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«Mit Trump gab es eine politisch eindeutige inhaltliche Unterscheidbarkeit bei den Wahlen», sagt der britische Soziologe Colin Crouch. Bild: watson / cbe

Star-Soziologe: «Aufstieg der Frauen weckte den Unmut der alten männlichen Wähler»

Der Brite Colin Crouch diagnostizierte einst, der Westen befinde sich auf dem Weg in die «Postdemokratie». Im Interview erklärt er, warum der Aufstieg des Rechtspopulismus die Demokratie wiederbeleben kann und wie die weiblicher gewordene Sozialdemokratie die Männer zurückgewinnen muss.



Herr Crouch, vor einigen Jahren sorgten Sie mit der These für Wirbel, dass das Zeitalter der Demokratie bald vorbei ist. Ist Ihre Prophezeiung eingetroffen?
Colin Crouch:
Mein Buch war nicht als Beschreibung des Ist-Zustands gedacht. Glücklicherweise ist es das auch heute nicht. Ich wollte mein Buch als Warnung verstanden haben. Noch sind die westlichen Staaten keine Postdemokratien.

Was bezeichnet dieser Begriff?
Ich habe versucht eine Entwicklung zu beschreiben, die mir Sorgen bereitete: In den westlichen Ländern bestehen zwar alle Institutionen der Demokratie – Wahlen, Debatten, Interessenorganisation – weiter fort. Aber gleichzeitig droht die politische Energie aus ihnen zu entweichen. Sie verkommen zu leeren Hüllen

Woran machen Sie ihre These fest?
Viele Probleme, mit denen sich die Politik heute befassen muss – Klimawandel, Migration, Kontrolle über die globalisierte Wirtschaft – können im Rahmen der demokratischen Nationalstaaten nicht mehr gelöst werden. Wo es grenzüberschreitende Bemühungen gibt, etwa im Rahmen der G7 oder der OECD, sind sie demokratisch nicht legitimiert.

«Heute werden die Parteien quasi von PR-Teams gesteuert, die im Dienste der politischen Klasse von Zeit zu Zeit Wähler mobilisieren.»

Wer profitiert davon?
Ein Teil der Wirtschaft: Multinationale Konzerne haben in solchen globalen Fragen dank einem privilegierten Zugang mehr Einflussmöglichkeiten auf die Regierungen als die Bürger. Das löst Frust aus, der wiederum zum Verlust politischer Energie führt.

Wie reagiert die Politik in westlichen Ländern auf diesen Frust?
Unter anderem, indem sich die Politiker bewusst auf jene Fragen fokussieren, die sie überhaupt noch beeinflussen können. Deshalb wird dann etwa über die Höhe irgendwelcher Steuerabzüge gestritten. Das sind aber nicht die wichtigsten Probleme ihrer Wähler. Die Dinge haben sich geändert. Überspitzt gesagt: Im letzten Jahrhundert waren es Parteien, welche die gesellschaftlichen Konflikte in die politische Arena getragen haben.

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Colin Crouch (73)

Der Brite war Professor für Soziologie an den Universitäten Oxford und Warwick sowie am Europäischen Hochschulinstitut in Florenz. An der London School of Economics erlebte er die Studentenunruhen 1968 als Präsident der «students’ union». In den 1970er Jahren war Crouch Generalsekretär der «Fabian Society», einer intellektuellen Bewegung mit grossem Einfluss auf die britische Labour Party. Sein 2004 auf Englisch erschienenes Buch «Post-Democracy» wurde zum akademischen Bestseller.

Das ist nicht mehr der Fall?
Heute werden die Parteien quasi von PR-Teams gesteuert, die im Dienste der politischen Klasse von Zeit zu Zeit Wähler mobilisieren. In den wichtigen Fragen sind sich die grossen Parteien oft zum Verwechseln ähnlich und gewissermassen austauschbar.

Im letzten Jahr hatten die US-Wähler mit Trump und Clinton zwei sehr unterschiedliche Kandidaten und Programme zur Auswahl. Das widerspricht doch Ihrer These.
Die These der zunehmenden Ähnlichkeit der Parteien ist momentan herausgefordert. Mit seinem voll auf die eigene Person und markige Sprüche ausgelegten Wahlkampf entsprach Trump zwar in vielem einem idealen postdemokratischen Kandidaten. Aber es ist richtig: Mit Trump gab es eine politisch eindeutige inhaltliche Unterscheidbarkeit bei den Wahlen.

