb Millionen Menschen das eigentlich boomende Polen verlassen haben. Mateusz Morawiecki, der Finanz- und Wirtschaftsminister der nationalkonservativen Regierung, will diesen Trend stoppen und sein Land aus der besagten Falle herausholen, wie er im Interview mit der NZZ erklärte.

EU als Sündenbock

Einfach ist dies nicht. Das Gefühl, wirtschaftlich hinterherzuhinken, verstärkt bei vielen Osteuropäern den Eindruck, sie seien «Bürger zweiter Klasse», wie ein slowakischer Diplomat erklärte. Berücksichtigt man die relativ schwach entwickelte Zivilgesellschaft, hat man den perfekten Nährboden für Nationalisten und Populisten aller Couleur.

Die EU darf dabei als Sündenbock herhalten, nicht nur beim angeblich zweitklassigen Nutella. An einen Austritt aber denkt nicht einmal der ungarische Regierungschef Orban, der gerne gegen den Westen vom Leder zieht. Zu gross sind die Vorteile der Mitgliedschaft. Auf das Manna aus Brüssel will man nicht verzichten. Auch von der Schweiz wird ein neuer Kohäsionsbeitrag erwartet.

Keine «Nutella-Prüfagentur»

Der Binnenmarkt und die Personenfreizügigkeit bleiben für die wirtschaftliche Entwicklung ebenfalls unerlässlich, denn die Migranten überweisen viel Geld in ihre Herkunftsländer. Deswegen gehört Polen in den Brexit-Verhandlungen zu den Verfechtern einer harten Linie. Man sorgt sich in Warschau um seine Staatsbürger (je nach Quelle bis zu einer Million) in Grossbritannien.

epa06263209 (L-R) Prime Ministers: Beata Szydlo of Poland, Bohuslav Sobotka of Czech Republic, Robert Fico of Slovakia and Viktor Orban of Hungary during their joint press conference after the Summit on Equal Quality of Products for All at the Bratislava Castle in Bratislava, Slovakia, 13 October 2017. The meeting of representatives of the European Commission and EU Agriculture Ministers was on a 'double standards of food quality' in the European Union.  EPA/TIBOR ILLYES HUNGARY OUT

Die vier Visegrad-Regierungschefs am Gipfel für gleichwertige Produktequalität am 13. Oktober in Bratislava. Bild: EPA/MTI

Deswegen reagiert man in der EU auch gelassen auf die Klagen über die Qualität der Nahrungsmittel. Forderungen nach einheitlichen Vorschriften erteilt man eine Absage. Das Letzte, was Europa brauche, sei «eine Nutella-Prüfagentur», sagte der deutsche Agrarminister Christian Schmidt. Und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker fragte die Mitgliedsländer, ob sie wirklich einen europäischen Einheitsgeschmack anstrebten.

Beruhigen lassen sich die Osteuropäer damit kaum. Mitte Oktober trafen sich die Regierungschefs der vier Visegrad-Staaten zu einem Sondergipfel «für gleichwertige Produktequalität» in der slowakischen Hauptstadt Bratislava. «Was gleich verpackt ist, muss auch gleich schmecken und die gleiche Qualität enthalten», betonten sie in der Medienkonferenz zum Abschluss.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Ökonometriker 24.10.2017 12:58
    Highlight Highlight In Ostruropa will man eben günstigere Ware als im Westen. Da es aber auch im Westen Leute gibt die nicht so viel bezahlen wollen, importieren findige Unternehmer wiederum die Ware aus Osteuropa in den Westen. Das Umgekehrte wäre dank der EU auch legal...
  • Qwertz 24.10.2017 08:16
    Highlight Highlight Die sollen aufhören mit dem Nutella. Das schmeckt auch im "Westen" nicht überall gleich. In Deutschland ist es viel nussiger als bei uns, aber die Qualität ist überall dieselbe.

