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Ausgerechnet im Coronajahr waren die Tage kürzer als sonst

Das Jahr 2020 hat sich fast wie ein ganzes Jahrzehnt angefühlt. Trotzdem verging die Tage laut Astronomie schneller als jene der letzten 50 Jahren.

Publiziert: 07.01.21, 19:34 Aktualisiert: 08.01.21, 08:19

Den Tagen im Coronajahr 2020 sind wir, astronomisch gesehen, schneller entkommen als jenen in den vorherigen 50 Jahren. Und das, obwohl sich das letzte Jahr für viele von uns wie ein ganzes Jahrzehnt anfühlte.

Wie Wissenschaftler herausgefunden haben, vergehen die Tage derzeit schneller als zu jedem anderen Zeitpunkt im letzten halben Jahrhundert. Seit letztem Jahr dauern einige der Tage nicht mehr ganze 24 Stunden, schreibt The Telegraph.

1,4602 Millisekunden weniger lang als die gewöhnlichen 86'400 Sekunden dauerte der 19. Juli 2020. Somit gilt der Tag als kürzester Tag seit Beginn der Messung im Jahr 1960. Dabei übertrifft der Sommertag den zuvor kürzesten Tag aus 2005 gleich um das 28-fache. Zudem sind im selben Jahr gleich 27 weitere Tage verzeichnet worden, welche den Rekord aus 2005 überbieten.

bild: giphy

Erde rotiert schneller als gewöhnlich

Dass sich die Erde schneller dreht als gewöhnlich, ist nicht besorgniserregend. Die Rotationen variieren aufgrund des Luftdrucks der Atmosphäre, dem Wind, den Meeresströmungen und den Bewegungen des Erdkerns ständig. Dennoch ist es wichtig, dass die Uhrzeit mit der Drehung der Erde übereinstimmt, um Satelliten und andere Kommunikationsgeräte synchron zu halten.

Bislang hat sich die durchschnittliche Rotationsgeschwindigkeit der Erde stetig verringert. Seit 1972 haben Wissenschaftler laut dem National Institute of Standards and Technology (NIST) im Durchschnitt alle anderthalb Jahre Schaltsekunden hinzugefügt, um die Uhren mit dem langsamer werdenden Planeten synchron zu halten. Die letzte Anpassung erfolgte 2016. Am Silvesterabend, kurz vor Mitternacht, fügte man eine zusätzliche Schaltsekunde hinzu, um die astronomische Zeit wieder in Einklang zu bringen.

Negative Schaltsekunde in Aussicht

Nun aber beschleunigt sich die Erde. Damit sich die Atomuhren korrekt auf die Drehung der Erde ausrichten können, könnte künftig eine negative Schaltsekunde nötig sein. Konkret bedeutet das, dass man eine Sekunde subtrahieren statt addieren müsste. Das wäre das erste Mal, dass uns eine Sekunde geraubt statt geschenkt wird.

Eine Atomuhr des amerikanischen National Institute of Standards and Technology. Bild: Marti/JILA

Es ist durchaus möglich, dass eine negative Schaltsekunde benötigt wird, wenn die Rotationsrate der Erde weiter zunimmt. Es sei aber noch zu früh, um zu sagen, ob dies wahrscheinlich eintreten werde, sagt ein Wissenschaftler des britischen National Physical Laboratory gegenüber dem The Telegraph.

2021 könnte noch schneller rotieren

2021 könnte 2020 noch übertreffen, wobei der durchschnittliche Tag laut «Science Alert» um 0,05 Millisekunden schneller vergehen könnte als üblich.

Ob die globale Erderwärmung schuld an der schneller rotierenden Erde ist, ist umstritten. Bereits 2007 wollten Wissenschaftler aus Hamburg herausfinden, ob die Klimaerwärmung einen Einfluss auf eine schnellere Rotation der Erde hat. Ihre Simulation zeigt, dass eine ungleichmässige Erwärmung der Grund für die kürzeren Tage sein könnte. Dabei vergleichen sie die Erde mit einer Eiskunstläuferin. «Wenn sie die Arme anzieht, beschleunigt sich ihre Rotation». Genau so sei das bei der Erde. Wenn sich Masse vom Äquator näher an die Rotationsachse verschiebt, beschleunigt sich die Rotation, schreibt die Welt der Physik.

Andere Klimaforscher zweifeln an diesen Folgen. Ihrer Meinung nach bewirkt das Abschmelzen der Eiskappen genau das Gegenteil. Ob die Klimaerwärmung tatsächlich einen Einfluss auf die verkürzten Tage hat, ist bisher noch nicht bewiesen.

Kollision der Galaxien: Milchstrasse und Andromeda

Der Ist-Zustand: Milchstrasse (das fast vertikale Sternenband rechts) und Andromeda-Galaxie (links) nähern sich gegenseitig mit rund 110 Kilometern pro Sekunde an. (bild: nasa)
In 2 Milliarden Jahren wird die Nachbar-Galaxie deutlich grösser sein. (bild: nasa)
In 3,75 Milliarden Jahren beherrscht sie den Nachthimmel zusammen mit der Milchstrasse.(bild: nasa)
In 3,85 Milliarden Jahren könnten wir ein Feuerwerk von Sternen am Nachthimmel bewundern. Die beiden Galaxien sind nicht mehr als solche erkennbar. (bild: nasa)
In 3,9 Milliarden Jahren: Die beiden Galaxien gehen durch einander hindurch. (bild: nasa)
In 4 Milliarden Jahren sind die Andromeda-Galaxie und die Milchstrasse wieder auseinander, aber verzerrt. (bild: nasa)
In 5,1 Milliarden Jahren sind die Zentren der beiden Galaxien als helle Regionen erkennbar. (bild: nasa)
In 7 Milliarden Jahren sind beide Galaxien vollkommen verschmolzen und bilden eine einzige, riesige elliptische Galaxie, deren Zentrum den Nachthimmel dominiert. (bild: nasa)

Baby-Galaxien

Video: Roberto Krone

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