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Stehen in Basel schon 2019 Langstreckenflüge auf dem Flugplan?  Bild: KEYSTONE

Schweizer Airline will Billigflüge in die USA anbieten – Zeit für einen Realitäts-Check

Vier Unternehmer wollen auf dem Euroairport eine Billig-Langstreckenairline aus dem Boden stampfen. Utopie oder realistisches Vorhaben? watson hat die hochfliegenden Pläne analysiert.

Publiziert: 10.09.18, 16:06 Aktualisiert: 11.09.18, 06:22
Adrian Müller

Kaum ist die Berner Fluggesellschaft Skywork pleite gegangen, lancieren Aviatik-Enthusiasten schon das nächste Schweizer Airline-Projekt. Unter dem Projektnamen Swiss Skies wollen vier Unternehmer in Basel eine Langstrecken-Billigairline aus dem Boden stampfen. Mit dem 190-plätzigen Airbus A321LR möchten sie schon 2019 Richtung USA abzuheben. 

Wie erfolgsversprechend sind die jüngsten Schweizer Airline-Pläne? Zeit für einen Realitäts-Check mit Aviatik-Spezialist und Chefredaktor von Skynews.ch, Hansjörg Bürgi. 

Flugzeuge

Der A321LR ist die Langstreckenversion des A320-Bestsellers. bild:airbus

Swiss Skies plant mit einem Flugzeug, das noch gar nicht verfügbar ist. Die Erstauslieferung des A321LR (Long Range) ist für Ende 2018 geplant. «Diese Flugzeuge sind derzeit heiss begehrt, da mit der Langstreckenversion des Airbus-Bestsellers ganz neue Märkte erschlossen werden können», so Bürgi. 

Der A321LR kann rund 7500 Kilometer weit fliegen. Das reicht für Nonstop-Flüge von Europa an die Ostküste der USA. Der Businessplan der Airline sieht vor, bereits im zweiten Betriebsjahr 16 Maschinen des Typs einzusetzen und bereits 38 im vierten Jahr. «Darum habe ich Fragezeichen, ob Swiss Skies diese Flieger so rasch beschaffen kann. Und falls ja, zu welchem Preis», so der Experte weiter. 

Heimatbasis/Streckennetz

Der Euroairport in Basel hat genügend freie Kapazitäten.  .  Bild: KEYSTONE

Asien, Karibik, USA, Brasilien: Die Airline plant auf dem Euroairport in Basel ein komplettes Netzwerk aufzubauen, wie Mitgründer Armin Bovensiepen in der «Financial Times» ankündigt. Geplant sind Punkt-zu-Punkt-Verbindungen zu kleinen Airports in Übersee. Und das von Basel aus, wo es bislang keine einzige ganzjährige Langstreckenverbindung gibt. 

Bürgi sieht  durchaus Potenzial für Langstreckenverbindungen ab dem Euroairport – wegen der Pharmabranche. «Platzhirsch Easyjet würde ich es zutrauen, erfolgreich Langstrecken ab Basel zu bedienen. Dank des grossen Netzwerks könnte die Airline Flieger füllen. Ein Newcomer wie Swiss Skies hat hingegen kaum Chancen, da Zubringerflüge fehlen.» 

Ein grosser Pluspunkt für den Euroairport ist die verfügbare Kapazität: Als einziger Schweizer Airport hat der Basler Flughafen noch genügend freie Slots für eine Expansion.

Preise

Zürich – New York für 460 Franken: Die Swiss fliegt zu Discountpreisen in die USA.  Bild: KEYSTONE

30 Prozent billiger als bei gewöhnlichen Airlines soll man mit Swiss Skies Langstrecken fliegen können. Zum Vergleich: Die neue Discount-Langstrecken-Airline Level bietet Tickets für Paris – New York ab 99 Euro an. 

Das Problem: Selbst mit der Swiss fliegt man derzeit ab 455 Franken retour nach New York. So müsste Swiss Skies die Flüge für rund 350 anbieten. «Wegen des grossen Überangebots auf den Atlantikstrecken sind die Preise im Keller. Da lässt sich nur schwer Geld verdienen», so Bürgi. Das spürt auch Billig-Riese Norwegian Air Shuttle. Die Airline hat bereits Discountflüge über den Atlantik im Angebot. Finanziell gehen die Pläne nicht auf: Das Unternehmen schreibt tiefrote Zahlen. 

Finanzierung

Swiss Skies führt diese Woche in Basel einen Investorenevent durch, um die für den Start benötigten 100 Millionen Franken zusammenzubringen. «Die Fliegerei ist noch immer ein sexy Business. Es finden sich immer wieder Leute, die Geld in die Airline-Branche investieren», so Bürgi.

Er glaubt, dass die Airline deutlich mehr als 100 Millionen für den Start benötigt. Um die Betreibsbewilligung zu erhalten, müsse eine Airline sechs Monate ohne Einnahmen fliegen können. Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) schaue da mittlerweile «sehr genau hin».

Zum Vergleich: Die Regionalairline Skywork hat seit 2011 laut Insidern über 100 Millionen Franken verbrannt, bis sie vor knapp zwei Wochen Konkurs ging. 

Fazit

Ob die in Basel geplante Airline je abhebt, steht in den Sternen. «Ich halte die Pläne für ziemlich utopisch», so Bürgi. Dies, weil mit Swiss und Easyjet in der Schweiz bereits zwei grosse Platzhirsche den Markt dominierten, die dank ihrer Grösse viele Verbindungen zu bereits günstigen Preisen anbieten. 

Zudem schreitet die Konsolidierung in der Airline-Branche nach wie vor rasch voran. Jüngstes Beispiel ist Air Berlin. Die Fluggesellschaft stellte ihren Betrieb dieses Jahr ein, nachdem nicht zuletzt das grosse Langstreckennetz grosse Verluste einflog. 

