Wirtschaft
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Chief Executive Officer Michael Mack, left, and Chief Financial Officer John Ramsay, right, speak during a press conference of agrochemical company Syngenta concerning the 2014 Full Year Results in Basel on Wednesday, February 4, 2015. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Der Schweizer Agrarchemiekonzern Syngenta ist gegen eine Franken-Aufwertung im laufenden Jahr weitgehend abgesichert.

John Ramsay.
Bild: KEYSTONE

«Die Chinesen sind nicht dumm»: Syngenta-Chef Ramsay verteidigt Verkauf an ChemChina

John Ramsay, der Chef des Agrochemie-Konzerns, verteidigt den Verkauf der Firma an die ChemChina.

andreas schaffner / Aargauer Zeitung



Die Ankündigung, dass Syngenta von ChemChina gekauft wird, war für viele Mitarbeiter ein Schock. Wie waren für Sie die vergangenen Wochen seit der Ankündigung im Februar?
John Ramsay: Diese Ankündigung hat nichts an unserer Strategie verändert und wird nichts daran ändern. Darüber hinaus war die Zeit davor unglaublich schwierig. Sowohl für die Firma als auch für die Mitarbeiter.

Sie meinen, als Monsanto die Übernahme wollte?
Ja. Die Ungewissheit, verbunden mit den Medienberichten über die Übernahmeschlacht, war fast nicht auszuhalten. Deshalb war es eine Erleichterung, als man endlich wusste, wer der neue Hauptaktionär sein wird. Wir konnten endlich auch unseren eigenen Mitarbeitern wieder entgegentreten und die guten Seiten unserer Firma herausstreichen.

«Die Währungsschwankungen sind für uns das grösste Problem.»

Ihre eigene Mitarbeiter hatten also den Eindruck, dass sie bei einer schlecht laufenden Firma arbeiten?
Genau. Das ist aber nicht wahr. Das zeigen auch unsere neusten Zahlen. Wir haben die Profitabilität 2015 steigern können. Das schaffte keiner unserer Konkurrenten. 2016 geht es so weiter. Die Bauern wollen die neusten Produkte von uns, um ihre eigene Produktivität zu erhöhen. Im ersten Quartal haben wir den Umsatz, in Landeswährungen gerechnet, halten können. Dies trotz tiefen Rohstoffpreisen und einem sehr schlechten weltwirtschaftlichen Umfeld.

Sie haben die Preise angehoben, um die Währungsdifferenzen auszugleichen?
Ja, wir haben die Preise angehoben, insbesondere in Osteuropa. Die Währungsschwankungen sind für uns das grösste Problem.

Zurück zur Eigentümerfrage: Mit einem chinesischen Eigner stellt sich die Frage: Müssen Sie sich nicht in den Dienst Chinas stellen? Hier ist noch viel Unsicherheit vorhanden.
Die Zukunft kann man nie wirklich hundertprozentig voraussagen. Man kann aufzeigen, welche Annahmen man trifft, und, worauf die begründet sind. Für mich ist eines sicher: China muss sich um die Ernährung seiner Bevölkerung kümmern. Es braucht die Technologie, die wir anbieten.

«Wir sind ja nicht in der Schweiz nur aus historischen Gründen.»

Es besteht aus Ihrer Sicht also kein Zweifel daran, dass Syngenta von den Chinesen künftig aufgespalten wird?
Nein. Mit Syngenta haben die Chinesen einen Diamanten gekauft. Und sie werden nie und nimmer so etwas zerstören wollen. Man kann ja von den Chinesen halten, was man will, aber sie sind sicher nicht naiv und dumm. Im Gegenteil. Sie wissen ganz genau, was sie kaufen.

Und der Standort Schweiz? Wie stark wird der wanken?
Wir sind ja nicht in der Schweiz nur aus historischen Gründen. Sondern weil wir hier die besten Talente und das beste Umfeld haben. Wir hätten unseren Hauptsitz ja schon früher umziehen können. Aber wir taten dies bewusst nicht. Und das werden sicher auch die neuen Eigentümer bedenken.

