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Das musst du über die neuen Geldautomaten von NCR wissen. bild: ncr

Der Bancomat der Zukunft ist hier – das iPhone kann einpacken 😉

Der watson-Redaktor hat beim Geldautomaten-Hersteller NCR in Wallisellen die neuste Geräte-Generation mit Multi-Touch-Screen ausprobiert. Aus Kundensicht gibt es sehr viele gute Nachrichten – und eine schlechte.

Publiziert: 27.03.17, 15:36 Aktualisiert: 28.03.17, 10:39

Wir werden uns dereinst ungläubig an die Zeit erinnern, als Geldautomaten nicht benutzerfreundlich waren und man beim Eintippen des PINs ein ungutes Gefühl hatte...

1967 – also vor 50 Jahren – nahm die Barclays Bank den weltersten Geldautomaten in Betrieb

bild: ncr

Der watson-Redaktor konnte am Montag die neue Bancomaten-Generation des US-Herstellers NCR «in Action» erleben. Allerdings nicht in freier Wildbahn, sondern hinter verschlossenen Türen, am Firmensitz im Glatt Tower in Wallisellen.

Noch ist die neue Bancomaten-Software nicht so weit und die allermeisten Finanzinstitute sind es auch nicht (dazu gleich mehr). Doch zunächst kommen wir zu den knackigsten neuen Features, auf die sich alle Bancomaten-Nutzer freuen dürfen ...

Die neuen Automaten haben einen riesigen Touch-Screen

bild: watson

19 Zoll misst der berührungsempfindliche Bildschirm in der Diagonalen (daneben gibt es auch eine Ausführung mit 15 Zoll). Zum Vergleich: Grosse Smartphones wie das iPhone 7 Plus bieten lediglich 5,5 Zoll. Das ist insbesondere für ältere Leute eine gute Nachricht – «Schiessscharten» sind passé.

Die neuen Bancomaten beherrschen Multi-Touch und moderne Gestensteuerung wie «Pinch to Zoom»

Mit dem iPhone hielt 2007 Multi-Touch auf dem Handy Einzug. Zehn Jahre später lassen sich auch Bancomaten über Gesten wie zum Beispiel den «Pinzettengriff» bedienen. Wie beim Smartphone oder Tablet vergrössert oder verkleinert man mittels Fingerbewegung die Schrift oder verschiebt ein Fenster, um die angezeigten Informationen vor neugierigen Blicken zu schützen.

Man kann mit dem Finger unterschreiben und per Video-Chat um Hilfe bitten

Auch weitere Bankgeschäfte, wie zum Beispiel eine Kontoeröffnung vom Automaten aus, werden mit der neuen Bancomaten-Software im Prinzip ermöglicht. Dabei würde sich der Kunde per Kamera authentifizieren und mit dem Finger auf dem Bildschirm unterschreiben. Bei Fragen kann ein Bankmitarbeiter per Video zugeschaltet werden.

«Eine Hypothek wird man auch in Zukunft nicht am Automaten abschliessen wollen.»

Paul Thür, Country Manager von NCR Schweiz

Für solche Banken-Applikationen lässt sich aus Diskretions-Gründen oder zu Support-Zwecken am Bancomat selber ein Kopfhörer einstecken. Ja, du hast richtig gelesen!

Im Gegensatz zum iPhone gibts beim Automaten weiterhin eine Kopfhörer-Buchse 😂

bild: watson

Was viele User nicht wissen: Schon heute besitzen viele Bancomaten eine Kopfhörer-Buchse. So können sich sehbehinderte Kunden über Sprachausgabe durch die Menüs führen lassen und die Geräte selbstständig bedienen.

Man braucht keine Karte mehr, um Geld abzuheben

An den Geldautomaten kann man in Zukunft Bargeld mit dem Handy (oder der Smartwatch) abheben. Man muss also nicht mehr vor dem Bancomaten eine Plastikkarte zücken, diese in den Leseschlitz schieben und den PIN eintippen.

Der Cash-Bezug kann zuhause, respektive in sicherer und unbeobachteter Atmosphäre auf dem eigenen Mobilgerät vorbereitet werden. Um Geld abzuheben, erhält man einen generierten QR-Code, den es dann beim Geldautomaten an das Lesegerät zu halten gilt – und schon wird der gewünschte Bezug aufbereitet. Das passiert innert weniger Sekunden.

Man kann Dritten ermöglichen, am Automaten Geld abzuheben

Den QR-Code kann man nicht nur auf dem Mobilgerät verwenden, sondern auch einer anderen Person zur Verfügung stellen. Wenn die Tochter im «Ausgang» ist und dringend Cash benötigt, schickt man ihr einfach eine Mitteilung aufs Handy.