In den USA gab es nach Trumps Wahl die grössten Demonstrationen seit langem. Bürgerrechtsorganisationen verzeichnen neue Mitglieder-Rekordzahlen. Qualitätsmedien gewinnen wieder Abonnenten hinzu. Rettet uns Trump am Ende vor der Postdemokratie?
Ich beurteile Trump zwiespältig. Unter starken Vorbehalten würde ich tatsächlich sagen, dass Trump auf eine paradoxe Weise vielleicht positive Implikationen für die Demokratie hat. Denn der Vormarsch von Rechtspopulisten hat auf der anderen Seite die Re-Politisierung ihrer Gegner zur Folge.

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Wie zeigt sich das?
Ich war kürzlich in Wien und sprach mit vielen liberal oder links denkenden Menschen. Sie alle waren unglücklich über den Wahlerfolg der FPÖ. Aber einige von ihnen sagten mir: «Wenigstens haben wir wieder eine politische Auseinandersetzung». Diese sei dem Land unter der Grossen Koalition verloren gegangen. Das ist derselbe Zwiespalt wie bei Trump.

Ihre Theorie hatte den Erfolg des Rechtspopulismus nicht vorhergesehen.
Ich sagte schon 2004, dass gesellschaftliche Bewegungen mit ihren Forderungen eine Störung des herrschenden Systems bewirken können. Sie zwingen die Eliten damit, sich neu zu positionieren. Ich bin einfach unglücklich, dass diese Störung von rechts aussen kommt.

Warum?
Zunächst einmal halte ich Fremdenfeindlichkeit für die verabscheuungswürdigste Form von Politik. Hinzu kommt: Sie hilft den Leuten lediglich, falsche Lösungen auf ihre Probleme zu finden. Diese sind nicht von Ausländern, von Flüchtlingen verursacht. Aber: In Demokratien haben die Leute das Recht, Fehler zu machen. Diese Antwort der Leute auf die Unzufriedenheit über die eigene Situation halte ich zwar für falsch. Trotzdem ist das möglicherweise eine demokratische Reaktion auf die postdemokratischen Tendenzen.

«Es macht weniger Angst, Muslimen oder polnischen Einwanderern oder wem auch immer die Schuld für die eigene Situation zu geben. Das zerstört die Gesellschaftsordnung nicht.»

Weshalb sind es rechtspopulistische Parteien und Figuren wie Donald Trump, welche von der Unzufriedenheit mit dem System profitieren?
Ich denke, das hat zwei Gründe: Unzufriedene, machtlose Normalbürger haben Angst, das System und die Macht der Elite tatsächlich herauszufordern. Dieser psychologische Aspekt ist wichtig: Es macht weniger Angst, Muslimen oder polnischen Einwanderern oder wem auch immer die Schuld für die eigene Situation zu geben. Das zerstört die Gesellschaftsordnung nicht.

Und der zweite Grund?
Vereinfacht gesagt gab es nach dem zweiten Weltkrieg im Westen während langer Zeit einen breiten Konsens darüber, dass mit Nationalismus und Rassismus keine Politik gemacht werden sollte. Rechte Politiker, die damit spielten, wurden von den Anführern der konservativen Parteien geschnitten. Dieses Tabu ist heute gefallen. Mit ihrem Appell an die nationalistischen Gefühle haben die Rechtsaussen-Parteien ein mächtiges Reservoir an bislang unterdrückten Gefühlen angezapft.

Wo lagen Sie mit Ihrer These richtig?
Die Finanzkrise von 2008 ist ein Beispiel für die Postdemokratie. Einer ihrer Auslöser war die Deregulierung des Bankensektors davor. Diese Deregulierung ist damit zu erklären, dass Interessenvertreter der Finanzwelt die Regierungen, insbesondere in den USA, massgeblich beeinflussten. Viele Ex-Banker sassen in der Regierung oder der Finanzmarktaufsicht. Die Finanzkrise wiederum war einer der Mitauslöser für ein zweites Beispiel für meine These.

«Ich glaube, die Menschen sind vom neoliberalen Modell desillusioniert.»

