«Dieses Spiel hat Spass gemacht!» – Federer brilliert gegen Nishikori
Roger Federer steht beim Masters-1000-Turnier in Schanghai in den Halbfinals. Der als Nummer eins gesetzte Titelverteidiger setzt sich gegen den Japaner Kei Nishikori (ATP 12) 6:4, 7:6 (7:4) durch.
Federer verdiente sich den Halbfinal-Einzug mit seiner bisher besten Leistung in Schanghai. Vom ersten Punkt an zeigte sich der Schweizer extrem aggressiv, drückte besonders auch mit seiner Rückhand auf das Tempo und belohnte sich mit dem frühen Break für den couragierten Start.
Nishikori fand erst nach einem weiteren Break von Federer zum 4:1 ins Spiel, trotz des sofortigen Rebreaks zum 4:2 wog die Hypothek im ersten Satz zu schwer. Nach 49 Minuten nutzte Federer sein insgesamt sechstes Ass zum Satzgewinn.
«Ich habe probiert aggressiv und offensiv zu spielen. Bin froh, dass mir das gut gelungen ist. Gegen Nishikori ist das nicht einfach. Im zweiten Satz spielte er noch besser, hat das Zepter in die Hand genommen. Am Ende hatte ich auch ein wenig Glück. Von der Grundlinie habe ich gut gespielt. Dieses Spiel hat Spass gemacht. Gegen Coric erwarte ich eine schwierige Partie. Er serviert konstant und gut.»
Auch zu Beginn des zweiten Satzes präsentierte sich den Zuschauern im Qi-Zhong-Stadion zunächst das gleiche Bild. Federer brachte Nishikori mit seinem aggressiven Returnspiel an Grenzen und realisierte bei erster Gelegenheit das Break. In der Folge kam der Japaner allerdings besser auf und zwang dem 20-fachen Grand-Slam-Sieger beim Stand von 2:3 seinerseits ein Break auf. Im Tiebreak korrigierte Federer einen 0:2-Fehlstart und nutzte zwei Minibreaks in Folge beim Stand vom 3:4 zur Entscheidung.
Im Halbfinal am Samstag trifft Federer auf Wawrinka-Bezwinger Borna Coric (ATP 19). Coric gegen Federer – dieses Duell gab es 2018 bereits zweimal: Nachdem Federer beim Halbfinal des Masters-1000-Turniers in Indian Wells die Oberhand behalten hatte, konnte Coric das letzte Duell im Rasenturnier in Halle für sich entscheiden. (abu/sda)
Die grössten Schweizer Erfolge
French Open 1981: Heinz Günthardt gewinnt im Doppel seinen ersten von zwei Grand-Slam-Titeln. Als Einzelspieler kommt er nicht über 22 der Weltrangliste hinaus, holt aber insgesamt fünf Turniersiege. AP / SCHABER
Barcelona 1992: An den olympischen Spielen gewinnt Marc Rosset überraschend die Goldmedaille im Männer-Einzel. Der Genfer besiegt im Final den Spanier Jordi Arrese in fünf Sätzen und rettet damit die Ehre der Schweizer Olympia-Delegation, die ansonsten ohne Medaille bleibt. KEYSTONE / STR
Fort Worth 1992: Die Schweiz zieht erstmals in der Geschichte in den Davis-Cup-Final ein. Jakob Hlasek und Marc Rosset fordern auch im Endspiel den haushohen Favoriten, verlieren aber das vorentscheidende Doppel in fünf Sätzen. Das hochdotierte amerikanische Team mit Andre Agassi, Jim Courier, Pete Sampras und John McEnroe gewinnt die Partie mit 3:1. KEYSTONE / PATRICK AVIOLAT
Australian Open 1997: Als erst 16-Jährige gewinnt Martina Hingis in Melbourne ihren ersten von insgesamt fünf Grand-Slam-Titeln. Die Ostschweizerin mit slowakischen Wurzeln besiegt im Final die Französin Mary Pierce 6:2, 6:2. Gut zwei Monate später erklimmt Hingis als erste Schweizerin die Spitze der Weltrangliste, womit sie zur jüngsten Nummer 1 aller Zeiten avanciert. AP / STEVE HOLLAND