In ferner Zukunft dürften Mobilgeräte genügen, die dank NFC-Technologie drahtlose Datenübertragung ermöglichen. Wann dies in der Schweiz so weit sein wird, ist allerdings offen. Zumindest vorläufig wird auf QR-Codes gesetzt, wie es heisst. Wohl nicht zuletzt auch deshalb, weil Apple bei seinen (neueren) iPhones die NFC-Schnittstelle nicht für Drittanwendungen öffnet.

QR-Codes bereits im Einsatz

Die Kommunikationsabteilung der Credit Suisse hat sich mit einem Hinweis in eigener Sache beim watson-Redaktor gemeldet. CS-Sprecher Sebastian Kistner schreibt: «Bei rund 330 unserer 540 Bankomaten der Credit Suisse / NAB (Neue Aargauer Bank) kann man bereits via QR-Codes Geld abheben, bis Ende Jahr erhöhen wir auf ca. 400. Wir haben den Service 2016 eingeführt.»
Die CS nennt das Feature «Cardless Cash», die Codes für den kartenlosen Bargeldbezug können auch Dritten aufs Handy geschickt werden.

Skimming-Angriffe werden verunmöglicht

Dank Einbezug des Smartphones, Tablets oder Wearables lässt sich auch verhindern, Opfer eines Skimming-Angriffs zu werden. Bekanntlich versuchen Kriminelle mit immer raffinierteren Vorrichtungen, die Magnetstreifendaten der Karten zu kopieren und den PIN-Code mittels versteckter Mini-Kamera auszuspähen. Durch den Verzicht auf die Karte wird dies verunmöglicht.

Bild: NCR

Überhaupt sind die neuen Automaten um Welten sicherer

Eine Bild-in-Bild-Kamera kann anzeigen, was hinter dem Nutzer passiert.

Die Blende am Gehäuserand dient als «Rückspiegel». So erkennt man, wenn sich jemand unerwünscht nähert.

bild: ncr

Der ins Panzerglas integrierte Sichtschutzfilter verhindert, dass die Inhalte des Bildschirms von der Seite mitgelesen werden können.

bild: watson

Beim Karten-Schlitz steht nichts mehr vor. Und natürlich werden – wie bisher – die eingeführten Gegenstände automatisch gescannt. Daneben sind laut NCR mehrstufige Sicherheits-Massnahmen gegen Skimming-Angriffe implementiert, Details werden nicht verraten. 

Der in die Frontseite versenkte Tastatur-Bereich bietet einen natürlichen Blickschutz bei der PIN-Eingabe.

Es gibt zwei Cash-Schubladen (Shutter), so dass man am gleichen Gerät Ein- und Auszahlungen tätigen könnte. Oder man verwendet beide für die Ausgabe an sehr stark frequentierten Standorten.

bild: watson

Und der Haken? Schweizer Bancomaten-Nutzer müssen sich noch etwas gedulden

Die Luzerner Kantonalbank (LUKB) nimmt morgen Dienstag in Ebikon LU als erstes Schweizer Finanzinstitut die neue Bancomaten-Generation vom Hersteller NCR in Betrieb.

Aber: Alle in nächster Zeit lancierten neuen Schweizer Geldautomaten bieten vorläufig keine bahnbrechenden neuen Features. «Sie können genau das, was die bisherigen Automaten können», sagt Marc-Alain Giger, Verkaufsdirektor bei NCR Schweiz.

Der Grund: Die Hardware ist bereit, die Bancomaten-Software (noch) nicht. Mit dem Projekt ATMfutura, das die Bankendienstleisterin SIX im Auftrag der Schweizer Banken anführt, soll die Bancomaten-Software vereinheitlicht werden. Heute gibt es rund 26 verschiedene Betriebssysteme. Die neue Software soll dieses Jahr in Pilotprojekten getestet werden und im kommenden Jahr ausgerollt werden.

«Unsere Kunden können sich bereits jetzt mit der Bedienung vertraut machen, die ab 2018 eine Reihe neuer und innovativer Funktionen bieten wird.»

Daniel von Arx, Mediensprecher der Luzerner Kantonalbank

Die Software läuft unabhängig vom Gerätehersteller sowohl auf alten als auch auf neuen Geräten, wie SIX-Sprecher Julian Chan auf Anfrage sagt. Die Banken können die Geräte somit immer weiterhin selbst auswählen. Und an den Banken selber liegt es auch, benutzerfreundliche neue Features (wie das Geldabheben mittels QR-Code) zeitnah umzusetzen – was natürlich Zusatzkosten verursacht. Die technischen Voraussetzungen sind mit der neuen Automaten-Generation auf jeden Fall gegeben. 