Welches?
Die Eurokrise 2010 wurde in den Folgejahren auf postdemokratische Weise gemanagt. Die Politiker fokussierten in der öffentlichen Darstellung auf diejenigen Teilprobleme, welche sie vermeintlich lösen konnten. Der ganze Entscheidfindungsprozess fand weitgehend hinter verschlossenen Türen und ohne demokratische Kontrolle und Legitimierung statt.

Sie bezeichnen sich selber als Sozialdemokraten alter Schule und waren früher Mitglied der Labour Party. Inwiefern ist die Linke mitschuldig an der Entwicklung hin zur Postdemokratie?
Sozialdemokratische Regierungen im Westen haben in den letzten Jahren im grossen Ganzen zwar eine relativ gute, verantwortungsvolle Politik gemacht. Doch sie wichen den grossen Fragen aus und verpassten es, eine glaubhafte linke Alternative zu entwickeln. Sozialdemokraten des sogenannten «dritten Wegs» wollten glauben, dass Kapitalismus und grosse Unternehmungen keine Probleme mehr schüfen. Das war ein Fehler, wie uns die Finanzkrise 2008 bewiesen hat.

Wie muss die Sozialdemokratie auf diese Herausforderungen reagieren?
Ich glaube, die Menschen sind vom neoliberalen Modell desillusioniert. Das zeigt auch die Resonanz von Trumps Anti-Freihandel-Rhetorik. Dieses Modell stellte lange einen breiten Konsens zwischen Sozialdemokraten, Liberalen und Konservativen dar. Er bildete den Rahmen der Politik von Sozialdemokraten des «dritten Wegs» wie Tony Blair oder Gerhard Schröder in den 90er und 00er Jahren. Jetzt bricht der Konsens auseinander. Das gibt Raum für politische Auseinandersetzung.

Die Sozialdemokraten müssen also wieder nach links rücken?
Sie müssen auf jeden Fall kritischer werden gegenüber dem Kapitalismus und vor allem gegenüber den Kapitalisten – ohne sich vom Konzept der Marktwirtschaft zu verabschieden, allzu protektionistisch zu werden oder neue Schuldenberge anzuhäufen.

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In der Postdemokratie verkommen Parteien zu reinen PR-Maschinen. Wie entgehen sozialdemokratische Parteien dieser Gefahr?
Leute wie Blair oder Schröder hielten Parteimitglieder und eine treue Stammwählerschaft letztlich für überflüssig. Sie glaubten, dass man im Wahlkampf mit Hilfe des Fernsehens und des Marketings schon irgendwo die nötigen Wähler finden werde. Das beschleunigte die bereits schwindende Parteibindung der traditionellen sozialdemokratischen Wählerschichten. Diese Parteien müssen jetzt eine neue Stammwählerschaft an sich binden.

Wo ist diese zu finden?
Vereinfacht gesagt besteht die Wählerschaft der Sozialdemokraten in vielen westlichen Ländern momentan aus einer Allianz aus zwei Gruppen. Aus älteren, männlichen Arbeitern aus dem Industriebereich und einer jüngeren, gesellschaftsliberalen, eher weiblichen Wählerschaft aus der Mittelschicht. Diese ist im Dienstleistungsbereich in so genannt sozio-kulturellen Berufen tätig. Die Allianz dieser beiden Wählergruppen bricht jedoch langsam auseinander.

Was führt zu diesem Auseinanderbrechen?
Diese Gruppen wurden bisher durch viele gemeinsame Interessen zusammengehalten, etwa in der Sozialpolitik. Das Thema Immigration hingegen treibt sie auseinander. Das zeigte sich etwa bei den US-Demokraten, welche die weissen Arbeiter an Trump verloren. Der tiefer liegende Konflikt ist jener zwischen einer liberalen und einer konservativen Vorstellung der Gesellschaft. Und die Geschlechterfrage ist von überragender Bedeutung.

Inwiefern?
Hinter der Unzufriedenheit vieler älterer, männlicher Wähler steckt der Unmut über den Aufstieg der Frauen. Historisch gesehen verwundert es nicht, dass die Sozialdemokraten jetzt Mühe haben, diese Männer als Wähler zu behalten.

«Die heutige Sozialdemokratie richtet ihre Politik zunehmend auf Themen aus, denen Frauen sich mehr bewusst sind, weil sie im Alltag stärker davon betroffen sind.»