Wimbledon 2003: Mit knapp 22 Jahren feiert Roger Federer in Wimbledon seinen ersten Triumph an einem Grand-Slam-Turnier. In seinem ersten Major-Final besiegt er den Australier Mark Philippoussis 7:6, 6:2, 7:6. Es ist der erste helvetische Grand-Slam-Sieg der Geschichte im Männer-Einzel. EPA / GERRY PENNY
Peking 2008: Roger Federer und Stanislas Wawrinka gewinnen an den olympischen Sommerspielen überraschend die Goldmedaille in der Doppelkonkurrenz. Im Final bezwingen sie das schwedische Doppel Simon Aspelin/Thomas Johansson in vier Sätzen, nachdem sie im Halbfinal die Top-Favoriten Bob und Mike Bryan eliminiert hatten. KEYSTONE / PETER KLAUNZER
Paris 2009: Mit einem Dreisatzsieg im Final gegen den Schweden Robin Söderling gewinnt Roger Federer erstmals das French Open in Paris, nachdem er zuvor dreimal im Final an Rafael Nadal gescheitert ist. Mit seinem 14. Major-Titel schafft Federer den Karriere-Grand-Slam und zieht mit Pete Sampras gleich, der ebenfalls 14 Major-Titel feierte. EPA / HORACIO VILLALOBOS
Melbourne 2014: Mit Stanislas Wawrinka gewinnt erst der dritte Schweizer den Titel an einem der vier wichtigsten Turniere. Der 28-jährige Romand siegt im Final gegen den angeschlagenen Rafael Nadal 6:3, 6:2, 3:6, 6:2. Dank Roger Federer stehen erstmals zwei Schweizer am gleichen Grand-Slam-Turnier im Halbfinal. Getty Images AsiaPac / Clive Brunskill
Lille 2014: Das Schweizer Quartett mit Roger Federer, Stan Wawrinka, Marco Chiudinelli und Michael Lammer gewinnt gegen Frankreich zum ersten Mal in der Schweizer Tennis-Geschichte den Davis-Cup. AP / CHRISTOPHE ENA
Brisbane 2015: Roger Federer gewinnt in Brisbane seinen 1000. Match auf der ATP-Tour und holt nebenbei auch noch seinen 83. Titel. EPA/AAP / DAVE HUNT
French Open 2015: Völlig überraschend gewinnt Stan Wawrinka in Paris seinen zweiten Grand-Slam-Titel. Er schlägt Novak Djokovic in vier Sätzen und lässt somit Grössen wie Andy Roddick oder Thomas Muster, die nur ein Major gewinnen konnten, hinter sich. X00403 / VINCENT KESSLER
US Open 2016: Stan Wawrinka gewinnt auch seinen 3. Major-Final – er bodigt Novak Djokovic im Final in Flushing Meadows 6:7, 6:4, 7:5 und 6:3. X02835 / Susan Mullane
Australian Open 2017: Roger Federer gibt nach 6-monatiger Verletzungspause am Australian Open sein Comeback und holt sich dank eines dramatischen 5-Satz-Sieges gegen Rafael Nadal sensationell seinen 18. Grand-Slam-Titel. EPA/AAP / LUKAS COCH
Australian-Open 2018: Federer verteidigt seinen Titel in Melbourne und verbessert damit die Bestmarke an gewonnenen Grand-Slam-Titel auf 20. EPA/TENNIS AUSTRALIA / FIONA HAMILTON/TENNIS AUSTRALIA
Stuttgart 2018: Im Frühling 2018 stürmt Roger Federer nach fünfeinhalb Jahren wieder an die Spitze der Weltrangliste und schraubt seinen Nummer-1-Rekord auf 310 Wochen. DPA / Marijan Murat
Dubai 2019: Roger Federer gewinnt im Emirat seinen 100. ATP-Titel. Momentan liegt er bei 103 Turniersiegen, zur Bestmarke von Jimmy Connors fehlen noch sechs Titel. EPA/EPA / ALI HAIDER
Das älteste «Schmetterlingskind» der Schweiz
Video: watson/nico franzoni
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