    Und wenn statt Zucker ein Zuckerersatz verwendet wird, dann ist das idR wegen steuerlicher Vorteile. Z. B. Coca Cola in den USA, hat auch keinen echten Zucker drin, weil sie eine Regulierung umgehen damit. In Mexiko dagegen ist echter Zucker drin.
  • CASSIO 24.10.2017 06:41
    Highlight Highlight Die EU-kritischen Politiker sitzen nun in vielen Ländern an den Schalthebeln. Sie können ebenfalls ihre EXIT-Begehren stellen, werden sie aber tunlichst vermeiden, weil sie zu den Profiteuren gehören. Der Westen Polens hätte sich ohne die EU niemals so gut entwickelt, und dass sage ich als EU-Gegner (hat aber nichts mit Sünneli und so zu tun). Dasselbe mit Tschechien. Im Osten gab's durch die Liberalisierung jedoch auch viele Verlierer. Diese zu mobilisieren war einfach. Da spielt's auch keine Rolle, dass die neuen Rechtsaussen früher Teil des komm. Systems waren. Das Rückgrat fehlt noch immer
  • xname 24.10.2017 06:17
    Highlight Highlight So falsch ist die Unterstellung nicht.Schon mal Mövenpick Eis in Deutschland gekauft?Nicht gut.Dafür exportieren wir teuer subventionierten Emmentaler ins Ausland.Aber nur die A-Ware,die B-Ware bleibt im Land.Das ist schon seit einer Ewigkeit so,das kannte sogar meine fast 100Jährige Grossmutter aus einer Käserei-Familie nicht anderst.In der Schweiz kenne ich kaum Jemand der diesen Käse favorisiert.Er ist Imagepflege für das Ausland.Beim Gruyere machte man teure Kampagnen und er wird hier wieder mehr gekauft.Appenzeller ist jetzt der nächste Kampagnenkäse.Gibt noch viele Beispiele z.B. Lindt.
    • Fabio74 24.10.2017 07:00
      Highlight Highlight Wer kauft Industrie-Eis?
  • Raphael Bühlmann 23.10.2017 21:16
    Highlight Highlight Dass sich die "Osteuropäer" als Europäer zweiter Klasse vorkommen, kann ich ehrlich gesagt sehr gut nachvollziehen. Dieser Artikel gibt ja genügend Beispiele. Seit dem Kalten Krieg ist ein gutes Vierteljahrhundert vergangen, und noch immer werden die einen als "Osteuropa", die anderen als "Westeuropa" schubladisiert. Keine Nuancen. Man gibt ihnen ja richtiggehend das Gefühl, nicht zu uns zu gehören. Osteuropa ist, wo die Grossmütter noch Kopftücher tragen und Obstbrand trinken, oder wie?
    Die Visegrád-Staaten gehören zu Mitteleuropa, genau wie wir.
    • Fabio74 23.10.2017 21:37
      Highlight Highlight also ist Osteuropa als korrekte geographische Bezeichnung abwertend? Ernsthaft?
      Wenn wir solche Probleme hochkochen, dann wirds definitiv schwierig.
      Aber statt immer nur Opfer spielen, sollte man mal die positiven Dinge hervorheben, die diese Länder haben.
    • Raphael Bühlmann 23.10.2017 22:45
      Highlight Highlight Osteuropa ist nicht abwertend (auch wenn es durchaus z. T. so gebraucht wird), aber geographisch einfach falsch. Schau mal, wo Tschechien liegt und wo Österreich.

      https://en.wikipedia.org/wiki/Eastern_Europe
    • Fabio74 24.10.2017 07:03
      Highlight Highlight Wenn man Osteuropa als abwertend empfindet fällt man in ein Opferritual.
      Man könnte auch damit was anfangen und dies positiv hervorheben zum Beispiel. Anstatt einfach nur zu jammern.
      Es ist mit der Teilung Europas zu Osteuropa geworden. Allerdimgs dachte ich es seien alles stolze unabhängige Staaten..
    Weitere Antworten anzeigen
  • Sensenmaa 23.10.2017 20:23
    Highlight Highlight Die ich war abzusehen dass das früher oder später passiert.
    • Sensenmaa 24.10.2017 07:12
      Highlight Highlight Blöde Spracheingabe. 😁 Es war abzusehen das es auch da zu krieseln beginnt. Und ich verstehe die Aussage sogar das man sich dort als Europäer zweiter Klasse fühlt.
  • Karl33 23.10.2017 20:19
    Highlight Highlight Nee, kann doch nicht sein, die neoliberalen EU-Ideologen machen doch alles richtig und nach Lehrbuch...
    • Fabio74 24.10.2017 07:04
      Highlight Highlight Es ist zu einfach die Schuld anderswo zu suchen.
  • NWO Schwanzus Longus 23.10.2017 19:32
    Highlight Highlight Ich verstehe die Oststaaten der EU, sie fühlen sich benachteiligt ob dem Westlichen Moralimperialismus. Man will ihnen Menschen aufzwingen, dessen Integration nachweislich ein Ding der Unmöglichkeit ist und schwer verwertbar für deren Wirtschaften sind.