Das müssen Sie genauer erklären.
Ursprünglich sah die Sozialdemokratie die Interessen der Frau als Teil der Interessen des Mannes. Ihre Politik war den Frauen keineswegs feindlich gesinnt, aber sie basierte auf dem Ernährer-Modell, bei welchem der Mann dank guten Arbeitsbedingungen für Frau und Kinder sorgen können soll. Die Interessen der beiden Geschlechter waren in Vielem deckungsgleich. Aber die Fraueninteressen wurden in erster Linie  im Licht der Interessen der Männer interpretiert.

Und das hat sich verändert?
Ja, dieser Prozess läuft schon seit längerem. Die heutige Sozialdemokratie richtet ihre Politik zunehmend auf Themen aus, denen Frauen sich mehr bewusst sind, weil sie im Alltag stärker davon betroffen sind. Ich denke etwa an die Vereinbarkeit von Beruf und Familie oder prekäre Arbeitsverhältnisse.

Und damit vergrault sie die Männer?
Nein, und dieser Punkt ist ganz wichtig. Diese Themen sind keine «Frauenthemen» per se. Aber Frauen erleben sie im Alltag an vorderster Front. Aber auch Männer sagen sich: «Ich würde gerne Familie und Beruf besser vereinbaren können» – und profitieren von Verbesserungen. Es ist einfach die Umkehrung der Denkmuster beim Ernährer-Modell: Die Sozialdemokratie interpretiert heute die Männerinteressen im Licht der Interessen der Frauen.

«Über die Ungleichheit der Einkommen, über die Klassenfrage, ist in den letzten Jahren zu wenig gesprochen worden.»

Trotzdem: Männer wählen heute häufiger rechts als Frauen.
Das ist richtig. Vor drei Jahren hielt  ich in London einen Vortrag über die «weibliche» Sozialdemokratie. Eine junge Feministin im Publikum fragte mich: «Besteht da nicht die Gefahr einer männlichen Gegenreaktion?» Ich antwortete, eine allfällige Gegenreaktion werde eher klein ausfallen. Trumps Wahl zeigt: Ich lag falsch.

Wie gewinnt die Linke die Männer wieder zurück?
Es geht darum, klar zu machen, dass viele vermeintliche «Frauenthemen» auch Männer betreffen und die Lösungen dafür auch in ihrem Interesse sind. Was auch sehr wichtig ist: Wenn in den letzten Jahren in der Politik über Ungleichheit gesprochen wurde, war es oft die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern, zwischen Rassen, zwischen sexuellen Orientierungen. Über die Ungleichheit der Einkommen, über die Klassenfrage, ist zu wenig gesprochen worden. Dieses Thema müssen Sozialdemokraten wieder auf die Agenda setzen.

Wie beurteilen Sie die Zukunftsaussichten der Sozialdemokratie?
Die heutige politische Grosswetterlage hat einen Raum für echte politische Auseinandersetzungen geschaffen. Der Untergang des Neoliberalismus zeigt, dass die grossen sozialdemokratischen Themen – der Kampf gegen materielle Ungleichheit und für Gemeingüter und kollektive Interessen – weiterhin zentral bleiben für ein gutes, menschliches Leben. Das ist grundsätzlich positiv. Für die Sozialdemokratie geht es darum, unter der Führung von Frauen Themen zu finden, welche auch die Männer betreffen. Das ist meine Vision für eine Rekonstruktion der Sozialdemokratie, die ich schon länger habe. Derzeit schreibe ich an einem neuen Buch dazu.

Colin Crouchs Buch «Postdemokratie» ist 2008 im Suhrkamp-Verlag auf Deutsch erschienen. Das Gespräch fand im Rahmen eines Auftritts von Colin Crouch im Kulturzentrum «Karl der Grosse» in Zürich statt.

Und das sagt watson-Redaktionssoziologe Renato Kaiser über Trump

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Video: watson

Trump mag Pressebilder nicht – so reagiert das Internet

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    Alle Leser-Kommentare
  • AlainG 28.12.2017 05:44
    Highlight Highlight Meines Erachtens liegt das Versagen der Linken in den letzten Jahren darin, dass sie durch ihre „Überakademisierung“ das Milieu der Arbeiter hinter sich liess, deren Lebensängste und -erfahrungen ignorierten und die „Büezer“ und wenig gut situierten Schichten so den rechtsextremen Populisten überliessen.

