Zwei Maskenproduktionsmaschinen wurden Ende April in die Schweiz geliefert.
Bild: VBS/GDZH
Bund und Zürich wollten im April Masken produzieren, nun wird's aber Juni
Ende März wurden mit Steuergeldern zwei Schutzmasken-Produktionsmaschinen bestellt. Sie werden jedoch wohl erst im Juni einsatzbereit sein.
Es war ein teurer Einkauf, der Ende März Hoffnung machte: Der Kanton Zürich und der Bund gaben damals bekannt, dass man gemeinsam zwei vollautomatische Geräte bestellt habe, die zusammen täglich bis gegen 70'000 FFP2-Schutzmasken produzieren können. Kostenpunkt: je rund 800'000 Franken. Zuvor versuchte sich der Bund in der Beschaffung von Gesichtsmasken-Grosseinkäufen.
Die Meldung kam in einer Zeit, in der sich die Schweiz – rückblickend – auf dem Höhepunkt der Coronavirus-Ausbreitung befand und jeden Tag über tausend Neuinfektionen gemeldet wurden. Diskutiert wurde schweizweit, wie gut Gesichtsmasken vor einer Ansteckung schützen. Da wirkte die Meldung über einen Maskenmaschinen-Grosseinkauf wie eine behördliche Bestätigung, dass ein gewisser Schutz doch da sei. Die bestellten Maschinen hätten in der «zweiten Aprilhälfte» einsatzbereit sein sollen, hiess es aus Zürich.
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Maschinen landeten erst Ende April
Geliefert wurden dann jedoch nicht Masken, sondern die eigentlichen Maschinen. Zuerst 1400 Kilometer lang per Lastwagen zum Flughafen in Schanghai, dann mit einem Swiss-Flieger nach Kloten ZH. Die Zürcher Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli stellte am 22. April wenige Minuten nach der Landung Bilder der Fracht auf Instagram. «Wir werden damit rund um die Uhr täglich zwischen 80'000 und 100'000 FFP2-Masken herstellen können», schrieb sie erfreut.
Der neue, angestrebte Produktionstermin schien nahe: Die Ostschweizer Firma Flawa, bei der die Maschinen zum Einsatz kommen sollten, rechne damit, «Mitte Mai die Produktion hochfahren» zu können. Im «St.Galler Tagblatt» wurde dies mit Prüfungen, Zertifizierungen und Anpassungen an die europäische Gesichtsform.
Produktionsbeginn erst im Juni
Nun erfuhr watson, dass es eine weitere Verspätung geben wird. Flawa-Sprecher Alfredo Schilirò deute entsprechendes an: «Es sind noch diverse Anpassungen nötig.» Dies sei eine komplexe Angelegenheit, Details konnte er jedoch nicht nennen. Man gehe davon aus, dass man in zehn Tagen bis zwei Wochen die Produktion starten könne.
Konkreter – und später – wird man beim Eidgenössischen Verteidigungsdepartement (VBS): «Gemäss aktuellem Zeitplan ist die Zertifizierung voraussichtlich für die erste Juniwoche geplant, somit könnte dann voraussichtlich in der ersten Junihälfte mit der Produktion begonnen werden.»
VBS-Sprecher Lorenz Frischknecht sagt, dass derzeit die Inbetriebnahme der Maschinen vorbereitet und Testläufe zur Verbesserung der Prozessstabilität durchgeführt würden. Was genau das Problem ist, wollten weder die Firma noch der Bund auf Anfrage mitteilen. Die Zürcher Gesundheitsdirektion verwies auf den Bund.
Zur Frage, was der Bund von der Verspätung in der zeitsensiblen Beschaffung hält, heisst es in der Stellungnahme: «Normalerweise wird für die Beschaffung, Inbetriebnahme und Zertifizierung einer solchen Maschine deutlich mehr Zeit veranschlagt, bis sie produktionsfähig ist.» Auch mit den aktuellen Verzögerungen handle es sich beim Maschinenkauf «also noch immer um eine sehr rasche Umsetzung».
Nach dem Motto: «Corona, but make it fashion.»