Das sagen die Airline-Gründer

Sind Kooperationen mit anderen Airlines geplant? Wie gedenkt Swiss Skies, so rasch an die neuen Flugzeuge zu kommen? Auf Anfrage von watson konnte ein Sprecher der geplanten Airline am Montag keine Auskunft geben. Er stellt weitere Informationen nach einem Investorenanlass in Aussicht, der am Donnerstag in Basel stattfinden soll. 

Bonus: Die Pleite von Air Switzerland

Möchtegern-CEO Mario Ritter: Die 2002 präsentierte Air Switzerland hob mit ihren Langstreckenmaschinen nie ab.  bild: keystone

2002 kündigte der damals 22-jährige Mario Ritter vollmundig den Start der neuen Flugline Air Switzerland an, heuerte Personal und Manager an und liess sich mit Modellen von Langstreckenmaschinen ablichten. Nach acht Monaten war sein Projekt insolvent, wie die «Handelszeitung» berichtete. Über zehn Jahre nach der Pleite wurde 2015 der Konkurs definitiv abgeschlossen. Ritter und sein Vater mussten 200'000 Franken in die Konkursmasse einzahlen, um einer Strafklage zu entgehen.

Ah, deshalb dauert das Boarding immer so lang!

Video: watson

Warum nur tragen die Stewardessen heute keine so tollen Uniformen mehr wie in den 60ern?

Wir wollen uns nun ein paar hübsche Bilder von Uniformen ansehen, die Stewardessen aus aller Welt zwischen den 30er und 80er Jahren getragen haben. Im Bild ein Beispiel der amerikanischen Fluggesellschaft Pacific Southwest Airlines aus den 60ern. Guckt euch das an. Die Röcklein kurz und farbenfroh. So macht Fliegen Spass. bild: fastcult
Aber wir wollen ganz von vorn beginnen: Am 15. Mai 1930 gingen in San Francisco die weltweit ersten Flugbegleiterinnen an Bord. Die Boeing Air Transport (heutige United Airlines) verlangte von ihren Stewardessen, dass sie gleichzeitig als Krankenschwestern tätig waren. Links in der Tür der Boeing steht Ellen Church, Chef-Stewardess der «Sky Girls». STR
1930er: Eine Stewardess in der Tür einer Douglas DC-2 der Swissair. bild: eth-bibliothek zürich, bildarchiv/stiftung luftbild schweiz
1930: Eine winkende Stewardess auf einem Werbeplakat für Strümpfe von «Airmaid Hosiery» in angesagten «Flying Colors». UniversalImagesGroup
Stewardessen der United Airlines trugen bis in die 1940er Jahre diese Uniformen. bild: san diego air and space museum archive via flickr
Dieses Plakat aus dem Jahre 1942 wirbt mit Flügen von New Orleans nach Jackson, Memphis, St. Louis und Chicago. UniversalImagesGroup
Späte 1940er Jahre: Eine Stewardess der American Airlines steigt aus dem Flugzeug in New York City. Michael Ochs Archives
1947: Eine Stewardess der Fluggesellschaft TWA (Trans World Airlines). Time Life Pictures
1. Mai 1952: TWA (Trans World Airlines, wurde 2001 von American Airlines aufgekauft), BOAC (British Overseas Airways Corporation, aus ihr entstand 1974 die heutige British Airways) und Air France bieten ertmals transatlantische Touristenklasse-Flüge zwischen New York, London und Paris an. bild: san diego air and space museum archive via flickr
Ein von der Fluggesellschaft Lufthansa herausgegebenes Foto zeigt Stewardessen in der Uniform des Jahres 1955. STR
1968 bekommen die Stewardessen der United Airlines neue Uniformen und freche Hütchen dazu, designt vom Modeschöpfer Jean Louis. bild: san diego air and space museum archive via flickr
Knapp und farbig wurden die Röcklein. Bei der amerikanischen Fluggesellschaft Pacific Southwest musste sogar das Flugzeug dran glauben. bild: seattle museum of flight
Auch die Continental Airlines setzte in den 60ern auf rosa, kombiniert mit weissen Hütchen. bild: seattle museum of flight
Auch frechere Mustervarianten in verschiedenen Rot-Tönen waren total angesagt. bild: seattle museum of flight
Die Luftthansa-Mädchen in Blau-Gelb. bild: seattle museum of flight
Der italienische Modedesigner Emilio Pucci wurde von der Braniff International Airline beauftragt, die Uniformen der Flugbegleiterinnen zu revolutionieren. Hier einige seiner sehr eigenwilligen Entwürfe. bild: flickr
Zwei weitere Braniff Airlines Stewardessen in ihren verrückten Pucci-Uniformen. bild: tumblr/wearcolour
Die Schweizer Variante: Die Uniform wurde von 1960 bis 1970 getragen. bild: eth-bibliothek zürich, bildarchiv
1960: Eine Stewardess der israelischen Fluggesellschaft El Al. bild: tumblr/susisnapshot
Das Mäntelchen einer Stewardess der französischen Fluggesellschaft Air Inter (1997 von Air France übernommen). bild: pinterest
Die kanadische Fluggesellschaft Transair setzte offensichtlich auf Gelb. Passend zu den Schwimmwesten. bild: pinterest
Der Preis für die heissesten Stiefel geht aber definitiv an die amerikanische Southwest Airlines. bild: fastcult
Und dann kamen die 80er ..Die neue Dienstkleidung der Swissair-Stewardessen, 1985. bild: eth-bibliothek zürich, bildarchiv
Mit diesem Schreckensbild der 80er kann man keine Diashow beenden. Noch ein letztes Mal ein Hauch 60er!

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