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Claudia Lässer bereitet sich mit Teleclub auf Geisterspiele in der Super League vor. Bild: KEYSTONE

Teleclub-Chefin Lässer: «Eine Aufstockung auf 12 Teams wäre für uns nicht umsetzbar»

Am Freitag beraten sich die Schweizer Fussball-Klubs, ob die Saison zu Ende gespielt wird. Ein entscheidender Tag auch für den TV-Sender Teleclub, welcher die Rechte an der Super League hat. Programmchefin Claudia Lässer äussert sich im Interview zu Geisterspielen und den Plänen des Senders.

Publiziert: 28.05.20, 16:36 Aktualisiert: 28.05.20, 16:48
Stefan Wyss / Keystone-SDA

Wenn am Freitag die Klubs der Swiss Football League über die Fortsetzung der Saison abstimmen, ist Claudia Lässer höchst interessierte Beobachterin. Die Programmchefin des TV-Rechte-Inhabers Teleclub findet, «dass die Saison ordentlich zu Ende gespielt werden sollte».

Gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA bezieht Claudia Lässer auch Stellung zur möglichen Aufstockung der Super League, über welche die Klubs ebenfalls befinden. «Davon distanzieren wir uns entschieden», sagt die 43-Jährige.

Claudia Lässer, seit Mittwoch ist klar, dass die Meisterschaft in der Super League doch nur mit Geisterspielen fortgesetzt werden kann. Ist das für den Teleclub ein Problem?
Claudia Lässer: Niemand will Geisterspiele, und alle hätten lieber Spiele vor vollen Rängen, dies ist klar. Wir sind aber entschieden der Meinung, dass die Saison ordentlich zu Ende gespielt werden sollte - nicht zuletzt auch, um unnötige Diskussionen über Auf- und Abstieg sowie den Zugang zu den europäischen Wettbewerben zu vermeiden. Diesem Ziel sollte alles untergeordnet werden.

Bei den Klubs scheint es, als würden nicht alle alles dem gleichen Ziel unterordnen.
Wir verfolgen die Diskussionen rund um Geisterspiele natürlich mit grossem Interesse und haben auch durchaus Verständnis dafür, dass die Meinungen zu diesen Fragen auseinandergehen. Wir vermissen in der aktuellen Diskussion etwas die Bereitschaft der Klubs, gemeinsam eine Lösung zu finden. Jeder Klub scheint bestrebt, vor allem seine eigenen Interessen öffentlich kundzutun, was aus unserer Sicht nicht zielführend ist, gerade in einer Zeit, in der es wichtig wäre, gegen aussen geeint aufzutreten.

Einige Klubs sind in der Existenz bedroht, wenn die Phase der Geisterspiele zu lange dauert. Teleclub könnte dagegen sogar profitieren, wenn die Zuschauer nicht mehr ins Stadion dürfen. Fussball am TV ist dann die einzige Möglichkeit, Spiele zu sehen.
Vielleicht wird es einen leichten Zuschauerzuwachs geben von jenen Fans, die die Spiele ihrer Mannschaften nicht im Stadion mitverfolgen können. Eine Garantie dafür gibt es aber nicht. Hier eine Prognose über die Zuschauerentwicklung abzugeben, ist sehr schwierig.

«Wir sind derzeit an der Planung gewisser Sonderaktionen.»

Claudia Lässer

Muss bei Geisterspielen die Art der Berichterstattung angepasst werden?
Am redaktionellen Service ändert sich nichts. Wir werden auch allfällige Geisterspiele mit derselben umfassenden redaktionellen Berichterstattung übertragen und die TV-Zuschauer mit allen wichtigen Informationen rund um den Betrieb der Super League versorgen. Die umfassende Live-Berichterstattung gibt es auf Teleclub Sport, alle Highlights direkt im Anschluss auf unserem Free-TV-Kanal Teleclub Zoom und alle relevanten Tore, Stimmen und Spielzusammenfassungen auf unserem Onlineportal Bluewin. Für die Live-Übertragung passen wir das Produktions-Set-Up selbstverständlich den BAG-Richtlinien an.

Auch bei Interviews gibt es in der Bundesliga klare Vorschriften. Bild: EPA

Die Fans müssen mehrere Monate auf das Fussballerlebnis im Stadion verzichten. Versüsst Teleclub ihnen den Fussball-Konsum vor dem TV?
Wir sind derzeit an der Planung gewisser Sonderaktionen, mit welchen wir den Fans entgegenkommen möchten. So zeigen wir das erste Spiel nach Wiederaufnahme der Meisterschaft im Free-TV auf Teleclub Zoom und als Stream auf Bluewin. Diese Planung hängt selbstverständlich noch vom Spielplan ab. Auch andere Projekte und Ideen werden zurzeit in Betracht gezogen. In dieser Zeit ist es besonders wichtig, dass wir alle solidarisch sind.

«Wir sind daran, Soundkonzepte zu erstellen.»

Claudia Lässer

In Deutschland wird seit knapp zwei Wochen wieder gespielt – ebenfalls mit Geisterspielen. Hat sich Teleclub vom Bundesliga-Rechteinhaber Sky Deutschland etwas abschauen können?
In diesen Zeiten muss jede Liga für sich betrachtet werden, gestützt auf die aktuellen Rahmenbedingungen im jeweiligen Land. Was aber sicherlich beeindruckt, sind das Tempo und die Entschlossenheit, mit der in Deutschland so schnell wieder gespielt wird.