«Die Entwicklung neuer Hardware und Software ist das Eine – dann entscheiden die Banken, was sie ihren Kunden bieten wollen.»

Marc-Alain Giger, Verkaufsdirektor NCR Schweiz

Spannende Zahlen zu NCR

  • NCR wurde 1884 gegründet, seit 1935 gibt es eine Schweizer Niederlassung, mit Sitz in Glattbrugg (Glatt Tower).
  • Das Geschäft fing mit Registrierkassen an.
  • In den NCR-Fabriken werden pro Tag 500 Geldautomaten (GA) fabriziert, also alle 7 Minuten ein neuer Automat.
  • Was den Jahresumsatz betrifft, ist NCR Weltmarktführer.
  • Die Geldautomaten laufen mit einer besonders abgeschirmten Version des Microsoft-Betriebssystems Windows 7.
  • Es gab in der Schweiz bislang keinen erfolgreichen Hackerangriff, bei dem es gelang, die Steuerungssoftware eines Bancomaten zu manipulieren, um an Bargeld zu kommen.

Mit Material der Nachrichtenagentur SDA

So erkennt man gefälschte Euro-Banknoten

In Deutschland ist immer mehr Falschgeld im Umlauf. Dabei sollten die echten Banknoten als solche zu erkennen sein, wenn man diese Tipps beherzigt... KEYSTONE / MARTIN RUETSCHI
Zunächst einmal muss man wissen, dass es zwei Banknoten-Serien gibt: die erste Euro-Serie (Bild) und die Europa-Serie. Das Design ändert sich mit Einführung der Europa-Serie nicht grundlegend (dazu gleich mehr). Es gibt jedoch einige optische Neuerungen, durch die die Banknoten beider Serien leicht zu unterscheiden sind.
Besonders markant sind die kräftigere, kontrastreichere Farbgebung, die Smaragdzahl sowie das Porträt von Europa, einer Figur aus der griechischen Mythologie, das im Folienstreifen als Porträt-Hologramm bzw. als Fenster sowie im Porträt-Wasserzeichen zu finden ist.
Die Euro-Banknoten sind mit einer Reihe verschiedener Sicherheitsmerkmale versehen. Daher ist es grundsätzlich möglich, Fälschungen ohne spezielle Hilfsmittel zu erkennen. EPA/ANP / LEX VAN LIESHOUT
Fühlen: Zur Herstellung der Euro-Banknoten wird ein Spezialpapier aus Baumwollfasern verwendet, das sich durch seine griffige Struktur gut von normalem Papier unterscheiden lässt. Zudem sind einige Stellen auf der Vorderseite der Banknote durch ein fühlbares Relief hervorgehoben. EPA/DPA / FEDERICO GAMBARINI
Sehen: Einige Merkmale erscheinen erst, wenn man die Banknote gegen das Licht hält. Im Wasserzeichen werden bei der ersten Serie das Hauptmotiv und die Wertzahl der Banknote, bei der Europa-Serie das Porträt der Europa, das Hauptmotiv sowie die Wertzahl sichtbar. In der Mitte der Banknote erscheint der Sicherheitsfaden als dunkler Streifen. EPA/ANP / LEX VAN LIESHOUT
Kippen: Wenn man die Banknote kippt, verändern einige Merkmale je nach Betrachtungswinkel ihre Motive oder Farbe. Bei der 5-Euro-, 10-Euro- und 20-Euro-Banknote sind u. a. im Hologrammstreifen die Wertzahl und das €-Symbol zu erkennen, auf der Rückseite erscheint ein goldfarbener Glanzstreifen. Bei der 50-Euro-, 100-Euro-, 200-Euro- und 500-Euro-Banknote wechselt die Wertzahl auf der Rückseite die Farbe.
Die vom Wert her grösste Euro-Note ist übrigens die 500er-Note. Einen Tausendernote wie in der Schweiz gibt es nicht, oder zumindest keine echte ;-) EPA/DPA / MATTHIAS BALK
Bei Verdacht auf Falschgeld sollte man umgehend die Polizei benachrichtigen. X00025 / YANNIS BEHRAKIS
Alle Informationen stammen von einem Ratgeber der deutschen Bundesbank, der online als PDF verfügbar ist. Im Bild: ein gefälschtes Hologramm, das aufgeklebt wurde. EPA/DPA / BORIS ROESSLER

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