Szene aus dem Junioren-Rennen der Radquer-WM heute im verregneten Zolder.
Bild: Tim De Waele/freshfocus
Es ist passiert: An der Radquer-WM finden Funktionäre zum ersten Mal einen Motor im Velo
Femke Van den Driessche könnte in die Geschichte des Radsports eingehen – aus traurigem Anlass. An der Radquer-WM in Zolder wurde ein Velo der Belgierin konfisziert. Es besteht Verdacht auf technisches Doping.
Das ist ein Tiefschlag für den Radsport: Erstmals wurde bei einem angesehenen Rennen ein Velo beschlagnahmt, weil es mutmasslich «frisiert» worden war. Der Rad-Weltverband bestätigte den Sachverhalt ohne in die Details zu gehen in einem knappen Communiqué, der belgische Verband bestätigte den Namen der betroffenen Fahrerin.
Die 19-jährige Femke Van den Driessche ging heute als Topfavoritin an den Start des U23-Rennens an der Radquer-WM im belgischen Zolder. Doch die Europameisterin kam nie richtig in die Gänge. Nachdem sie wegen eines mechanischen Problems anfangs der Schlussrunde auf Rang 11 zurückgefallen war, gab sie das Rennen auf.
Schärfere Kontrollen angekündigt
Doch vorbei ist der Wettkampf für sie noch lange nicht. Denn nach dem Rennen nahmen die Funktionäre ein Velo von Van den Driessche unter die Lupe – und sie stutzten dabei offensichtlich. «Es ist das erste Mal, dass ein technologischer Betrug erkannt worden ist», sagte Peter Van den Abeele von der UCI zur belgischen Website «Sporza.»
Die UCI hatte erst gestern angekündigt, genauer hinzuschauen. Allerdings betonte Van den Abeele dabei, es gebe keinen spezifischen Hinweis auf Missbrauch. Aber die WM sei «der ideale Zeitpunkt, um unser neues System zu testen.» Es macht den Anschein, dass sich dieses nun bereits bewährt hat.
Die Highlights des U23-Rennens. Die Schweizerin Sina Frei verpasste Bronze als Vierte nur knapp, den Titel holte die Britin Evie Richards.
YouTube/ucichannel
Der Vater bestreitet, dass das Velo seiner Tochter gehöre
Hinzu kommt pünktlich zum nun ersten Vorfall auch ein neuer Reglements-Passus. Die UCI legte in ihrem Regelwerk fest, dass «Motor-Doping» scharf bestraft wird. Wer damit erwischt wird, der wird für mindestens ein halbes Jahr gesperrt und kassiert eine Busse, die zwischen 20'000 und 200'000 Franken beträgt. Auch das entsprechende Team wird für mindestens ein halbes Jahr aus dem Verkehr gezogen. Dazu muss es mit einer Busse in der Höhe von bis zu einer Million Franken rechnen.
Von Van den Driessche gibt es noch kein Statement. Doch ihr Vater behauptete gegenüber «De Standaard», es handle sich nicht um ein Velo seiner Tochter. Es gehöre jemandem aus ihrer Entourage, der manchmal mit ihr trainiere.
Nationaltrainer: «Ich schäme mich für sie»
Der Fahrer habe das Velo zu den Rädern von Femke Van den Driessche gestellt, wo es entdeckt wurde. «Aber das geschah nicht in der Absicht, dass Femke das Velo fahren sollte», so der Vater. Der Mann habe sich in der Zwischenzeit schon tausend Mal entschuldigt. Quer-Rennen finden auf einem Rundkurs statt und es ist üblich, zwei Velos einzusetzen, damit eines jeweils zwischendurch gereinigt werden kann.
Der belgische Nationaltrainer Rudy De Bie sagte, er fühle sich schrecklich. «Das ist eine Schande. Ich habe mir nie vorgestellt, dass dies in unserem Team geschehen kann. Warum sollte man so etwas tun? Ich schäme mich für sie.»
Verschwörungstheorien gibt es schon lange
Über das Thema «Motor-Doping» wird im Radsport seit dem Aufkommen der E-Bikes vor einigen Jahren diskutiert. Erstmals tauchten die Gerüchte auf, als Fabian Cancellara 2010 in den Frühlingsklassikern allen davon fuhr. «Ich habe nur einen Motor und der ist in meinem Körper», betonte der Berner danach.
Danach gab es regelmässig Gerüchte über Fahrer, deren Velos angeblich mit Extra-Power ausgerüstet waren. So behauptete der ehemalige Giro-d'Italia-Sieger Danilo Di Luca vor zwei Jahren, er wisse, dass es im Profifeld motorisierte Velos gäbe.
Seine Existenz ist unbestritten, zu Renn-Einsätzen gibt es bloss Gerüchte: So funktioniert das E-Rennvelo.
YouTube/VeloTOTAL
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