Das deutsche Label Happymask hat die Produktion von Mehrzweckmasken aus Stoff vor rund zwei Monaten aufgenommen. Die Masken werden in Deutschland handgemacht und sind aus 100 Prozent Baumwolle. Kostenpunkt: 29.- Euro.
Quelle: happy-mask.com/de)
Das Frida-Kalo-Design erfreut sich bei der Kundschaft von Happymask sehr grosser Beliebtheit.
(Quelle: happy-mask.com/de)
Das österreichische Design-Label Saidthefox produziert und bemalt in der Coronakrise Masken aus 100 Prozent Baumwolle im Wiener Atelier. Kostenpunkt: 30.- Euro.
(Quelle: www.saidthefox.at)
Obwohl in der Schweiz noch keine reguläre Maskenpflicht gilt, haben auch hierzulande Design-Studios und Private mit der Maskenproduktion begonnen. Unter dem Motto: "Don't worry – Be stylish" kann die Zürcher Designerin Sahoua bereits ein grosses Sortiment an trendigen Masken anbieten. Ein Teil des Erlöses fliesst in ein Kinderheimprojekt in Afrika. Kostenpunkt: 25.- Franken.
(Quelle: sahoua-design.ch)
Das Design Dakar aus der limitierten Masken-Kollektion von Sahoua.
(Quelle: sahoua-design.ch)
Auch der bekannte Zürcher Designer Julian Zigerli produziert neuerdings Masken in verschiedensten Designs. Kostenpunkt: 39.- Franken.
(Quelle: julianzigerli.com)
(Quelle: julianzigerli.com)
Getreu dem Motto: "Corona, mir stinkt's."
(Quelle: julianzigerli.com)
Mit der Aufschrift "I warmly smile under this mask" ist diese Maske bereits ein Kassenschlager. Das deutsche Label Armedangels stellt neuerdings Masken in seiner portugiesischen Produktionsstätte her – zertifizierte vegane Produktion. Kostenpunkt: 10.- Euro.
(Quelle: armedangels.de)
Die österreichische Krone-Zeitung schreibt: "Martina Mueller zählt mit ihrem Label Callisti unumstritten zu den bekanntesten Designern der Stadt." Gemeint ist natürlich Wien. Statt Kleidungsstücke näht Mueller nun modische Masken in allen Formen und Farben. Kostenpunkt: ab 25.- Euro.
(Quelle: callisti.at)
Auch für die Herren gibt es verschiedenste Modelle.
(Quelle: callisti.at)
Eigentlich produziert und verkauft das bayerische Label Tian van Tastique Brautkleider und Brautdirndl sowie Massanzüge und Dirndl-Abendkleider. Doch in der Krise macht Not erfinderisch: Neu schneidert das Unternehmen dreilagige Behelfsmasken im Bavarian-Stil. Kostenpunkt: 49.95.- Euro.
(Quelle: tianvantastique.com)
Das junge Sozialunternehmen Goldeimer aus Hamburg ist eigentlich auf den Bereich Openair-Komposttoiletten spezialisiert. Nun verkaufen sie nebst fairem Klopapier auch Stoffmasken, deren Erlöse mehrere soziale Projekte unterstützen sollen: unter anderem die Projektarbeit von Viva con Agua ("Wasser ist ein Menschenrecht"). Kostenpunkt: 10.- Euro.
(Quelle: goldeimer.de)
Das Modelabel El'Or aus Wien will seiner Kundschaft auch in Corona-Zeiten modische Accessoires für den Alltag bieten, und setzt die hochwertigen Stoffe deshalb für Masken ein: von Satin über Spitze bis Leopard. Mit dem Erlös unterstützt El'Or die St. Anna Kinderkrebsforschung in Wien. Kostenpunkt: zwischen 8.50.- bis 19.50.- Euro.
(Quelle: elorshop.com)
Nicht aus Stoff, sondern aus Papier sind diese Masken gefertigt. Die deutsche Druckerei Blueprint AG ging kürzlich in die Maskenproduktion und bedruckt den Mund-Nasen-Schutz mit originellen Sprüchen. Kostenpunkt: 11.90.- Euro (8er-Pack).
(Quelle: bild.de / Foto: Theo Klein)
Coronavirus: So trägst du die Schutzmaske richtig
Video: watson / Emily Engkent
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