    Man sieht es an Berlin, London, Paris, Marseille, NRW, Brüssel das es gar nicht erfolgreich sein kann. Ich denke Wirtschaftlich und Menschlich wird der Osten den Westen überholen in wenigen Jahrzehnten. Der Westen wird eine Islamisch geprägte Migrationsgesellschaft werden ohne bedeutende Wirtschaft.0
    • Fabio74 23.10.2017 21:39
      Highlight Highlight Warum eigentlich dieses dumme Apokalypse-Denken?
      Bei 5,x% Muslime von Islamisierung reden ist so falsch wie dumm.
      Im Übrigen hat der Westen sehr viele Osteuropäer aufgenommen in den letzten Jahrzehnten. Ohne dass man diesen Menschen hier was aufgezwungen hätte
      Aber mitmachen in einem Staatenbund bedeutet halt Rechte UND Pflichten und ist kein à-la-Carte-Menu
  • Hardy18 23.10.2017 19:15
    Highlight Highlight Na jetzt aber. Wo wird den das jeweilige Produkt hergestellt? In der Schweiz, Deutschland, Italien? Bei den Löhnen? Aber es kostet mit Sicherheit nicht soviel wie bei uns. Also muss die Differenz ja irgendwo herkommen. Sollte es in deren Ländern hergestellt werden, kommt bestimmt keine 1A Ware ins Glas, weil sich auch das keiner leisten möchte. (Ob es bei uns der Fall ist, sei dahingestellt)
    • Thadic 23.10.2017 19:42
      Highlight Highlight Das sind alles nur Spekulationen. Es ist nicht so einfach eine Mischung von Grundnahrungsmittel (=Nutella) billiger zu machen. Die günstigste und zugleich problematischte Zutat von Nutella ist das Palmfett und dieses ist aber in allen Nutellas drin. Die teuerste Zutat sind die Haaselnüsse und davon hat es 13% drin, auch hier überall gleich viel. Der Preisunterschied muss meiner Meinung nach mehr mit den Lohnunterschieden nicht zuletzt auch in der Distribution erklärt werden.
    • Hardy18 23.10.2017 20:18
      Highlight Highlight Aber warum der andere Geschmack? Ist bestimmt auch eine Einbildung, aber die kleinen probierportionen schmecken auch besser als das Original aus dem Glas 😁
  • Koala91 23.10.2017 18:33
    Highlight Highlight Rezept für Rechtspopulismus (Brotaufstrich)

    1x scheinbare Ungerechtigkeit
    Viel emotionale Sprengkraft untermischen (z.b. Scham, Wut, Angst)
    1x Sündenbock

    Heiss (!) aufkochen.
    Sollten Gegenargumente auftreten, geben sie einen Löffel lächerlich hinzu. Dabei ja nicht auf die Fakten eingehen!

    Beiseite stellen und nach Bedarf aufkochen.

    Unbedingt: Niemals die Ungerechtigkeit in Handeln (z.b. EU-Austritt o.ä.) auflösen! Das macht den Aufstrich fad.

    En guete!
    • Koala91 23.10.2017 20:56
      Highlight Highlight @GoldjungeKrater

