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Atommüll: 419 Einsprachen gegen NAGRA-Bohrungen am Bözberg

Publiziert: 29.03.17, 16:57 Aktualisiert: 29.03.17, 17:08

Die geplanten Tiefenbohrungen für ein Tiefenlager für Atommüll im Gebiet Bözberg im Aargauer Jura sind wie erwartet umstritten. Insgesamt sind beim Bundesamt für Energie (BFE) 419 Einsprachen gegen die Gesuche der NAGRA eingegangen.

Am meisten Einsprachen gab es gegen die vorgesehene Bohrung in Zeihen. In insgesamt 140 Einwendungen wurden Vorbehalte angemeldet. Aus Riniken, wo die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (NAGRA) ebenfalls einen Bohrplatz ins Auge fasst, gingen beim BFE 96 Einsprachen ein, wie dieses auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA mitteilte.

Weitere Einsprachen könnten folgen

Gesamthaft 103 Einsprachen gab es gegen die beiden Bohrplätze in Remigen, 66 gegen die zwei in Bözberg und 44 gegen die zwei in Effingen. 99 Prozent der Einsprachen stammen laut BFE-Sprecherin Marianne Zünd von Privaten. Sehr viele Einsprecher hätten vorgedruckte Formulare verwendet.

Die Gesuche für die Tiefenbohrungen lagen bis Dienstag in den Standortgemeinden öffentlich auf. Weil der Poststempel gilt, könnten laut Zünd möglicherweise in den nächsten Tagen noch weitere Einsprachen nachfolgen.

Während der Einsprachefrist mussten Betroffene auch sämtliche enteignungsrechtlichen Einwände oder Begehren um Entschädigung geltend machen. Wer darauf verzichtet hat, ist vom weiteren Verfahren ausgeschlossen.

Noch genauere Kenntnisse gewinnen

Die Bohrungen im Standortgebiet Jura Ost erfolgen im Rahmen der dritten Etappe des Sachplans geologische Tiefenlager (SGT). Mit geowissenschaftlichen Methoden sollen die Gesteinsschichten bis in eine Tiefe von maximal 2000 Metern noch detaillierter untersucht werden.

Jedes einzelne Bohrloch muss vom Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) bewilligt werden. Diese Bewilligungen sollen bis Mitte 2018 vorliegen, können danach aber noch beim Bundesverwaltungsgericht angefochten werden. (whr/sda)

Tschernobyl, Fukushima und Co.: Die 15 teuersten Störfälle in AKWs

Tschernobyl (1986), Sowjetunion (Ukraine): 259 Milliarden Dollar. TASS / TASS
Fukushima (2011), Japan: 166 Milliarden Dollar. EPA / TEPCO / HANDOUT
Tsuruga (1995), Japan: 15,5 Milliarden Dollar. AP Kyodo News
Three Mile Island, Harrisburg, Pennsylvania (1979), USA: 11 Milliarden Dollar. AP / BARRY THUMMA
Belojarsk (1977), Sowjetunion (Russland): 3,5 Milliarden Dollar. (bild: wikimedia)
Sellafield (1969), Grossbritannien: 2,5 Milliarden Dollar. KEYSTONE / STR
Athens, Alabama (1975), USA: 2,1 Milliarden Dollar.
Jaslovske Bohunice (1977), Tschechoslowakei (Slowakei): 2 Milliarden Dollar. (bild: wikimedia/markba)
Sellafield (1968), Grossbritannien: 1,9 Milliarden Dollar. EPA PA GREENPEACE / STR
Sellafield (1971), Grossbritannien: 1,3 Milliarden Dollar. EPA PA FILES / STR
Plymouth, Massachusetts (1986), USA: 1,2 Milliarden Dollar.
Chapelcross (1967), Grossbritannien: 1,1 Milliarden Dollar.
Tschernobyl (1982), Sowjetunion (Ukraine): 1,1 Milliarden Dollar. (bild: sovietologist)
Pickering (1983), Kanada: 1 Milliarde Dollar.
Sellafield (1973), Grossbritannien: 1 Milliarde Dollar. AP / DAVE THOMPSON

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