International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Bei der Bombenexplosion in Tanta starben mindestens 25 Menschen. Bild: MOHAMED HOSSAM/EPA/KEYSTONE

Über 40 Tote bei Anschlägen gegen koptische Kirchen in Ägypten – «IS» bekennt sich

Kurz vor Ostern und einem Besuch des Papstes sind bei zwei Bombenanschlägen auf koptische Kirchen im Norden Ägyptens mehr als 40 Menschen getötet worden. Rund 120 wurden verletzt. Die Terrormiliz «Islamischer Staat» (IS) reklamierte die Anschläge für sich.

09.04.17, 14:25 09.04.17, 18:31

Die Explosionen in Tanta und Alexandria seien von den Dschihadisten verübt worden, berichtete das IS-Sprachrohr Amak am Sonntag. Wie das ägyptische Gesundheitsministerium mitteilte, starben bei der Bombenexplosion in Tanta mindestens 27 Menschen, wenige Stunden später wurden in der St. Markus-Kathedrale in Alexandria mindestens elf weitere getötet.

Dort hatte auch das Oberhaupt der Kopten, Papst Tawadros II., Palmsonntag gefeiert. Er blieb unverletzt.

«Die Explosion ereignete sich in den vorderen Reihen, in der Nähe des Altars während der Messe», sagte Vize-Innenminister Tarek Atija der Nachrichtenagentur AFP über den Anschlag in der Mar-Girgis-Kirche in Tanta, 120 Kilometer nördlich von Kairo.

Möglicherweise ein Selbstmordanschlag

Der Gouverneur von Gharbija, Ahmed Deif, sagte dem Fernsehsender Nile News, möglicherweise habe es sich um einen Selbstmordanschlag gehandelt. Sicherheitskräfte hätten die Umgebung des Gotteshauses nach weiteren Sprengsätzen durchkämmt.

Ägyptische Privatsender zeigten Bilder von blutverschmierten Kirchenwänden und zerstörten Holzbänken in Tanta. Die Zahl der Toten stieg rasch von anfangs 13 auf 27, zudem wurden laut Gesundheitsministerium rund 80 Menschen verletzt. Der ägyptische Regierungschef Scherif Ismail bekräftigte als Reaktion auf den ersten Anschlag Ägyptens Willen, den «Terrorismus auszulöschen».

Der Sprecher des Aussenministeriums, Ahmed Abu Seid, erklärte, der Anschlag in Tanta sei «ein misslungener Angriff auf unsere Einheit». Das einflussreiche sunnitische Al-Ashar-Institut in Kairo sprach ebenfalls von einem Versuch, die Sicherheitslage in Ägypten und «die Einheit der Ägypter zu destabilisieren».

Zweiter Anschlag

Bereits wenige Stunden nach der Bluttat in Tanta wurde die koptische Gemeinde erneut von einem Anschlag erschüttert. Dieses Mal traf es die St. Markus-Kathedrale in Alexandria und damit den Sitz ihres Oberhauptes, Papst Tawadros II. Dabei starben 16 Menschen. Weitere 41 Menschen wurden verletzt. Zunächst bekannte sich niemand zu den Anschlägen.

Wie Christen in aller Welt hatten die Kopten in Tanta und Alexandria Palmsonntag gefeiert und sich damit auf das Osterfest in einer Woche vorbereitet. Die Kopten sind die grösste christliche Glaubensgemeinschaft im Nahen Osten und machen etwa zehn Prozent der 90 Millionen Einwohner Ägyptens aus. Die Minderheit sieht sich immer wieder gewaltsamen Angriffen ausgesetzt.

Im Dezember vergangenen Jahres hatte sich ein Selbstmordattentäter während einer Sonntagsmesse in der koptischen Kirche St. Peter und Paul in Kairo in die Luft gesprengt. 29 Menschen wurden damals getötet. Am Neujahrstag 2011 waren bei einem Anschlag auf Kopten in Alexandria mehr als 20 Menschen getötet worden.

Der Papst in Ägypten

Papst Franziskus wird Ägypten am 28. und 29. April besuchen. Dabei will er auch seine Solidarität mit den Kopten zum Ausdruck bringen. Nach dem ersten Anschlag vom Sonntag sprach Franziskus der koptischen Gemeinde sein Mitgefühl aus.

«Möge Gott die Herzen derjenigen bekehren, die Terror, Gewalt und Tod säen und auch die Herzen derjenigen, die Waffen herstellen und damit handeln», sagte der Papst während des Angelus-Gebets.

EDA verurteilt Anschläge

Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) äusserte am Sonntag «grosse Betroffenheit». Das EDA verurteile mit aller Schärfe die blutigen Anschläge in Ägypten, die während den Feiern zum Palmsonntag grosses Leid unter den Gläubigen verursacht hätten, heisst es in einer Stellungnahme. Das EDA drückte den Angehörigen der Opfer und den verletzten Personen sein tiefes Mitgefühl aus. (viw/sda/afp/dpa/reu)

Das könnte dich auch interessieren:

Entsteht in Italien das Modell eines modernen Faschismus?