      Haha da muss ich dir nicht einmal widersprechen^^ mir wird von beidem schlecht...
  • Moelal 23.10.2017 18:27
    Highlight Highlight Sie könnten ja alle wieder aus der EU austreten.....oder ähm....profitieren Sie allenfalls doch zu viel? Dies ist schlicht staatlich gelenkte Paranoia!
  • tagomago 23.10.2017 18:22
    Highlight Highlight Lebensstandard Berlin? Macht ihr Witze?
  • Thadic 23.10.2017 18:06
    Highlight Highlight Ein Volk gibt in der Regel die eigene Kultur der nächsten Generation weiter (zum Glück wird nicht alles 1:1 übernommen). Wenn nun ein Volk sich in einem extremen Schrumpfungsprozess befindet wie dies aktuell in den meisten ehemaligen Ostblock-Staaten der Fall ist, dann könnten sie ihre Kultur an Migranten weitergeben wenn sie diese willkommen heissen würden und ihnen so dazu verhelfen würden sich zu integrieren. Da nun dies in diesen Ländern nicht passiert wird ihre Kultur verschwinden.
    • Alnothur 23.10.2017 20:14
      Highlight Highlight Was hast denn du so geraucht?
  • INVKR 23.10.2017 18:01
    Highlight Highlight Was soll die EU bitte mit marketingtechnischen Entscheidungen eines privaten Konzerns wie Ferrero zu tun haben? Einige in den ehemaligen Sowjetrepubliken scheinen die freie Marktwirtschaft noch nicht so ganz verstanden zu haben...
    • Rolf Meyer 23.10.2017 19:13
      Highlight Highlight Korrekt, einmal mehr ist die freie Marktwirtschaft hier das Problem. Das sind unschöne Auswüchse des Kapitalismus.
    • Raphael Bühlmann 23.10.2017 19:32
      Highlight Highlight Die Visegrád-Staaten sind keine ehemaligen Sowjetrepubliken.
    • Firefly 23.10.2017 19:54
      Highlight Highlight Das habe ich mich auch gefragt, heutzutage scheint an allem Schlechten due EU schuld zu sein
  • malu 64 23.10.2017 18:01
    Highlight Highlight Ist es so erstrebenswert sich jeden Quatsch zu kaufen?
  • Angelo C. 23.10.2017 17:42
    Highlight Highlight Ein gut fundierter Bericht über Lage und Empfindungen in Osteuropa. Mir fehlte im Zusammenhang mit den Visegard-Staaten und ihrer Migrationspolitik eigentlich nur die Erwähnung Österreichs, das sich nun künftig ähnlich verhalten und auch eine Rechtsregierung Kurz erhalten wird, auch wenn sich dort die Nutella-Frage natürlich nicht stellt.

    Diese Nutella-Klagen Osteuropas, einstiges Armenhaus Europas und zuletzt zur EU gestossen, mögen jedoch da und dort berechtigt sein, denn dort wollte man im business pushen und es ist absolut denkbar, dass man diese Länder vereinzelt benachteiligte.

    • Fabio74 23.10.2017 21:43
      Highlight Highlight Opferhaltungen ohne Ende und dann wundert man sich warum es nicht aufwärts geht
      Den Tschechen geht es gut wie lange nicht mehr.
      Die Osteuropäer profitieren massiv von der EU. Soviel Geld wie von West nach Ost fliesst zum Aufbau dieser Staaten.
      Und wer halt Mitglied dort ist, muss auch Pflichten übernehmen.
  • Roger Freck 23.10.2017 17:34
    Highlight Highlight Auch in der Flüchtlingskrise wollte man die Osteuropäer zum Merkel-Juncker-Kurs mit unbegrenzter Aufnahme zwingen, während die Flüchtlinge in Köln Mädchen begrapschten. Da könnt ihr so viele Blitze geben wie ihr wollt.
    • Fabio74 23.10.2017 21:45
      Highlight Highlight ja der weisse christliche Westeuropäer grapscht ja nie. Die Osteuropäer die im Westen leben, grapschen auch nie.
      Und die unschöne Kölnergeschichte verwenden um alle Flüchtlinge in einen Topf werfen zu können ist billiger Hass
  • Ha! Bermas. 23.10.2017 17:25
    Highlight Highlight Ist das nicht einfach eine Folge der tieferen Kaufkraft der betreffenden Länder? Zu den hiesigen Preisen würde man anderswo kaum was verkaufen, mit tieferen hätte man kleinere Renditen, also stellt man es einfach günstiger her...?
    • Tikvaw 23.10.2017 18:23
      Highlight Highlight Es ist aber schon auch so, dass die Lebensmittelhersteller den Geschmack gezielt an einzelne Länder oder Regionen anpassen. Das ist auch nicht neu.