    Man müsste die neueren Kämpfe geschickter mit den alten linken Kämpfen verlöten zu einer beherzten solidarischen Rebellion, von der sich die Menschen wieder realistisch repräsentiert fühlen, auch als Immunisierung gegen hetzerische Feindbilder und falsche Versprechungen.
    • manago 28.12.2017 20:17
      Highlight Highlight Ich finde auch, die Linken argumentieren zu intellektuell. Man kann die alten mit neuen Kämpfen verknüpfen. Trotzdem, weder die Linken noch die Rechten fragen nach deiner Zustimmung zur Teilnahme in die Gemeinschaft. Du wirst gezwungen. Das ist in jedem Land auf der Welt so. So geht man aber nicht mit mündigen Menschen um. Ohne eine ausdrückliche Zustimmung kann man nicht auf die Solidarität von Gemeinschaftsmitgliedern, Politikern usw. vertrauen. Es überrascht daher nicht, dass an der Bevölkerung vorbei politisiert, die Wirtschaft überbewertet wird, und die Demokratie zu scheitern droht.
  • profiprofiler 26.12.2017 14:34
    Highlight Highlight Im Übrigen: Der Meinung bin ich auch :-)
  • profiprofiler 26.12.2017 14:31
    Highlight Highlight Bezeichnend: Man muss studieren um feststellen zu können, dass man männliche Wähler am besten mit Männerthemen mobilisieren kann;-)
  • Ökonometriker 26.12.2017 12:33
    Highlight Highlight Die Vermögensungleichheit wurde noch viel weniger diskutiert als die Einkommensungleichheit. Während die Einkommensschere etwas aufging, ist derweil die Vermögensungleichheit explodiert. Kein Wunder sind so viele Leute in westlichen Staaten so frustriert: wie sollen sich junge Leute bei den heutigen Immobilienpreisen, gerade in den USA, England oder Ostasien, noch eine Wohnung leisten?

    In der Schweiz haben wir zumindest einen guten Mieterschutz. Aber in vielen anderen Ländern macht mieten keinen Spass...
  • Dogbone 26.12.2017 10:40
    Highlight Highlight Tolles Interview!
    Ich hoffe schon ziemlich lange darauf, dass die Linke durch den immer widerwärtigeren Rechtspopulismus mal endlich in die Gänge kommt und ihr eigenes Ding durchzieht, heikle, schwierige und brennende Themen aufs Podest zerrt und sich damit echt auseinandersetzt und den Menschen schliesslich eigene Lösungen präsentieren kann. Aber nein, da passiert nix ausser ein paar klägliche Reaktionen auf die Auswüchse der Rechten und ja - natürlich - tolles Wahlmarketing um nicht vollends in der Bedeutungslosigkeit zu versinken...
    • Sebastian Wendelspiess 26.12.2017 12:48
      Highlight Highlight Geht mir gleich.
  • sir_kusi 26.12.2017 09:09
    Highlight Highlight Ob mit diesem linksintellektuellen Geschwurbel die Wähler zurückkommen? Es darf bezweifelt werden... Zudem bezeichnend, dass er auf die Frage, wie denn Stammwähler zurückzuholen seien keine Antwort hat (bzw nur erklärt, dass die jetzigen „auseinanderbrechen“). Vielleicht liegt es ganz einfach daran, dass SP & Co. keine das Volk überzeugenden Antworten auf dessen Anliegen haben? Doch das ist wohl zu einfach: Was nicht sein darf, kann nicht sein. Da schiebt man die Schuld lieber anderen zu.
    • rodolofo 26.12.2017 10:25
      Highlight Highlight Prost, Kamerad!
      Auf zum nächsten Geflecht!
  • manago 26.12.2017 03:32
    Highlight Highlight Ob Postdemokratie, Demokratie, Monarchie, Sozialismus usw., sie unterliegen alle dem gleichen Problem. Keiner wurde je gefragt, ob er in einer Gemeinschaft teilnehmen will, sondern man wird gezwungen. Weiter haben die Gemeinschaften kein gemeinsames Ziel. Solidarität und Loyalität sind nicht erzwingbar. Es muss immer zuerst eine Katastrophe geschehen, bevor die Menschen zusammenhalten, oder sie brauchen einen äusseren Feind. Wenn man zusammenleben will, muss die Mitmenschen fragen, ob sie das wollen. Gut zu wissen, Rechtsstaat, Demokratie, Gemeinschaft sind nicht alles in diesem Universum.
    • Hierundjetzt 26.12.2017 12:30
      Highlight Highlight Nicht ganz. Du blendest bei Deiner Argumentation die Geschichte aus. Erst seit der weltweiten Demokratisierung hat ein wesentliches Wirtschaftswachstum stattgefunden. Im Grundsatz seit Beginn der Reformation sicher aber ganz stark seit 1945.

