Schweiz

Der Berg bewegt sich wieder: Im Bergell droht ein neuer Felssturz

Im südbündnerischen Bergell steht offenbar ein weiterer grösserer Felssturz bevor. Am Piz Cengalo oberhalb von Bondo bewegte sich der Fels wieder stärker.

15.09.17, 17:12 15.09.17, 17:59

In den vergangenen Stunden habe sich eine Felsmasse von gegen einer halben Million Kubikmeter deutlich beschleunigt bewegt, teilte der Führungsstab der Gemeinde Bregaglia am Freitagnachmittag mit. Es zeichne sich ab, dass es am (morgigen) Samstagmorgen zu einem grösseren Felssturz kommen könne, hiess es. Für die Gegend um Bondo bestehe keine unmittelbar erhöhte Gefahr.

Laut Christian Gartmann, Mediensprecher des Führungsstabes der Gemeinde Bregaglia, sind am knapp 3400 Meer hohen Grenzberg Piz Cengalo insgesamt zwei Millionen Kubikmeter Gestein in Bewegung, verteilt auf zwei Felder. Akut absturzgefährdet davon seien eine halbe bis eine Million Kubikmeter. Und davon wiederum seien am Freitagnachmittag zwischen 200'000 und 500'000 Kubikmeter Fels erhöht aktiv gewesen.

Bondo nachts unbewohnt

Die Gefahr eines Murgangs via Val Bondasca bis ins Haupttal Bergell sei seit dem grossen Bergsturz vom 23. August erhöht, sagte Gartmann weiter. Entsprechend sei auch das Sicherheitsdispositiv auf eine solche Entwicklung ausgelegt.

Das Dorf Bondo am Eingang zum Val Bondasca sowie die Siedlungen Spino und Sottoponte in der Nähe sind nachts immer noch evakuiert. Tagsüber werde der Zugang zu den Häusern jeden Tag neu nach dem Stand der Entwicklungen geprüft, sagte Gartmann.

Kleinere Dimension

Der erwartete Abgang werde aber nie die Dimensionen des Bergsturzes vom 23. August erreichen. Gartmann: «Für uns ist das nicht negativ, sondern positiv, wenn sich der Berg in nicht zu grossen Portionen entlädt.»

Bei einem der grössten Bergstürze in der Schweiz seit über 130 Jahren waren am vergangenen 23. August drei Millionen Kubikmeter Fels vom Piz Cengalo abgebrochen. Der anschliessende Murgang wälzte sich durch das Seitental Val Bondasca bis ins Haupttal Bergell zu den Ortschaften Bondo, Spino und Sottoponte.

Häuser wurden beschädigt sowie die alte und die neue Kantonsstrasse. Acht Menschen werden seither vermisst. Die Bergwanderer starben vermutlich unter den Trümmern. (sda)

Der Bergsturz bei Bondo GR

Das könnte dich auch interessieren:

Der Kicker, der nie kickte – die bizarre Geschichte von Fake-Fussballer Carlos Kaiser 

Neue Umfrage zeigt: Die Gegner der No-Billag-Initiative liegen vorne – und zwar deutlich

Dortmund gegen Hertha nur mit unentschieden

US-Kongress findet Kompromiss gegen «Shutdown» – die grössere Hürde kommt aber noch

Das sind die Rekordtorschützen in Europas Top-Ligen

Mord an Ex-YB-Spieler Andrés Escobar: Mutmasslicher Auftraggeber wurde verhaftet

Kein Plastikmüll mehr bis 2030: Mit diesen 3 Massnahmen will es die EU schaffen

Apple knickt ein – neues Feature gibt iPhone-Usern (endlich) die Wahl

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Yanik Freudiger, 23.2.2017
Die App ist vom Auftreten und vom Inhalt her die innovativste auf dem Markt. Sehr erfrischend und absolut top.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Jetzt beginnt der Kampf um die Frauenquote im Bundesrat: 7 Dinge, die du wissen musst

Mindestens 3 Frauen und 3 Männer sollen immer im Bundesrat vertreten sein, fordert ein Vorstoss, über den am Donnerstag erstmals im Bundeshaus diskutiert wird. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Wenn das Parlament den Bundesrat wählt, muss es berücksichtigen, dass die Landesgegenden und Sprachregionen angemessen vertreten sind. 

Der Vorstoss der Nationalrätin Maya Graf (Grüne) baut darauf auf. Sie fordert, dass neben der Landesgegenden und Sprachregionen in Zukunft auch das Geschlecht bei der Zusammenstellung des Bundesrats berücksichtigt werden muss.

Das Ziel: Zu jedem Zeitpunkt sollen immer mindestens drei Frauen und drei Männer im Bundesrat vertreten sein.

Am Donnerstag wird …

Artikel lesen