      Hier zum Beispiel ein Artikel aus dem Jahr 2013 über das Thema:
      https://www.nzz.ch/geschmacks-sachen-1.18057562
    • Ha! Bermas. 23.10.2017 19:39
      Highlight Highlight Auf jeden Fall. Man weiss weiss ja auch z.b. von den Fastfood-Ketten, dass sie lokale Geschmacksneigungen berücksichten. Schliesst sich ja nicht aus.
      Hingegen bezweifle ich, dass aus diesen Gründen am Fleisch- bzw. Fischgehalt gespart wird.
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 23.10.2017 17:24
    Highlight Highlight 2)
    Westeuropa ist geprägt durch die Erfahrungen des II-Weltkriegs und den Fluch des Nationalismus.
    In Osteuropa wurde jede Form von Nationalismus (wie es in zur Zeit der Bildung der Nationalstaaten auch zB in Deutschland oder Italien gab) immer unterdrückt. Bis zum Zerfall der Sowjetunion wurde der Nationalismus als zersetzend verfehemt, diese Länder erkämpften sich die Freiheit und nun wird ihre "nationale Souveränität" wieder durch ein supranationales Konstrukt, die EU, "bedroht", zB durch die Flüchtlingspolitik.
    Aus dieser Komplexen Situation wird man nicht einfach so herauskommen.
    • El Vals del Obrero 23.10.2017 18:10
      Highlight Highlight Grundsätzlich stimmt das.

      Aber vor 10 Jahren wollten doch diese Staaten *unbedingt* zur EU gehören. Niemand hatte sie da hineingezwungen, im Gegenteil, es gab ja auch im Westen Widerstand dagegen.

      Auf dem Balkan wollen sie auch jetzt noch unbedingt zur EU.

      Irgendwie scheint man nicht zu wissen was man will. Man will unbedingt in die EU, 5 Minuten nach dem Beitritt beginnt man sie zu verfluchen.
    • bokl 23.10.2017 19:12
      Highlight Highlight @mein Senf
      "Irgendwie scheint man nicht zu wissen was man will. Man will unbedingt in die EU, 5 Minuten nach dem Beitritt beginnt man sie zu verfluchen."

