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Vladimir Petkovic hat einen Plan und den will er in den nächsten Spielen umsetzen. Bild: EPA/KEYSTONE

«Mischung aus Sicherheit und Experimentieren» – so sanft will Petkovic die Nati umbauen

Nach England im September folgt für die Schweizer Nationalmannschaft heute um 20.45 Uhr in Brüssel der nächste Härtetest. Die Partie der Nations League gegen den WM-Dritten soll Trainer Vladimir Petkovic wichtige Erkenntnisse liefern.

Publiziert: 12.10.18, 16:52

Das herrliche Herbstwetter in den letzten Tagen passte zur Stimmungslage im Schweizer Nationalteam. Die Turbulenzen des russischen WM-Sommers haben sich gelegt, das ernüchternde Achtelfinal-Aus gegen Schweden ist weit weg, die Diskussionen um Doppeladler und Doppelbürger im Nachgang der WM sind abgehakt. Die Kritik ist verstummt.

Die Aussenwahrnehmung ist wieder positiv, denn auch auf dem Feld ist der Neustart geglückt. Zum Auftakt der Nations League feierte die SFV-Auswahl im September in St. Gallen ein rauschendes 6:0 gegen Island, und auch beim Testspiel drei Tage später in Leicester gegen den WM-Vierten England gefiel die Mannschaft trotz der 0:1-Niederlage. «Wir müssen nun zeigen, dass diese Leistungen kein Zufall waren», sagte Vladimir Petkovic.

Als «eine Mischung aus Sicherheit und Experimentieren» beschrieb der Nationaltrainer die Phase, in der sich die Nationalmannschaft in diesem Herbst befindet. In den vier Partien bis zum Jahresende – drei davon im Rahmen der Nations League – will Petkovic einerseits «testen und ausprobieren», andererseits aber auch «auf die Resultate schauen». Im neuen Jahr will er sich dann festlegen, auf wen er in der im März beginnenden EM-Qualifikation zählt.

Petkovic schwört seine Mannen auf das Belgien-Spiel ein. Bild: EPA/KEYSTONE

Petkovic treibt derzeit den sanften Umbau seines Teams voran. Mit der abgesprochenen Nichtnominierung seines Captains Stephan Lichtsteiner und von Innenverteidiger Johan Djourou verzichtete er erstmals komplett auf seine ältere Garde. Keiner der für die Partien in Belgien und in Island nominierten Spieler ist älter als 30 Jahre. Christian Fassnacht und Torhüter David von Ballmoos sind erstmals dabei, Renato Steffen und Florent Hadergjonaj kehrten nach längerer Abwesenheit in die Mannschaft zurück.

Die Neulinge Fassnacht und von Ballmoos interviewen sich gegenseitig. Video: YouTube/Schweizerischer Fussballverband

Konkurrenzkampf auf den Aussenpositionen

Die Achse mit Goalie Yann Sommer, Manuel Akanji, Granit Xhaka, Lichtsteiners Stellvertreter als Captain, und Xherdan Shaqiri steht, sie verleiht der Mannschaft die von Petkovic gewünschte Sicherheit. Ricardo Rodriguez ist auf der linken Abwehrseite weiterhin eine Bank, Haris Seferovic hat dank seinem aktuellen Formhoch bei Benfica Lissabon den Status als Stürmer Nummer 1 wieder gefestigt.

Seferovics Siegtreffer gegen Porto am Wochenende. Video: streamable

Auf den Aussenpositionen bietet sich die Möglichkeit zum experimentieren. «Wir müssen noch besser und schneller nach vorne spielen», sagte Petkovic als Erkenntnis aus der WM. «Wir müssen in der Offensive noch konkreter werden.» Fassnacht und Steffen erhalten in Abwesenheit der verletzten Admir Mehmedi und Breel Embolo die Chance, sich aufzudrängen. Und in der rechten Defensive hat der Nationaltrainer mit Lichtsteiner, Michael Lang, Kevin Mbabu und Hadergjonaj genügend Alternativen.

Gibt Petkovic Fassnacht schon gegen Belgien eine Chance? Bild: KEYSTONE

Während Denis Zakaria sich im defensiven Mittelfeld in der Pole-Position als Nachfolger des zurückgetreten Valon Behrami befindet, ist die Frage nach dem zweiten Innenverteidiger offen. Fabian Schär, der in der Nationalmannschaft oft überzeugte, kommt bei Newcastle nicht zum Einsatz.