      Der Einwand „aber die Schweiz“ lass ich hier nicht gelten. Wir sind ein Kleinstaat ohne wesentliche Macht.

      Der Mensch ist als Säugetier ein Herdentier, dessen Ziel es ist, in einer sozialen Gruppe leben zu wollen.

    • manago 26.12.2017 15:31
      Highlight Highlight

      Ja, die Menschen wollen in einer sozialen Gruppe leben. Deswegen sollte man sie fragen, ob sie teilnehmen möchten, und nicht zwingen. Zwingen ist nicht sozial und kein aufmerksamer Umgang zwischen Menschen. Das lass ich nicht gelten! Gemeinschaftssinn ist nicht erzwingbar! Im Interview wird gesagt, dass die Menschen keinen Mut mehr haben, das System in Frage zu stellen. In vielen Gebieten der Welt stellt sich zur Zeit die Frage, ob die Menschen zusammenleben wollen. Die meisten sind Mitläufer und haben keinen Mut zu sagen, so nicht! Kinder lernen, zuerst fragen, bevor man sich etwas nimmt.
    • manago 26.12.2017 16:35
      Highlight Highlight Wirtschaftswachstum hin oder her, es wurde trotzdem keiner gefragt, ob er in der Gemeinschaft teilnehmen will, auch seit der Reformation nicht. Nicht die Wirtschaft müsste wachsen, sondern die Aufmerksamkeit für sein Umfeld und sich selbst. Ohne das wächst die Wirtschaft nicht. Wer nicht aufmerksam ist, lernt nichts. Wenn zu wenig aufgepasst wird, geht die Demokratie verloren. Wer nicht aufmerksam ist, kann auch nicht im Hierundjetzt leben. Eben weil die Menschen in sozialen Gruppen leben wollen, sollte man sie zur Teilnahme fragen, und nicht zwingen. Gemeinschaftssinn ist nicht erzwingbar.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Bucky 25.12.2017 20:22
    Highlight Highlight Schaut, Leute, es ist ganz einfach: "Wer hat uns verraten? Die Sozialdemokraten!" Wer das Zitat nicht kennt, googelt am besten mal nach.
    • rodolofo 26.12.2017 10:38
      Highlight Highlight Wer ist "uns"?
      Die Redensart haben Kommunisten und Linksaussen-Revolutionäre erfunden.
      Bist Du etwa ein solcher Kommunist, oder ein Linksaussen-Revolutionär?
      Nach Deinen bisherigen Beiträgen zu schliessen doch wohl eher überhaupt nicht, oder?
    • flv 26.12.2017 21:16
      Highlight Highlight @Bucky: Bring bitte ein Beispiel, wo sie dich verraten haben! Oder wo du dich verraten fühlst. Oder bist du Grossindustrieller? Dann kann ich deinen Unmut verstehen...
    • Bucky 26.12.2017 21:59
      Highlight Highlight @rodolfo @flv Wer das Zitat nicht kennt, googelt am besten mal nach. Und auf Trollfragen kann ich nicht eingehen, sorry.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Bucky 25.12.2017 19:21
    Highlight Highlight Die "weiblicher gewordene Sozialdemokratie", wie die feministische Schweizer Sozialdemokratie sie mustergültig darstellt, ist einfach viel näher bei einem primordialen Darwinismus und damit grundsätzlich in Konflikt mit sozialdemokratischen Werten. Gleichstellung wäre der Sozialdemokratie immanent, Vorrechte für Frauen, wie Schweizer Feministinnen sie geltend machen, sind mit der Sozialdemokratie genauso unvereinbar wie Vorrechte für Männer. Die "weibliche" Sozialdemokratie hat mit Sozialdemokratie nur noch den Anstrich gemein. Darunter verbirgt sich - primordialer Darwinismus.
    • aglio e olio 25.12.2017 22:47
      Highlight Highlight Welche Vorrechte machen Schweizer Feministinnen geltend?
    • SemperFi 26.12.2017 10:32
      Highlight Highlight @Bucky: Das Prinzip des „primordialen Darwinismus“ müssten Sie mir bitte erklären - ich hätte jetzt gerade Zeit für so etwas.
    • flv 26.12.2017 21:28
      Highlight Highlight Ähm? Kannst du mir primordialer Feminismus erklären? Kenn ich echt nicht!