Swiss agrochemicals maker Syngenta's logo is seen in front of the headquarters in Basel  in this February 4, 2015 file photo. China's state-owned ChemChina is nearing a deal to buy Swiss seeds and pesticides group Syngenta for around 43 billion Swiss francs, two people familiar with the matter said Tuesday.   REUTERS/Arnd Wiegmann/Files

Der Hauptsitz von Syngenta in Basel. 
Bild: ARND WIEGMANN/REUTERS

Die Aktienkursentwicklung zeigt, dass man ihnen noch nicht glaubt. Aktionäre befürchten, dass es noch regulatorische Hinternisse gibt. Insbesondere muss das gefürchtete «Committee on Foreign Investment in the U.S.» (CFIUS), das sich um die Sicherheitsinteressen der USA kümmert, noch über die Bücher.
Wir sind völlig auf Kurs, was den Kaufprozess betrifft. Wir gehen davon aus, dass der Kauf wie geplant bis Ende Jahr abgewickelt werden kann. Was wir am Aktienkurs ablesen können, sind Unsicherheiten bei der Bewertung der behördlichen Entscheide. Anleger versuchen, die Risiken zu bewerten. Eine solche Aktienkursentwicklung ist bei Unternehmenskäufen dieser Art üblich.

Was ist, wenn ein Unternehmen kommt und noch mehr für Syngenta bietet?
In einem solchen Fall wäre der Verwaltungsrat verpflichtet, sich das Angebot anzuhören.

Sie haben kurz nach Ihrer Amtsübernahme Anfang Jahr eine Strategieüberprüfung angekündigt. Wie weit sind Sie damit?
Im Wesentlichen ging es darum, dass wir unsere Strategie, die wir 2011 definiert haben, anpassen wollen. In den Märkten, in denen der integrierte Ansatz – dass wir sowohl Saatgut als auch Pflanzenschutzmittel gemeinsam verkaufen – nicht funktionierte, wollen wir davon absehen. Das betrifft etwa die USA, wo wir die Verkaufsteams wieder separiert haben.

Vor der heutigen Generalversammlung veröffentlichte die NGO Multiwatch ein Schwarzbuch. Darin wird Syngenta vorgeworfen, für Umweltschäden mitverantwortlich zu sein. Auch für Menschenrechtsverletzungen. Wie lautet Ihre Antwort?
Die Vorwürfe kennen wir. Es ist gewissermassen eine Ironie, dass die NGO, die sich um das Wohl der Entwicklungsländer sorgen, verhindern wollen, dass diese eine Technologie erhalten, die ihnen zu einem wirtschaftlichen Aufschwung verhelfen könnte.

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4Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Pisti 21.04.2016 12:34
    Highlight Highlight Nein die Chinesen sind tatsächlich nicht dumm, sobald sie in einigen Jahren das Know-How haben, folgen dann die Entlassungen. Denn in China lässt es sich definitiv günstiger produzieren ohne lästige Umweltvorschriften.
    • benjo46 21.04.2016 15:18
      Highlight Highlight Und bei den Amis ist es besser?
  • pamayer 21.04.2016 07:01
    Highlight Highlight Dass die syngenta sich um das überleben von drittweltstaaten sorgt, stimmt nucht, im gegenteil, sie verkauft ihnen den teuren sargnagel mit ihrem patentiertem saatgut.
    Die menschheit hat doch schon einige 100 000 jahe auf dem buckel ohne patentiertes saatgut. Nun kommen einige daher und wollen abkassieren.

    Gehe nächsten auch ins big business: verkaufe alpenluft konserven. Wer nicht kauft soll doch am mittelkandsmog abkratzen.

    werbespott:
    Swiss alp air, DIE frische aus der 2. gotthardröhre.
    • easyViggi 21.04.2016 11:51
      Highlight Highlight vor 100'000 jahren musste man auch nicht 8 milliarden menschen ernähren, das macht die sache schon etwas komplizierter

Wie der Schweizer Arzt Ruedi Lüthy in Simbabwe tausende Menschen vor dem Aids-Tod rettete

Ruedi Lüthy war einer der Pioniere der Aids-Medizin in der Schweiz. Seit 2003 lebt er hauptsächlich in Harare, wo er eine Aids-Klinik aufgebaut hat. Im Interview mit watson spricht er über seine erste Begegnung mit der Krankheit, seinen Umgang mit afrikanischem Aberglauben und die Entwicklung in Simbabwe seit dem Sturz von Diktator Mugabe. 

Anfang der 80er-Jahre war Ruedi Lüthy (77) einer der ersten Ärzte in der Schweiz, der sich mit Aids auseinandersetzte. Als Leiter der Abteilung für Infektionskrankheiten am Universitätsspital Zürich musste er zunächst zusehen, wie seine HIV-positiven Patienten wegstarben, ohne dass er etwas dagegen tun konnte. In der zweiten Hälfte der 90er-Jahre war er mit dabei, als in der Schweiz grosse Fortschritte bei der Behandlung von HIV-positiven Menschen erzielt wurden.

2003 gründete Lüthy die Swiss …

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