In Deutschland kann man die Spiele mit einer Audio-Option «Stadion-Atmosphäre» schauen. In Japan soll es eine App geben, mit der die Zuschauer von zuhause aus Ambiance ins Stadion bringen, was dann wiederum auch dem TV-Zuschauer zugute kommt. Hat Teleclub ähnliche Pläne?
Wir sind daran, Soundkonzepte zu erstellen, die nicht künstlich wirken, den Zuschauern aber dennoch das Gefühl eines emotionalen Fussballspiels geben.

Ein anderes Thema an der ausserordentlichen GV ist die Frage nach der Aufstockung der Super League auf zwölf Teams. Wie stellen Sie sich dazu?
Davon distanzieren wir uns entschieden. Wir haben einen noch bis Ende der nächsten Saison laufenden Vertrag mit der Swiss Football League, in dem verbindliche Rechte und Pflichten definiert sind, zu denen auch Fragen des Wettbewerbsformats und der Anzahl Spiele pro Saison gehören. Der Vorschlag einer Aufstockung auf zwölf Mannschaften und die damit verbundene massive Zunahme der Anzahl Spiele wäre zudem aufgrund der erheblichen Mehrkosten für die Produktion und unseres dichten Programmrasters nicht umsetzbar.

Wurde Teleclub in dieser Frage angehört? Wie weit geht Ihr Mitspracherecht als TV-Rechte-Inhaber?
Wir stehen in engem Austausch mit der Liga und nehmen aus naher Distanz wahr, wie engagiert sie sich für eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs einsetzt. Das zeigt auch der positive Entscheid des Bundesrates zum Hilfspaket für den Profifussball. Unsere Zusammenarbeit ist sehr gut, es besteht ein vertrauensvoller Austausch auf Augenhöhe, bei dem jede Partei ihre Interessen und Meinungen einbringt. Ein direktes Stimmrecht bezüglich einer Modusänderung ist aber ausschliesslich den Klubs der Liga vorbehalten. (dab/sda)

Top-Fussball ohne Fans – die Bundesliga in Corona-Zeiten

Nichts los in Augsburg: Auch kurz vor dem Spiel ist es ruhig um das Stadion. EPA / Tobias Hase / POOL
Sogar vor dem heissen Revier-Derby zwischen Dortmund und Schalke bleiben die Zuschauer dem Stadion fern. EPA / Martin Meissner / POOL
Medienschaffende müssen sich vor dem Eintritt ins Stadion die Temperatur messen lassen. EPA / Martin Meissner / POOL
Auch Kameraleute haben klare Vorschriften: Eine Maske ist im Stadion Pflicht. EPA / THOMAS KIENZLE / POOL
Auch in Leizpig wird an die Vorschriften erinnert. EPA / Jan Woitas / POOL
Auch für die Mitarbeiter herrschen strikte Hygienemassnahmen: Ein Balljunge in Dortmund desinfiziert den Ball. EPA / Martin Meissner / POOL
Ein ungewohntes Bild: Spieltag in Leipzig und keiner darf hin. EPA / Jan Woitas / POOL
Beim Aufwärmen halten die Dortmund-Spieler den geforderten Abstand zueinander. EPA / MARTIN MEISSNER / POOL
Die Spieler von Schalke gehen vor dem Spiel mit Maske auf den Platz ... AP / Martin Meissner
... wie auch Schiedsrichter Aytekin ... EPA / Martin Meissner / POOL
... und Timo Werner (links) und Kevin Kampl vom Leipzig. AP / Jan Woitas
Auch Interviews sind nur mit den nötigen Vorsichtsmassnahmen möglich: Leipzig-Coach Julian Nagelsmann trägt eine Maske ... AP / Jan Woitas
... und Düsseldorf-Trainer Uwe Rösler wird vor dem Spiel aus der Distanz befragt. AP / Sascha Schuermann
Statt euphorischen Zuschauern hört man während des Revierderbys nur die Rufe der Spieler. AP / Martin Meissner
Auch die Spieler auf der Tribüne dürfen sich nicht zu nahe kommen. AP / Sascha Schuermann
Konsequentes Social Distancing bei Dortmund nach dem Führungstreffer durch Erling Haaland ... AP / Martin Meissner
... etwas weniger Social Distancing bei Wolfsburg zwischen Torschütze Ginczek (links) und Assistgeber Mbabu ... EPA / TOBIAS HASE / POOL
... noch etwas weniger Social Distancing bei Vedad Ibisevic, welcher Matheus Cunha feiert ... EPA / THOMAS KIENZLE / POOL
... und gar kein Social Distancing bei Rabbi Matondo, welcher Achraf Hakimi umgrätscht. EPA / MARTIN MEISSNER / POOL
Auf der Pressetribüne hält man sich konsequent an die Regeln: Alle tragen einen Mundschutz und halten Abstand zueinander. EPA / MARTIN MEISSNER / POOL
Auch die Interviews nach dem Spiel sind klar geregelt: Markierungen auf den Boden zeigen, wo der Spieler und wo der Medienschaffende stehen muss. AP / Jan Woitas

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Video: watson

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