      Ich (männlich, linksliberal) stimme dir zwar bei, dass die heutige Juso für Männer ein bisschen spezielle Themen aufs Parkett bringt. Grundsätzlich kann ich die Themen jedoch verstehen. Dass sie mehrheitsfähig oder hilfreich fürs Parteiprogramm sind, bezweifle ich jedoch.

      Wenn ich das richtig verstehe, werden Forderungen gestellt, die den männlichen Darwinismus ausgleichen – ohne Eingeständnisse bei Frauenprivilegien zu machen. Gewisse Vorbehalte habe ich da auch, ehrlich gesagt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Thomas Rohrer 25.12.2017 13:57
    Highlight Highlight Ich freue mich auf die Politik der jungen Frauen und weniger Politik der alten Säcke.
    • flv 26.12.2017 21:30
      Highlight Highlight Auf diese zähle ich, die sind echt gut! (bin männlich...)
  • Doeme 25.12.2017 12:32
    Highlight Highlight Super Interview Herr Bernet! Nur wer kluge Fragen stellt, erhält auch intelligente Antworten. Bitte mehr von diesen hochstehenden Artikel auf watson! Und weniger von "das sind die 10 blablabla"
  • Posersalami 25.12.2017 12:31
    Highlight Highlight „Hinter der Unzufriedenheit vieler älterer, männlicher Wähler steckt der Unmut über den Aufstieg der Frauen. „

    Kann doch gar nicht sein! Frauen sind nur in muslimischen Gesellschaften nicht zu 100% gleichberechtigt! Hier ist doch das Paradies wo alle Männer die Frauen ebenbürdig akzeptieren!!!!
    • Enzasa 25.12.2017 19:29
      Highlight Highlight Posersalami
      Deine Blitze bestätigen deinem Beitrag
    • flv 26.12.2017 21:41
      Highlight Highlight Die Blitzer haben wohl den Sarkasmus nicht verstanden...
  • Sebastian Wendelspiess 25.12.2017 12:28
    Highlight Highlight Habe ich richtig gelesen?

    Konzerne haben mehr Macht auf die Politik als der Bürger. PR-Teams sagen was die Parteien schreiben. Und die EU entscheidet bei wichtigen Themen undemokratisch hinter verschlossenen Türen? Er findet Trump gut und ist Kapitalismus-Kritiker.

    Der Typ muss ein Verschwörungstheoretiker sein!

    Danke, sehr interessantes Interview.
    • sowhat 25.12.2017 21:00
      Highlight Highlight Nein. Er hat nur den Durchblick und ist lästig genug es auch zu sagen, damit wir dereinst nicht behaupten,wir hätten es nicht gewusst ;)
    • flv 26.12.2017 21:45
      Highlight Highlight Nö, er hat absolut recht. Die Parteien machen ein bisschen Politik, jedoch nicht die, wofür sie eigentlich gewählt worden wären, sondern, die, die ihnen von den Lobbyisten eingeflüstert wird. Die wichtigen Entscheidungen passieren aber eh jenseits der nationalen Politik. Da werden die Spielregeln gemacht und jedes Land probiert sich möglichst gut durchzumogeln.

      Fairplay in der Politik ist etwa so wie in der FIFA...
  • Redly 25.12.2017 12:12
    Highlight Highlight Die Menschen seien vom Neoliberalismus enttäuscht. Könnte sein, wenn sie ihn erlebten.

    Kurzer Faktencheck: Ups, Staatsquoten, Regulierung und Staatsverschuldungen waren noch nie so hoch wie die letzten Jahre.