Nico Elvedi ist mehr als eine Alternative. Der 22-Jährige absolvierte zuletzt sein 100. Pflichtspiel für Borussia Mönchengladbach, inzwischen spielt er auch beim Bundesliga-Dritten in der Innenabwehr. Setzt Petkovic in Zukunft vermehrt auf eine Dreierkette wie gegen England, könnten neben Akanji sowohl Schär und Elvedi spielen.

Härtetest Belgien

Heute folgt für die Schweizer Defensive nun die grösstmögliche Herausforderung. In der Offensive verfügt Belgien über eine enorme Feuerkraft. An der WM in Russland schossen die «Roten Teufel» am meisten Tore aller 32 Teams, was mit Rang 3 und dem besten Ergebnis der Geschichte belohnt wurde. «Über Belgien muss man nicht viel reden», sagte Petkovic. «Sie haben eine goldene Generation.»

Das Duell mit der Nummer 1 des FIFA-Rankings ist im Kampf um den Gruppensieg in der Nations League wegweisend. Dass die Schweiz mit Kontrahenten dieses Kalibers mithalten kann, bewies sie beim 1:1 vor der WM gegen Spanien und beim 1:1 an der Endrunde in Rostow gegen Brasilien. «Wir wollen auch in Belgien mit Selbstvertrauen antreten und punkten», sagte Petkovic. (pre/sda)

Die Rekordspieler der Schweizer Nati

Rang 25: Roger Wehrli, 69 Länderspiele (1978–1989). Stand: 1.07.2021 IMAGO / Pressefoto Baumann / IMAGO / Pressefoto Baumann
Rang 24: Blerim Dzemaili, 69 Länderspiele (2006–2018). EPA/KEYSTONE / WALTER BIERI
Rang 23: Fredy Bickel, 71 Länderspiele (1936–1954). PHOTOPRESS-ARCHIV / STR
Rang 22: Stéphane Henchoz, 72 Länderspiele (1993–2005). IMAGO / Contrast / IMAGO / Contrast
Rang 20: Raphael Wicky, 75 Länderspiele (1996–2007). KEYSTONE / ALESSANDRO DELLA VALLE
Rang 20: Tranquillo Barnetta, 75 Länderspiele (2004–2014). freshfocus / Andy Mueller/freshfocus
Rang 18: Admir Mehmedi, 76 Länderspiele (seit 2011). EPA / JEAN-CHRISTOPHE BOTT
Rang 18: Johan Djourou, 76 Länderspiele (2006–2018). PPR / NICK SOLAND
Rang 17: Haris Seferovic, 78 Länderspiele (seit 2013). keystone / GIAN EHRENZELLER
Rang 16: Ciriaco Sforza, 79 Länderspiele (1991–2001). KEYSTONE / STR
Rang 14: Severino Minelli, 80 Länderspiele (1930–1943). Presse Sports / Presse Sports/freshfocus
Rang 14: Andy Egli, 80 Länderspiele (1979–1994). KEYSTONE / KARL MATHIS
Rang 13: Patrick Müller, 81 Länderspiele (1998–2008). KEYSTONE / LAURENT GILLIERON
Rang 12: Valon Behrami, 83 Länderspiele (2005 – 2018). AP/AP / Manu Fernandez
Rang 11: Alex Frei, 84 Länderspiele (2001–2011). KEYSTONE / MICHELE LIMINA
Rang 10: Ricardo Rodriguez, 85 Länderspiele (seit 2011). KEYSTONE / ANTHONY ANEX
Rang 9: Hakan Yakin, 87 Länderspiele (2000–2011). KEYSTONE / WALTER BIERI
Rang 8: Gökhan Inler, 89 Länderspiele (2006–2016). Insidefoto / Insidefoto/freshfocus
Rang 7: Johann Vogel, 94 Länderspiele (1995–2007). KEYSTONE / EDDY RISCH
Rang 6: Xherdan Shaqiri, 95 Länderspiele (seit 2010). EPA/KEYSTONE / WALTER BIERI
Rang 5: Granit Xhaka, 98 Länderspiele (seit 2011). KEYSTONE / JEAN-CHRISTOPHE BOTT
Rang 4: Stéphane Chapuisat, 103 Länderspiele (1989–2004). KEYSTONE / TEAM
Rang 3: Stephan Lichtsteiner, 108 Länderspiele (2006–2020). Daniela Frutiger / Daniela Frutiger/freshfocus
Rang 2: Alain Geiger, 112 Länderspiele (1980–1996). KEYSTONE / STR
Rang 1: Heinz Hermann, 118 Länderspiele (1978–1991). KEYSTONE / STR

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