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Der Bund informiert zum Coronavirus: So ist die Lage in der Schweiz

Publiziert: 11.03.20, 13:01

Der Bund hat am Mittwoch zum Coronavirus in einer Medienkonferenz über die Lage in der Schweiz informiert. Anwesend waren Vertreter des Bundesamtes für Gesundheit (BAG), des Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) und des Sekretariats für Wirtschaft (Seco).

Das sind die neuesten Informationen:

Grenze zu Italien:

Am Zoll Chiasso-Strada werden systematische Grenzkontrollen durchgeführt. Bild: KEYSTONE

Ab sofort wird im Tessin der Grenzverkehr aus Italien auf die grösseren Grenzübergänge kanalisiert. An neun kleineren Grenzübergängen werden die bereits installierten Barrieren geschlossen. Diese Massnahme erfolgt, um dem Monitoringauftrag der Schweiz im Zuge der italienischen Dekrete vom 8. und 9. März 2020 besser gerecht zu werden. Die betroffenen Grenzübergänge findest du hier.

Wirtschaftliche Massnahmen:

Marie-Gabrielle Ineichen-Fleisch vom Seco gab einen Überblick über die wirtschaftliche Situation: Man habe sehr viele Anfragen aus der Unterhaltungs-, Kultur-, Sport-, und Reisebranche gehabt. Die ersten Schlussfolgerungen seien die folgenden: die Kurzarbeit sei ausserordentlich nützlich und stehe aktuell im Vordergrund.

Die Beantragung von Kurzarbeit wurde auf Bitten der Kantone vereinfacht. Neu beträgt die Anmeldefrist nicht mehr zehn sondern nur noch drei Tage. An weiteren Massnahmen zum vereinfachten Ablauf seien im Gespräch.

Schweizer im Ausland:

Das EDA habe keine Kenntnisse von Infektionen von Schweizerinnen und Schweizern im Ausland, sagt Hans-Peter Lenz, Leiter Krisenmanagementzentrum im EDA. Die die Reisehinweise für Italien seien angepasst worden. Diese Hinweise gäben keine Empfehlungen ab für Gesundheitsrisiken, das sei Sache des BAG.

Die humanitäre Hilfe habe ihre Programme in Nordkorea sistiert. Die Mitarbeitenden und ihre Familien des EDA seien mittlerweile in die Schweiz zurückgekehrt. Es sei noch nicht klar, wann sie ihre Arbeit in Nordkorea wieder aufnehmen könnten.

Patrick Mathys (BAG), Marie-Gabrielle Ineichen-Fleisch (Seco), Christian Bock (EFD) und Hans-Peter Lenz (EDA) informierten am Mittwoch zum Coronavirus. Bild: KEYSTONE

Internationale Situation:

«Während in China die Epidemie abnimmt, nehmen die Fallzahlen weltweit zu. In China und in Südkorea nehmen die Fallzahlen täglich ab», sagt Patrick Mathys vom BAG. Das sei ein gewisser Lichtblick. In den USA, Südamerika und Afrika nähmen die Fälle jedoch zu, ebenso in Europa.

In Italien gehe man im Moment von 631 bestätigten Todesfällen aus, diese Zahl dürfte aber bereits wieder überholt sein. In Deutschland und Frankreich steigt die Anzahl Fälle ebenfalls drastisch. Todesfälle gebe es hier aber nicht so viele wie in Italien. (leo)

Coronavirus: Was du wissen musst

Das neue Coronavirus Sars-CoV-2 geht um die Welt. Was du darüber wissen musst. AP / Zoltan Balogh
Sars-CoV-2 gehört zur gleichen Erregergruppe wie das Sars- und Mers-Virus. EPA / CENTERS FOR DISEASE CONTROL AND
Das neue Virus ist zwar deutlich ansteckender, die Sterberate ist jedoch deutlich tiefer als bei Sars und Mers. EPA / NIAID- RML/NATIONAL INSTITUTES O
Ende 2019 waren vier Fälle bekannt, am 1. März waren es weltweit rund 90'000. EPA / MARK R. CRISTINO
Das erste Opfer in Europa starb am 21. Februar in Norditalien. EPA / JAN HETFLEISCH
Das grösste Risiko, an Covid-19 – so heisst die durch Sars-CoV-2 ausgelöste Lungenkrankheit – zu sterben, haben Menschen über 80 Jahre. Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO liegt die Mortalitätsrate in dieser Altersgruppe bei 14,8 Prozent. EPA / JEROME FAVRE
Patienten mit Herzkrankheiten sind besonders gefährdet, vor den Diabetikern und Personen mit Atemwegserkrankungen und hohem Blutdruck. EPA / TOLGA BOZOGLU
Anzeichen für eine Infektion sind gemäss WHO grippeähnliche Symptome, Atembeschwerden, Atemlosigkeit, Fieber und Husten. AP
Vier von fünf der von der Krankheit betroffenen Patienten leiden an einer gutartigen Ausprägung, wie eine chinesische Studie an 72'000 Personen zeigte. AP / Kerstin Joensson
In schweren Fällen kann das Virus zu Lungenentzündungen, akuten Atembeschwerden, Nierenversagen oder zum Tod führen. EPA / Tamas Soki
Zur Vorbeugung wird empfohlen, Abstand zu seinen Mitmenschen zu halten, sich regelmässig die Hände zu waschen, Mund und Nase zu bedecken, wenn man hustet und niest, respektive in die Ellenbeuge zu husten und zu niesen. EPA / MOURAD BALTI TOUATI
Einen Impfstoff gegen Sars-CoV-2 gibt es noch nicht. Und das dürfte auch noch dauern. Für das Mers-Virus, das 2012 auf der Arabischen Halbinsel entdeckt wurde und das auch zu den Coronaviren gehört, wird ein Impfstoff erst seit 2018 klinisch geprüft. EPA / NICOLA FOSSELLA
Das neue Coronavirus Sars-CoV-2 wird nach WHO-Daten von einem Infizierten im Mittel an zwei bis zweieinhalb weitere Menschen weitergegeben – und damit an mehr als bei einer Grippe (Influenza). Hier ist die Datenlage aber noch unsicher. AP / Piero Cruciatti

Die Forschung sucht fieberhaft nach Medikamenten gegen das Coronavirus

Video: SRF / SDA SRF

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