    Mist, Enttäuschung korreliert eher mit steigenden Staatseingriffen...
    Aber pssst, bloss niemandem verraten - man müsste seine Thesen hinterfragen.
    Frohes Fest und blitzen allerseits.
    • FrancoL 25.12.2017 13:33
      Highlight Highlight @Redly; Und was genau führt zu diesen hohen Verschuldungen? Amerika lässt Grüssen, die neue Verschuldungsspitze steht dort ja in den nächsten jähren an.
      Du Musst lauter sprechen, denn Dein Unsinn soll gut gehört werden.
      Neoliberalismus erleben wir tag täglich in rauen Mengen. Da gibt es kein entrinnen, ausser wohl in Deiner bescheidenen Welt.
    • Firefly 25.12.2017 22:33
      Highlight Highlight Aktion und Reaktion! Der westlich demokratische Staat ist im Grunde liberal, neue Gesetze und Reglemente werden erst dann implementiert, wenn eine Minderheit über die Stränge schlägt und die ungeschriebenen Regeln das Anstands und der Rücksicht verletzen. Neue Gesetze und Regeln entstehen also nicht im luft leeren Raum
    • Redly 26.12.2017 00:03
      Highlight Highlight @FrsncoL: wer nicht deiner Meinung ist, ist gleich bescheiden/Unsinn.
      Wer wenig Argumente hat oder wenig von Redefreiheit hält, greift gleich die Person an.
      Deshalb sind die Staatsquoten und Umverteilung trotzdem so hoch wie früher nie.
    Weitere Antworten anzeigen
  • flying kid 25.12.2017 11:04
    Highlight Highlight Was genau ist/macht ein Star-Soziologe?
    Bücher über abstruse Thesen schreiben, die dann nicht eintreffen?

    Unglaublich, mit was man alles Geld verdienen kann...
  • FrancoL 25.12.2017 10:48
    Highlight Highlight Sie müssen (Sozialdemokraten) auf jeden Fall kritischer werden gegenüber dem Kapitalismus und vor allem gegenüber den Kapitalisten – OHNE sich vom Konzept der Marktwirtschaft zu verabschieden, allzu protektionistisch zu werden oder neue Schuldenberge anzuhäufen.

    Ich denke dies sollte nicht nur das Ziel der Sozialdemokraten sein, sondern Ziel der grossen Mehrzahl der Bürger, die mit der Marktwirtschaft gut bedient werden, aber von einem überspitzten Kapitalismus mit seinen gewaltigen Ungleichheiten erdrückt werden.
  • Keine grösseren Probleme...? 25.12.2017 10:43
    Highlight Highlight Der Mann hat weit und Klarsicht und doch, verkürzt meine ich: Geld regiert die Welt!
    • The Origin Gra 25.12.2017 11:16
      Highlight Highlight Ja, leider scheint diese einfache Wahrheit nicht durchzudringen oder die Leute glauben zu sehr an dieses Schneeballsystem ☹
    • rodolofo 26.12.2017 10:24
      Highlight Highlight Geld regiert die Welt, aber es regiert nicht die Seelen!
      Schau nur mal in die abgelöschten Augen von Melania Trump! Dann wirst Du feststellen, dass sie sich den Reichtum wohl früher mal ganz anders vorgestellt hat.
      Ich wage sogar zu vermuten, dass sie insgeheim mit der "Me Too"-Bewegung sympathisiert!
      Und als sie für ihre eigene Rede die Rede von Michelle Obama abgeschrieben hat, zeigte sie der ganzen Welt, für welche Seite ihr Herz schlägt!
      Melania heisst die bessere Hälfte des Ehepaars Trump!

Hat die Queen gerade Trump getrollt? Diese Bloggerin ist davon absolut überzeugt

Und wahrscheinlich hat er nichts davon gemerkt.

Am vergangenen Freitag stattete der amerikanische Präsident Donald Trump Grossbritannien einen Besuch ab. Dabei war er auch bei der Queen zum Tee eingeladen – wo er sie prompt 12 Minuten lang warten liess. Die Monarchin ging aus dem Treffen laut einer Bloggerin allerdings als Gewinnerin hervor und das mit simpelsten Mitteln:

(doz)

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