      Die wissen genau was sie wollen. Wohlstand und Sicherheit zum Nulltarif. Das ist mit dem Beitritt erreicht. Danach hat man - da fast alle Entscheide einstimmig sein müssen - sehr viel Potential zum Störenfried. Das Manna gibt es trotzdem.
  • supremewash 23.10.2017 17:23
    Highlight Highlight Kann es sein dass manche der jungen Leute, welche den Kommunismus nicht miterlebt haben, eher vor dem politischen Klima (Abbau des Rechtsstaates etc.) und der konservativen Gesellschaft flüchten?
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 23.10.2017 17:17
    Highlight Highlight 1)
    Ich denke, dass Problem entspringt den unterschiedlichen Vorstellungen der EU in West- und Osteuropa. In Westeuropa ist die EU vor allem auch eine gemeinsame Wertegemeinschaft, die mittelfristig zu einem neuen Nationalstaat verschmelzen soll. In Osteuropa handelt es sich um ein Wirtschafts- und Schutzbündis, die Anbindung an die EU garantiert Wohlstand und Schutz vor Russland.
    • bokl 23.10.2017 17:45
      Highlight Highlight @rER
      Und genau da muss der "Westen" nun den Tarif ändern. Die Vorstellung der "Osterweiterten" wir kriegen Transferzahlungen, Sicherheit und mittelfristig den westlichen Wohlstand, aber lassen uns dafür absolut nichts vorschreiben, muss entschieden entgegengetreten werden. Dafür muss aber der "Westen" sich auch endlich auf einen gemeinsen Wertekatalog einigen. Und auch riskieren, dass die Briten nicht die letzten sind, welche austreten...
    • PaLve! 23.10.2017 18:06
      Highlight Highlight Die Blitzer können doch gerne mal die Osteuropäer nach ihrer Sicht fragen und dann feststellen das graues.... Retikum recht hat, ob es einem gefällt oder nicht, so ist es.
    • NWO Schwanzus Longus 23.10.2017 19:21
      Highlight Highlight Ungarn ist prorussischer als Polen, Orban hegt gute Beziehungen zu Putin, auch Tschechien ist mit dem Präsidenten Zeman eher prorussisch. Es gibt dort grosse Gegner der NATO. Zudem hegt Russland keine Invasionsabsichten, aber auch die NATO nicht nach Russland. Es sind nur die Balten und die Polen die vehement gegen Russland sind.
    Weitere Antworten anzeigen
  • ChiliForever 23.10.2017 17:16
    Highlight Highlight Lebensmitteltechnisch ist wohl eher Deutschland der Mülleimer. Dank der "Geiz-ist-geil"-Mentalität kann man das aber kaum anderen - vor allem nicht der EU - anlasten sondern ist hausgemacht.
    Viele Biersorten schmecken außerdem im Ausland anders - zum Teil erheblich besser. Auch das ist hausgemacht, liegt nämlich am Reinheitsgebot.
    Man kann also immer über andere meckern - das ist ja auch einfach - oft sollte man sich aber auch mal an die eigene Nase fassen.
    Aber jammern ist natürlich immer einfacher...
    • PaLve! 23.10.2017 18:09
      Highlight Highlight Du redest so, als ob die Osteuropäer dauernd am jammern wären, hast aber wohl keine Ahnung, wie sich die Leute dort Todschufften, um ihre Heimat, die in den letzten 70 Jahren ruiniert wurde, wieder aufzubauen und dabei sogar verdammt grosse Fortschritte machen.
    • Makatitom 23.10.2017 19:14
      Highlight Highlight Hmmm, wenn sie sich todschuften könnten sie doch jede Hand gebrauchen, wieso wollen sie dann keine Flüchtlinge aufnehmen und trotzdem Mrd an EU-Osthilfe, von der auch unsere Kohäsionszahlungen ein Teil sind, kassieren?
    • keplan 23.10.2017 21:22
      Highlight Highlight Hihi zum glück wissen sie nicht wie ausserhalb deutschlands bier hergestellt wird
    Weitere Antworten anzeigen
  • Hoppla! 23.10.2017 17:10
    Highlight Highlight Was, Nutella kann tatsächlich noch schlechterer Qualität sein? Sachen gibts!
    • Thadic 23.10.2017 18:20
      Highlight Highlight Nutella ist eines der vollwertigsten Junk-Food da es Fett, Kohlenhydrate, Eiweiss und wegen der Milch und des Kakaos auch noch Mineralien, Vitamine und Antioxidantien enthält. Wenn ich wählen könnte zwischen Chips, Erdnussbutter und Nutella als Notnahrung dann würde ich aus ernährungsphysiologischen Gründen eindeutig Nutella wählen.
    • Sheez Gagoo 23.10.2017 18:32
      Highlight Highlight Ich konnte noch nie, auch nur ansatweise den Geschmack von Nüssen feststellen.
  • flyingdutch18 23.10.2017 16:57
    Highlight Highlight Die arme EU, jetzt wird sie dafür verantwortlich gemacht, dass der Hersteller von Nutella das Produkt dem Landesgeschmack anpasst oder aus anderen Gründen nicht gleiche Ware liefert. Die rechtsextremen Staaten in Osteuropa - allen voran Ungarn und Polen - sind die ersten, die sich über die Gleichmacherei und die Bürokratie der EU beklagen und von Solidarität und der Beachtung letztinstanzlicher Urteile des EUGH nichts wissen wollen. Die EU als Sündenbock dient nur den populistischen Parolen der Regierungen jener Staaten, um ihre Macht zu zementieren. Widerlich.
  • TheMan 23.10.2017 16:38
    Highlight Highlight Der Linken Elite ist halt das Normale Volk zu Dumm. Die Elite möchte gerne Regieren. Sie zeigt zugleich, das Ihnen das Volk egal ist. Sehen wir ja auch hier in der Schweiz. Die Linke Elite interessiert sich nicht ums Volk. Sie haben nur Interesse am Geld. Am besten sollte dies nur in Ihre Hose fliessen.
    • phreko 23.10.2017 17:04
      Highlight Highlight Und rechts der Mitte wird offensichtlich nur Show gemacht. Als ob in der EU parallelimporte nicht möglich wären. Aber da kommen wieder Leute wie du theMan und glauben jeden Chabis den diese populistischen Hitzköpfe von sich geben.
    • Victarion 23.10.2017 17:05
      Highlight Highlight @TheMan. Wer ist die Linke Elite? Welche Personen meinen sie?
    • Walter Sahli 23.10.2017 17:20
      Highlight Highlight Ich dachte, die Linke wolle das Geld Anderer ausgeben?
      Könntet Ihr rechten Wutbürger Euch nicht mal darauf einigen, was Ihr den Linken vorwerfen wollt? Eure vollkommen an den Haaren herbeigezogenen Vorwürfe werden zwar mit zunehmender Absurdität immer lustiger, aber Ihr seht dabei halt einfach geistig immer bescheidener aus...und das nervt Euch ja dann auch, nä?!
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