Diese 15 Orte darfst du nicht besuchen. Und das ist besser so für dich

Ein schamloser Kuhhandel: Der AHV-Steuer-Deal ist eine schlaue und heikle Idee

11 Gründe, weshalb du den Sommer in der Schweiz verbringen solltest

präsentiert von

Züri-Hools gingen nach Basel zum Prügeln – das hätten sie besser sein lassen

Fact oder Fake? Experte hält Rätsel um MH370-Verschwinden für gelöst

Trump gräbt Nordkorea eine Atom-Grube und fällt nun selbst hinein

Diese 9 Influencer-Fails beweisen, wie «real» Instagram ist – nämlich gar nicht

Dieser kleine Trick hat mich von meiner Handy-Sucht befreit

Die Rebellion der ungefickten Männer kommt aus dem Internet! Ein Experte erklärt «Incel»

Der grosse Lohn-Check: So viel verdient die Schweizer Bevölkerung

«Die Angriffe sind real» – Experten warnen vor «unrettbar kaputter» E-Mail-Verschlüsselung

Der Bikini-Trend, auf den wirklich niemand gewartet hat: Nude

21 Markenlogos, in denen sich geheime Botschaften verstecken

Wie viele Menschen erträgt die Erde?

Französin wählt wegen Schmerzen den Notruf und wird ausgelacht – wenig später ist sie tot

Dieses Rätsel wurde für Superhirne mit IQ 131 oder mehr entworfen? Schaffst dus trotzdem?

Oben ohne auf der Rückbank – 8 Taxifahrer erzählen ihre absurdesten Erlebnisse

Stell dir vor, es ist Masseneinbürgerung und keiner geht hin (ausser ein paar Italiener)

Ach Tagi, was ist aus dir geworden? (K)eine Liebeserklärung zum Jubiläum

Da kocht das Blut, da blüht die Rose in der Hose ... Unsere Basler Bachelorette mal wieder

«Tote Mädchen lügen nicht» kommt wieder – wie gefährlich ist die Serie wirklich?

Alle Artikel anzeigen
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
11
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
11Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • dmark 09.04.2017 21:12
    Highlight Das sind keine Dschihadisten, sondern dumme, verbohrte und in Wahrheit ungläubige Wesen. Ich vermeide bewusst den Begriff Mensch, weil ein Mensch normalerweise Achtung vor dem Leben hat.
    0 3 Melden
  • Posersalami 09.04.2017 19:15
    Highlight RIP 😞
    7 2 Melden
  • WeischDoch 09.04.2017 16:58
    Highlight Langsam aber sicher bin ich für eine enorme Aufrüstung von Anti-IS Truppen. Gebt den irakischen und syrischen Kurden schwere Geräte und volle Luft und Artillerie unterstützung und auch weitere Militärische ausrüsten und lasst keinen Stein auf dem anderen.
    37 4 Melden
    • TheMan 09.04.2017 17:17
      Highlight Macht das und irgendwen, werden diese Waffen gegen uns Gebraucht. Die wollen doch, das wir Sie Bewaffnen. Die würden sonst kaum an Waffen kommen. Oder sonst nur Teuer.
      13 25 Melden
    • WeischDoch 09.04.2017 17:44
      Highlight Sonst eine sekuläre volksgruppe im mittleren Osten? Das Misstrauen gegen den Westen ist so riesig, da hilft kein Bildungsversuch mehr. Eine andere Idee?
      11 5 Melden
    • Hierundjetzt 10.04.2017 01:07
      Highlight Weischdoch: der IS ist nur deshalb so stark, weil sie sämtliche irakischen Zeughäuser leergeräumt haben.

      Darin war sämtliches absolut neues Militämaterial, geschenkt von den USA.

      Irakis sind nicht Kämpfer sonder dem jeweilgen Stamm / Familie verpflichtet. Nicht dem Staat.

      Darum: lieber keine Waffen den Irakis liefern
      1 0 Melden
  • URSS 09.04.2017 16:36
    Highlight Der IS bekennt sich.
    Arme Irre... Traurig traurig...
    27 2 Melden

Nordkorea hat offenbar sein Atomtestgelände gesprengt

Nordkorea hat sein Atomtestgelände Punggye Ri unbrauchbar gemacht. Das berichteten ausländische Journalisten, die am Donnerstag bei der von Pjöngjang angekündigten Zerstörung des Testgeländes dabei sein durften.

«Es gab eine riesige Explosion», berichtete Tom Cheshire vom Sender Sky News. Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap meldete, es habe über den Tag hinweg eine ganze Reihe von Explosionen gegeben.

Der US-Sender CBS berichtete, einer seiner Korrespondenten sei vor Ort Zeuge mehrerer …

Artikel lesen